Gomadingen


Gomadingen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gomadingen
Gomadingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gomadingen hervorgehoben
48.4002777777789.3919444444444693
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 693 m ü. NN
Fläche: 45,85 km²
Einwohner:

2.193 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72532
Vorwahl: 07385
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 027
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
72532 Gomadingen
Webpräsenz: www.gomadingen.de
Bürgermeister: Klemens Betz
Lage der Gemeinde Gomadingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Gomadingen ist ein Luftkurort im Großen Lautertal auf der Schwäbischen Alb, der vor allem durch das Haupt- und Landgestüt Marbach und durch die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck in den gleichnamigen Ortsteilen bekannt ist. Gomadingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (85 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Gomadingen liegt im Tal der Großen Lauter, die im Ortsteil Offenhausen entspringt. Oberhalb des Ortes befindet sich der Sternberg.


Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Gomadingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen:

St. Johann, Münsingen, Hohenstein und Engstingen.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Gomadingen gehören seit 1. Dezember 1971 die früher selbstständigen Gemeinden Dapfen und Steingebronn (In Klammern die Einwohnerzahl vom 30. September 2006[2]). Zur Gemeinde Dapfen gehörten die Dörfer Dapfen (483 Einwohner) und Wasserstetten (82 Einwohner), der Weiler Marbach an der Lauter (48 Einwohner), Schloss und Hof Grafeneck (97 Einwohner), die Siedlung Schelmenbühl und die Häuser Ölmühle. Zur Gemeinde Gomadingen in den Grenzen vom 30. November 1971 die Dörfer Gomadingen (1031 Einwohner) und Offenhausen (166 Einwohner) und das Gehöft Gestütshof. Zur Gemeinde Steingebronn gehörte das Dorf Steingebronn (288 Einwohner).

In der Gemarkung Dapfen liegen die Wüstungen Achilinishusen, Benzingen, Bickenhofen, Hinterhofen, Pfeln und Weygstetten und in der Gemarkung Gomadingen liegen die Wüstungen Hebinolsriet, Notzenweiler, Schwarzwach und Stetten.[3]

In Gomadingen befindet sich der Burgstall Burg Gomadingen, im Ortsteil Steingebronn der Burgstall Burg Steingebronn und bei Wasserstetten der Burgstall Burg Baldelau.


Geschichte

Zur römischen Geschichte, siehe separaten Artikel Kastell Gomadingen.

Im Ortsteil Offenhausen befand sich seit zirka 1260 ein Frauenkloster, das unter dem Namen Gnadenzell bekannt war.

Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist das älteste staatliche Gestüt (Land Baden-Württemberg als Träger) in Deutschland. Bereits unter Herzog Christoph von Württemberg (1550–1568)[1] lässt sich sein Ausbau nachweisen. 1817 wurde es das Landgestüt des Königreichs Württemberg.

Das ehemalige herzogliche Schloss Grafeneck liegt an der Landstraße 247. Im Ortsteil Grafeneck bestand in der Zeit des Nationalsozialismus im Schloss Grafeneck in der ehemaligen Pflegeanstalt in einer kurzen Zeitspanne eine Tötungsanstalt. Dort wurden 1940 in der nationalsozialistischen Euthansasieaktion (später Aktion T4) etwa 10.000 behinderte und kranke Menschen durch Gas ermordet. Sie wurden aus ganz Baden und Württemberg hierher transportiert und vor Ort in einem Krematorium danach verbrannt.

Eingemeindungen

1812 kam das Dorf Offenhausen zur Gemeinde Gomadingen. Am 1. Dezember 1971 wurden Dapfen und Steingebronn nach Gomadingen eingemeindet.


Politik

Gemeinderat

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 66,9 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Unabhängige Wählervereinigung 37,9 % 6 Sitze ± 0
CDU/BL 32,9 % 5 Sitze ± 0
Offene Liste 29,2 % 4 Sitze + 1

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Klemens Betz endet am 30. Juni 2018.

- seit 1994 : Klemens Betz

Wappen

Wappen der früheren Gemeinden

Dapfen
Dapfen
Gomadingen
Gomadingen
Steingebronn
Steingebronn

Gemeindepartnerschaft

Gomadingen unterhält seit dem 14. Mai 1999 eine Partnerschaft mit dem französischen Buis-les-Baronnies.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Klosterkirche in Offenhausen, heute Gestütsmuseum
Sternbergturm auf dem Sternberg

Museen

  • Gestütsmuseum Offenhausen
  • Felix Hollenberg-Galerie, im Rathaus Gomadingen
  • Planetenweg, etwa 10 km

Musik

  • Musikverein Dapfen e. V.
  • Posaunen Chor Gomadingen
  • Sängerbund Gomadingen
  • Kirchenchor Dapfen

Jugend

  • Wäschkuche Dapfa e. V.
  • Jugendclub Meeting Gomadingen e. V.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Sport

  • Sportverein Gomadingen 1924 e. V.
  • Sportverein Dapfen e. V.
  • TV Gomadingen
  • FC Gomadingen-Dapfen

Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes Jahr, am dritten Wochenende im September, findet das traditionelle Schlachtfest in Dapfen statt.

Traditionell findet jedes Jahr im Juli das Festival on Eiche auf dem alten Sportplatz Eichach in Gomadingen statt.

Kulinarische Spezialitäten

  • Original Dapfener Schlachtplatte mit frischen Holzofenbrot

Wirtschaft und Infrastruktur

Roter Brummer im Bahnhof Gomadingen

Verkehr

Die Landesstraße 230 führt von der B 27 bei Gomaringen kommend durch das Gemeindegebiet bis zur A 8 bei Merklingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 224. 1893 erhielten Gomadingen und Marbach an der Lauter über die Strecke Reutlingen–Münsingen (1901 bis nach Schelklingen verlängert) Anschluss an das Eisenbahnnetz. In Gomadingen entstand dafür ein Einheitsbahnhof vom Typ IIa, in Marbach ein solcher vom Typ IIIa.[4] Montags bis freitags halten heute Regionalzüge, die vor allem Schüler von und nach Münsingen befördern. Sonntags von Anfang April bis Ende Oktober wird er von Regionalbahnen und Sonderzügen angefahren, um vor allem Wanderer und Ausflügler an ihr Ziel zu bringen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1994: Rolf Blank (* 22. Juni 1934), Bürgermeister[5]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Christian Homburg (* 1962), Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Universität Mannheim und Direktor des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung (IMU) der Universität Mannheim

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Felix Hollenberg (* 15. Dezember 1868 in Sterkrade, † 28. April 1945 in Gomadingen), Maler
  • Günter Bader (* 1943), systematischer Theologe, von 1977 bis 1995 evangelischer Pfarrer in Gomadingen

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Gomadingen - Zahlen, Daten, Fakten
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 51–53
  4. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
  5. Alb Bote vom 22. Juni 2009

Weblinks

 Commons: Gomadingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Tapfen.


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