Großhirn


Großhirn

Das Telencephalon oder Cerebrum (Endhirn) ist der größte unter den fünf Hirnabschnitten, ihnen übergeordnet und gehört zum Zentralnervensystem. Meist werden „Endhirn“ und Großhirn synonym verwendet, einige zählen auch die Kerne des Zwischenhirns (Diencephalon) mit zum Großhirn, dann entspricht das Großhirn dem Prosencephalon.

Inhaltsverzeichnis

Hemisphären

Unterteilung der Großhirnrinde in Hirnlappen

Das Telencephalon besteht aus den beiden halbkugelförmigen Endhirnhälften (Hemisphären) und den darunter liegenden (subkortikalen) Kernen. Die Großhirnrinde lässt sich in fünf bis sechs Hirnlappen einteilen. Vier davon liegen an der Oberfläche (siehe Bild), der Insellappen und der Limbische Lappen, der von einigen Fachleuten als sechster Hirnlappen aufgefasst wird, liegen von außen verborgen.

Die beiden Hemisphären beider Seiten sind durch drei Querbahnen (Kommissuren) miteinander verbunden:

Der oberflächliche Teil der Hemisphären ist der Cortex (Hirnrinde). Meist wird synonym dafür der Begriff Pallium (Hirnmantel) verwendet. Der Cortex wird in drei Abschnitte unterteilt: Paläo-, Archi- und Neocortex (-pallium).

Paläocortex

Der Paläocortex oder das Paläopallium liegt am vorderen unteren Teil der Hemisphären. Die Grenze zum Neocortex ist der Sulcus rhinalis lateralis. Er ist für den Geruchssinn zuständig und wird deshalb auch als Riechhirn (Rhinencephalon) bezeichnet. Wichtige Strukturen sind:

  • Bulbus olfactorius (Riechkolben)
  • Pedunculus olfactorius
  • Tractus olfactorius lateralis und medialis
  • Trigonum olfactorium

Archicortex

Der Archicortex (Archipallium) liegt in der Tiefe, medial der Hemisphären und besteht aus der Hippocampusformation und gehört auch zum limbischen System, dem eine Schlüsselrolle in der Verarbeitung emotionaler Inhalte zugeschrieben wird.

Neocortex

Der Neocortex ist das größte Gehirnareal und umfasst die Großhirnrinde (Cortex cerebri, siehe dort).

Subkortikale Kerne

Die subkortikalen Kerne umgreifen seitlich und vorn den Thalamus. Sie werden auch als Basalganglien bezeichnet. Infolge der hindurchziehenden Fasern von und zur Rinde hat ein Teil dieser Kerne ein gestreiftes Aussehen, weshalb diese als Corpus striatum (Streifenkörper) bezeichnet werden.


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