Gustav I.


Gustav I.
Gustav I Wasa

Gustav I Wasa (Schwedisch: Gustav I., Gustav Erikson Vasa) (eigentlich Gustav Eriksson; * 1496; † 29. September 1560 in Stockholm) war von 1523 bis 1560 schwedischer König.

Gustav I wurde am 12. Mai 1496 in Lindholmen[1], nach anderen Quellen am 3. Mai 1497 auf Schloss Rydboholm als ältester Sohn von Erik Johansson (Vasa) und dessen Frau Cecilia Månsdotter (Eka) geboren und starb am 29. September 1560 in Stockholm. Er regierte von 1521 bis 1523 als Reichsverweser und ab 1523 als König von Schweden.

Er führte die erbliche Thronfolge ein und befreite Schweden von Dänemark, weswegen der 6. Juni, der Tag seiner Wahl, zum schwedischen Nationalfeiertag wurde. Den Namen Gustav Wasa bekam er erst im 17. Jahrhundert, zu Lebzeiten war er als Gustaf Eriksson und König Jösta bekannt. Gustav Wasa liegt in der Vasagruft im Dom zu Uppsala begraben.

Inhaltsverzeichnis

Die ersten Jahre

Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte Gustav im Schloss von Rydboholm. Als er 13 Jahre alt war, ging er nach Uppsala und besuchte dort zuerst die Schule und dann die Universität, wo er unter anderem Latein und Deutsch lernte. Dort verbrachte er etwa vier Jahre und danach schickte man ihn an den Hof Sten Stures des Jüngeren. Hier lehrte man Gustav die höfischen Standesregeln und das Fechten und gab ihm eine Offiziersausbildung.

Er beteiligte sich schon frühzeitig an Kämpfen von Sten Sture gegen den dänischen König Christian II., der gleichzeitig Herrscher der Kalmarer Union und damit Schwedens war. So war Gustav 1518 in der Schlacht bei Brännkyrka Fahnenträger. Gustav gehörte auch zu jenen sechs Personen, die nach dieser Schlacht die Verhandlungen mit König Christian einleiten sollten. Doch anstatt zu verhandeln, nahm Christian alle sechs als Geiseln und segelte nach Dänemark zurück. Auf der kleinen Insel Kalø, nordöstlich von Århus auf Jütland, wurden sie gefangen gehalten. Christian II. versuchte die Gefangenen zum Seitenwechsel zu bewegen, doch nur zwei Geiseln folgten diesem Angebot. Gustav, der weiter treu zu Sten Sture hielt, gelang im September 1519 die Flucht. Zuerst fand er Unterschlupf bei dem Lübecker Bürgermeister Nikolaus Brömse in Lübeck und nach sechs Monaten[2] Aufenthalt konnte er wieder nach Schweden reisen. Inzwischen hatte König Christian in der Schlacht bei Åsunden gegen Sten Sture gesiegt und Schweden war auf dem Weg, seine relative Autonomie vollständig an Christian II. zu verlieren.

Gustav als Freiheitskämpfer

Das erste aus einer Reihe von fünf Bildern, welche die Siege Gustav Vasas zeigen; es stellt die Ereignisse um die Belagerung Stockholms 1521 dar.

Gustav kam am 31. Mai 1520 in der Nähe von Kalmar in Schweden an. Er wurde auch freundlich im Kalmarer Schloss von der dortigen Befehlshaberin, Anna Eriksdotter (Bielke) empfangen, doch spürte er gleich dort den fehlenden Willen unter den Adligen und den Stadtbewohnern, gegen den neuen Herrscher anzukämpfen. Das gleiche erlebte er auf seinem Weg durch Småland und Östergötland in Richtung Mittelschweden.

Als er in Södermanland bei seinem Schwager Joakim Brahe ankam, erfuhr Gustav, dass sich nun auch Stockholm dem Willen von König Christian anschloss. Joakim wollte nach Stockholm um an den Krönungsfeierlichkeiten teilzunehmen, und Gustav warnte ihn vergebens vor dieser Reise. Wie Gustav vorausgesehen hatte, folgte der Krönung von Christian II. zum schwedischen König die Ermordung vieler hochrangiger schwedischer Adelsmänner in einer Aktion, die als Stockholmer Blutbad bekannt ist. Unter ihnen waren Joakim Brahe und Gustav Wasas Vater Erik Johansson (Vasa) sowie zwei von Gustavs Onkeln.

Nun wurde auch nach Gustav im ganzen Lande gefahndet. Er begab sich daraufhin nach Dalarna, wo er hoffte auf erfahrene Kämpfer zu treffen, die sich einem Aufstand anschließen würden. Als er im November 1520 ankam, waren diese aber unentschlossen und er musste seine Flucht in Richtung der norwegischen Grenze fortsetzen. Als kurz darauf die Nachricht vom Stockholmer Blutbad den Ort Mora erreichte, änderten die Landesfürsten ihre Einstellung und schickten ihre zwei besten Skiläufer auf den Weg, um Gustav zurückzuholen[3].

In der Nähe von Sälen erreichten sie ihn und berichteten über die veränderte Lage (Zum Gedenken an dieses Ereignis findet seit 1922 der Wasalauf statt). Der Aufstand bewegt sich nun Stück für Stück nach Süden. Bei Kopparberg schlossen sich 1000 Bergarbeiter an. Ende April 1521 war Gustav Wasa Herr über Dalarna, Gästrikland, Västmanland und Närke. Im Juni stand er mit seinem Bauernheer vor Stockholm, doch die Erstürmung der Stadt war ausgeschlossen.

In der zweiten Augusthälfte des Jahres 1521 wählte man Gustav zum Reichsvorsteher. Weiterhin in dänischer Hand blieben aber die befestigten Burgen und Städte, da es Gustav an kriegstauglichem Volk und Belagerungsmaterial fehlte. Auch für Angriffe auf Festungen, die am Meer gelegen waren, fehlte ihm die nötige Ausrüstung. Als Gegner stand ihm der Kommandeur der dänischen Flotte und Lehnsmann von Gotland Søren Norby auf Visborg gegenüber. Kalmar und Öland konnte er erst 1522 bezwingen, nachdem ihm geeignete Schiffe aus Lübeck unter Führung des Ratsherren Hermann Plönnies zur Hilfe gekommen waren. Am Mittsommertag 1523 konnte Gustav Einzug in Stockholm feiern und im Oktober desselben Jahres fielen die letzten Festungen bis auf Visborg in seine Hände.

Gustav als König

Gustav Wasas Grab im Dom zu Uppsala

Gustav Wasa wurde am 6. Juni 1523 auf dem schwedischen Reichstag in Strängnäs beim Dom zu Strängnäs zum König gewählt[4]. Kurz darauf waren alle dänischen Truppen aus dem Land vertrieben. Unter Gustavs Leitung wurde die kirchliche Reformation in Schweden vorangetrieben. Im Reichstag von Västerås 1527 wurde beschlossen, dass ein Großteil der früheren kirchlichen Einkünfte nun an das Königshaus gehen sollte. Gleichzeitig wurde Gustav Wasa anstelle des Papstes zum Oberhaupt der schwedischen Kirche bestimmt. Die Krönung zum König wurde am 22. Januar 1528 (12. Januar nach julianischem Kalender) im Dom zu Uppsala vorgenommen.

Ein weiterer Dorn im Auge waren ihm die Privilegien der deutschen Hanse. Er unterstützte den Kampf des neuen dänischen Königs Christian III. gegen die Hanse, was zur vollständigen Selbstständigkeit der schwedischen Häfen führte. Nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den beiden skandinavischen Reichen erstarkte wieder das alte Misstrauen und Gustav befürchtete sogar einen neuen Krieg. In seinen letzten Regierungsjahren führte Schweden einen Krieg gegen Russland (1554–1557). Dieser Krieg hatte aber keine Veränderung von Grenzverläufen zur Folge.

Gustav Wasas Reich war vor allem ein Bauernreich. Nur fünf Prozent der Bevölkerung lebte in Städten. Sein Einsatz für eine effektivere Landwirtschaft wurde von den Bauern hoch angesehen. Dagegen waren viele Bauern mit den hohen Steuern unzufrieden. Eine Gruppe von Aufrührern plante 1536 ein Attentat auf Gustav Wasa. Einer der Beteiligten verplauderte sich aber und die Meuterer wurden hingerichtet. Auch später gab es Widerstand unter den Bauern, was sich 1542 im Dacke-Aufstand niederschlug.

Familie

Gustav heiratete 1531 in erster Ehe Katharine von Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1513-1535), die ihm den Sohn

  • Erik XIV. (* 13. Dezember 1533; † 26. Februar 1577), König von Schweden,

gebar. 1536 vermählte er sich dann mit Margareta Eriksdotter Leijonhufvud (1516-1551), die ihm die Kinder

  • Johann III. (* 21. Dezember 1537; † 27. November 1592), König von Schweden,
  • Katharina (* 6. Juni 1539; † 21. Dezember 1610) ∞ Edzard I. Graf von Ostfriesland,
  • Cäcilie (* 6. November 1540; † 27. Januar 1627) ∞ 11. November 1564 den Markgrafen Christoph II. von Baden-Rodemachern,
  • Magnus (* 25. Juni 1542; † 2. Juni 1595), Herzog von Östergötland,
  • Karl (*/† 1544), Prinz von Schweden,
  • Anna Maria (* 9. Juni 1545; † 3. März 1610) ∞ Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz
  • Sten (* 1546; † 1549), Prinz von Schweden,
  • Sophia (* 29. Oktober 1547; † 3. März 1611) ∞ Magnus II. von Sachsen-Lauenburg
  • Elisabeth (* 4. April 1549; † 12. November 1597) ∞ Christoph von Mecklenburg
  • Karl IX. (* 4. Oktober 1550; † 30. Oktober 1611), König von Schweden,

schenkte. In dritter Ehe heiratete er 1552 Katharina Stenbock (1535-1621).

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Anders Fryxell: Erzählungen aus der Schwedischen Geschichte. Band 2. Stockholm und Leipzig. 1843

Einzelnachweise

  1. Anders Fryxell, S. 4
  2. Fryxell: hiernach hielt er sich 8 Monate in Lübeck auf; S. 9
  3. Fryxell, S. 14f.
  4. Fryxell, S. 64f.



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