Gut Kalkofen


Gut Kalkofen
Gut Kalkhofen
Eingangsbereich des Gutes Kalkofen um 1910

Gut Kalkofen ist ein ehemaliges Rittergut im Osten von Aachen.

Geschichte

Das Gut wurde schriftlich erstmalig 1305 erwähnt. Besitzer war der Bürgermeister Arnold von Kalkofen.

Das Gut wurde in den Jahren 1574 bis 1582 von spanischen Truppen besetzt. Am 19. März 1582 beschossen Truppen aus Aachen das Gut. Es brannte daraufhin völlig aus. Zwei Jahre später, 1584, erwarb der Kaufmann Bartholomäus Schopfinger die Ruinen, baute es wieder auf und kaufte weitere Länder hinzu. Er übernahm sich finanziell und ging später in den Konkurs.

Am 25. März 1609, während des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits, ließ Kaiser Rudolf II. das Gut durch Erzherzog Leopold in Besitz nehmen. Am 8. Februar 1610 werden kaiserliche Truppen einquartiert. Noch im selben Jahr erobert Graf Friedrich zu Solms-Rödelheim das Gut.

Das Gut wurde am 27. März 1749 vom Tuchfabrikanten Johann von Wespien ersteigert. Er ließ das Gut zum Teil einreißen und durch Johann Joseph Couven ein Lustschloss errichten. Die Baukosten betrugen 100.000 Reichstaler. Nach Wespiens Tod und mehreren Zwischenbesitzern übernahm seit Juli 1836 der Rittergutsbesitzer, preußische Kommerzienrat und beigeordnete Bürgermeister von Aachen Wilhelm Zurhelle das Gut und restaurierte es grundlegend. Bis zum heutigen Tag blieb es im Besitz dieser Familie und deren Erbengemeinschaft.

Im Jahre 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wurde das Gut schwer beschädigt und brannte aus. Die Wiederherstellung der Außenmauern und der Innenausbau zu Wohnzwecken mit finanzieller Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland dauerten bis 1989.

Literatur

Weblinks

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