Hans Podiuk

Hans Podiuk

Hans Podiuk (* 18. September 1946 in München) ist ein Münchener Kommunalpolitiker (CSU).

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Biografie

Hans Podiuk besuchte die Wirtschaftsaufbauschule und arbeitete als Diplom-Verwaltungswirt (FH) im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Podiuk wurde erstmals am 5. März 1978 in den Münchner Stadtrat gewählt, dem er seitdem ununterbrochen angehört. Im Mai 1987 wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, von Mai 1995 bis Dezember 2006 war er Fraktionsvorsitzender. Seit seiner Amtsübergabe an Josef Schmid ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Fraktionsgeschäftsführer. Podiuk ist Mitglied im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung, im Kommunalausschuss sowie im Riembeirat (der sich mit der Planung und Entwicklung der Messestadt Riem befasst). Hans Podiuk kandidierte bei der Münchner Oberbürgermeisterwahl am 3. März 2002 gegen Amtsinhaber Christian Ude (SPD), nachdem der CSU-Bundestagsabgeordnete Aribert Wolf am 28. Oktober 2001 seine Kandidatur überraschend zurückgezogen hatte. Ude erhielt im ersten Wahlgang 64,5 % der Stimmen, Podiuk 29,2 %.

Am 26. Mai 2003 wurde Podiuk nach 16-jähriger Amtszeit als CSU-Kreisvorsitzender im Münchner Südosten gestürzt. Mit 36 zu 63 Stimmen unterlag er dem Stadtrat Christian Baretti (* 2. Juli 1973). Später stellte sich heraus, dass dieser Sturz von seinen innerparteilichen Gegnern von langer Hand geplant und ein Teil der Münchner CSU-Affäre war. Als Folge dieser Intrige wurde Christian Baretti wegen parteischädigendem Verhalten aus der CSU-Stadtratsfraktion ausgeschlossen. Dem gegen ihn eingeleiteten Parteiausschlussverfahren kam er zuvor, indem er aus der CSU austrat.

Podiuk ist seit 1982 Mitglied des Verwaltungsrates beim Bund der Steuerzahler in Bayern e.V., seit 2010 dessen Vorsitzender.

Er ist verheiratet mit Hannelore Podiuk.

1996 erhielt Hans Podiuk die kommunale Verdienstmedaille in Bronze, 1998 das Bundesverdienstkreuz am Bande. 2008 wurde er mit der Goldenen Bürgermedaille der Landeshauptstadt München, 2009 mit der Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung in Silber geehrt.

Pressezitate

  • „Der neue OB-Kandidat der Münchner CSU heißt Hans Podiuk“, hatte Susanne Hornberger in der Welt geschrieben, nachdem der CSU-Bundestagsabgeordnete Aribert Wolf am 28. Oktober 2001 seine OB-Kandidatur nach parteiinternen Querelen zurückgezogen hatte: „'Die Kandidatur gehört nicht zu meinem Lebenshöhepunkt', sagte der 55-jährige Podiuk nach seiner Nominierung mit betretener Miene. In dieser schwierigen Lage jedoch halte er es für erforderlich, die Kandidatur zu übernehmen. Die nächsten Monate bis zur Wahl am 3. März 2002 würden 'keine vergnügungssteuerpflichtige Geschichte'„ [1]
  • Oliver Hinz resümierte im November 2001 in der taz bildlich „Der Notnagel der Münchner CSU“ und fuhr fort „Podiuk unterscheidet sich inhaltlich nicht von seinem Vorgänger Wolf. Für das zurückgezogene CSU-Plakat, das der Stadt einen Schmusekurs gegenüber Terroristen vorwarf, entschuldigte sich Podiuk. Er selbst hatte als erster CSU-Mann der Stadtverwaltung vorgeworfen, sie zahle dem ‚Statthalter Bin Ladens in München‘ Sozialhilfe. Auch am Terror-Plakat war er als Wahlkampfleiter beteiligt. Auch ihr neuer Slogan auf den Wahlkampftafeln missglückte den Christ-Sozialen. In Kinderschrift steht auf den neuen Plakaten: ‚Ich wünsche mir, daß Papi nicht immer so lange im Stau steht!‘ Diesmal verstößt der Spruch immerhin nur gegen die Rechtschreibreform.“ [2]
  • Berthold Neff notierte in der Süddeutschen Zeitung vom 16. Juli 2004 „Die Münchner CSU-Chefin Monika Hohlmeier soll die JU-Gruppe um Christian Baretti und Rasso Graber ermuntert haben, den CSU-Fraktionschef Hans Podiuk vom Kreisvorsitz zu stürzen. Rasso Graber sagte zur SZ, sie habe Baretti und ihm eine Woche vor der Wahl im Mai 2003 bei einem Treffen im Ministerium die Erlaubnis erteilt, Podiuk zu stürzen. Monika Hohlmeier weist Grabers Vorwurf zurück.“ [3]

Weblinks

Quellen

  1. Susanne Hornberger: Hans Podiuk als OB-Kandidat nominiert, Die Welt, 31. Oktober 2001
  2. Oliver Hinz: Der Notnagel der Münchner CSU, taz, 13. November 2001, S. 13
  3. Berthold Neff: Ex-JU-Chef schießt zurück: „Hohlmeier genehmigte Podiuks Sturz“, sueddeutsche.de, 15. Juli 2004 16:07 Uhr

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