Hamburg-Tatenberg


Hamburg-Tatenberg
Wappen von Hamburg

Tatenberg
Stadtteil von Hamburg

Neuwerk → zu Bezirk Mitte Duvenstedt Wohldorf-Ohlstedt Mellingstedt Bergstedt Volksdorf Rahlstedt Hummelsbüttel Poppenbüttel Sasel Wellingsbüttel Steilshoop Bramfeld Farmsen-Berne Eilbek Marienthal Wandsbek Tonndorf Jenfeld Moorfleet Allermöhe Neuallermöhe Spadenland Tatenberg Billwerder Lohbrügge Ochsenwerder Reitbrook Kirchwerder Neuengamme Altengamme Curslack Bergedorf Neuland Gut Moor Rönneburg Langenbek Wilstorf Harburg Sinstorf Marmstorf Eißendorf Heimfeld Hausbruch Neugraben-Fischbek Moorburg Francop Altenwerder Neuenfelde Cranz Rissen Sülldorf Blankenese Iserbrook Osdorf Lurup Nienstedten Othmarschen Groß Flottbek Ottensen Altona-Altstadt Altona-Nord Sternschanze Bahrenfeld Schnelsen Niendorf Eidelstedt Stellingen Lokstedt Hoheluft-West Eimsbüttel Rotherbaum Harvestehude Langenhorn Fuhlsbüttel Ohlsdorf Alsterdorf Groß Borstel Hohenfelde Dulsberg Barmbek-Nord Barmbek-Süd Uhlenhorst Hoheluft-Ost Eppendorf Winterhude Veddel Kleiner Grasbrook Steinwerder Wilhelmsburg Waltershof Finkenwerder St. Pauli Neustadt Hamburg-Altstadt HafenCity Hamburg-St. Georg Hammerbrook Borgfelde Hamm Hamm Hamm Rothenburgsort Billbrook Horn Billstedt Land Niedersachsen Land Schleswig-HolsteinLage in Hamburg
Über dieses Bild
Koordinaten 53° 29′ 0″ N, 10° 5′ 0″ O53.48333333333310.083333333333Koordinaten: 53° 29′ 0″ N, 10° 5′ 0″ O
Fläche 3,1 km²
Einwohner 512 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte 165,2 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Bergedorf
Quelle: [1]

Tatenberg ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Bergedorf und wurde 1315 erstmals urkundlich unter dem Namen „Tadekenberghe“ erwähnt. Tade ist darin eine Ableitung vom Begriff Tiet oder Diet mit der Bedeutung von Volk. Es war bis 1630 getrennt von Ochsenwerder eingedeicht, da ein Nebenarm der Bille, der Binnen Rehden, die Orte voneinander trennte.

Inhaltsverzeichnis

Politik

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Tatenberg zum Wahlkreis Bergedorf. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[1]:

  • CDU 39,4% (-17,3)
  • SPD 36,5% (+13,2)
  • GAL 12,7% (+6,2)
  • Die Linke 5,7% (-0,8)
  • FDP 2,5% (-1,2)
  • Übrige 3,2% (-0,1)

Tatenberg war damit neben dem benachbarten Spadenland einer von zwei Stadtteilen bei der Bürgerschaftswahl 2011, in denen die CDU stärkste Partei wurde.

Bauwerke

Schleuse Tatenberg, sie stellt die Verbindung zur Dove Elbe her.

Der Name als Symbol

Das weltweit gespielte Theaterstück Die zweite Existenz des Lagers Tatenberg des französischen Regisseurs Armand Gatti von 1964 machte den Ort bekannt. Das Wort im Titel spielt auf Gattis Erfahrungen als 17jähriger Zwangsarbeiter bei der Firma John M. Lindemann in Hamburg auf der Veddel an, einem Lager, das zu dem umfassenden Hamburger Komplex "Zwangsarbeiterlager 79" gehörte. Gatti musste u. a. im Auftrag von Lindemann in Taucherglocken unter dem Wasserspiegel arbeiten. Er konnte nach einiger Zeit fliehen und schloss sich nach einem Fußmarsch durch Europa wieder den alliierten Streitkräften auf französisch-englischer Seite an[2]. Das Stück spielt jedoch Mitte der 50er Jahre unter Überlebenden in der Nähe des KZ Mauthausen, dem Todeslager in Österreich, mit einem hohen Berg am Donauufer, dem sogenannten Totenberg, von dem die Deutschen ihre Opfer, jüdische Zwangsarbeiter aus den Steinbrüchen, in den Fluss stürzten. Die Namen der beiden weit voneinander entfernten Orte gleichen sich in der dramatischen Fiktion einander an, die Zwangsarbeit unter sehr gefährlichen Bedingungen verbindet Gattis norddeutsche Erinnerungen mit denen der Gefangenen in Mauthausen zu einem Univers cencentrationnaire (David Rousset).[3]

In seinem Film L'Enclos (Der Verschlag) verwendet Gatti Tatenberg ebenfalls als Ortsnamen.

Belege

  1. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  2. Zum vermutlich eher fiktiven Gehalt von Gattis Äußerungen über sein Jahr 1944 in Norddeutschland siehe seinen Namensartikel: zur Diskussion des Jahres 2010. Belegt sind sein Aufenthalt bei Lindemann und damit seine Zwangsarbeit im Umkreis der Werften. Hier traf er andere Zwangsarbeiter, die häufig durch den Bahnhof Tatenberg fahren mußten, um zum Einsatz in Hamburg zu gelangen
  3. Gatti hatte Mauthausen 1955 vor der Abfassung des Stücks besucht. In deutscher Sprache erschien es zuerst bei S. Fischer 1964, übersetzt von Eugen Helmlé, eine weitere Ausgabe liegt in: Stücke. Henschel, Berlin 1970, vor. Zur Doppelbedeutung des Namens siehe Joseph Long: Armand Gatti. 3 Plays Sheffield 2000, ISBN 1841271209 passim, in engl. Sprache. Gatti äußerte zu Long auf Befragen, dass er nicht mehr weiß, wie er auf den Namen Tatenberg gekommen ist. Jedoch die Marschlandbahn führte seit 1942 direkt aus dem KZ, über ein eigenes neues Anschlussgleis der Vierländer Bahn, via Tatenberg in den Hafen Hamburg. Die Literatur verzeichnet dort ein Wohnlager (John) Lindemann am Worthdamm (damals) Nr. 46, auf der Veddel, Branche Schiffszimmerei, auch Zwangsarbeiterlager genannt. Gatti wurde in ganz Norddeutschland herumgeschickt, er nennt oft die Ostsee. - Das Staatsarchiv Hamburg, Strafakten 3455/43; sowie weitere Nachweise wissen von sechs Zwangsarbeitern aus Belgien in diesem Firmenlager

Weblinks

 Commons: Hamburg-Tatenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Tatenberg — Lage des Stadtteils Tatenberg Lage des Bezirks Bergedorf Basisdaten …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg (Land) — Bezirke und Stadtteile des Bundeslandes Hamburg Bezirk Einwohner       Fläche Einw./km² Hamburg Mitte 243.298 1071 107,1 km² 2271,69 Altona …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Bergedorf (Stadtteil) — Lage des Stadtteils Bergedorf Lage des Bezirks Bergedorf …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Spadenland — Spadenland Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg — This article is about the German city. For other uses, see Hamburg (disambiguation). Free and Hanseatic City of Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg   State of Germany   …   Wikipedia

  • Hamburg-Ochsenwerder — Ochsenwerder Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Bergedorf — Bergedorf Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Lohbrügge — Lohbrügge Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Rothenburgsort — Rothenburgsort Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Allermöhe — Allermöhe Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia