Hacklberg (Passau)


Hacklberg (Passau)
Blick auf Hacklberg mit der Pfarrkirche St. Konrad

Hacklberg ist ein Stadtteil von Passau. Er umfasst das Stadtgebiet nördlich der Donau, von der Stadtgrenze im Westen bis hin zum eigentlichen Hacklberg. Mit einer Fläche von 1.668,8 Hektar ist Hacklberg nach Heining der zweitgrößte Stadtteil Passaus.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In fürstbischöflicher Zeit

1307 entstand ein kleiner bischöflicher Lehenshof am nördlichen Donauufer, der 1358 bereits zwei Türme besaß und Austragungsort eines Ritterturnieres war. Fürstbischof Georg von Hohenlohe erbaute 1410 ein Sommerschloss, das Wolfgang von Salm 1544 erweitern ließ. 1675 verlegte Sebastian von Pötting das fürstbischöfliche Bräuhaus an diesen Ort, daraus entstand die heutige Brauerei Hacklberg. Ab 1650 wurde das Schloss Hacklberg weiter ausgebaut, doch blieb nach der Säkularisation in Bayern nur ein Teil erhalten. Mit Schloss Eggendobl und Schloss Freudenhain entstanden weitere bischöfliche Schlösser auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils. Zu dem Amt Hacklberg des Hochstifts Passau gehörten gegen Ende des 18. Jahrhunderts 14 Dörfer, 40 Weiler und 45 Einöden.

Gemeinde Hacklberg

Das Gebäude der Brauerei Hacklberg

Nach der Säkularisation wurde 1818 aus insgesamt 44 Ortschaften die politische Gemeinde Hacklberg gebildet. Auch die Veste Oberhaus und die Veste Niederhaus kamen damals zu Hacklberg. Die Freiwillige Feuerwehr Hacklberg wurde am 23. September 1883 gegründet, der heutige Obst- und Gartenbauverein e.V. Hacklberg geht in seinen Anfängen auf das Jahr 1903 zurück. 1922 wurde die Gemeinde um einige Teile der ursprünglich selbstständigen Gemeinde Ries erweitert, deren größter Teil an die Gemeinde Hals fiel. Der Sportverein der Gemeinde, die SpVgg Hacklberg, besteht seit 1925.

Bereits am 1. April 1939 wurde der östlichste Teil der Gemeinde mit der Veste Oberhaus und der Veste Niederhaus und dem Weiler Bschütt in die Stadt Passau (dort in den Stadtteil Altstadt) eingegliedert.

1961 war die Einwohnerzahl auf über 4.000 gestiegen. Im Gemeindegebiet gab es vier Schulhäuser: die Knabenschule Eggendobl, die Mädchenschule Freudenhain, die vierklassige Schule Dietzing-St. Korona und die nur zweiklassige Schule Wörth. Am Freitag, den 18. Oktober 1963, wurde die neue Katholische Volksschule Hacklberg eröffnet.

Von 1963 bis 1965 erbaute Architekt Siegfried Östreicher die Kirche St. Konrad, und 1965 errichtete der Passauer Bischof Simon Konrad Landersdorfer die Pfarrei Hacklberg. Wegen der seit jeher engen Beziehungen zwischen Passau und Hacklberg gab es verhältnismäßig wenig Widerstand gegen die Eingemeindung im Zuge der Gebietsreform. Am 29. Dezember 1971 stimmte der Gemeinderat einstimmig der freiwilligen Eingemeindung zu.

Der mit der Eingemeindung nach Passau neu entstandene Stadtteil Hacklberg umfasst neben dem Gebiet der früheren Gemeinde auch das Pfarrdorf Schalding links der Donau und den Weiler Minihof (früher Mimming), die bis 1972 zur damaligen Gemeinde Kirchberg vorm Wald gehörten. Die Gemeinde Kirchberg wurde aufgelöst, und der übrige (größere) Teil wurde in die Gemeinde Tiefenbach eingemeindet.

In Hacklberg sind insgesamt 6.236 Wohnsitze gemeldet, davon 5.553 Haupt- und 683 Nebenwohnsitze (Melderegister am 31. Dezember 2005).

Bürgermeister

  • Baptist Häng (1876–1881)
  • Josef Fuchshuber (1881–1906)
  • Paul Riesinger (1906–1918)
  • Josef Fischer (1918–1933)
  • Johann Fernberger (1933–1945)
  • Albert Schmid (1945–1946)
  • August Riesinger (1946–1966)
  • Peter Maier (1966–1972)

Ortsteile

Der Stadtteil Hacklberg umfasst folgende Ortsteile: Berghof, Doblhof, Donauhof, Eck, Eggendobl, Englbolding, Gaißa, Gaißamühle, Grillenöd, Hacklberg Ortsmitte, Hellersberg, Höflein, Jägerreuth, Kuchlhof, Lüftlberg, Maierhof, Minihof, Patriching/St. Korona, Pramöd, Rieshof, Schalding links der Donau, Schellköpfing, Stelzlhof, Thannöd, Walding, Wörth, Zieglstadl.

Literatur

  • Franz Mader: Die Geschichte der Eingemeindungen nach Passau, Der Passauer Wolf – Schriftenreihe des Stadtarchivs Passau, 1997, ISBN 3-929350-29-7

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hacklberg — ist der Name verschiedener Orte in Niederbayern: ein gemeindefreies Gebiet im Landkreis Kelheim, siehe Hacklberg (gemeindefreies Gebiet) Hacklberg (Gottfrieding), Ortsteil der Gemeinde Gottfrieding, Landkreis Dingolfing Landau, Bayern Hacklberg… …   Deutsch Wikipedia

  • Hacklberg — Hacklberg, Dorf (aus 47 Wohnplätzen bestehend) im bayr. Regbez. Niederbayern, Bezirksamt Passau, mit Station Stelzlhof an der Staatsbahnlinie Passau Freyung, hat Granitbrüche und (1900) 2211 Einw …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Passau — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Auerbach (Passau) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Heining (Passau) — Die Pfarrkirche St. Severin in Passau Heining Heining ist ein Stadtteil von Passau. Der statistische Stadtteil Heining mit etwa 11.121 Einwohnern (Bevölkerung am Hauptwohnsitz am 31.12.2005) ist dabei wesentlich größer als das eigentliche Heining …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Bischöfe von Passau — Wappen des Bistums Passau nach Siebmachers Wappenbuch von 1605 Die Liste der Bischöfe von Passau stellt vergangene und gegenwärtige Bischöfe des Bistums Passau vor. Sie waren ab 1217 bis zur Säkularisation 1803 Fürstbischöfe im Hochstift Passau.… …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Passau–Freyung — Passau–Freyung Bahnhof Waldkirchen Kursbuchstrecke (DB): 12888[1] (ehem. 877) Streckennummer (DB): 5840 Streckenlänge …   Deutsch Wikipedia

  • Schloss Hacklberg — ist ein Schloss in der kreisfreien Stadt Passau. Inhaltsverzeichnis 1 Lage …   Deutsch Wikipedia

  • Ries (Passau) — Blick zum Wasserturm von Ries im Bildhintergrund. Die Häuser im Vordergrund gehören zum Passauer Stadtteil Hacklberg. Ries ist ein Weiler und eine Gemarkung im Stadtteil Hals der niederbayerischen Stadt Passau. Der Ort liegt auf einer Erhebung… …   Deutsch Wikipedia

  • Brauerei Hacklberg — Die Brauerei Die Brauerei Hacklberg befindet sich seit 1618 im gleichnamigen Stadtteil von Passau. Das Brauhaus hatte 1997 einen Ausstoß von 331.576 Hektolitern und zählt somit zu den größten Brauereien Niederbayerns. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.