Heilige Schrift


Heilige Schrift

Als Heilige Schrift bezeichnet die vergleichende Religionswissenschaft Texte, die für eine Religion zentralen, konstitutiven und normativen Rang haben. Dieser Anspruch kann, muss aber nicht mit dem Glauben an eine Gottheit und mit einem Kanon verbunden sein.

Der Begriff hat sich im Judentum für Tanach und Talmud, im Christentum für die Bibel und im Islam für den Koran etabliert. Er unterscheidet dort die Texte, die als Gottes Selbstmitteilung gelten oder diese enthalten, von ihrer menschlichen, mündlichen und schriftlichen Auslegung. Diese Religionen nennt man daher auch Schrift- oder Buchreligionen.[1]

Das Guru Granth Sahib (auch Adi Granth (Ur-Buch)) ist das heilige Buch der Sikhs.

Die Bhagavadgita[2] Indiens ist, neben anderen Schriften des Hinduismus, heilige Schrift und heiliger Gesang[3].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Franz König, Hans Waldenfels: Lexikon der Religionen: Phänomene, Geschichte, Ideen. 3. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, ISBN 3-451-04090-5, Heilige Schrift(en), S. 256f. (Karl Hoheisel).
  2. Bhagavadgita
  3. Helmuth von Glasenapp (Hrsg.): Bhagavadgita. Das Lied der Gottheit. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-007874-7

Literatur

  • Udo Tworuschka (Hrsg.): Heilige Schriften. Eine Einführung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-13594-6. Aktualisierte Neuauflage, Frankfurt am Main, Verlag der Weltreligionen, 2008
  • Marco Frenschkowski: Heilige Schriften der Weltreligionen und religiösen Bewegungen. Marix Verlag 2007, ISBN 3865399150
  • Christoph Bultmann, Claus P. März, Vasilios N. Makrides (Hrsg.): Heilige Schriften. Aschendorff, 1998, ISBN 978-3-402-03415-6
  • Günter Lanczkowski: Heilige Schriften. Inhalt, Textgestalt und Überlieferung. Urban-Bücher 22, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1956

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