Gründau


Gründau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gründau
Gründau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gründau hervorgehoben
50.2166666666679.15135
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 135 m ü. NN
Fläche: 67,64 km²
Einwohner:

14.652 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63584
Vorwahlen: 06058, 06051 (Lieblos, Rothenbergen)
Kfz-Kennzeichen: MKK, alt: HU ganz alt: GN bzw. BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 012
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Bürgerzentrum 1
(Lieblos)
63584 Gründau
Webpräsenz: www.gruendau.de
Bürgermeister: Heiko Merz (SPD)
Lage der Gemeinde Gründau im Main-Kinzig-Kreis
Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild

Gründau ist eine deutsche Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, die ihren Namen durch den Fluss Gründau erhalten hat.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Gründau liegt westlich und nördlich von Gelnhausen und südlich von Büdingen an den Flüssen Gründau und Kinzig.

Landschaft, Naturräume, Ökologie

Nach der naturräumlichen Gliederung Hessens (Liste der naturräumlichen Einheiten in Hessen) liegt das Gemeindegebiet mit seinem größeren nordöstlichen Teil im Büdinger Wald (Haupteinheit 143), sein südwestlicher Teil gehört zum Büdingen-Meerholzer Hügelland (Haupteinheit 233), beide gehören zur Großlandschaft Südwestdeutsches Mittelgebirgs-/Stufenland.

Der Büdinger Wald ist ein nach Norden über die Kinzig vorspringender Spessart-Ausläufer, der zum Hessisch-Fränkischen Bergland (Haupteinheitengruppe 14) gezählt wird. Dieser schiebt sich von Süden vor die gegen das Rhein-Main-Tiefland (Haupteinheitengruppe 23) gerichtete Südabdachung des Vogelsberges. Als nordwest-südost-verlaufende Buntsandsteinscholle von 350 bis 410 m Höhe bildet er im Wesentlichen eine Sandsteinhochfläche, auf deren lehmigen Sandböden sich ein fast geschlossenes Waldgebiet befindet, zum größeren Teil Laubwälder, darunter auch schutzwürdige Edellaubbaumwälder. Die Bachtäler sind meist als Grünland genutzt. Die Landschaft hat hohe Bedeutung als Erholungsgebiet. Bedeutung für den Biotopverbund hat insbesondere das große unzerschnittene Gebiet nördlich Gelnhausen. An der Grenze zum Vogelsberg (Kennziffer 350.5) befinden sich dagegen Basaltdecken und einer der größten Basaltbrüche Hessens.

Der weitere Teil des Gemeindegebietes gehört zum Büdingen-Meerholzer Hügelland (früher Ronneburger Hügelland -Kennziffer 233.0- im Nordostteil des Rhein-Main-Tieflandes zwischen Nidder und Kinzig), einer gehölz- bzw. waldreichen Kulturlandschaft. Die aus Lössauflagen und aus Letten des Rotliegenden entstandenen Böden sind die Grundlage einer ertragreichen Landwirtschaft. Nur die nördlich des Kinzigtals gelegene Hochfläche gehört zum Gemeindegebiet, sie setzt sich aus einer Anzahl Nordost-Südwest-verlaufender Bergrücken zwischen breiten Talmulden und einem flachwelligen Gebiet nach Westen hin zusammen. Eine ökologische Sonderstellung nimmt das südlich der Hochfläche liegende Kinzigtal ein, in welchem Hochwässer häufig sind. Die Kinzig durchfließt die Landschaft in einem weiten flachen Muldental in 130 bis 110 m ü. NN. Die Wälder der Landschaft bestehen zum großen Teil aus Buchenwaldgesellschaften. Die Niederungen insbesondere der Kinzig werden als Grünland genutzt, der größte Teil der Landschaft als Ackerland. Wertvolle Biotope der Landschaft sind Gehölze des Offenlandes, Streuobst und naturnahe Fließgewässer mit angrenzenden Feuchtbiotopen.

Die Ortsteile Breitenborn und Gettenbach liegen inmitten des Gebietes des Büdinger Waldes. An seinem Rand liegen die Ortsteile Hain-Gründau (zur Gründauaue hin) und Lieblos (zur Kinzigaue hin); im Ronneburger Hügelland liegen Mittel-Gründau und Niedergründau, im Kinzigtal Rothenbergen und größtenteils Lieblos.

Nachbargemeinden

Gründau grenzt im Norden an die Stadt Büdingen (Wetteraukreis) und an die Gemeinde Ronneburg, im Osten an die Stadt Wächtersbach, im Südosten an die Stadt Gelnhausen, im Süden an die Gemeinde Hasselroth, sowie im Westen an die Stadt Langenselbold.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Gründau wurde am 31.Dezember 1971 aus den bisherigen Gemeinden Breitenborn (Amt Wächtersbach), Gettenbach, Lieblos und Niedergründau (durch Vertrag) gebildet. Zum 1.August 1972 kamen Hain-Gründau, Mittel-Gründau und Rothenbergen (durch Gesetz) hinzu.

Geschichte

Die meisten Ortsteile wurden schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Bis auf Breitenborn und Hain-Gründau gehörten die Orte des heutigen Gründau schon im Mittelalter kirchlich zur Bergkirche in Niedergründau, so dass sich die Gebietsreform an historisch gewachsenen Strukturen orientierte.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Gründau wurde von der ehemals eigenständigen Gemeinde Niedergründau übernommen. Es zeigt den Reichsadler in Verbindung mit dem Schlüssel des heiligen Petrus. Der Schlüssel weist auf die alte Bergkirche bei Niedergründau hin, die einen großen Pfarrsprengel (Bezirk) umfasst und dem heiligen Petrus geweiht ist. Der Reichsadler erinnert daran, dass Niedergründau im Mittelalter Mittelpunkt eines Reichsgerichts war und der König hier einen Hof und weiteren Grundbesitz innehatte.

Politik

Rathaus Gründau

Bürgermeisterwahl

Bei der Bürgermeisterwahl am 11. März 2007 ging Heiko Merz (SPD) als Sieger hervor. Er erzielte 50,4 % der Stimmen. Auf seinen Mitbewerber, Joachim Werner (CDU), entfielen 49,6 %. Erster Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters ist seit 2011 Hans Kroth (SPD).

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung besteht aus 37 Gemeindevertreter und Gemeindevertreterinnen. Vorsitzender der Gemeindevertretung ist seit 2011 Norbert Breunig (SPD).

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,6%
28,9%
14,2%
0,3%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
+23,2%
-22,6%
-0,5%
± 0,0%
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 56,6 21 33,4 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,9 11 51,5 19
FWG Freie Wählergemeinschaft 14,2 5 14,7 6
FDP Freie Demokratische Partei 0,3 0 0,3 0
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 50,5 47,7

Städtepartnerschaften

Religionen

Das Innere der ev. Bergkirche von Niedergründau: 1838 bis 1840 im klassizistischen Stil erbaut, 1950 renoviert

54,1 % evangelisch, 18,9 % katholisch, 27 % sonstige

Die Bergkirche auf dem Schieferberg in Niedergründau ist die alte zentrale Kirche der meisten Gründauer Ortschaften. Sie wurde erstmals 1217 urkundlich erwähnt. Damals nahmen die Mönche des Klosters Selbold die Seelsorge in den Orten rings um den Schieferberg wahr. In der Reformation wurde die Bevölkerung evangelisch. 1556/57 wurde der Turm gebaut. Er ist mit Kirchturmhahn 35 m hoch. 1840 wurde die Kirche mit ihrem heutigen Kirchenschiff gebaut, nachdem das alte wegen Baufälligkeit abgerissen worden war. Stilistisch ist der Korpus der Kirche dem Klassizismus zuzuordnen. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Ratzmann-Orgel von 1839 und das Altarkreuz von Bernd Wilfer (Q-Fell) aus dem Jahr 2007. Kirche, Altes Küsterhaus und Pfarrhaus bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble. Heute ist die Kirche das Ziel für den Motorradfahrer-Gottesdienst "Anlassen" jährlich im April. Sie liegt am Pilgerweg Fulda-Frankfurt. Weitere alte evangelische Kirchen befinden sich in Hain-Gründau (Laurentiuskirche) und Breitenborn. Die Paul-Gerhardt-Kirche in Lieblos ist ein Nachkriegsbau von 1960.

Katholische Christen gibt es erst durch die Heimatvertriebenen wieder in größerer Zahl in Gründau. Sie bauten 1960 die Christkönigskirche in Rothenbergen, eine Kirche in Form einer Krone.

Evangelisch-Methodistische Christen feiern ihre Gottesdienste in der Friedenskirche in Rothenbergen.

Wirtschaft

Wirtschaftlich hat in den letzten Jahren vor allen Dingen der Ortsteil Lieblos an Bedeutung gewonnen. Das dortige Gewerbegebiet zieht überregional Investoren an.

Verkehr

Die Ortsteile Lieblos und Rothenbergen liegen an der Bundesautobahn 66 (A 66) und haben direkte Autobahn-Anschlussstellen. Weiterhin verläuft die Bundesstraße 457 durch Gründau mit den Anschlussstellen Mittel-Gründau, Hain-Gründau, Gettenbach und Lieblos. Außerdem führt die Strecke der Lahn-Kinzig-Bahn durch Gründau mit Haltestellen in den Ortsteilen Lieblos und Mittel-Gründau. Für den Ortsteil Rothenbergen hat der Bahnhof Niedermittlau an der Kinzigtalbahn (Hessen) von Fulda über Hanau nach Frankfurt am Main Bedeutung.

Ansässige Unternehmen

  • asecos GmbH - Sicherheit und Umweltschutz (Lieblos)
  • IG Bauerhin Automotive GmbH (Rothenbergen)
  • Höffner, bis 2007 Möbel Walther AG (Lieblos)
  • Putzmeister - Betonpumpen (Rothenbergen)

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)

Weblinks

 Commons: Gründau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Grundau — Stadt Zöblitz Koordinaten: 50°&# …   Deutsch Wikipedia

  • Gründau — Gründau …   Wikipédia en Français

  • Gründau — Infobox German Location Art = Gemeinde Name = Gründau Wappen = Wappen Gründau.png lat deg = 50 |lat min = 13 lon deg = 09 |lon min = 09 Lageplan = Bundesland = Hesse Regierungsbezirk = Darmstadt Landkreis = Main Kinzig Kreis Höhe = 135 Fläche =… …   Wikipedia

  • Gründau (Fluss) — Gründau Gewässerkennzahl DE: 24786 Lage Hessen, Deutschland Flusssystem Rhein Abfluss üb …   Deutsch Wikipedia

  • Hain-Gründau — Gemeinde Gründau Koordinaten …   Deutsch Wikipedia

  • Mittel-Gründau — Gemeinde Gründau Koordinaten …   Deutsch Wikipedia

  • Breitenborn (Gründau) — Breitenborn Gemeinde Gründau Koordinaten: 50° 16 …   Deutsch Wikipedia

  • Hain-Grundau — Original name in latin Hain Grndau Name in other language Hain Grundau, Hain Grndau State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 50.24284 latitude 9.14287 altitude 149 Population 14723 Date 2012 09 06 …   Cities with a population over 1000 database

  • Haingründau — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Mittelgründau — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia


We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.