Halloren- und Salinemuseum


Halloren- und Salinemuseum
Halloren- und Saline-Museum an der Saale

Das technische Halloren- und Salinemuseum wurde 1967 in den Gebäuden der ehemaligen Königlich-Preußischen Saline zu Halle (Saale) eingerichtet.

Inhaltsverzeichnis

Geologische Voraussetzungen

Das Solevorkommen in Halle und die dortige Saline basieren auf besonderen geologischen Gegebenheiten, die in engem Zusammenhang zu der Halleschen Marktplatzverwerfung stehen. Die Salzlagerstätten befinden sich im oberen Zechstein der Umgebung.

Geschichte der Saline in Halle

Salzproduktion in der Saline Halle, Stich um 1670

Die Salzgewinnung aus Sole hat in Halle (Saale) eine bis in die Bronzezeit zurückreichende Geschichte[1]. Soweit dies heute zurückzuverfolgen ist, basierte sie im Wesentlichen auf der Nutzung von vier Brunnen, die um den heutigen Hallmarkt bestanden. Es handelt sich dabei um den Meteritzbrunnen (803 angelegt), den Gutjahrbrunnen sowie den Hackeschen- und den Deutschen Born. Von diesen ist der Gutjahrbrunnen unter einem Haus in der Oleariusstraße noch vorhanden, jedoch seit den 1950er Jahren zugeschüttet und derzeit nicht zugänglich. Auf und um den Hallmarkt erfolgte in Siedekoten das Kochen der Sole und die Verarbeitung zu Salz. Diese Saline wurde pfännerschaftliche Saline im „Thal zu Halle“ genannt, da der Hallmarkt im Verhältnis zum Marktplatz auf einem tiefer gelegenen Geländeabschnitt liegt.[2] 1869 wurde die Salzherstellung in der pfännerschaftlichen Saline eingestellt[3].

Die Königlich-Preußische Saline wurde 1721 vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. in Halle (Saale) auf einer Insel der Saale aufgrund eines Vorschlags und nach Planung von Johann Paul Stecher (1662-1737) gegründet, der erster Pächter und erfolgreicher Betreiber wurde. Sie stand in Konkurrenz zur Saline der Pfännerschaft. Die Sole wurde anfangs über eine Rohrleitung von den Brunnen um den Hallmarkt herangeführt. Ab 1926 wurde ein neu angelegter Sole-Brunnen auf dem südlich gelegenen Holzplatz genutzt. 1868 wurde die Saline von der Pfännerschaft übernommen. 1964 wurde sie stillgelegt.[4]

Halloren- und Salinemuseum

Hauptanliegen des Museums ist die Darstellung der Arbeitsweise zur Gewinnung des Salzes, das bei der Gründung und der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt eine bestimmende Rolle gespielt hat. Das monatliche Schausieden im Siedehaus, bei dem Technik und Arbeitsweise der Salzgewinnung von der Förderung der Sole bis zum Abpacken des Siedesalzes aus dem 19. Jahrhundert vorgestellt werden, ist die zentrale Attraktion des Museums. Die Schausaline verkauft ihre Jahresproduktion von etwa 70 Tonnen an Besucher und Bäcker der Stadt.

Zudem wird der Silberschatz der Halloren, bestehend aus künstlerisch wertvollen Bechern und Pokalen, gezeigt. Der Älteste stammt aus dem Jahre 1671. Becher und Pokale waren Geschenke der jeweiligen Landesherren und von Bürgern der Stadt für die Verdienste der Bruderschaft der Halloren. Daneben erhält der Besucher einen Einblick in das Brauchtum der Bruderschaft, ihre historischen Privilegien und Aufgaben.[4] Im Salzgarten des Museumsgeländes wurden Salzpflanzen (Halophyten) gepflanzt. Er zeigt für salzige Böden typische Pflanzen.[5]

Seit dem 1. August 2010 befindet sich das Museum in der Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins.

Bauwerke der Saline und des Museums

Die Bauwerke der Saline sind heute die ältesten Zeugen der Industriearchitektur in Halle. Die frühesten Bauten wurden 1719 bis 1721 errichtet. Ältester erhaltener Teil der Saline ist das heute als Uhrenhaus bezeichnete ehemalige Salzmagazin, ein Fachwerkbau aus dem frühen 18. Jahrhundert mit hohem Dachreiter. Daneben steht ein ebenfalls als Salzmagazin genutztes Fachwerkgebäude aus dem 19. Jahrhundert, an das sich ein Siedehaus aus dem Jahr 1789 nach hinten anschließt. Es gehört zu den ältesten Siedehäusern in Deutschland. Zur Saline gehören weitere Gebäude, wie ein Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1884 (Umbau 1910), ein weiteres Siedehaus aus dem Jahr 1874 und ein Salzmagazin von 1845.[3]

Kohlebahn der Saline

Die schmalspurige (900 mm) Kohlebahn lieferte einst den für das Kochen der Sole notwendigen Brennstoff in Form von Braunkohle von der Pfännerschaftlichen Grube „Alt-Zscherben“ zur Saline. Das Tagebaurestloch der Grube ist geflutet und trägt heute den Namen Friedhofsteich.

HauptartikelPfännerschaftliche Kohlebahn

Einzelnachweise

  1. Rose-Marie und Reiner Frenzel: Kunst- und Kulturführer Leipzig, Halle und Umgebung. Edition Leipzig, Leipzig 1993, ISBN 3-361-00351-2
  2. Klaus Friedrich/Manfred Frühauf: Halle und sein Umland : geographischer Exkursionsführer. mdv Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2002
  3. a b Holger Brülls / Thomas Dietzsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1
  4. a b Michael Pantenius: Stadtführer Halle. Gondrom Verlag, Bindlach 1995, ISBN 3-8112-0816-0
  5. Stadt Halle (Saale) (Hrsg.): Ein salziger Garten am Siedehaus der Halloren. In: AmtsBlatt der Stadt Halle (Saale). 13. Jg., Nr. 5, Köhler, Halle (Saale) 2005, S. 2 (PDF, 2 MB).

Literatur

  • Holger Brülls/Thomas Dietzsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1
  • Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagus Neltici et Nudzici, oder ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des Saal Creyses, Halle 1749
  • Johann Christian Förster: Beschreibung und Geschichte des Hallischen Salzwerks: Nebst Urkunden und einem Kupfer, Halle 1793 (Digitalisat)
  • Hanns Freydank: Die Hallesche Pfännerschaft 1500-1926, Halle 1930
  • Klaus Friedrich/Manfred Frühauf: Halle und sein Umland: geographischer Exkursionsführer. mdv Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2002
  • Friedrich Honndorfen: Das Salz-Werck zu Halle in Sachsen befindlich. Halle 1670 (Digitalisat)
  • Michael Pantenius: Stadtführer Halle. Gondrom Verlag, Bindlach 1995, ISBN 3-8112-0816-0

Weblinks

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