Handley Page O/400


Handley Page O/400
Handley Page Type O
Handley-Page O/400 der US-Army nach dem Ersten Weltkrieg
Typ: Bomber
Entwurfsland: Großbritannien
Hersteller: Handley Page
Erstflug: 7. Dezember 1915
Indienststellung: August 1916

Die Handley Page Type O war ein Bomber der Handley Page Aircraft Company, den die britischen Luftstreitkräfte während des Ersten Weltkrieges verwendeten. Zu seiner Zeit war es eines der größten Flugzeuge der Welt. Es wurde in zwei Hauptvarianten gebaut, der O/100 bzw. H.P.11 und der O/400 bzw. H.P.12. Nach dem Krieg entstand die zivile Version W/400 (H.P.16), aus der die Handley Page W.8 hervorging.

Geschichte

Als Großbritannien im August 1914 in den Ersten Weltkrieg eintrat, waren die deutschen Kriegsluftschiffe eine reale Bedrohung. Großbritannien hatte keine vergleichbaren Bomber-Kapazitäten. Die britische Admiralität entschloss im Dezember 1914, eine Spezifikation für einen Aufklärungsbomber mit großer Reichweite festzulegen.

Handley Page entwickelte daraufhin einen Doppeldecker mit 30 m Spannweite, den sogenannten O/100-Entwurf. Der erste Prototyp flog am 7. Dezember 1915. Er hatte noch ein verglastes Cockpit und eine starke Bewaffnung. Das Flugzeug war jedoch etwas untermotorisiert, so wurde - um Gewicht einzusparen - die Verglasung wieder entfernt. Der zweite Prototyp flog im April 1916 und bildete die Basis der O/100. Der erste Kampfeinsatz kam in der Nacht zum 16. März 1917, um einen Eisenbahn-Knotenpunkt zu bombardieren. Insgesamt wurden 46 Maschinen des Typs O/100 gebaut.

Der Erfolg des Typs 0/100 führte zu einem Nachfolgemodell mit der Bezeichnung O/400. Die Tanks, die sich beim Modell 0/100 in den Motorgondeln befanden, wurden in den Rumpf verlegt, und es wurden stärkere Motoren eingebaut. Diese Maschinen konnten Bomben bis zu einem Gewicht von 748 kg tragen. Die ersten Maschinen des Typs 0/400 wurden 1918 an der Westfront eingesetzt. Insgesamt wurden fast 800 Maschinen dieses Typs gebaut. 107 Maschinen wurden in Lizenz in den USA von der Standard Aircraft Corporation hergestellt.

Eine O/400 gelangte in den Besitz der australischen Luftwaffe für den Einsatz im Nahen Osten.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs bombardierte im Jahr 1918 eine Staffel mit O/400-Maschinen das Saarland.

Nach dem Ersten Weltkrieg ersetzten die britischen Luftstreitkräfte die O/400 durch Bomber des Typs Vickers Vimy. Einige Maschinen wurden zu Transportflugzeugen des Typs O/700 umgebaut.

Für die neu gegründete Fluggesellschaft Handley Page Transport wurden einige O/400 mit zehn Passagierplätzen ausgestattet. Da sie sich nicht bewährten, entwickelte Handley Page das Flugzeug zur W/400 (H.P.16) weiter, aus der die Handley Page W.8 hervorging.

Technische Daten (O/400)

Kenngröße Daten
Besatzung 3 (Pilot, Kopilot, Beobachter/Schütze)
Länge 19,16 m
Spannweite 30,48 m
Höhe 6,71 m
Flügelfläche 153 m²
Leergewicht 3719 kg
Startgewicht 5909 kg
Maximalgewicht 6350 kg
Höchstgeschwindigkeit 156 km/h
Dienstgipfelhöhe 2590 m
Reichweite 1120 km
Triebwerke zwei V12-Motoren Rolls-Royce Eagle VIII mit je 537 kW (720 PS)
Bewaffnung bis zu 5 Lewis-Maschinengewehre (7,7 mm)
Bombenzuladung bis zu 909 kg im Bombenschacht und unter den Tragflächen

Siehe auch


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