Halbinsel Hel


Halbinsel Hel
Halbinsel Hel
Luftaufnahme Richtung Südost
Luftaufnahme Richtung Südost
Gewässer 1 Ostsee
Gewässer 2 Danziger Bucht

Geographische Lage

54° 38′ 30″ N, 18° 46′ 53″ O54.64166666666718.781388888889Koordinaten: 54° 38′ 30″ N, 18° 46′ 53″ O
Halbinsel Hel (Polen)
Halbinsel Hel
Länge 34 km
Breite 3 km
Halbinsel Hel
Halbinsel Hel
Kite-Surfer vor Hel

Die Halbinsel Hel (polnisch: Półwysep Helski, Mierzeja Helska, kaschubisch: Hélskô Sztremlëzna, deutsch Halbinsel Hela oder Putziger Nehrung) ist eine 34 Kilometer lange Landzunge in Polen, welche die Danziger Bucht teilweise von der Ostsee trennt. Sie liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Danzig. Die zu Kaschubien gehörende Halbinsel ist 200 Meter bis 3 Kilometer breit und entstand aus einer Kette von kleinen Inseln, die sich bis zum 18. Jahrhundert hier befanden. Nach und nach schlossen sich durch die Strömung die Lücken zwischen den Inseln mit Dünen. Damit stellt die Halbinsel Hel eine Nehrung dar, wie sie für eine Ausgleichsküste dieses Teils der Ostsee typisch ist. Im Gegensatz zur Frischen und zur Kurischen Nehrung war aber die dahinter liegende Danziger Bucht zu groß, als dass sie wie ein Haff fast vollständig von der Ostsee hätte abgetrennt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Orte

Orte auf der Halbinsel Hel sind:

  • Hel (deutsch Hela)
  • Jurata
  • Jastarnia (Heisternest)
  • Kuźnica (Kussfeld)
  • Chałupy (Ceynowa)

Geschichte

Die Halbinsel bildete schon Jahrhunderte einen natürlichen strategischen Schutz Danzigs Richtung Nordwesten. Die Halbinsel Hel gehörte seit dem Zweiten Frieden von Thorn 1466 zu Polen und fiel mit der ersten Teilung Polens 1772 an das Königreich Preußen, zu dem sie bis 1808 und ab 1814 bis 1919 als Teil der Provinz Westpreußen gehörte. In der Zeit zwischen 1808 und 1814 war das komplette Gebiet der Halbinsel Hel Territorium der napoleonischen Republik Danzig.

Im Jahr 1836 kam es auf Hela zu einem der letzten Vorfälle wegen Hexenwahns: Eine vermeintliche Hexe wurde von den Fischern der Halbinsel der Wasserprobe unterworfen und, da sie nicht untersinken wollte, gewaltsam ertränkt.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Halbinsel als Teil des Polnischen Korridors an das wieder unabhängig gewordene Polen, zu dem sie seitdem gehört, unterbrochen durch die Zeit der deutschen Besetzung Polens 1939–1945. In der Schlacht von Hel (9. September bis 2. Oktober 1939) verlor die angreifende deutsche Luftwaffe rund 50 Maschinen.[1]

Zur Zeit der Volksrepublik Polen waren Teile der Halbinsel militärisches Sperrgebiet und durften nicht betreten werden. Nach der Aufhebung der Sperrzone entwickelt sich hier der Tourismus stürmisch. Am 9. Juli 2011 fand ein deutsch-polnisches Gipfeltreffen auf Hel statt.[2]

Tourismus

Die Halbinsel ist durch die Bahnstrecke Reda–Hel erschlossen, welche alle Orte der Halbinsel mit der Dreistadt Gdynia/Sopot/Gdańsk (Gdingen/Zoppot/Danzig) und in der Ferienzeit mit weiteren polnischen Städten verbindet.

Die Halbinsel ist von Danzig mit Personenschiffen zu erreichen. Saisonal fahren drei Fähren am Tag; Fahrzeit sind rund zwei Stunden.[3] Fahrräder können mitgenommen werden. Die gesamte Länge der Halbinsel ist mit einem Radweg erschlossen. Beliebt ist die Halbinsel bei Tauchern und Kitesurfern.

Die Halbinsel besitzt zwei Strände mit jeweils eigenem Charakter und Mikroklima. Der breitere Strand liegt im Norden, der schmalere, aber häufig wärmere zur Putziger Wiek hin.

Weblinks

 Commons: Hel Peninsula – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Henry Steele Commager: The Story of the Second World War, Brassey's, Washington, D.C. 2004, ISBN 1-57488-741-6, S. 16-19
  2. Bericht im Handelsblatt vom 10. Juli 2011, abgerufen am 10. Juli 2011
  3. Seite des Verkehrsverbundes Danzig, abgerufen am 6. Juli 2011

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