Hamburg-Curslack


Hamburg-Curslack
Wappen von Hamburg

Curslack
Stadtteil von Hamburg

Neuwerk → zu Bezirk Mitte Duvenstedt Wohldorf-Ohlstedt Mellingstedt Bergstedt Volksdorf Rahlstedt Hummelsbüttel Poppenbüttel Sasel Wellingsbüttel Steilshoop Bramfeld Farmsen-Berne Eilbek Marienthal Wandsbek Tonndorf Jenfeld Moorfleet Allermöhe Neuallermöhe Spadenland Tatenberg Billwerder Lohbrügge Ochsenwerder Reitbrook Kirchwerder Neuengamme Altengamme Curslack Bergedorf Neuland Gut Moor Rönneburg Langenbek Wilstorf Harburg Sinstorf Marmstorf Eißendorf Heimfeld Hausbruch Neugraben-Fischbek Moorburg Francop Altenwerder Neuenfelde Cranz Rissen Sülldorf Blankenese Iserbrook Osdorf Lurup Nienstedten Othmarschen Groß Flottbek Ottensen Altona-Altstadt Altona-Nord Sternschanze Bahrenfeld Schnelsen Niendorf Eidelstedt Stellingen Lokstedt Hoheluft-West Eimsbüttel Rotherbaum Harvestehude Langenhorn Fuhlsbüttel Ohlsdorf Alsterdorf Groß Borstel Hohenfelde Dulsberg Barmbek-Nord Barmbek-Süd Uhlenhorst Hoheluft-Ost Eppendorf Winterhude Veddel Kleiner Grasbrook Steinwerder Wilhelmsburg Waltershof Finkenwerder St. Pauli Neustadt Hamburg-Altstadt HafenCity Hamburg-St. Georg Hammerbrook Borgfelde Hamm Hamm Hamm Rothenburgsort Billbrook Horn Billstedt Land Niedersachsen Land Schleswig-HolsteinLage in Hamburg
Über dieses Bild
Koordinaten 53° 27′ 31″ N, 10° 12′ 57″ O53.4586610.21575Koordinaten: 53° 27′ 31″ N, 10° 12′ 57″ O
Fläche 10,6 km²
Einwohner 3742 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte 353 Einwohner/km²
Postleitzahl 21039
Vorwahl 040
Bezirk Bergedorf
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Curslack um 1790

Curslack ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Bergedorf. Er ist einer der vier Stadtteile, die zusammen die Hamburger Vierlande bilden. Teile des alten Dorfes stehen unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ortsname Curslack (plattdeutsch: Corslak) geht auf das Wort Cuwerslake zurück, das „eine niedrige, dem Eindringen von Wasser stark ausgesetzte Sumpflandschaft“ benennt.[1] Kuren steht dabei für „sickern“ und lake für „feuchte Wiese“. Tatsächlich wurde das Gebiet bis in die 1950er Jahre, bis zur Errichtung der Tatenberger Schleuse, regelmäßig überflutet. Aus diesem Grund sind die Wände der alten Curslacker Häuser gekachelt, das Wasser konnte so keinen großen Schaden anrichten.

Die erste urkundliche Erwähnung Curslacks erfolgte, als es 1188 zusammen mit Altengamme einen Deichverband bildete. 1420 erhielt Curslack seine erste Anbindung an Hamburg, nachdem Hamburg und Lübeck die Stadt Bergedorf eroberten und neben Bergedorf auch Curslack beiderstädtisch verwalteten. 1443 erfolgte eine Anbindung an Bergedorf durch den Schleusengraben, der vorwiegend dem Transport von Holz aus dem Sachsenwald zur Elbe diente. Die Vierlande, bestehend aus Curslack, Altengamme, Neuengamme und Kirchwerder, bildeten sich in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Nähe zu Hamburg erwies sich in wirtschaftlicher Hinsicht als lukrativ, da die Bauern ihre Erzeugnisse gut in der Stadt verkaufen konnten. 1570 entstand der Curslacker Heerweg, der die Verbindung zwischen Bergedorf und dem Elbübergang Zollenspieker darstellte. Der Curslacker Heerweg existiert bis heute. Im Laufe der Jahrhunderte spezialisierte sich die Curslacker Bevölkerung auf Gartenbau und Blumenzucht.

1868 endete die beiderstädtische Herrschaft über Curslack. Hamburg erwarb von Lübeck dessen Besitzrechte und gliederte den bislang lübischen Teil Bergedorfs samt den dazu gehörigen Gebieten in die 1830 gebildete Landherrenschaft der Marschlande ein. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes verloren Bergedorf und die Vierlande 1937 die gemeindliche Eigenständigkeit und wurden Teil der Einheitsgemeinde Hamburg. Seit 1949 ist Curslack Stadtteil im neu geschaffenen Bezirk Bergedorf.

Ab 1912 fuhr die Vierländer Bahn von Bergedorf nach Zollenspieker. Mit einer eigenen Haltestelle hatten die Curslacker Zugang zu diesem Verkehrsmittel, dessen Betrieb 1953 endete.

Politik

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Curslack zum Wahlkreis Bergedorf. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:

  • SPD 44,5% (+17,4)
  • CDU 29,4% (-26,1)
  • GAL 10,3% (+2,6)
  • FDP 6,8% (+2,8)
  • Die Linke 3,7% (+0,2)
  • Übrige 5,3% (+3,0)

Sehenswürdigkeiten

St.-Johannis-Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Kirche St. Johannis

Glockenturm der St.-Johannis-Kirche
Hauptartikel: St. Johannis (Curslack)

Der Kirchenbau ist ab 1306 urkundlich erwähnt, damals ein Feldsteinbau. Der heutige Bau stammt von 1599/1603.

Rieckhaus (Freilichtmuseum)

Das Rieckhaus (das Museum), erbaut 1533
Hauptartikel: Rieckhaus

Das Rieckhaus ist eine Außenstelle des Altonaer Museums. Als Freilichtmuseum vermittelt es die Wohn- und Wirtschaftsweise der Marschbauern vor der Industrialisierung (16. bis 19. Jahrhundert). Das Hauptgebäude spiegelt eindrucksvoll die Lebensform einer wohlhabenden bäuerlichen Oberschicht wider.

Wirtschaft und Infrastruktur

Lebensmittel-Einzelhändler im Ortszentrum

Trotz zunehmenden Eigenheimbaus hat Curslack seinen Dorfcharakter bewahrt. Die Landschaft ist von den Gewächshäusern der Blumenzuchtbetriebe geprägt.

Siedlung Curslack Nord

Die „Siedlung Curslack“ bezeichnet ein Asylanten-Quartier. Es ist sowohl vom Ortszentrum Curslacks als auch vom Stadtteil Bergedorf einige Kilometer entfernt.

Wasserwerk

In Curslack steht das Wasserwerk des Unternehmens Hamburg Wasser. Es wurde 1928 gebaut und 2004 durch einen Neubau ersetzt. Mehr als 200 Flach- und 14 Tiefbrunnen (12 bis 106 m tief) befinden sich in einem umzäunten, sieben Kilometer langen und etwa 100 m breiten Streifen in Curslack und Altengamme. Die durchschnittliche tägliche Abgabemenge liegt bei 60 Millionen Liter. Damit ist es das Wasserwerk mit der größten Abgabemenge für die Wasserversorgung in Hamburg. Es versorgt 350.000 Einwohner im Zentrum, im Südosten und teilweise im Osten der Stadt.

Ein Teil des Stadtteils ist Brachland, das wegen des Wasserwerks als Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist. Hintergrund ist die Vermeidung von Verschmutzung durch Pestizide und andere umweltschädliche Flüssigkeiten und Stoffe.

Einzelnachweise

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 30
  2. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true

Literatur

  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Verlag Hamburg, 1. Auflage 2002, ISBN 3-455-11333-8

Weblinks

 Commons: Hamburg-Curslack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Curslack — Lage des Stadtteils Curslack Lage des Bezirks Bergedorf Basisdaten …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg (Land) — Bezirke und Stadtteile des Bundeslandes Hamburg Bezirk Einwohner       Fläche Einw./km² Hamburg Mitte 243.298 1071 107,1 km² 2271,69 Altona …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Bergedorf (Stadtteil) — Lage des Stadtteils Bergedorf Lage des Bezirks Bergedorf …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg [1] — Hamburg (Freie und Hansestadt H.; hierzu die Karte »Umgebung von Hamburg«), Bundesstaat des Deutschen Reiches, an der untern Elbe, wird von den preußischen Provinzen Schleswig Holstein und Hannover begrenzt. Das Staatsgebiet ist 415 qkm (7,58… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hamburg-Neuengamme — Neuengamme Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Altengamme — Altengamme Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg — This article is about the German city. For other uses, see Hamburg (disambiguation). Free and Hanseatic City of Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg   State of Germany   …   Wikipedia

  • Hamburg — Freie und Hansestadt Hamburg Landesflagge Hamburg in Deutschland …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Bergedorf — Bergedorf Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Liga — Die Oberliga Hamburg (bis zum Ende der Saison 2005/2006 Verbandsliga Hamburg, bis zum Ende der Saison 2007/08 Hamburg Liga) ist die höchste Hamburger Fußballklasse. Ihre Umbenennung wurde durch die Auflösung der regionalen Oberliga Nord nach der… …   Deutsch Wikipedia