Handy-Kamera

Handy-Kamera
Objektiv einer Handykamera
"Intellect" Fotohandy Mobiltelefon - 1993
Das erste 7-Megapixel-Fotohandy Samsung SCH-V770

Ein Fotohandy oder ein Kamera-Handy ist ein Mobiltelefon mit integrierter Digitalkamera.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Smithsonian National Museum of American History erwarb mit Unterstützung des Erfinders Daniel A. Henderson [1] zwei Prototypen mit dazugehöriger Dokumentation einer bahnbrechenden funkbasierten Picturephone-Technologie aus dem Jahre 1993.

Die Erfindung, bekannt unter dem Namen "Intellect", wurde für die Bild- und Videodatenübertragung von einem Message-Center auf ein portables Endgerät konzipiert. Darüber hinaus verwendete sie erstmalig einen Spam-Filter und integrierte Funkkommunikation mit portablen Computern, die Nutzern über mobile Geräte den Datenzugriff über Bild und Ton gewährleistete.[2][3]

Das erste kommerzielle Kamerahandy war das J-SH04, entwickelt von Sharp Corporation. Es wurde im November 2000 in Japan veröffentlicht.

Die Nachfrage nach Kameras in Mobiltelefonen ergab sich im Rahmen der immer besser werdenden Multimediafähigkeiten von Handys. Besonders für Jugendliche war es trotz zunächst allgemein schlechter Auflösung nach dem VGA-Standard attraktiv, spontan Bild-, Ton- und Videoaufnahmen zu machen und diese dann an Freunde zu versenden.

2001 erschienen die ersten Fotohandys auf dem deutschen Markt, zum Beispiel das Nokia 7650. Die Kameras hatten nur eine geringe Auflösung.

Seit 2004 werden immer bessere Digitalkameras in die tragbaren Telefone verbaut und Fotohandys mehr und mehr zum Standard. In Deutschland war das Sharp GX 30 das erste Fotohandy mit einer 1-Megapixel-Kamera. Mit dem Siemens S65 wurde das erste 1,3-Megapixel-Kamerahandy auf den Markt gebracht. Inzwischen geht der Trend von 5 (N95) zu 8 - Megapixel-Kamerahandys, wie dem Samsung i8510 innov8, dem SonyEricsson C905 usw. (Stand November 2008).


Auf der CeBIT 2005 stellte der koreanische Handyhersteller Samsung mit dem ersten 7-Megapixel-Fotohandy Samsung SCH-V770 das erste Kombigerät zwischen Kamera und Telefon - welches vorerst allerdings nur für den asiatischen Markt bestimmt ist - vor; darüber hinaus wurde ein Fotohandy mit Zoom und Autofokus-Funktion vorgestellt, welches mit einer neuartigen Flüssiglinse ausgestattet ist.

Technik

Für die Aufnahme der Fotos wird ein CMOS-Sensor verwendet, nach dem sich auch die Bildauflösung richtet. Bedingt durch die kleine Größe der Sensoren sind Fotos besonders anfällig für Bildrauschen, auch bei relativ guten Lichtbedingungen. Begrenzte Abhilfe schafft ein in einigen Modellen eingebautes Fotolicht (LED), welches als Blitzersatz dient, aber nur den Nahbereich ausleuchtet.

Weitere Funktionen sind vorgefertigte Effekte per Software (Rahmen, Digitalzoom, Bildtönung, einfachste Bildbearbeitung) oder ein eingebauter Minispiegel in der Nähe des Objektivs, um sich selbst zu fotografieren. Auch ist es meist möglich, Videos von geringer Qualität aufzunehmen.

Mit Hilfe eines entsprechenden Datenkabels oder per Bluetooth- bzw. Infrarot-Verbindung können die Fotos auf den Computer übertragen oder kostenlos an andere Handys verschickt werden. Um den kostenpflichtigen MMS-Dienst zu fördern, blockieren manche Mobilfunkprovider beim Branding Bluetooth und Infrarot für bestimmte Dateitypen, so z. B. Vodafone.

Das Objektiv der Kamera ist in den wenigsten Fällen gegen Zerkratzen geschützt, somit leidet die Bildqualität mit der Zeit. Bei einigen Modellen sitzt das Objektiv tiefer im Gerät, bei anderen schiebt man eine Klappe vor. Teilweise ist auch ein Schutzglas in die Oberschale integriert, welche im Bedarfsfall austauschbar ist.

Zukunft

Im Zuge einer schrittweisen Umstellung der Mobilfunknetze auf die UMTS-Technologie werden Handykameras vermutlich weiter an Bedeutung gewinnen, da besonders die Videotelefonie als eine bedeutende Anwendung (mögliche "Killerapplikation") gesehen wird. Die entsprechenden Geräte sind bereits im Handel erhältlich - mit einer drehbaren Kamera (z.B. bei Klapphandys) oder zwei eingebauten Kameras, wobei sich eine beim Hauptdisplay befindet, um das eigene Gesicht aufzunehmen.

Kritik

In Kritik gerieten Fotohandys durch zunehmenden Voyeurismus, zum Beispiel in Badeanstalten oder Umkleidekabinen, bei denen die Opfer unbemerkt mit den unauffälligen Handys fotografiert oder gefilmt werden. Auch der Spionage eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Im Zuge dessen haben manche Firmen Fotohandys in ihren Betriebsstätten verboten.

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Es wurde jedoch eine patentierte Lösung entwickelt, welche es ermöglicht, durch Anbringung eines Sicherheitssiegels über der Linsenabdeckung des Handys die Fotofunktion temporär zu unterdrücken.

Mit steigender Verbreitung von Fotohandys gerieten jugendliche Täter häufiger in die Schlagzeilen, die damit Gewaltakte fotografierten oder filmten und anschließend anderen zugänglich machten (Happy Slapping). Bekannt wurde der Fall einer gefilmten Vergewaltigung einer 16-jährigen durch vier 13- bis 15-jährige Jugendliche im Volkspark Jungfernheide in Berlin.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Daniel Henderson Portable Electronic Devices Documentary Collection, 1968-2002 (engl.), Beschreibung des Ausstellungsgegenstandes des Lemelson Centers.
  2. National Museum of American History Acquires Wireless Picturephone Prototypes (engl.), Pressemitteilung des Smithsonian’s National Museum of American History, 24. Oktober 2007.
  3. National Museum of American History erwirbt Prototypen eines drahtlosen Picturephones, auf www.sys-con.com, 26. Oktober 2007.
  4. Jörn Hasselmann: 16-jähriges Mädchen von vier Mitschülern vergewaltigt In: www.tagesspiegel.de, 13. Mai 2006.

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