Grigori Michailowitsch Semenow

Grigori Michailowitsch Semenow
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Ataman Semjonow

Grigori Michailowitsch Semjonow (russisch Григорий Михайлович Семёнов, wiss. Transliteration Grigorij Michajlovič Semёnov; * 13. Septemberjul./ 25. September 1890greg. in Kuranscha, Russland; † 30. August 1946), war ein russischer General und ein Führer der Weißen im Russischen Bürgerkrieg.

Werdegang

Semjonow begann seine militärische Karriere im Jahre 1911 mit dem erfolgreichen Abschluss der Militärschule von Orenburg. Er nahm als Kosake der zaristischen Armee im Rang eines Jesaul am Ersten Weltkrieg teil. Im Juli 1917 wurde Semjonow von der provisorischen Regierung als Kommissar in die Baikalregion entsandt, um konterrevolutionäre Truppen auszuheben. Dort zettelte er im Gefolge der Oktoberrevolution eine gegen die Bolschewiki gerichtete Erhebung an, der jedoch kein Erfolg beschieden war, so dass er sich kurzzeitig in die Mandschurei absetzen musste. Im August 1918 gelang es ihm dann mit Hilfe der Tschechischen Legion seinen ehemaligen Einflussbereich in der Baikalregion zurück zu gewinnen.

Er errichtete dort eine Schreckensherrschaft, die im Lande unter dem Namen Semenowtschina bekannt wurde. Später wurde er von der selbsternannten provisorischen Regierung Sibiriens zum Kommandeur einer in Tschita stationierten Einheit ernannt. Dies brachte ihn zunächst in einen Konflikt mit Admiral Kolschak, dem Hauptführer der Weiße Armee in Sibirien, der sich zunächst weigerte, Semjonows Kommando anzuerkennen. Im Verlaufe der Auseinandersetzung mit den Bolschewiki musste sich Koltschak jedoch den faktischen Zwängen beugen und berief Semjonow auch unter dem Druck der Ententestaaten, die zeitweilig in den Kampf mit den Bolschewiki eingegriffen hatten, zum Befehlshaber des Militärbezirks von Tschita und beförderte ihn 1919 zum Generalleutnant der weißen Armee. Im Frühjahr desselben Jahres ernannte sich Semjonow zudem mit Unterstützung Japans selbst zum Ataman der Kosaken der Transbaikalregion.

Nachdem die weiße Armee Koltschaks von den Bolschewiki geschlagen worden war, übertrug dieser Semjonow seine Kompetenzen für den gesamten fernen Osten Sibiriens. In November 1920 wurde Semjonow dann von Partisanen und regulären Verbänden der Roten Armee, die Wassili Blücher befehligte, aus der Baikalregion vertrieben. Er begab sich daraufhin mit seinen Truppen weiter nach Osten und versuchte sich mit Hilfe des japanischen Geheimdiensts in der Region Primorje festzusetzen.[1] Nach weiteren Kämpfen mit der Roten Armee unterlag er jedoch auch dort und musste schließlich im September 1921 ins Exil nach China fliehen.

Seine Exilzeit verbrachte Semjonow in Korea, Japan und im Norden Chinas. Er nutzte dort seine Kontakte zum japanischen Geheimdienst und war der Führer der weißen Emigrantengemeinde im Fernen Osten. Als solcher war er auch maßgeblich an antisowjetischen Aktivitäten beteiligt. Um seine finanzielle Lage zu verbessern, war er von 1925 bis 1931 Leibwächter des ehemaligen Kaisers von China in Tianjin.[2] Als die Sowjets 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in den Kampf gegen Japan eingriffen und die Mandschurei besetzten, wurde Semjonow im September 1945 von der Roten Armee gefangen genommen. In der Sowjetunion wurde er zum Tode verurteilt und am 30. August 1946 gehängt.

Quellenverzeichnis

  1. Jamie Bisher: White Terror, S. 298
  2. Brian Power: The Ford of Heaven: A Childhood in Tianjin, China, S.101

Literatur

  • Jamie Bisher: White Terror: Cossack Warlords of the Trans-Siberian; Routledge, 2005; ISBN 0714656909
  • Brian Power: The Ford of Heaven: A Childhood in Tianjin, China; Signal Books, 2005; ISBN 1904955010

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