Hans Hopfen


Hans Hopfen
Hans von Hopfen
Hans Hopfen 1887, gezeichnet von C.W. Allers

Hans Demetrius (Ritter von) Hopfen (* 3. Januar 1835 in München; † 19. November 1904 in Groß-Lichterfelde) war ein bayerischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hans Ritter von Hopfen (urspr. Mayer) wurde als Sohn der Angelotta Mayer (1807 - 1880), Tochter des später als Mayer von Lindenthal geadelten k. k. Oberarztes Dr. med. Karl Mayer und der Wilhelmine Therese Ronchi Edle von Löwenfeld in München geboren. Im Alter von 10 Jahren wurde er von seinem Vater Simon Hopfen anerkannt. Hans Hopfen studierte von 1853 bis 1858 in München, wo er Mitglied des Corps Franconia war, Rechtswissenschaften und Geschichte. Aus dem bayerischen Staatsdienst schied er bald nach dem Referendariat aus und begann mit der Veröffentlichung erster Lieder und Balladen in dem von Emanuel Geibel herausgegebenen "Münchener Dichterbuch" (1862) und wurde Mitglied des Münchner Dichterkreises. Schon mit 25 Jahren erwarb er sich mit seinen lyrischen Gedichten, vor allem aber mit der wuchtigen Ballade von der "Sendlinger Bauernschlacht", die zeitlebens einer der Höhepunkte seines Schaffens blieb, und dem humorvollen Bauernroman "Der alte Praktikant" den Ruf eines begabten Romantikers. Eine Bildungsreise führte ihn 1862 nach Venedig; 1863 ging er nach Paris, 1864 nach Wien, wo er in enger Beziehung zu Franz Grillparzer stand. 1865/66 war er unter der Präsidentschaft von Paul Heyse Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung in Wien. Seit 1866 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. 1888 wurde Hopfen vom Prinzregenten Luitpold der persönliche Adel verliehen.

Bedeutung erlangte er auch als führende Persönlichkeit des 1888 gegründeten Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC), dessen Vorsitzender Hans Hopfen von 1895 bis zu seinem Tod war. Bald nach seiner Amtsübernahme legte er den Plan vor, dem Fürsten Otto von Bismarck (Hannoverae), dessen 80. Geburtstag in dieses Jahr fiel, auf der Rudelsburg ein Denkmal corpsstudentischer Prägung zu setzen. Schon am 25. Juni konnte Hopfen den Grundstein legen.

Werke

Hans Hopfen, Der letzte Hieb, 5. Auflage, Stuttgart/Berlin 1907
  • Peregretta, Roman (Berl. 1864)
  • Der Pinsel Mings, eine sehr ergötzliche chinesische Geschichte in Versen (Stuttgart 1868)
  • Verdorben zu Paris, Roman (Stuttgart 1868, 2 Bde.)
  • Arge Sitten, Roman (Stuttgart 1869, 2 Bde.)
  • Aschenbrödel, Schauspiel (1869)
  • In der Mark, Schauspiel (1870)
  • Der graue Freund, Roman (Stuttgart 1874, 4 Bde.)
  • Juschu. Tagebuch eines Schauspielers (Stuttgart 1875)
  • Verfehlte Liebe, Roman (Stuttgart 1876, 2 Bde.)
  • Bayrische Dorfgeschichten (Stuttgart 1878)
  • Der alte Praktikant (Stuttgart 1878)
  • Die Heirat des Herrn von Waldenberg (Stuttgart 1879, 3 Bde.)
  • Die Geschichten des Majors (Berlin 1880, 3. Aufl. 1882)
  • Kleine Leute, Novellen (Berlin 1880)
  • Mein Onkel Don Juan. Eine Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert, historischer Roman (Berlin 1881)
  • Erzählung (Berlin 1881, 2 Bde.)
  • Die Einsame, Novelle (Dresden 1882)
  • Gedichte (Berlin 1883)
  • Tiroler Geschichten (Dresden 1884-85, Bd. 1 u. 2)
  • Das Allheilmittel (Dresden 1885)
  • Ein wunderlicher Heiliger (Leipzig 1886)
  • Der letzte Hieb (Stuttgart 1886)
  • Robert Leichtfuß (Stuttgart 1888)

Literatur

Weblinks


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