HMS Hotspur (H01)


HMS Hotspur (H01)
Hotspur Royal Navy Marine der Dominikanischen Republik
HMS Hotspur auf See
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1340 ts Standard
1859 ts maximal
Länge: 98,45 m
Breite: 10,05 m
Tiefgang: 3,78 m
Antrieb: 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
34.000 PS (24.990 KW)
Treibstoffvorrat: 470 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5530 sm bei 15 kn
Besatzung: 145
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschützee (4×1)
8 × 0,5-inch-Flugabwehr-MGs (2×4)
8 × 21-inch-Torpedorohre (2×4)
45 Wasserbomben

HMS Hotspur (H01) war ein Zerstörer der H-Klasse der britischen Royal Navy im Zweiten Weltkrieg.

Das Schiff lief am 23. März 1936 als Teil einer Klasse von acht Zerstörern bei Scotts in Greenock vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 29. Dezember 1936.

Der Zerstörer wurde zunächst gemeinsam mit der Mehrzahl seiner Schwesterschiffe in der 2. Zerstörerflottille im Mittelmeer eingesetzt. Anfang 1940 wurde die Flottille in die Gewässer um die Britischen Inseln zurückbefohlen.

Nachdem deutsche Truppen im Rahmen des Unternehmens Weserübung von deutschen Zerstörern in Narvik gelandet worden waren, lief HMS Hotspur zusammen mit ihren Schwesterschiffen aus, um den Ofotfjord zu blockieren. Am 13. April 1940 nahm der Zerstörer an dem Ersten Seegefecht bei Narvik teil. Dabei wurde er durch Artillerietreffer und eine Kollision mit dem Schwesterschiff HMS Hunter beschädigt.

Im Mai 1940 wurden alle einsatzfähigen Schiffe der Flottille ins Mittelmeer verlegt, wo das Schiff zunächst in Gibraltar stationiert wurden. Bei einer ausgedehnten U-Boot-Jagd, die aufgrund erbeuteter italienischer Geheimunterlagen möglich wurde, konnte HMS Hotspur am 20. Oktober 1940 zusammen mit HMS Gallant und HMS Griffin das italienische U-Boot Lafolè östlich von Gibraltar versenken.

Im Laufe des Monats November wurde der Zerstörer dann zur Mittelmeerflotte mit dem Hauptstützpunkt Alexandria transferiert. Dort wurde er der 14. Zerstörerflottille zugeordnet. Bei der Seeschlacht bei Kap Teulada deckte HMS Hotspur Kreuzer und Schlachtschiffe der Royal Navy. Anfang 1941 nahm der Zerstörer als Eskorte an einem der Malta-Geleitzüge teil, Ende März 1941 dann an der Schlacht bei Kap Matapan.

Bei der Evakuierung des griechischen Festlandes im April 1941 (Operation Demon) und in den folgenden Wochen war das Schiff im Dauereinsatz. Nach einem weiteren Malta-Geleit folgten Ende Mai/Anfang Juni ununterbrochene Einsätze im Rahmen der letztlich erfolglosen Versuche, die Insel Kreta gegen deutsche Landungsoperationen (Unternehmen Merkur) zu verteidigen, und dem anschließend notwendigen Abtransport der alliierten Truppen.

Auch in der Folgezeit war der Zerstörer im östlichen und zentralen Mittelmeer eingesetzt. Bei der Besetzung der französischen Mandatsgebiete im Nahen Osten (Syrien und Libanon) lieferte sich das Schiff gemeinsam mit HMS Janus am 9. Juni 1941 ein Gefecht mit den Großzerstörern Guepard und Valmy, bei dem HMS Janus beschädigt wurde. Einige Zeit später konnte gemeinsam mit HMS Hasty nördlich von Sollum am 23. Dezember 1941 U 79 versenkt werden.

Nach einem kurzzeitigen Einsatz für ein Malta-Geleit wurde das Schiff der British Eastern Fleet in Trincomalee, Ceylon, zugewiesen. Bei der japanischen Attacke im Indischen Ozean war es der Deckung für den schnellen Verband zuordnet. Im Juni 1942 lief HMS Hotspur wiederum bei einem großen Malta-Geleit als Konvoideckung aus (Operation Vigorous). Vom Mittelmeer ging es dann zurück in den Indischen Ozean, wo das Schiff im September 1942 an Operationen um Madagaskar teilnahm.

Im Februar 1943 wurde das Schiff nach Großbritannien zurückbeordert. Dort wurde die U-Boot-Abwehr- und Flugabwehr-Bewaffnung zulasten der Hauptartillerie und eines Torpedorohrsatzes verstärkt. Der Zerstörer wurde nach dem Umbau einer kanadischen Geleitgruppe zugewiesen, welche Konvois über den Nordatlantik eskortierte. Im Sommer 1944 lag der Einsatzschwerpunkt dann im Ärmelkanal und in der Biskaya, wo HMS Hotspur als Teil einer Geleitgruppe deutsche U-Boote und Vorpostenboote jagte.

Das Schiff wurde im April 1945 der Reserveflotte zugewiesen. Im Februar 1948 wurde es an die Dominikanische Republik verkauft. In der dortigen Marine fuhr es zunächst unter dem Namen Trujillo, später wurde es in Duarte umbenannt. Während des Bürgerkrieges im Jahre 1965 beschoss das Schiff gemeinsam mit anderen Einheiten der dominikanischen Marine die Hauptstadt. Danach wurde es der Reserve zugewiesen und 1972 zum Abwracken verkauft.

Literatur

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two, Arms and Armour Press, London 1988 ISBN 0-85368-910-5

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