Hara Setsuko


Hara Setsuko
Setsuko Hara (1936)

Setsuko Hara (auch: Hara Setsuko, jap.: 原節子, eigentlich Masae Aida, * 17. Juni 1920 in Yokohama, Japan) ist eine japanische Schauspielerin, die vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Yasujiro Ozu bekannt wurde.

Leben

Setsuko Hara kam als Vierzehnjährige zum Filmgeschäft, als sie ihr Schwager, der Regisseur Hisatora Kumatani, ermutigte, bei dem Filmstudio Nikkatsu vorzusprechen. Sie wurde sofort für eine Hauptrolle in dem Liebesfilm Tamerau nakare wakodo yo engagiert. Der Durchbruch für Hara kam, als sie der deutsche Regisseur Arnold Fanck entdeckte und ihr 1937 die Hauptrolle in der deutsch-japanischen Coproduktion Die Tochter des Samurais gab.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Hara die populärste Schauspielerin Japans. Nach Ende des Krieges begann ihre erfolgreichste Zeit, in der sie mit den Regisseuren Akira Kurosawa (so in der Dostojewski-Verfilmung Der Idiot (Hakuchi, 1951)), Mikio Naruse und Yasujiro Ozu zusammenarbeitete. Vor allem ihre Arbeit mit Ozu ist heute noch in Erinnerung, sie wirkte in sechs seiner Filme mit, darunter in der Noriko-Trilogie mit den Filmen Später Frühling (Banshun, 1949), Weizenherbst (Bakushû, 1951) und Die Reise nach Tokyo (Tokyo monogatari, 1953). Die Reise nach Tokyo wird von vielen als ihr bester Film betrachtet. Während der Zeit wird Hara aber immer wieder durch Erkrankungen zu längeren Pausen gezwungen, hinzu kam der Unfalltod ihres Bruders, der sie zusätzlich belastete.

Ihr letzter Film mit Yasujiro Ozu war Der Herbst der Familie Kohayagawa (Kohayagawa-ke no aki, 1961), der Ozus vorletzter Film vor seinem Tod in 1963 war. Kurz nach seinem Tod zog sich Setsuko Hara vollständig von der Schauspielerei zurück. Es ist nicht klar, ob Ozus Tod oder aber ihr eigener Gesundheitszustand für diesen Rückzug verantwortlich war. Hara lebt seitdem abgeschieden in der japanischen Küstenstadt Kamakura.

Vermutlich hat dieses plötzliche Karriereende mit zu ihrem legendären Ruhm beigetragen. Sie ist eine der Symbolfiguren für die Goldene Zeit des japanischen Kinos der 1950er Jahre. Ihr Spitzname ist Die ewige Jungfrau (sie blieb auch im wahren Leben unverheiratet) und sie galt als Inbegriff des während des Zweiten Weltkrieges populären Frauentypus Yamato nadeshiko.

Filme (Auswahl)

  • 1935: Tamerau nakare wakodo yo (engl.: Don't Hesitate, Young Folks), Regie: Tetsu Taguchi
  • 1937: Die Tochter des Samurai (Atarashiki tsuchi), Regie: Arnold Fanck und Mansaku Itami
  • 1942: Die Schlacht von Hawaii und in der Malaien-See (Hawai marē oki kaisen), Regie: Kajirō Yamamoto
  • 1946: Kein Bedauern für meine Jugend (Waga Seishun ni Kuinashi), Regie: Akira Kurosawa
  • 1949: Später Frühling (Banshun), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1951: Der Idiot (Hakuchi), Regie: Akira Kurosawa
  • 1951: Weizenherbst (Bakushū), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1953: Die Reise nach Tokyo (Tōkyō monogatari), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1954: Berggrollen (Yama no oto), Regie: Mikio Naruse
  • 1956: Shu-u (engl.: Sudden Rain), Regie: Mikio Naruse
  • 1957: Tokio in der Dämmerung (Tōkyō boshoku), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1960: Wie ein Stein am Wegesrand (Robo no ishi), Regie: Seiji Hisamatsu
  • 1960: Spätherbst (Akibiyori), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1961: Der Herbst der Familie Kohayagawa (Kohayagawa-ke no aki), Regie: Yasujirō Ozu
  • 1961: Chūshingura, Regie: Hiroshi Inagaki

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