Großblittersdorf


Großblittersdorf
Grosbliederstroff
Wappen von Grosbliederstroff
Grosbliederstroff (Frankreich)
DEC
Grosbliederstroff
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Sarreguemines-Campagne
Koordinaten 49° 9′ N, 7° 2′ O49.1572222222227.0286111111111189Koordinaten: 49° 9′ N, 7° 2′ O
Höhe 105 bis 357 m
Fläche 13,07 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(2006)
3.308 Einwohner
253 Einw./km²
Postleitzahl 57520
INSEE-Code 57260
Kirche Grosbliederstroff
Kirche Grosbliederstroff

Grosbliederstroff (deutsch Großblittersdorf) ist eine Gemeinde im französischen Département Moselle in Lothringen. Sie grenzt an Deutschland und an die Gemeinde Kleinblittersdorf, mit dem sie durch die Freundschaftsbrücke verbunden ist, die die Saar überspannt. Der Ort wurde urkundlich erstmals 777 als Blittharia villa erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Kultur und Sprache

Amtssprache ist Französisch, doch ist Deutsch unter der Bevölkerung sehr verbreitet. Bedingt durch die Nähe zum Ballungsraum Saarbrücken besitzen ungefähr 20 % der Einwohner die deutsche Staatsbürgerschaft.

Geschichte

Groß- und Kleinblittersdorf waren in Mittelalter und früher Neuzeit lediglich zwei an gegenüberliegenden Ufern der Saar gelegene Teile der im Jahr 777 gegründeten, lothringischen Gemeinde Bliederstorff.[1] Die Präfixe Groß- bzw. Klein- für die beiden Ortsteile tauchten erstmals Ende des 16. Jahrhunderts auf[2] und waren lediglich ein Indikator für die unterschiedliche Einwohnerzahl.[3] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses seit 1815 getrennt, gehörten beide Ortsteile nach dem deutsch-französischen Krieg ab 1871 zum Deutschen Reich, wenn auch zu unterschiedlichen Teilstaaten (G. zum Reichsland Elsaß-Lothringen, K. zur preußischen Rheinprovinz). Ab 1919 war Großblittersdorf wieder eine Gemeinde in Frankreich, während Kleinblittersdorf infolge des Versailler Vertrags in der französisch kontrollierten, aber teilautonomen Saarregion und ab 1935 im Dritten Reich lag. Von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wieder gemeinsam im deutschen Herrschaftsbereich gelegen, folgte bis 1956 – wie schon von 1919 bis 1935 – erneut eine Zeit, in der beide Orte unter französischem Einfluss standen: Grosbliederstroff, wie es nun hieß, als Gemeinde im Département Moselle, Kleinblittersdorf im teilautonomen Saarland, das durch den Saarvertrag zum 1. Januar 1957 ein deutsches Bundesland wurde.

Bevölkerungsentwicklung

1793 1841 1872 1911 1921 1936 1946 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
1.100 2.126 1.873 2.434 2.180 2.306 2.247 3.108 3.218 3.279 3.163 3.092 3.334 3.308

ab 1968 ohne Berücksichtung des Zweitwohnsitzes

Sehenswürdigkeiten

Die neue Freundschaftsbrücke von 1993

Sehenswürdigkeiten von Großblittersdorf sind die Notre Dame du Brandenbusch und der Parcours de santé et botanique. Besonders sehenswert ist die Ausstattung der von der Abtei Wadgassen im 18. Jahrhundert erbauten Pfarrkirche. Hier und in der Kapelle am Marktplatz findet man wertvolle Altäre und Statuen der Bildhauerfamilie Guldner aus Berus aus der Erbauungszeit.

Partnerschaft

Grosbliederstroff unterhält eine Partnerschaft mit der saarländischen Nachbargemeinde Kleinblittersdorf.

Anmerkungen

  1. im frühen Mittelalter Blit(t)haria villa, im 13. Jahrhundert als Bliederstroff bzw. Bliderstorff erwähnt
  2. Grossblietersdorff (1594), Blidertorf-le-Grand (1756), Blidestroff-le-Gros (1779)
  3. nach http://fr.wikipedia.org/wiki/Grosbliederstroff#Géographie; heute haben sich die Verhältnisse umgekehrt: 2006 zählte das aufgrund einer Kommunalreform allerdings auch flächenmäßig gewachsene Kleinblittersdorf 12.850 Einwohner, Grosbliederstroff hingegen nur 3.330 (1999), von denen etwa ein Fünftel die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

Weblinks


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