Graubünden-Marathon


Graubünden-Marathon
Steinwüste im oberen Teil des Graubünden-Marathon 2005

Der Graubünden-Marathon ist ein Marathon im Schweizer Kanton Graubünden. Er wird seit 2003 vom Tourismusverein Lenzerheide-Valbella veranstaltet und findet stets Ende Juni statt.

Er gilt als der härteste Bergmarathon Europas über die klassische Distanz von 42,195 km, da insgesamt 2682 Höhenmeter bergauf und 402 Höhenmeter bergab zu überwinden sind. Man startet im sommerlich grünen Chur, arbeitet sich langsam durch Wälder und an frühlingshaften Blütenwiesen vorbei hinauf und beendet den Lauf in den immer winterlicheren Regionen aus Fels und Eis am Parpaner Rothorn in 2865 Meter Höhe. Seit Anbeginn der Veranstaltung wird auf dem letzten steilen Stück von Lenzerheide zum Parpaner Rothorn hoch ein 11,5 km langer Berglauf namens Rothorn-Run ausgetragen. Seit 2006 findet auf dem ersten Teilstück der Strecke ein 20 Miles-Lauf (eigentlich 30,7 km) statt, für den sich auch ursprünglich für die Marathonstrecke gemeldete Läufer klassifizieren können, wenn sie in Lenzerheide in dessen Ziel einlaufen.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Der Start befindet sich in 585 m Höhe in Chur. Auf den ersten 17 Kilometern erreicht die Strecke über Churwalden bei der Höhe Foppa in 1754 m Höhe den ersten Scheitelpunkt. Im weiteren Verlauf nach Parpan und Lenzerheide verliert die Strecke bei etwa 100 Höhenmetern Gegenanstieg etwa 300 Höhenmeter.

Auf den letzten 11,5 Kilometern von Lenzerheide aufs Parpaner Rothorn erklimmt sie dann noch einmal 1414 Höhenmeter, bevor in 2865 Meter Höhe das Ziel erreicht wird.

Geschichte

Bis 2002 fand in Lenzerheide alljährlich der Danis-Berglauf statt. 2003 organisierte dann das gleiche Veranstaltungsteam erstmals den Graubünden-Marathon.

Bei der ersten Auflage dieses Laufes im Jahr 2003 mussten sogar 2727 Höhenmeter überwunden werden. Bereits im ersten Jahr vermochte diese Extremveranstaltung trotz der schweren Strecke 347 Teilnehmer anzulocken. Die Ausstiegsrate war mit 5 % recht moderat. Der erste Sieger war der britische Bergläufer Martin Cox in 3:37:12 h, während Katrin Kläsi in einer Zeit von 4:18:32 h siegen konnte.

Steiles Schneefeld beim Graubünden-Marathon 2004

Im Jahr 2004 hatten die Veranstalter mit dem Problem zu kämpfen, dass in der oberen Bergregion noch riesige Schneefelder waren. Dank der Hilfe des Schweizer Heeres konnte aber auch der obere Streckenabschnitt belaufbar gemacht werden. Einige Streckenabänderungen führten dazu, dass nun statt der 2727 Höhenmeter nur noch 2680 Höhenmeter zu überwinden waren. Trotz der schwierigen und sehr steilen Schneefelder im oberen Teil, konnte der Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeland in 3:18:57 h den noch heute bestehenden Streckenrekord aufstellen. Carolina Reiber stellte in 4:04:51 h den ebenfalls noch heute bestehenden Streckenrekord für die Damen auf.

Im Jahr 2005 machte der Schnee keine Probleme. In diesem Jahr zog aber bei anfangs sehr heißem Wetter zum Ende hin ein heftiges Berggewitter auf, in welches das hintere Feld hineinkam. Wegen der damit verbundenen Gefahren mussten etliche Teilnehmer aus dem Rennen genommen werden. Jonathan Wyatt trug in 3:24:55 h zum zweiten Mal den Sieg heim. Bei den Damen gewann Jasmin Nunige in 4:21:23 h.

Im Jahr 2006 war es sehr warm und sonnig, aber das Wetter blieb stabil. Mit der Hitze hatten auch die Favoriten zu kämpfen. So lagen die Siegerzeiten von Jonathan Wyatt mit 3:36:02 h und Rita Born mit 4:31:41 h deutlich über den Vorjahressiegerzeiten.

Statistik

Streckenrekorde

  • Männer: 3:18:57, Jonathan Wyatt (NZL), 2004
  • Frauen: 4:04:51, Carolina Reiber, 2004

Schnellste Läufer 2007

Marathon

  • Männer: Michael Barz (GER), 3:51:30,3
  • Frauen: Stephanie Vollenweider, 4:18:15,4

20 Miles

  • Männer: Peter Gschwend, 2:27:36,6
  • Frauen: Regula Eier, 2:48:36,0

Rothorn-Run

Finisher 2007

Läufer im Ziel

  • Marathon: 342 (289 Männer und 53 Frauen), 1 mehr als im Vorjahr
  • 20 Meilen: 108 (74 Männer und 34 Frauen), 20 weniger als im Vorjahr
  • Rothorn-Run: 96 (68 Männer und 28 Frauen), 6 weniger als im Vorjahr

Siegerlisten

Marathon

Jahr Männer Zeit (Std.) Frauen Zeit (Std.)
25. Juni 2010 Timothy Short (GBR) - 2 - 3:41:22,0 Maja Meneghin-Pliska - 2 - 4:20:08,7
26. Juni 2010 Timothy Short (GBR) 3:24:58,1 Maja Meneghin-Pliska 3:59:14,1
27. Juni 2009 Jonathan Wyatt -5- 3:29:08,3 Rita Born -2- 4:21:57,9
28. Juni 2008 Jonathan Wyatt -4- 3:30:33,0 Jasmin Nunige -2- 4:21:47,8
23. Juni 2007 Michael Barz (GER) 3:51:30,3 Stephanie Vollenweider 4:18:15,4
24. Juni 2006 Jonathan Wyatt -3- 3:36:02,0 Rita Born 4:31:40,8
25. Juni 2005 Jonathan Wyatt -2- 3:24:54,5 Jasmin Nunige 4:21:22,8
26. Juni 2004 Jonathan Wyatt (NZL) 3:18:56,6 Carolina Reiber 4:04:50,4
28. Juni 2003 Martin Cox (GBR) 3:37:11,4 Katrin Kläsi 4:18:31,7

Rothorn-Run

Jahr Männer Zeit (Std.) Frauen Zeit (Std.)
2009 André Marti 1:15:27,1 Nina Brenn 1:33:24,7
2008 Martin Jost 1:17:26,0 Daniela Gassmann 1:24:22,2
2007 Jonathan Wyatt (NZL) 1:11:03,1 Eroica Spiess 1:31:35,2
2006 Josef Vogt 1:19:03,6 Helena Küng 1:39:33,9
2005 Christoph Plattner 1:16:48,4 Nina Nüssli 1:32:07,1
2004 Niklas Kroehn (AUT) 1:18:36,4 Eroica Spiess 1:27:47,9
2003 Philip Rist 1:08:10,5 Simone Zwinggi 1:32:43,3

Entwicklung der Finisherzahlen

Jahr Marathon Sonstige Läufe
2007 342 204
2006 341 230
2005 347 144
2004 386 115
2003 329 097

Siehe auch

Weblinks


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