Heinrich der Löwe


Heinrich der Löwe
Krönungsbild aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen. In der oberen Bildhälfte Christus, der ein Schriftband mit Bibeltext entrollt. Die weiteren Personen sind Apostel, Heilige und Erzbischöfe. In der unteren Bildhälfte reichen zwei gekreuzte Hände Kronen vom Himmel herab auf Mathilde und den Herzog. Die umstehenden Personen sind Mitglieder der Königsfamilie, meist durch Inschriften gekennzeichnet und kreuztragend dargestellt. Die Beischriften und Ecktexte beziehen sich auf spirituelle, noch erhoffte Krönungen.[1] Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 105 Noviss. 2°, fol. 171v.
Im oberen Bildteil thront Maria als gekrönte Himmelskönigin zwischen Johannes dem Täufer, dem ersten Patron der Braunschweiger Stiftskirche, und dem Apostel Bartholomäus. Von ihr geht ein Schriftband herab mit den Worten „Komm mit meiner Hilfe zum Reich des Lebens“. Die Schriftbänder des Johannes und des Batholomäus verlauten: „Durch uns werden fest im Leben gegründet, die uns verehren.“ Im unteren Bildteil geleitet der Erzbischof Blasius Heinrich den Löwen und der Mönch Aegidius die herzogliche Gemahlin Mathilde. Herzog Heinrich hält in der linken Hand das Evangeliar, während Blasius auf den Himmelsbogen als die Quelle des ewigen Lebens verweist. Mathilde hält in ihrer linken Hand eine aus Gold und Silber bestehende scheibenförmige Prunkfibel.[2] Widmungsbild aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen, Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 105 Noviss. 2°, fol. 19r.

Heinrich der Löwe (* um 1129/1130[3] oder 1133/35[4]am Bodensee, vermutlich in oder um Ravensburg; † 6. August 1195 in Braunschweig), aus dem Geschlecht der Welfen, war von 1142 bis 1180 als Heinrich III. Herzog von Sachsen, das damals auch Westfalen und Engern umfasste, sowie von 1156 bis 1180 als Heinrich XII. Herzog von Bayern.

Heinrich der Löwe hatte als Herzog von Sachsen 1152 entscheidenden Anteil an der Königskrönung seines Vetters Friedrich Barbarossa. Durch Barbarossa setzte eine intensive Förderung des Welfen ein. 1156 konnte er auch noch das bayerische Herzogtum erhalten. Ihm gelang es, sich in Norddeutschland eine königsgleiche Stellung aufzubauen. Braunschweig entwickelte sich durch den Neubau der Stiftskirche St. Blasius und die Errichtung des Braunschweiger Löwen von einem Vorort zu einem fürstlichen Repräsentationszentrum. Sein aggressiver Herrschaftsausbau in Sachsen und nördlich der Elbe missachtete aber zunehmend das hocharistokratische Gleichgewicht unterhalb des Königtums und veranlasste die übrigen sächsischen Großen wiederholt zu Widerstand. Die Förderung kompensierte er durch hohe Anstrengungen im Reichsdienst in Italien. Das Verhältnis zwischen Barbarossa und Heinrich wurde angesichts eines bevorstehenden Lombardenfeldzuges und der Hilfsverweigerung des Löwen schwer belastet. Nach dem Scheitern der Oberitalienpolitik und dem Friedensschluss von 1177 mit dem lange bitter bekämpften Papst Alexander III. wurde Heinrich der Löwe auf Bestreben der Fürsten gestürzt und musste ins Exil nach Südengland gehen, aus dem er erst Jahre später zurückkehren konnte. Mit Friedrich Barbarossa galt er lange Zeit als wichtigster Protagonist des staufisch-welfischen Gegensatzes, der die Reichspolitik im 12. Jahrhundert dominiert habe. Erst in jüngster Zeit wurde diese Einschätzung stark relativiert.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Ausschnitt aus der Stammtafel Heinrichs des Löwen

Heinrich der Löwe entstammte dem adligen Geschlecht der Welfen und lebte in dem Bewusstsein einer der ältesten Adelsfamilien der Christenheit anzugehören.[5] Schon seit den zwanziger Jahren des 12. Jahrhundert waren die Welfen die erste Adelsfamilie im mittelalterlichen Reich, die ihre Geschichte schriftlich fixierte.[6] Die welfische Hausüberlieferung im 12. Jahrhundert, die Genealogia Welforum, die Sächsische Welfenquelle und die Historia Welforum, legte Wert auf die Verbindung der Welfen mit den Karolingern und auf die Bedeutung ihres Namens, was über die Namenetymologie catulus (=Welpe, „Welf“) den Bezug mit Rom ermöglichte. Bis zum Auftreten Heinrichs des Löwen lassen sich zwei Linien unterscheiden. Eine Welfenlinie hatte ihr Herrschaftszentrum in Altdorf am Bodensee. Der zweite Strang begann mit der Ausweitung der Familie in den Norden und erreichte den Höhepunkt unter Heinrich dem Stolzen. Die Heiraten Heinrichs des Schwarzen und seines Sohnes Heinrichs des Stolzen brachten den Welfen neue Besitzschwerpunkte und Gedächtnisorte im Norden.

Die frühen Vorfahren der Welfen traten bereits im 8. Jahrhundert im Umfeld der Karolinger auf. Der Aufstieg des Geschlechts vollzog sich besonders durch vorteilhafte Heiraten. Die Welfin Judith übte als zweite Gemahlin des Kaisers Ludwigs des Frommen maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte des fränkischen Großreiches. Ihre Tochter Hemma wurde mit Judiths Stiefsohn, König Ludwig dem Deutschen, verheiratet. Die zweifache Eheverbindung mit dem karolingischen Herrscherhaus sicherte den Welfen ihren Aufstieg im Umkreis der Könige. Nach dem Zerfall des fränkischen Großreiches stellte bis 1032 ein Zweig des Geschlechts die Könige von Burgund. Nach dem söhnelosen Tod Welfs III. 1055 geriet das Haus in eine Existenzkrise. Seine Schwester Cuniza heiratete den Markgrafen Azzo II. von Este und führte das Geschlecht fort.

Der Großvater Heinrichs des Löwen, Heinrich der Schwarze, heiratete als Herzog von Bayern mit Wulfhild die älteste Tochter des sächsischen Herzogs Magnus Billung und der ungarischen Königstochter Sophia. Größere Ländereien um Lüneburg, dem Zentral- und Begräbnisort der Billunger, gelangten dadurch an die Welfen. 1123 steigerte die Heiligsprechung Bischof Konrads von Konstanz, eines Angehörigen des Hauses, das Ansehen der Welfen. Die Welfin Judith, die Tochter Heinrichs des Schwarzen, heiratete den staufischen Herzog Friedrich II., den Vater Kaiser Friedrich Barbarossas. Die Kandidatur Friedrichs II. als Nachfolger des kinderlos gestorbenen salischen Herrschers Heinrich V. blieb 1125 erfolglos, da er sich nicht mit der libera electio (freien Wahl) anfreunden konnte. Gewählt wurde der Sachsenherzog Lothar III. Entscheidend dafür war der Parteiwechsel Heinrichs des Schwarzen, der nicht seinem staufischen Schwiegersohn, sondern dem sächsischen Herzog Lothar seine Stimme bei der Königswahl gab. Lothar gewann ihn für sich, indem er seine einzige Tochter Gertrud mit Heinrichs Sohn, Heinrich dem Stolzen, vermählte und ihn im Januar 1126 mit dem Herzogtum Sachsen belehnte. Durch diese enorme Machterweiterung spaltete sich das Welfenhaus aber auch in eine süddeutsche und in eine sächsische Linie auf. Heinrich der Stolze hatte eine überherzogliche, nahezu königsgleiche Stellung inne. Als sein Sohn Heinrich der Löwe 1130 oder kurz danach geboren wurde, verfügte Heinrich der Stolze nicht nur über die Herzogtümer Bayern und Sachsen, sondern auch über umfangreichen Eigenbesitz in Schwaben, Bayern, Sachsen und Italien.

Auseinandersetzung mit Konrad III.

Lothar starb im Dezember 1137 auf dem Rückweg von Italien und übergab noch auf dem Sterbebett die Reichsinsignien an Heinrich den Stolzen. Als Schwiegersohn Kaiser Lothars machte sich Heinrich der Stolze berechtigte Hoffnungen auf die Nachfolge im Königtum. Seiner Herrschaft „von Meer zu Meer, von Dänemark bis Sizilien“, soll er sich gerühmt haben.[7] Herzog Heinrich soll sich aber „wegen seines Stolzes fast bei allen, die mit Kaiser Lothar an dem Zuge nach Italien teilgenommen hatten, verhaßt gemacht“ haben.[8] Dem Staufer Konrad gelang es trotz seiner schwachen Machtbasis wohl früh Vereinbarungen mit den Fürsten zu treffen.

Am 7. März 1138 wurde Konrad III. von einer kleinen Fürstengruppe in Koblenz unter der Leitung Alberos von Trier zum König gewählt. Die Königswahl des Staufers wurde von den Sachsen jedoch nicht unterstützt. Heinrich der Stolze konnte Konrad nur huldigen, wenn dieser alle seine Lehen bestätigte. Diese außerordentliche Machtfülle konnte der neue König Konrad III. dem Welfenherzog Heinrich aber nicht zugestehen. Zwar lieferte Heinrich der Stolze die Herrschaftszeichen aus, doch verweigerte er die königliche Forderung nach Rückgabe eines seiner beiden Herzogtümer. Konrad entzog 1138 dem Welfen Heinrich dem Stolzen erst das Herzogtum Sachsen, dann auch das Herzogtum Bayern. Im selben Jahr gab er dem Markgrafen Albrecht dem Bären das Herzogtum Sachsen. Im Frühjahr 1139 verlieh Konrad das bayerische Herzogtum an seinen babenbergischen Halbbruder Leopold IV.

Beim Tod seines Vaters Heinrichs des Stolzen im Oktober 1139 war Heinrich der Löwe noch ein unmündiges Kind. Sein Vater konnte ihm auf die beiden Herzogtümer nur einen anfechtbaren Anspruch hinterlassen. Seine Interessen wurden besonders von Lothars Witwe, der Kaiserin Richenza, und dann von seiner Mutter Gertrud in Sachsen gewahrt. Heinrich wuchs auf im Umfeld geistiger und militärischer Berater aus der Regierung Lothars III. Es waren besonders die bedeutenden sächsischen Ministerialen Anno von Heimburg, Liudolf und Balduin von Dahlum, Heinrich von Weida sowie Poppo von Blankenburg, auf die sich Heinrich fortan stützte. Die Heranziehung der Ministerialität missachtete aber auch die Einbindung des adligen Konsens. Der größte Teil des Besitzkomplexes befand sich zwischen Oker, Fuhse, Aller und Bode mit Braunschweig und Königslutter sowie der billungische Zentralraum links von Elbe und Ilmenau nordwestlich von Lüneburg.

Gleich nach dem Tod Heinrichs des Stolzen versuchte Albrecht der Bär sich als Herzog von Sachsen zu repräsentieren. Konrads Nachfolgeregelung für das Herzogtum Sachsen wurde jedoch vom sächsischen Adel nicht akzeptiert. Albrecht der Bär konnte sich gegen die starken Anhänger Richenzas nicht durchsetzen und musste sich nach Kämpfen gegen Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg, Graf Rudolf von Stade und Erzbischof Konrad von Magdeburg nach Süddeutschland zu König Konrad III. begeben. Selbst dem König gelang es nicht den Konflikt im Sinne Albrechts zu klären.

Ähnlich scheiterte die königliche Neuordnung des Herzogtums in Bayern. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen trat sein Bruder Welf VI. als legitimer Erbe und Vormund Heinrichs auf. Im August 1140 besiegte er den Babenberger Leopold IV. bei Valley im Mangfalltal. Durch den Tod Leopolds 1141 musste das Herzogtum Bayern neu besetzt werden. Mit Hilfe des Mainzer Erzbischofs Markolf wurde ein Ausgleich im Mai 1142 auf einem Hoftag in Frankfurt vermittelt. Albrecht der Bär musste auf das Herzogtum Sachsen verzichten und Heinrich der Löwe erhielt es zurück. Auf den Rat seiner Mutter musste er aber auf das Herzogtum Bayern verzichten. König Konrad hatte dies 1142 an Leopolds Bruder Heinrich II. Jasomirgott vergeben. Durch die Heirat Gertruds, der Mutter Heinrichs, mit Konrads Halbbruder Heinrich Jasomigott sollte der Kompromiss hergestellt und möglichen Ansprüchen Heinrichs des Löwen vorgebeugt werden. Das Bündnis hatte keinen langen Bestand. Gertrud starb bereits im April 1143 und die Ehe mit Heinrich Jasomirgott war kinderlos geblieben.

Slawenkreuzzug

Die Konfliktbeilegung zwischen Konrad und Heinrich wurde durch den Entschluss des Königs zum Kreuzzug verschoben. Das Kreuzzugsvorhaben stärkte Konrads Position als König. Ohne Widerstände gelang es ihm auf dem Hoftag in Frankfurt am 15. März 1147 die Wahl seines unmündigen Sohnes Heinrich bei den Fürsten durchzusetzen. Heinrich nutzte diese Gelegenheit und erhob Erbansprüche auf das Herzogtum Bayern. Er behauptete, dass seinem Vater das Herzogtum Bayern zu Unrecht entzogen worden ist und forderte es nach Erbrecht zurück. Für die Dauer des Kreuzzuges wurde ein Landfrieden erlassen. Daran war auch Heinrich der Löwe gebunden, der seinen Anspruch auf das bayerische Herzogtum zurückstellen musste. Viele weltliche und geistliche Fürsten aus dem Nordosten zogen jedoch statt eines gefährlichen und anstrengenden Marsches ins Heilige Land einen Krieg gegen die nahen heidnischen Slawen vor. Mit dem „Wendenkreuzzug“ forderte der Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux zur Bekehrung und Unterwerfung der „Heiden“ auf. Zu den Anführern des gegen die Obodriten gerichteten christlichen Heeres gehörten Heinrich der Löwe, Herzog Konrad von Zähringen und Erzbischof Adalbero von Bremen. Die Kreuzfahrer verfolgten dabei weniger die Heidenbekehrung, sondern mehr den Ausbau ihres Besitzes und die Vermehrung ihrer Einkünfte.[9] Mit dem Zähringer schloss Heinrich ein Bündnis. 1148/49 folgte die Eheschließung zwischen Heinrich dem Löwen und Konrads Tochter Clementia. Als Mitgift erhielt Heinrich die Burg Badenweiler mit 500 Hufen und 100 Ministerialen.[10] Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor. Der Erstgeborene Heinrich starb bereits als Kleinkind in Lüneburg. Nach 1150 wurde Gertrud geboren, die 1166 mit Herzog Friedrich IV. von Schwaben verheiratet wurde. Heinrichs zweite Tochter Richenza starb bereits im Kindesalter.

Zusammenarbeit mit Friedrich Barbarossa

Förderung Heinrichs des Löwen durch Friedrich Barbarossa

Die älteste erhaltene Darstellung eines mittelalterlichen Adelsgeschlechtes entstand wohl in der welfischen Grablege, dem Kloster Weingarten, in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts. Ganz oben rechts erscheint mit der Welfin Judith die Mutter Friedrich Barbarossas. Die übergroße Darstellung des Kaisers selbst wurde nicht ausgeführt. Die „Ecksteinfunktion“ Barbarossas zwischen Staufern und Welfen suggeriert, dass es ab Friedrich die Staufer sind, die den Welfenstamm fortsetzen. Fulda, Hochschul- und Landesbibliothek, Handschrift D 11, fol. 13v (Kat.- Nr. II.A.20)[11]

Nach dem Tod Konrads III. 1152 wählten die Fürsten seinen Neffen zum neuen König, Herzog Friedrich III. von Schwaben, der Sohn des Thronkandidaten von 1125. Otto von Freising zeichnet das Bild einer einmütigen Königserhebung und zwangsläufigen Nachfolge Friedrichs. Sein Neffe Friedrich habe die Wahl gewinnen können, da er durch seine Mutter beiden Familien angehörte und sei damit der „Eckstein der Versöhnung“ (angularis lapis) geworden. Tatsächlich dürften jedoch vielmehr intensive Verhandlungen, Zugeständnisse und Absprachen zwischen Friedrich und den Großen vor der Frankfurter Wahl vom 4. März 1152 und der Aachener Krönung vom 9. März 1152 geführt worden sein.[12] Mit der Unterstützung der Königswahl Friedrichs versuchte ein Gruppe von weltlichen Fürsten den Aufbau eigener Landesherrschaften zu fördern. Die Königswahl nutzte Heinrich der Löwe zur Einforderung des bayerischen Herzogtums. Er behauptete erneut, dass seinem Vater zu Unrecht das Herzogtum Bayern genommen worden war und forderte nach Erbrecht das Herzogtum Bayern zurück. Friedrich Barbarossa hatte die Zustimmung zu seiner Königswahl dadurch von Heinrich dem Löwen gewonnen, indem er diesem das Herzogtum Bayern gab. Mit der Königswahl setzte eine Verschiebung der Personenkreise ein: Die Welfen als ehemalige Gegner des alten Königs wurden nun Freunde des neuen.

Zwischen Friedrich und Heinrich dem Löwen begann eine 25 Jahre andauernde Zusammenarbeit. Heinrich der Löwe ist an allen wichtigen Entscheidungen des Königshofes beteiligt. In etwa zwei Dritteln aller Urkunden aus den ersten zehn Jahren findet sich Heinrich der Löwe als Zeuge.[13] Heinrich der Löwe begleitete seit der Aachener Krönung den neugewählten König über mehrere Wochen auf dessen Umritt durchs Reich. Am 8. oder 9. Mai 1152 belehnte Friedrich Barbarossa Heinrich mit der Reichsvogtei Goslar, die wegen ihres Silberabbaus am Rammelsberg bedeutsam war. Am 18. Mai 1152 fand ein Hoftag in Merseburg statt. Dort hatte Barbarossa einen Streit über die Plötzkauer und Winzenburger Grafschaften zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären zu klären. Albrecht der Bär berief sich wohl auf Verwandtenerbrecht. Heinrich der Löwe vertrat die Auffassung, dass nach einem erbenlosen Tod eines Grafen dessen Güter und Rechte an den Herzog übergehen. Durch diese Erbfälle könnte Heinrich sich mit seiner Herzogsgewalt zwischen König und den Grafen postieren. Der sächsische Dukat würde wie in der spätkarolingischen Zeit zu einem Vizekönigtum werden. Die Erbstreitigkeiten konnten in Merseburg jedoch noch nicht geklärt werden. Der Konflikt wurde am 13. Oktober 1152 in Würzburg bereinigt. Heinrich der Löwe erhielt das bedeutendere Winzenburger Erbe und Albrecht der Bär die Plötzkauer Grafschaften.

In Merseburg muss auch über das bayerische Herzogtum verhandelt worden sein, denn am 18. Mai 1152 ist Heinrich erstmals in einer Urkunde für die Übertragung von Gütern und Rechten an das Prämonstratenserstift Weißenau bei Ravensburg als „Herzog von Bayern und Sachsen“ bezeugt.[14] Die staufische Kanzlei führte ihn aber weiterhin nur als „Herzog von Sachsen“ (dux Saxonie).[15] Die Verhandlungen zwischen Barbarossa und Heinrich Jasomirgott zogen sich jedoch bis 1156 hin, ehe Heinrich der Löwe das Herzogtum Bayern erhielt. Im sogenannten Privilegium minus wurde am 17. September 1156 in Regensburg der Kompromiss fixiert. Heinrich der Löwe erhielt von Heinrich Jasomirgott das Herzogtum Bayern. Einen Teil davon, die Mark Österreich, gab der Welfe an Kaiser Friedrich Barbarossa zurück. Die Mark Österreich wurde in ein Herzogtum umgewandelt (ducatus Austrie) und an Heinrich Jasomirgott vergeben, damit „die Ehre und der Ruhm unseres geliebtesten Onkels“ (honor et gloria dilectissimi patrui nostri) in keiner Weise gemindert erscheinen.“[16] Durch die Abtrennung und Aufwertung Österreichs wurde Heinrich den Löwen allerdings eine mögliche Expansion seines bayerischen Herzogtums nach Osten genommen. Als Heinrich neben dem sächsischen auch das bayerische Herzogtum erhielt, „wurde für ihn ein neuer Name geschaffen: Heinrich der Löwe“ (creatum est ei nomen novum: Heinricus leo). Das Löwenprädikat galt als Charakteristikum starker Herrschaft.[17]

Nach seiner Rückkehr von Regensburg nach Sachsen im Herbst 1156 unterstützte Heinrich den Dänenkönig Sven Grathe, der von Barbarossa im dänischen Thronstreit in Merseburg als Dänenkönig anerkannt wurde. Sven konnte sich dennoch nicht gegen seinen Vetter Knut V. Magnusson behaupten und musste ins sächsische Exil gehen. Heinrich versuchte mit einem großen Heer Sven wieder nach Dänemark zu bringen. Er eroberte zwar die Bischofssitze Schleswig und Ripen und drang bis Hadersleben vor, doch blieb das militärische Unternehmen erfolglos. Im Januar 1157 zog sich Heinrich nach Sachsen zurück.

Unterstützung Barbarossas in Italien

Auf dem Konstanzer Hoftag im März 1153 wurde Barbarossa erstmals mit den Konflikten zwischen den italienischen Städten konfrontiert. Für diese Probleme in Italien sollte Barbarossa in den nächsten Jahrzehnten die Hilfe Heinrichs des Löwen und anderer mächtiger Adliger benötigen. In Konstanz erhoben zwei Kaufleute aus Lodi Klage gegen Mailand wegen Behinderung ihres Handels. Der Konflikt zwischen Mailand und Lodi hatte seine Ursache im Aufstieg der städtischen Kommunen seit dem späten 11. Jahrhundert. Mailand hatte Lodi 1111 und Como 1127 unterworfen. Im Oktober 1154 sammelte sich das Heer bei Augsburg. Auf dem ersten Italienzug 1154/55 unterstützte Heinrich der Löwe das königliche Heer mit dem größten Heereskontingent.[18] In Sachsen ließ Heinrich seine Frau als Regentin zurück. In Roncaglia wurde das Heer von zwei Mailänder Konsuln missgeleitet, wodurch erhebliche Versorgungsprobleme entstanden. Außerdem beschwerten sich mehrere lombardische Städte über Mailand und seinen Verbündeten Tortona. Als das königliche Heer nach Tortona zog, forderte er die Stadt auf sein Bündnis mit Mailand zu beenden und sich mit dem königstreuen Pavia zu verbünden. Dies lehnte die Stadt ab. Heinrich dem Löwen gelang es im folgenden Belagerungskrieg am 17. Februar 1155 die am Fuß des Berges gelegene Unterstadt zu erobern und niederzubrennen. Die Oberstadt gab jedoch erst zwei Monate später auf.

Heinrich nutzte den Italienzug und die damit verbundene Königsnähe nicht nur um künftige Unterstützung für sich in Anspruch zu nehmen, sondern auch um die Güter des Hauses Este zu reklamieren. Heinrichs Urgroßvater Welf IV. hatte diese aus dem Nachlass des Markgrafen Azzo II. erhalten. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen übernahm das Haus Este die Güter wieder. Im Lager des Reichsheeres bei Povegliano einigte Heinrich sich mit den Markgrafen Bonifaz und Fulco, dass ihm die Burg Este mit den Orten Solesino, Arqua und Merendola gehören sollte. Zugleich wurden diese Güter an die Este-Brüder als Lehen vergeben. Während Heinrich durch seine Nähe zum Herrscher im Reichsdienst seine Vorteile suchte, nutzte Heinrichs Abwesenheit der Bremer Erzbischof Hartwig für den Ausbau seines Territoriums. Er nahm die Burgen Stade, Bremerhaven, Harburg und Freiburg an der Oste wieder ein. Außerdem sammelte sich im Böhmerwald eine Gruppe von bayerischen und ostsächsischen Großen zu Vorbesprechungen, jedoch noch ohne ein konkretes Ergebnis.

Kurz vor der Kaiserkrönung durch Papst Hadrian IV. erschien eine Gesandtschaft der Römer bei Barbarossa. Die kommunale Bewegung hatte den altrömischen Senat erneuert und wollte die Rechte von Kaiser und Papst völlig neu definieren. Mit Berufung auf antike Traditionen und Vergangenheit bot sie Barbarossa die Kaiserkrone aus der Hand des römischen Volkes gegen eine Zahlung von 5000 Pfund Silber. Dies wurde von Barbarossa abgelehnt. Damit war gewaltsamer Widerstand der Römer vorhersehbar. Am 18. Juni 1155 wurde Barbarossa zum Kaiser gekrönt. Kurz nach der Kaiserkrönung Barbarossas brach ein Aufstand der Römer aus, bei dem auch das Lager Heinrichs des Löwen angegriffen wurde. Heinrich gelang es den Angriff der Römer abzuwehren. Heinrichs militärischer Erfolg fand bis zu der im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts abgefassten Braunschweigischen Reimchronik größte Aufmerksamkeit.[19] Der Papst weihte daraufhin Gerold zum Bischof von Oldenburg und entschied damit gegen den zuständigen Metropoliten Hartwig von Bremen, der den Kandidaten des Herzogs ablehnte.

Heinrichs Rolle im Konflikt zwischen Kaiser und Papst und den italienischen Städten

Im Oktober 1157 war auf dem Hoftag von Besançon eine päpstliche Gesandtschaft erschienen. Vor der Fürstenversammlung wurde der Brief verlesen. Die Neubewertung geistlicher und weltlicher Gewalt rief starken Protest von Kaiser, Fürsten und Bischöfe hervor. In einem Brief beklagte sich Barbarossa, dass die „Ehre des Reiches“ durch so eine unerhörte Neuerung verletzt sei.[20] Heinrich dem Löwe gelang es zusammen mit Bischof Eberhard von Bamberg in der Konfrontation zwischen Kaiser und Papst zu vermitteln. Beide besaßen am Hof Barbarossas großen Einfluss und ihr Vermittlungseinsatz müsste daher von der Kurie gewürdigt werden. Papst Hadrian IV. verfasste daraufhin einen klärenden Brief an Barbarossa. Im Juni 1158 erörterten zwei Kardinäle die schriftliche Erklärung: Der Papst habe nicht beneficium im Sinne von Lehen (feudum) gemeint, sondern im Sinne von Wohltat (bonum factum).[21] 1159 spitzte sich jedoch die Situation zwischen Kaiser und Papst zu, denn nach dem Tod Hadrians kam es am 1. September zu einer Doppelwahl. Dabei vertrat Papst Alexander III. die Auffassung, dass das Kaisertum ein Lehen oder zumindest ein Gnadenakt des Papstes sei. Eine Synode in Pavia entschied 1160 für den kaisertreuen Viktor IV. Für Barbarossa war es nun entscheidend den kaiserlichen Anspruch durchzusetzen. Nach der Exkommunikation Barbarossas im selben Jahr durch Alexander begann ein fast zwei Jahrzehnte dauernder Konflikt.

Gleichzeitig gingen aber auch die Kämpfe gegen die lombardischen Städte weiter. 1156 und 1157 erschienen mehrfach Gesandte aus Pavia, Lodi, Como und Cremona bei Barbarossa und beklagten sich über die Bedrückungen durch Mailand. Nach der ersten Unterwerfung Mailands unterstützte Heinrich mit 1200 Panzerreitern Barbarossa an der Belagerung und Zerstörung von Crema, die erst Ende Januar 1160 beendet war.[22] Im Januar 1161 war Heinrich bei der Belagerung Mailands beteiligt. Der söhnelose Barbarossa soll nach einer Nachricht aus dem Kloster Afflighem (Brabant) während der heftigen Kämpfe um Mailand im Frühjahr 1161 durchaus mit dem Schlachtentod gerechnet haben und vorsorglich mit Herzog Friedrich IV. von Schwaben, den bei der Königswahl übergangenen Sohn Konrads III., und Heinrich den Löwen für die Nachfolge im Königsamt oder zur Regelung der Heeresführung (duos imperatores) designiert haben.[23] Wenige Wochen später verließ Heinrich der Löwe das Mailänder Belagerungsheer und kehrte nach Sachsen zurück.

Herzog in Sachsen und Bayern

Herrschaftsausbau in Sachsen und nördlich der Elbe

Die vom König verliehene Herzogswürde war in Sachsen nicht mit einer Amtsgewalt verbunden, sondern ein unklar definierter Rechtstitel. Heinrich konnte nur aufgrund von familieneigenen Besitz- und Rechtstiteln agieren. In Sachsen standen ihm Herrschaftskomplexe anderer Adelsgeschlechter gegenüber. Heinrich verstand seine Stellung als Herzog in einer Art vizeköniglicher Stellung in Sachsen. Er sah sich selbst und nicht den König als Lehnsherrn der Grafen an. Er wollte zwischen dem König und allen Grafschaften in Sachsen stehen.[24] Indem der Herzog den Adel in sein lehnsrechtliches Konzept einbauen wollte, missachtete er allerdings traditionelle Formen der konsensualen Herrschaft.[25] Für eine herzogliche Landesherrschaft musste er die welfische Hausmacht aus Eigengütern und Rechten vergrößern. Dies war nur zu erreichen, wenn die Rechte des geistlichen und weltlichen Adels möglichst stark beschnitten wurden und den Konkurrenten ihre direkte Bindung zum König genommen wurde. Heinrich erweiterte sein Herrschaftsgebiet nicht nur innerhalb Sachsens, sondern auch nach außen durch Eroberungen von Land nördlich der Elbe. In seiner Herrschaft stützte er sich besonders auf Ministeriale, weil sie aufgrund ihrer unfreien Rechtsstellung loyal sein mussten.

Stader Erbe

Entscheidend für Heinrichs Stärkung der Herrschaft als Herzog war der Erwerb weiterer Besitz- und Herrschaftsrechte. Beim Aussterben sächsischer Adelsfamilien erhob er Anspruch auf deren Erbe. Nachdem Bauern den Grafen Rudolf II. von Stade 1144 ermordet hatten, blieb als letzter Nachkomme des Grafenhauses nur dessen Bruder Hartwig übrig. Dieser war Domherr in Magdeburg und Propst des Bremer Domkapitels. Als Angehöriger des geistlichen Standes vermachte er das reiche Stader Erbe an den Erzbischof Adalbero von Bremen. Während das gräfliche Gerichtsrecht an seinen Schwager, den sächsischen Pfalzgrafen Friedrich von Sommerschenburg, überging. Auf dem Magdeburger Hoftag Konrads III. im Dezember 1144 klagten Heinrichs Anhänger gegen die Vergabe der Stader Grafschaften an den Dompropst Hartwig von Bremen. Unterschiedliche Rechtsauffassungen standen sich dabei gegenüber. Die Gegner Heinrichs des Löwen vertraten den Standpunkt, dass Grafschaften und anderes Lehnsgut erbrechtlich weiterzugeben seien und der Graf nicht vom Herzog abhinge. Heinrich stellte sich auf den Standpunkt, dass der sächsische Herzog der oberste Lehnsherr der sächsischen Adelsgeschlechter sei und eine Grafschaft beim Tod des letzten männlichen Amtsträgers an den Herzog falle. Sein Anspruch basierte auf einem neuartigen Verständnis vom Herzogtum, dass zwar vom König abgeleitet war, sich aber im Land königgleich gestaltete und den Grafenstand zu mediatisieren begann.[26]

Vom König wurde ein Schiedsgericht unter Leitung des Erzbischofs Adalbero von Bremen eingesetzt. Seine Zusammensetzung war mit Bischof Thietmar von Verden, Albrecht dem Bären, Graf Hermann von Winzenburg und seinem Bruder Graf Heinrich von Assel deutlich gegen den Welfen ausgerichtet. Während des Schiedsgerichtes in Ramelsloh südlich von Hamburg wurde der Bremer Erzbischof von Heinrichs Anhängern gefangen genommen und nach Lüneburg verschleppt. Bereits nach kurzer Gefangenschaft war der Erzbischof bereit die Stader Grafschaftsrechte an Heinrich dem Löwen abzutreten. Die Stader Burgen besetzte Heinrich mit seinen eigenen Ministerialen. Zwar wurde Heinrichs Usurpation noch vereinzelt bestritten. Spätestens mit dem Tod des Erzbischofs am 11. Oktober 1168 hörte der Widerstand aber endgültig auf. Der Streit um das Stader Erbe entfachte jedoch eine über ein Jahrhundert dauernde Konfrontation zwischen den Welfen und den Bremer Erzbischöfen um Herrschaftsrechte an der unteren Elbe und Weser.

Investiturproblem

Der Bremer Erzbischof Hartwig weihte 1149 zwei Bischöfe, nämlich Vizelin für Oldenburg und Emmehard für Mecklenburg. Heinrich der Löwe beanspruchte daraufhin das königliche Investiturrecht in den drei Bistümern nördlich der Elbe. Seit dem Wormser Konkordat wurde in Anwesenheit des Königs der neu gewählte Bischof mit den weltlichen Gütern und Hoheitsrechten seiner Bischofskirche ausgestattet. Dieser Vorgang vollzog sich in lehnrechtlicher Form, indem der König ihm das Zepter übergab, wodurch der Bischof Vasall des Königs wurde. Neu eingeweihte Bischöfe sollten sich künftig von Heinrich dem Löwen ins Amt einweisen lassen. Heinrich gelang es die Kompetenzen des Bremer Erzbischofs einzuschränken und das königliche Investiturrecht an sich zu ziehen. König Konrad war nach schweren Niederlagen gegen die Türken erst im Mai 1149 ins Reich zurückgedreht und wurde durch Konflikte mit Welf VI. in Schwaben gebunden. 1150/51 ließen sich Vizelin und Emmehard mit einem Stab von Heinrich investieren. Dieses einmalige Sonderrecht wurde ihm von Friedrich Barbarossa am 3. Juni 1154 in Goslar bestätigt.

Barbarossa verlieh „seinem geliebten Heinrich, Herzog von Sachsen“ („dilecto nostro Heinrico duci Saxonicae“) das königliche Recht der Investitur für die Bistümer Oldenburg, Mecklenburg, Ratzeburg und für alle künftigen Bischofssitze, die der Herzog im heidnischen Nordalbingien noch errichten werde. Außerdem durfte der Herzog Bistümer und Kirchen gründen und ausstatten. Mit dem Erhalt der Kirchenhoheit nahm er für das Land nördlich der Elbe eine vizekönigliche Stellung ein. Heinrich der Löwe war der einzige deutsche Fürst, der über ein solches Investiturrecht verfügen konnte.[27] Barbarossa wollte dadurch Heinrichs Unterstützung in Italien gewährleisten. Kurz nach der Gewährung dieses königlichen Privilegs erneuerte Heinrich 1154 das von den Slawen im 11. Jahrhundert vernichtete Bistum Ratzeburg. Nach dem Tod Vizelins im Dezember 1154 wurde von Heinrichs Frau Clementia der Schwabe Gerold Bischof von Oldenburg. Im Rahmen seiner Kirchenhoheit begann Heinrich in den folgenden Jahren mit einer konsequenten Organisation der nordelbischen Kirche. 1158 verlegte er das Bistum Mecklenburg nach Schwerin und 1159/60 den Sitz des Bistums Oldenburg nach Lübeck. 1169/70 bestätigte Heinrich der Löwe den Bistümern Lübeck, Schwerin und Ratzeburg Ausstattung und Rechtsstatus.

Sächsischer Krieg

Als sächsischer Herzog stand Heinrich der Löwe in seinen Bestrebungen zur Herrschaftsintensivierung in direkter Konkurrenz zu den sich entwickelnden Hochstiften und den sächsischen Adelsfamilien, die ihre eigenen Landesherrschaften ausbauen und lehnrechtlich an den König gebunden sein wollten. Durch Heinrichs Inanspruchnahme des Erbes der Grafen von Stade (1144), von Plötzkau (1148), von Winzenburg (1152) ergab sich zunehmendes Konfliktpotential mit den sächsischen Großen.[28] An der Spitze der Opposition standen Erzbischof Wichmann von Magdeburg, der beim Ausbau der Magdeburger Landesherrschaft in der Gegend um Haldensleben in offener Konkurrenz zu Heinrich stand, und Bischof Hermann von Hildesheim. Ihr schlossen sich der Landgraf Ludwig II. von Thüringen, der Markgraf von Brandenburg, Albrecht der Bär mit seinen Söhnen und seinem wettinischen Schwiegersohn, Markgraf Otto von Meißen und die Grafen von Assel, Christian I. von Oldenburg sowie Widukind von Schwalenburg an. Ziel des Bündnisses war der gemeinsame Krieg gegen Heinrich den Löwen. Nachdem sich der Kaiser auf seinen vierten Italienzug begab, brach der Konflikt 1166 gegen Heinrichs expansive Herrschaft offen aus. Besonders Ostsachsen wurde in wechselvollen Kriegen schwer verwüstet. Die fast einzige Unterstützung fand Heinrich der Löwe im Slawenfürsten Pribislaw. Heinrich gab das Obodritenland mit Ausnahme von Schwerin als Lehen an Pribislaw, der dadurch zum Begründer des bis 1918 in Mecklenburg residierenden Adelshauses wurde. Außerdem verheiratete Heinrich seine illegitime Tochter Mathilde an Borwin, den ältesten Sohn Pribislaws. Schwerin wurde als erbliches Lehen mit Gunzelin von Hagen an einen der engsten Gefolgsleute Heinrichs des Löwen vergeben.

1167 erreichte die Kriegskoalition gegen Heinrich den Löwen durch das Bündnis der Erzbischöfe von Magdeburg und Köln ihren Höhepunkt, „denn alle Fürsten kämpften gegen den Herzog. Krieger wurden gefangen und verstümmelt, Burgen und Häuser zerstört, Städte niedergebrannt“.[29] Zwischen 1168 und 1170 schlichtete Barbarossa den Konflikt auf mehreren Hoftagen in Würzburg, Bamberg, Frankfurt, erneut Würzburg, Wallhausen, erneut Bamberg und Erfurt. Im Juni 1169 erreichte Friedrich I. auf einem Hoftag in Bamberg einen Friedensschluss. Das Ende des sächsischen Kriegs im Sommer 1170 konnte erst durch Barbarossas Interventionen auf einem Erfurter Hoftag erreicht werden. Durch seine Unterstützung gelang es Heinrich seine herausragende Stellung bewahren. Heinrichs Herrschaft wurde nicht eingeschränkt.

Bayern

Urkunde Heinrichs des Löwen als Herzog von Bayern für das Kloster Reichenhall von 1172.

In Bayern gab es anders als in Sachsen eine Herzogsgewalt mit Amtsbefugnissen zur Führung des bayerischen Heeresaufgebots, die königliche Bannleihe zur Ausübung der obersten Richtergewalt im Lande, die Landfriedenswahrung gegenüber fehdeführenden Adelsfamilien. Doch blieb Bayern für Heinrich nur ein Nebenland. In Sachsen besaß Heinrich deutlich bessere Entwicklungs- und Expansionsmöglichkeiten. Bayern war von allen Seiten durch andere Herrschaften umschlossen. Auch eine Binnenexpansion durch Neuerwerbungen war in Bayern nicht möglich, da nur wenige Adelsgeschlechter ausstarben. Die Zahl und Bedeutung der Kirchenvogteien war in Bayern (über die Klöster und Stifte Wilten, Wessobrunn, Ranshofen, Polling, Innichen, Reichersberg) geringer als in Sachsen. Ähnlich wie in Sachsen stützte sich Heinrich der Löwe auf führende Ministerialienfamilien. In Bayern verfügte der landfremde Herzog Heinrich der Löwe über weniger Eigengut und bewaffnete Leute wie die eingesessenen Familien der Wittelsbacher, die Vohburger oder die Andechser. Mit Ausnahme geringen Amtsgutes im Raum Regensburg, an der Salzach und am Inn besaß er zusammen mit Welf VI. nur die älteren welfischen Eigengutkomplexe im Gebiet des Lech und in Tirol.

Für Heinrich war es entscheidend seine Machtbasis zu erweitern. Dieses Ziel versuchte er in München, Landsberg und Reichenhall durch wirtschaftlich-fiskalische Bestrebungen zu erreichen. Der Salzhandel mit seinen Transportwegen von Bayern nach Schwaben sollte seiner Herrschaft unterworfen werden. Dem Bischof Otto von Freising zerstörte Heinrich die wichtige Fernstraße des Salzhandels von Reichenhall nach Schwaben. Dadurch versuchte er von dem Bischof von Freising die Einnahmen aus dem Brücken- und Marktzoll zu entwinden.[30] Bei Föhring kreuzte die große Salzstraße von Reichenhall nach Augsburg die Isar. Die Brücke über die Isar ließ er zerstören. Markt, Zoll und Münzstätte des Bischofs wurden geschlossen und fünf Kilometer weiter auf seinem Grund bei dem Ort Munichen verlegt, um hier auf der wichtigen Handelsstraße von Salzburg ins Schwäbische Zoll zu entrichten. Der Bischof von Freising protestierte vor seinem kaiserlichen Neffen Friedrich I.

Auf dem Pfingsthoftag am 14. Juni 1158 in Augsburg wurde der Konflikt zu Gunsten Heinrichs durch einen Vergleich beigelegt. Heinrich wurde die Verlegung von Münze, Markt, Zoll und Brücke bestätigt. Die Brücke bei Föhring blieb zerstört und die bei München hatte Bestand. Der Bischof erhielt lediglich ein Drittel der Einnahmen und ein weiteres Drittel sollte Heinrich ihm zu Lehen geben. Die Zollverwaltung sollte entweder durch Heinrich dem Löwen oder einen vom Bischof von Freising gestellten Amtmann verwaltet werden oder von jeweils zwei von Herzog und Bischof bestimmten Amtleuten ausgeübt werden.[31] Um 1160 baute Heinrich die Grenzfestung Landsberg am Ostufer des Lechübergangs über die von ihm errichtete Brücke für die Straße von Reichenhall/München nach Memmingen. 1165 übernahm Heinrich die Grafschaft Burghausen an der Salzach mit der gewinnbringendsten Zollstation Bayerns. Im Jahr 1169 zog er die Hallgrafschaft an sich und hatte damit die Kontrolle über das Zentrum der süddeutschen Salzgewinnung.

Obwohl Heinrich sich bemühte seine Stellung in Bayern auszubauen, verbrachte er von den 24 Jahren als bayerischer Herzog kaum zwei Jahre in Bayern. Heinrich scheint nach 1156 nur neunmal und dabei oftmals in Verbindung mit der Durchreise nach Italien oder der Pilgerreise in das Heilige Land nach Bayern gekommen zu sein.[32] Erst 1174 hat er sich fast sechs Monate in Bayern aufgehalten.[33] Unter den 103 erhaltenen Urkunden befinden sich nur 20 für bayerische Empfänger. In den Zeugenlisten begegnet mit Thietbald von Passau nur ein bayerischer Bischof.[34] Wegen der geringen Bedeutung und Anwesenheit Heinrichs in Bayern vermied er Konflikte zu den großen Adelsfamilien. Die Königsnähe der Familien Wittelsbach und Andechs verhinderte ihre Mediatisierung durch den Herzog. Für die Italienzüge führte Heinrich dem Kaiser überwiegend sächsische Truppen zu. Die Beteiligung des bayerischen Adels an den Italienzügen des Kaisers war mehr Eigeninitiative und nicht als Aufgebotene des Herzogs.[35]

Heirat mit Mathilde

1164 entsprang der Konflikt zwischen dem englischen König Heinrich II. Plantagenêt mit seinem Kanzler Thomas Becket, der die englische Kirche von königlichen Zugriff weitgehend frei haben wollte und auf die Seite Papst Alexanders III. trat. Barbarossa versuchte diesen Konflikt für ein Bündnis mit dem englischen König auszunutzen. Heinrich der Löwe spielte eine bedeutende Rolle für ein Bündnis zwischen Barbarossa und dem englischen König Heinrich II. Es wurden die Ehen von Heinrichs beiden Töchtern mit einem Sohn Friedrich Barbarossas und Heinrich dem Löwen vereinbart. 1162 hatte Heinrich der Löwe seine erste Frau Clementia von Zähringen verstoßen. Die Scheidung wurde mit der Begründung einer plötzlich zu nahen Verwandtschaft vollzogen. Für Heinrich dürften politisch-dynastische Gründe eine große Rolle für die Heirat mit der englischen Königstochter Mathilde gespielt haben. Aus der vierzehnjährigen Ehe mit Clementia fehlte ihm ein männlicher Nachkomme und durch eine anglonormannische Eheverbindung hoffte er sein Ansehen gegenüber dem zunehmenden Widerstand im sächsischen Adel zu steigern.[36] Die Ehe mit Mathilde wurde 1168 im Mindener Dom geschlossen und die Hochzeit in Braunschweig gefeiert. Die Mindener Domkirche erhielt am 1. Februar 1168 einen Bauernhof geschenkt, an dem Tag „als Heinrich, Herzog von Bayern und Sachsen, Mathilde heiratete, die Tochter des Königs von England.“[37] Die Ehe brachte Heinrich neue Impulse aus der modernen anglonormannischen Zivilisation und einen erheblichen materiellen Gewinn. Nach den Abrechnungen des Exchequer betrug die Summe der Mitgift 5102£. Die Aussteuer Mathildes wurde auf der Reise nach Sachsen in je zwanzig Säcken und Truhen auf die Schiffe geladen.[38] Das englische Geld verwendete Heinrich für seine Bauten und Stiftungen sowie für die große Pilgerreise nach Jerusalem 1172.

Pilgerreise nach Jerusalem

Der Pilgerzug nach Jerusalem 1172 galt der Steigerung des Ansehens und als Frömmigkeitsleistung auch der Sicherung der Nachkommenschaft.[39] Mit dem Tod Welfs VII. 1167 in Italien war der einzige Sohn des zweiundsechzigjährigen Welf VI. gestorben. Für die Fortführung der welfischen Dynastie musste Heinrich der Löwe die Verantwortung übernehmen. Am 13. Januar 1172 brach Heinrich zusammen mit 500 Panzerreitern nach Jerusalem auf. Begleitet wurde er auf seiner Pilgerreise von dem Erzbischof Baldewin von Hamburg-Bremen, Bischof Konrad von Lübeck, den Äbten Heinrich von St. Aegidien/Braunschweig und Berthold von St. Michael/Lüneburg sowie dem Obrodritenfürsten Pribislaw. Die Regentschaft in Sachsen übertrug er dem Erzbischof Wichmann von Magdeburg. Mathilde blieb während der Jerusalemfahrt in Braunschweig und brachte 1172 dort die Tochter Richenza zur Welt.

Vom Basileus in Byzanz wurde Heinrich königsgleich empfangen und erhielt große Mengen an Seidenstoff für alle seine Ritter. Von Konstantinopel ging die Reise weiter nach Jerusalem. Große Geldsummen stiftete Heinrich dem Heiligen Grab und der Kapelle des Heiligen Kreuzes. Den beiden Ritterorden Templer und Johanniter schenkte er Waffen und Geld. Heinrich der Löwe konnte sich jedoch nicht als christlicher Ritter im Heidenkampf bewähren, da die christlichen Großen aufgrund der von außen gegen das Königreich Jerusalem geführten kriegerischen Vorstöße ihn daran hinderten. Die Reise ins Heilige Land wurde daher früher als geplant beendet. Anfang Januar 1173 kehrte er nach Braunschweig zurück. Mathilde brachte mit Heinrich (1173), Lothar (1174 oder 1175), Otto (1177) und später im Exil Wilhelm vier Söhne zur Welt.

Der Hof Heinrichs des Löwen

Der Braunschweiger Löwe (entstanden zwischen 1164 und 1176)

Seit dem 12. Jahrhundert entwickelte sich der Hof zu einer zentralen Institution königlicher und fürstlicher Macht. Die wichtigsten Aufgaben waren die Vergegenwärtigung der Herrschaft und die Repräsentation von Festen, Kunst und Literatur. Bis heute gibt es in der Mediävistik keine allgemeingültige Definition vom Hof. Als kürzeste Definition wird der Hof als „Präsenz beim Herrscher“ aufgefasst.[40] Für Heinrich den Löwen besaß der Hof wohl noch eine größere Bedeutung als für andere Große, denn über einen loyalen Hof versuchte der Herzog die disparaten Teile Sachsens schrittweise auf seine Person zu vereinen.[41] Der wichtigste Bestandteil des Hofes war die Kanzlei. Als erster sächsischer Herzog nahm er das königliche Instrument der Schriftlichkeit in Anspruch und ließ Siegelurkunden (103 Diplome, Briefe und Mandate) ausstellen.[42] Erstmals sind unter der Kanzlei Heinrichs des Löwen für die Beurkundung eines Vertrages Kanzleigebühren überliefert.[43]

Joachim Ehlers unterscheidet einen von Ministerialen, Hofklerus und den Kapellänen geprägten „Kernhof“ und einen „Außenhof“, in deren Zustand sich Möglichkeiten und Grenzen herzoglicher Landesherrschaft zeigen.[44] Der Kernhof ist „ausschließlich und ortsunabhängig auf die Person orientiert“ während sich Außenhöfe (Lübeck, Artlenburg, Verden, Lüneburg) mit einer gewissen Regelmäßigkeit an bestimmten Intinerarorten um den Herzog bildeten. Heinrich ist in den Jahren 1142 bis 1180 21 mal in Braunschweig nachweisbar, je sechsmal in Artlenburg und Lüneburg, viermal in Lübeck und dreimal in Verden.[45] Für Braunschweig ist eine Verschmelzung des Kernhofes mit dem Außenhof feststellbar, da alle der für Sachsen genannten Edelfreien auch in Braunschweig bezeugt sind.[46]

Braunschweig

Der Marienaltar in St. Blasius zu Braunschweig

Braunschweig gewann für Heinrich den Löwen einzigartige Bedeutung. Heinrich erbaute in der werdenden Stadt eine Pfalzanlage. Sie gilt als eine der frühesten Residenzen eines mittelalterlichen Fürsten überhaupt. Der Ausbau Braunschweigs vollzog sich wohl erst im Zusammenhang mit der Heirat von Mathilde nach 1165.[47] Im Zentrum wurde ein bronzenes Löwenbild als Zeichen seines Namens angefertigt. Es ist die erste freistehende Plastik des Mittelalters nördlich der Alpen.[48] Sie wurde in den sechziger oder siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts gegossen.[49] Das Löwenbild gilt dabei als individuelles Herrschaftszeichen und nicht als dynastisches Familiensymbol der Welfen.[50]

1173 erfolgte ein kompletter Neubau des Kollegialstifts St. Blasius. Heinrich förderte aber auch die frühstädtische Siedlung durch Erschließung des Sumpfgebietes im Hagen für Ministeriale und cives sowie die Ummauerung der urbs (Stadt) von Altstadt, Hagen und Burgbereich. Braunschweig ist wichtigster Münzprägeort des Herzogs und brachte seit 1150 mindestens 55 Münztypen hervor.[51] Die Konzentration auf Braunschweig bedeutete aber auch eine Rückbesinnung auf Brunonische Traditionen und damit einen Verzicht auf die Weiterführung der frisch etablierten Grablegetradition in Königslutter.

Literatur am Hof

Vermutliche Stifterstatue Heinrichs im Braunschweiger Dom; evtl. aber auch die Darstellung seines Sohnes, des späteren römisch-deutschen Königs und Kaisers Otto IV.[52]

Das Rolandslied des Klerikers Konrad und der Tristrant des Eilhart von Oberg sind wahrscheinlich auf Initiative Heinrichs des Löwen entstanden. Der Tristrant-Roman ist der erste deutsche Versroman, der einen keltischen Stoff behandelt. Herkunft des Verfassers und Entstehungszeit des Romans sind jedoch unsicher.[53] Das Rolandslied wird nach 1168 (Vermählung Heinrichs mit Mathilde) und vor 1180 (Verlust des Herzogtums Bayern) datiert.[54] Die Identität des Dichters Konrad bleibt ungewiss. Von seinen 9016 Versen behandelt ein Drittel teilweise sehr realistische Kampfberichte und Schilderungen von Waffen, Rüstungen und Pferden.[55] Im Rolandslied wird Heinrich der Löwe mit dem biblischen König David verglichen und dadurch an die Seite Karls des Großen gestellt, der bereits zu Lebzeiten als irdische Verkörperung des biblischen Königtums gelobt wurde. Konrad hob Heinrich dadurch zum idealen christlichen Herrscher empor. Seine Herrscherpanegyrik intensivierte Konrad noch mit seiner Behauptung, dass in der Gegenwart (in disem zîte) nur Heinrich der Löwe eines Vergleichs mit David würdig sei. Ebenfalls im Auftrag Heinrichs des Löwen ist der Lucidarius nach 1150 entstanden. Der Lucidarius ist die erste Enzyklopädie in deutscher Sprache.[56]

Kunstpatron und Stifter

Heinrich der Löwe verfügte über Vogteirechte über etwa 75 Bischofs-, Kloster- und Stiftskirchen.[57] Doch gründete er als Herzog weder in Sachsen noch in Bayern ein Kloster oder ein Kanonikerstift und hat bestehende Einrichtungen nur begrenzt gefördert. Die einzige Klostergründung für die Zisterzienser in Riddagshausen bei Braunschweig geht auf die Initiative des welfischen Ministerialen Liudolf von Dahlum zurück. Heinrich vermachte größere Schenkungen an die Klöster Königslutter, St. Michael in Lüneburg, Riddagshausen, Northeim, Loccum oder an die Kanonikerstifte Georgenberg und Riechenberg.[58]

Wenn Heinrich auch kein eigenes Kloster gegründet hat, war er doch ein eifriger Stifter von Kirchengerät. Nach Arnold von Lübeck und Gerhard von Steterburg war Heinrichs Patronage und Stiftungsaktivität für die Kirchen maßgeblich durch die Reise ins Heilige Land und seinen Sturz motiviert gewesen.[59] Die Armreliquiare der Heiligen Theodosius und Innocentius aus den sechziger Jahren des 12. Jahrhunderts tragen die Stifterinschrift Dux Heinricus me fieri iussit ad honorem Die (Herzog Heinrich ließ mich zur Ehre Gottes anfertigen). Es sind die einzigen erhaltenen Goldschmiedearbeiten, die sicher auf Heinrich den Löwen zurückgehen.[60] Der 1188 von Bischof Adelog von Hildesheim geweihte Marienaltar im Chor von St. Blasius wurde von Mathilde gestiftet, die ihn mit Zustimmung Heinrichs des Löwen ausstattete und einen Pfarrer für den Gottesdienst bestimmte. Die Weihinschrift vermerkt dazu, dass Herzog Heinrich und seine „religiossima consors“ Mathilde den Marienaltar gegründet und gefördert hatten.[61] Ebenfalls aus der Zeit um 1188 scheint der Siebenarmige Leuchter zu stammen. Er wird mit Sicherheit im Auftrag Heinrichs des Löwen entstanden sein.[62] Die frommen Stiftungen Mathildes und Heinrichs vollzogen sich am Ende ihres Lebens und sind Ausdruck der Sorge um das Seelenheil. Nach einem Schatzverzeichnis des 15. Jahrhunderts gehörte die Braunschweiger Reliquiensammlung zu den größten und vornehmsten in ganz Europa.[63] Im Auftrag des Herzogs entstand das Evangeliar Heinrichs des Löwen in der Benediktinerabtei Helmarshausen. Die Datierung bleibt ungewiss. Das sogenannte Krönungsbild wurde als Memorialzeugnis des Herzogs und der Herzogin, aber auch als Hinweise auf einen Königsplan Heinrichs des Löwen gedeutet.

Der Hildesheimer Dom bekam von Heinrich und Mathilde liturgische Geräte und Gewänder gestiftet. Unter den Stiftungen könnte auch das Oswald-Reliquar nach Hildesheim gekommen sein. Das Lüneburger Michaelskloster war der Hauptort der Billunger und auch für Heinrich den Löwen bedeutsam. Dort feierte er sehr wahrscheinlich 1158, 1167 und 1178, sicher 1179 und 1180 das Weihnachtsfest und sein erster frühverstorbener Sohn wurde dort beigesetzt. Eine Stiftungstätigkeit für Lüneburg ist jedoch ungewiss. Der größte Teil des Lüneburger „Schatzes der Goldenen Tafel“ ging 1698 durch Diebstahl und zwischen 1791 und 1793 durch Verkäufe verloren. Eine Datierung auf Heinrich den Löwen bleibt ungewiss.[64] Ebenfalls ist die aus Stiftung der byzantinische Elfenbeintafel aus St. Michael zu Lüneburg nicht sicher auf Heinrich zurückzuführen.[65]

„Städtepolitik“

Durch wirtschaftliche und politische Fördermaßnahmen beeinflusste er nachhaltig die Entwicklung von Lübeck, Schwerin, Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Stade und Hamburg. In der Geschichte wurde Heinrich der Löwe dadurch zum Städtegründer von Lübeck, München und Schwerin und betrieb eine systematische „Städtepolitik“. Es sind jedoch keine Stadtgründungsprivilegien vom Löwen überliefert. Seine Förderung diente vielmehr der Steigerung seiner Einkünfte, der Demonstration von Herrschaft und der Kontrolle von Wirtschaftswegen.

Nach Braunschweig war Lüneburg ein weiteres wichtiges Herrschaftszentrum. Heinrich hielt sich zwar oft mit seiner Gemahlin Clementia in Lüneburg auf, doch sind zur Förderung Lüneburgs einzig Schutzmaßnahmen für die Lüneburger Saline 1153 überliefert.[66] Erst nach 1189 setzte Lüneburgs Aufstieg ein.

Für München sind außer dem Streit über Zoll und Verlegung der Brücke von Föhring nach München keine weiteren Aktivitäten Heinrichs überliefert. Heinrich ist offenbar nie in München gewesen und hat auch kein Stadtrecht verliehen.[67]

In Stade setzte nach der Übernahme der Stader Güter eine intensive Förderung des Ortes ein, wobei unklar ist, ob es bis zur Stadtrechtsverleihung gekommen ist.[68] Ebenso wenig ist Heinrichs Einfluss auf die Stadtentwicklung Hannovers und Göttingens ungewiss.

Lübeck wurde von von dem Holsteiner Grafen Adolf II. gegründet und von Heinrich zunächst in Konkurrenz zum Grafen mit der erfolglosen Gegengründung Löwenstadt bekämpft. Nach neueren Verhandlungen mit dem Grafen begann Lübecks wirtschaftlicher Aufstieg. Zur Förderung des Ostseehandels erhielten die Gotlandfahrer Privilegien und damit die erste schriftliche Rechtssicherung ihres Handels.[69]

Sturz des Löwen

Chiavenna

Angeblicher Fußfall Barbarossas vor Heinrich dem Löwen in Chiavenna 1176. Hinter dem knienden und bittenden Kaiser stehen ein Gefolgsmann und ein Schwertträger. Ob es tatsächlich zu einem Fußfall des Kaisers kam, ist umstritten, da nur spätere Quellen, und diese z. T. unterschiedlich, davon berichten. Dass Heinrich hoch zu Pferd sitzt, macht seine Haltung noch überheblicher, und Barbarossas kniefällige Bitte besonders demütigend. Sächsische Weltchronik, vor 1290, Bremen, Staats- und Universitätsbibliothek, msa 0033, fol. 88va

Durch den Druck der Reichsverwaltung in Italien formierte sich im Dezember 1167 der Lombardische Städtebund gegen den Kaiser. Eine durch die Augusthitze begünstigte Ruhrepidemie im kaiserlichen Heer hatte 1167 mit dem Tod zahlreicher Erbsöhne nachhaltige dynastische Folgen für den Laienadel. Das Scheitern Barbarossas Italienpolitik zeichnete sich ab. Barbarossa begann nun systematisch die Güter erbenloser Herren in Schwaben einzuziehen. Der süddeutsche Welfenbesitz Welfs VI. entfachte eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Vettern Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa über das Erbe. Welf verblieb seit dem Tod seines Sohnes Welf VII. 1167 durch die römische Epidemie ohne Nachkommen. In einem Vertrag vermachte er seinen gesamten Besitz in Oberschwaben gegen eine hohe Geldzahlung an seinen welfischen Neffen Heinrich den Löwen. Nach einer Quelle aus dem 13. Jahrhundert habe der Löwe jedoch mit dem vorzeitigen Tod seines Onkels gerechnet und die Zahlung hinaus geschoben. Daraufhin löste Welf VI. den Vertrag auf und schloss mit Friedrich Barbarossa einen neuen Vertrag. Diese Machtverschiebung in Schwaben für den Staufer war erheblich und Voraussetzung für den Prozess gegen den Löwen.

Heinrich trat am 6. Juli 1174 das letzte Mal als Zeuge in einem Diplom des Kaisers auf.[70] In den Jahren nach 1174 leistete Heinrich keine Heeresfolge in Italien und seine Hofpräsenz hatte nachgelassen. Dagegen verpflichtete sich der Kölner Erzbischof Philipp, der zu den gefährlichsten Gegnern des Löwen gehörte und schon seit Jahren mit ihm um die Vormacht in Westfalen stritt, Kaiser Barbarossa in Italien mit überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft. Philipp schreckte vor dem Italienzug nicht mit Ausgaben zurück, „bis die kaiserliche Hoheit wieder im Vollbesitz ihrer Kraft das erhobene Haupt der Rebellen beugt und zu Boden wirft“[71] Solche Anstrengungen mussten sich lohnen und später den Handlungsspielraum Philipps bei Barbarossa erweitern.

Im November 1175 forderte Barbarossa für die Kämpfe gegen die lombardischen Städte Unterstützung. Alle sächsischen Fürsten folgten der Bitte, nur Heinrich der Löwe habe sich geweigert und soll von Barbarossa zu einer Unterredung nach Chiavenna gebeten worden sein. Anfang 1176 hatten sich Kaiser Barbarossa und Herzog Heinrich anscheinend in der Reichsburg Chiavenna getroffen.[72] Alle Quellen über die Vorgänge in Chiavenna wurden Jahre oder gar Jahrzehnte später abgefasst. Möglicherweise ist es zu einem Fußfall des Kaisers vor dem Herzog gekommen, um die Dringlichkeit der Bitte zu verdeutlichen. Heinrich gab jedoch seinen Widerstand nicht auf. Die Stellung eines Heereskontingents machte Heinrich wohl von der Übergabe der Reichsvogtei Goslar abhängig. Dies lehnte Barbarossa ab.

In seiner zwischen März und August 1210 verfassten Darstellung versuchte der welfentreue Historiograph Arnold von Lübeck den Sturz des Herzogs zu „bewältigen“.[73] Für Arnold war der Prozess gegen Heinrich den Löwen kein Musterbeispiel konsensualer Herrschaft, sondern eine Verschwörung gegen den Herzog.[74] Das Geschehen des Hilfesuchens wird auf einen Hoftag verlegt, wo Friedrich Barbarossa die Reichsfürsten zu einer Heerfahrt nach Italien aufgefordert habe. Heinrich wollte aus Altersgründen die persönliche Heeresfolge nicht leisten und versuchte ihr durch Geldzahlung zu entgehen.[75] Arnold versuchte in seiner Darstellung den Eindruck zu vermitteln, dass Heinrich mit seiner Argumentation die herrschende Rechtsauffassung wieder gab und damit im Einklang mit den Vorstellungen seiner Zeitgenossen sich befand.[76] Seine Version spricht Heinrich von jeder Schuld frei und macht Barbarossa zum Schuldigen, denn er habe eine berechtigte Verweigerung des Herzogs genutzt um seinen Sturz zu betreiben.

Durch die Weigerung Heinrichs des Löwen 1176 Kaiser Barbarossa beim Kampf gegen die lombardischen Städte zu unterstützen, wurde aber auch Kaiser Barbarossas Auseinandersetzung mit Papst Alexander III. erschwert, denn das Schisma konnte nur ein Ende finden, wenn die verbündeten lombardischen Städte besiegt wurden. Im Februar 1176 forderte Friedrich brieflich alle Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Herzöge, Markgrafen und Grafen auf, ihn bei der Heerfahrt nach Italien zu unterstützen. Dadurch kamen im Frühjahr 1176 bei Como etwa 2000 Reiter beim Kaiser zusammen. Im Mai 1176 verlor der Kaiser jedoch die Schlacht von Legnano. Am 1. August 1177 wurde mit Papst Alexander III. der Friede von Venedig geschlossen. An den Friedensverhandlungen und Beratungen war Heinrich der Löwe nicht beteiligt. Der Friedensschluss wurde mit den Erzbischöfen von Köln und Magdeburg von den Gegnern des Löwen ausgehandelt. Mit dem Frieden von Venedig sollte auch der auf Bestreben Heinrichs des Löwen 1160 vertriebene Bischof Ulrich von Halberstadt sein altes Amt zurückerhalten.

Der „Prozess“

Karte des Herzogtums Sachsen und des Besitzes (Hausmacht) von Heinrich den Löwen kurz vor der Zerschlagung um 1180

Im Herbst 1177 begann Ulrich von Halberstadt in Sachsen den Kampf um die Halberstädter Kirchenlehen gegen Heinrich den Löwen. Unterstützung erhielt Ulrich 1178 vom aus Italien heimgekehrten Philipp von Köln. Der Kölner Erzbischof fiel in den westfälischen Teil des Herzogtums ein. Im November 1178 erhob der Löwe auf einem Hoftag in Speyer vor Barbarossa Klage gegen den Erzbischof wegen Landfriedensbruchs. Doch sollte sich auf einem Hoftag in Worms Heinrich der Löwe für sein aggressives Auftreten gegen den Adel verantworten. Heinrich erschien jedoch zwischen dem 6. und 13. Januar 1179 nicht in Worms, denn vor Gericht zu erscheinen hätte die Berechtigung der gegen ihn geführten Klage anzuerkennen bedeutet.[77] Der Ladungsungehorsam und die demonstrative Missachtung von Kaiser, Fürsten und Gericht traf Barbarossas Herrschaftsanspruch und war eine Verletzung der Ehre des Reiches (Honor Imperii)[78] Heinrichs Verhalten durfte nicht ungesühnt bleiben. Es erging daraufhin auf dem Wormser Hoftag vom Januar 1179 ein „Feststellungsurteil“, wonach ihm im Wiederholungsfall die Acht angedroht wurde. Auch auf einem am 24. Juni 1179 stattfindenen Hoftag in Magdeburg erschien Heinrich nicht. In Magdeburg erhob Markgraf Dietrich von der Lausitz Anklage gegen den Löwen wegen Hochverrats und forderte den Löwen zu einem gerichtlichen Zweikampf auf.

Den ausführlichsten Bericht über den Streit zwischen Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa überliefert dreißig Jahre später Arnold von Lübeck. Nach Arnold gab es ein zweites vertrauliches Gespräch zwischen den beiden in Haldensleben. Dort soll Heinrich den Kaiser durch Vermittler um eine Konfliktbeilegung gebeten haben. Barbarossa verlangte 5.000 Mark Silber, dann könne Heinrich durch seine Vermittlung die Huld der Fürsten wieder erlangen, denen er Unrecht angetan habe. Heinrich lehnte diese kaiserliche Forderung ab.[79] Heinrich blieb im Juli 1179 einem Hoftag in Naumburg (oder Neunburg), im August dem Hoftag in Kayna und im Januar 1180 dem Hoftag von Würzburg fern, denn vor dem Königsgericht zu erscheinen, hätte bedeutet, die Berechtigung der erhobenen Klage anzuerkennen. Um die Unterstützung größerer Kreise der Fürsten zu erlangen, musste sich Barbarossa verpflichten, den Herzog ohne ihre Zustimmung nicht wieder in den Stand seiner früheren Ehre zu setzen. Die Fürsten wollten damit möglichen Vergeltungsmaßnahmen eines später durch Barbarossa restituierten und weiterhin übermächtigen Doppelherzogs vorbeugen.[80] Friedrich büßte dafür das traditionelle Vorrecht herrscherlicher Verzeihung ein.

Die Zukunft des sächsischen Herzogtums wurde auf einem Hoftag in Gelnhausen Ende März 1180 geregelt. Heinrich der Löwe wurde als Majestätsverbrecher verurteilt und seine Reichslehen wurden eingezogen. Die Gelnhäuser Urkunde[81] begründete die Vorwürfe und Vergehen gegen den Herzog mit seiner Unterdrückung der Freiheit (libertas) der Kirchen Gottes und der Adligen, die Missachtung der nach Lehnrecht ergangenen dreimaligen Ladung vor Hofgericht zu erscheinen und der nicht mehr hinnehmbaren Verachtung der kaiserlichen Majestät (pro multiplici contemptu nobis exhibito).[82] Als Nutznießer des Konfliktes zwischen Barbarossa und Heinrich dem Löwen erhielt der Erzbischof Philipp von Köln am 13. April 1180 das westliche Sachsen als neues Herzogtum Westfalen-Engern. Der östliche Teil fiel an den Grafen Bernhard von Anhalt, der Herzog von Sachsen wurde. Ostfalen ging als Herzogtum an die Askanier. Ende September 1180 wurde auf einem Hoftag in Altenburg auch über das Herzogtum Bayern entschieden. Der Dukat wurde durch die Abtrennung der Steiermark verkleinert. Die Mark Steier fiel als selbstständiges Herzogtum an den bisherigen Markgrafen Ottokar von Steier. Das verkleinerte Herzogtum Bayern erhielt der bisherige bayerische Pfalzgraf Otto von Wittelsbach. Die Wittelsbacher regierten fortan bis 1918 in Bayern. Mit der Teilung Sachsens und der Reduzierung Bayerns verloren die großen karolingerzeitlichen regna des ostfränkischen Reiches ihre vorherige Bedeutung; an ihre Stelle traten kleinere Landesherrschaften. Die Neuordnung begrenzte aber auch die Königsgewalt und begünstigte in Bayern und Sachsen regionale Adelsdynastien.[83]

Exil

Das Urteil sollte durch einen Reichskrieg umgesetzt werden. Heinrich eröffnete schon im April 1181 die entscheidenden Kämpfe mit einem Angriff auf Goslar und mit der Gefangennahme des Landgrafen Ludwig von Thüringen. Der Kaiser führte einen zweimonatigen Verwüstungsfeldzug in Sachsen. Ein Hoftag in der Königspfalz Werla am 15. August forderte Heinrichs Anhänger auf, ihn spätestens bis zum 11. November zu verlassen, wenn sie ihre Lehen und Dienstgüter behalten wollen. Heinrichs Herrschaftssystem, das zu wenig Rücksicht auf Gefolgs- und Dienstleute nahm, brach nun zügig ein. Der Großteil der welfischen Burgen fiel sofort an den Staufer (Ilfeld, Scharzfeld, Herzberg, Staufenberg, Heimburg, Blankenburg, Regenstein, Lauenburg). Heinrichs Ministerialen Anno II. von Heimburg, Heinrich III. von Weida, Ekbert II. von Wolfenbüttel und Liudolf II. von Peine wechselten innerhalb weniger Wochen auf die kaiserliche Seite. Heinrich verblieben die Hauptorte Lüneburg, Braunschweig und Haldensleben. Barbarossa konnte deshalb im Herbst 1180 auch sein Heer entlassen. Im November 1181 unterwarf sich Heinrich der Löwe auf dem Hoftag von Erfurt. Seine sächsischen Eigengüter durfte er behalten, seine beiden Herzogtümer waren jedoch verloren. Heinrich musste ins Exil zu seinem Schwiegervater gehen, weil er bei der politischen Neuordnung als Unruhestifter angesehen wurde. Die Dauer der Verbannung sollte zwischen drei bis sieben Jahren sein.[84]

Am 25. Juli 1182 zog Heinrich mit seiner Gemahlin, seinen beiden Söhnen Heinrich und Otto, seiner Tochter Richenza und wenigen Getreuen von Braunschweig zu seinem Schwiegervater nach England. Im Herbst 1182 vollzog Heinrich eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela im nordwestlichen Spanien. Die Pilgerleistungen dienten zur Förderung seines Seelenheils.[85] Möglicherweise ist Heinrich aber auch durch den Erfurter Hoftagsbeschluss zur Bußwallfahrt gezwungen worden.[86] Seit Weihnachten 1182 lebte der Löwe am Hof Heinrichs II. und wurde zu einer kostspieligen Angelegenheit für den englischen König. Auch im Exil besaß der Löwe einen eigenen Hof mit Hofämtern und eine vom englischen König bezahlte Leibgarde. In Winchester bekam Mathilde 1184 mit Wilhelm das vierte Kind. Durch den Tod Ottos I. von Wittelsbach im Juli 1183 hoffte Heinrich das Herzogtum Bayern wieder zu bekommen. Zu Pfingsten 1184 konnte Heinrich als Vermittler von Heinrich II. den Mainzer Hoftag besuchen. Doch wurde das bayerische Herzogtum an Ottos Sohn Ludwig I. vergeben.

Durch diplomatische Bemühungen bei Kaiser und Papst erreichte Heinrich II. die Rückkehr Heinrichs des Löwen ins Reich. Die Rückkreise ging zunächst im Frühjahr 1185 in die Normandie. Ende September 1185 kehrte Heinrich mit seiner Frau und dem ältesten Sohn Heinrich nach Braunschweig zurück. Heinrichs Löwensiegel führte statt der Formel Heinrich von Gottes Ganden Herzog von Bayern und Sachsen nur noch die Umschrift Herzog Heinrich, ohne räumlichen Bezug seiner Herzogsherrschaft. Die staufische Kanzlei verweigerte ihm dagegen seinen Herzogstitel.[87] Die enorme Reduzierung seiner Herrschaft nach seinem Sturz stärkte aber auch von 1185 bis 1189 die Sonderstellung Braunschweigs.[88] Auf dem Mainzer Hoftag wurde am 27. März 1188 ein Kreuzzug beschlossen. Als sich Heinrich dem Kreuzzug verweigerte, wurde er vom Kaiser mit einem zweiten dreijährigen Exil bestraft. Ostern 1189 kehrte Heinrich mit seinem Sohn Heinrich nach England zurück. Seine Gemahlin blieb in Braunschweig. Nach dem Tod Heinrichs II. am 6. Juli schloss sich Heinrich der Löwe dem neuen König Richard I. „Löwenherz“ an. Durch den Tod seiner Gemahlin am 28. Juni 1189 kehrte Heinrich gegen die Abmachungen ins Reich zurück. Nach seiner Rückkehr belehnte ihn Erzbischof Hartwig II. von Bremen erneut mit der Grafschaft Stade. Der Kaiser und seine wichtigsten Fürsten waren unterdessen zur Reise ins Heilige Land aufgebrochen. Heinrich gelang es vielleicht mit Unterstützung seines Schwagers Richard Löwenherz und seines Schwiegersohnes Knut VI. von Dänemark das sächsische Land wieder einzunehmen. Durch das Reichsheer unter Heinrich VI. musste er seine Bestrebungen jedoch im Oktober 1189 aufgeben.

Tod

Braunschweiger Dom: Grabmal Heinrichs des Löwen (links), Mathildes (rechts) und deren Sohnes Otto IV. (Moderne Grabplatte im Vordergrund)

In seinem letzten Lebensjahr soll sich Heinrich „alte Chronik sammeln, zusammenschreiben und vorlesen lassen und mit dieser Beschäftigung oft die ganze Nacht schlaflos verbracht“ haben. Seine letzte Ruhestätte fand er zusammen mit Mathilde in der von ihm ausgestatteten Blasius-Kirche. Die welfische Memoria konzentrierte sich fortan in Sachsen. Die heute noch erhaltenden Grabbilder dürften spätestens 1210 unter seinen Kapellänen angefertigt worden sein.[89] Die Grabanlage für Heinrich und seine Gemahlin ist das älteste erhaltene Doppelgrab eines Ehepaares in Deutschland.[90]

Bereits drei Jahre nach Heinrichs Tod wurde sein Sohn Otto von niederrheinisch-westfälischen Großen unter Führung des Erzbischofs von Köln gegen den Staufer Philipp von Schwaben zum König erhoben und seit 1208 allgemein anerkannt. Papst Innozenz III. krönte Otto 1209 zum Kaiser. 1235 gelang mit dem neuen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg die Rückkehr in den Kreis der Reichsfürsten.

Nachwirkung

Beurteilung im Mittelalter

Heinrich der Löwe erhielt keine zeitgenössische Lebensbeschreibung. In Bayern nahm kaum ein bayerischer Historiograph von seinem Sturz Notiz und in späteren Verlauf verdrängte die Wittelsbacher Erinnerungskultur seine Person.

Vermutlich zwischen 1167/68 und 1172 verfasste Helmold, Pfarrer in Bosau am Plöner See, seine Slawenchronik. Sie beschreibt die Geschichte der Westslawenmission von der Bekehrung Sachsens durch Karl den Großen bis zum Tod des Oldenburger Bischofs Gerold 1163. Grundsätzliche Bedeutung für die Beurteilung ist die Förderung des Bistums Oldenburg/Lübeck und die Slawenmission. Für Helmold von Bossau war der Schutz des Bistums, die Christianisierung der Slawen und die Sicherung der sächsischen Landnahme nur mit Heinrich den Löwen zu erreichen.[91] Heinrich ist die alle anderen Fürsten überragende Gestalt. Im Herzog sah Helmod den „Fürsten aller Fürsten des Landes“, der „die Nacken der Aufrührer beugte, ihre Burgen brach, die Wegelagerer vertilgte, Frieden machte im Lande, die stärksten Festungen erbaute und ungeheures Eigengut hatte.“[92]

In derselben Diözese wie Helmold verfasste der Lübecker Benediktinerabt Arnold von Lübeck seine Chronik. Er verstand sie als Fortsetzung von Helmods Slawenchronik.[93] Seine Chronik ist eine bedeutende Quelle für die Geschichte Nordelbiens während der dänischen Expansionszeit um 1200 sowie für die Geschichte des sächsischen Herzogs, insbesondere dessen Auseinandersetzungen mit Kaiser Friedrich I. und der Fürstenopposition.[94] Bereits im Prolog stellt Arnold Herzog Heinrich wegen seiner Bezwingung der Sclavi, der Verbreitung des Christentums, der Errichtung eines Friedens im ganzen Slawenland und seiner Verdienste um die Kirche an den Beginn seines Werkes. Am Schluss verweist Arnold erneut auf den Herzog als Bekehrer und Unterwerfer der Sclavi.[95] Arnolds Werk fand jedoch wenig Verbreitung und wurde selten von anderen Autoren herangezogen.

Der hennegauische Kanzler Giselbert von Mons fällte ein vernichtendes Urteil über Heinrich den Löwen. Er charakterisierte Heinrich als den mächtigsten aller Herzöge und als arrogantesten und grausamsten fast aller Menschen.[96]

Heinrichs weitere Nachwirkung blieb gering. Erst am Ende des 13. Jahrhunderts würdigte ihn die Braunschweiger Reimchronik aus landesgeschichtlicher Sicht. Heinrich war Braunschweigs Schutzherr und Kämpfer für die Ausbreitung des christlichen Glaubens. Mit Beginn des 14. Jahrhunderts ging das Interesse der Historiographen weiter zurück. Erinnerungen und Erzählungen über den Löwen konzentrierten sich vornehmlich auf Norddeutschland.

Rezeption

Heinrichs Bild war in der Nachwelt stetigen Wandlungen unterworfen: Vom Helden zum Schurken, zum Städtegründer, zum Förder der Künste, zum Verräter des Papsttums, zum Kreuzritter, von der Lichtgestalt des Deutschtums bis zum europäischen Fürsten.

Heinrichs Pilgerfahrt nach Jerusalem 1172/73 war Anlass für die frühe Entstehung der „Heinrichs Sage“. Im Spätmittelalter wurde Heinrich der Löwe zum ritterlichen Helden, der auf einer abenteuerlichen Reise (Greifenepisode, Drachenkampf, Floßfahrt mit dem Löwen) mit einem treuen Löwen ins heimische Braunschweig zurück kehrte. Die Geschichte fand durch mehrere Bildzyklen und literarische Verarbeitungen, wie die Lieder von Hans Sachs und Heinrich Göding, weite Verbreitung.

Seit 1685 bedienten sich die welfischen Herzöge von Celle und Hannover Gottfried Wilhelm Leibniz um Hoheitsansprüche historisch zu begründen. Leibniz wurde mit der Abfassung einer Hausgeschichte der Welfen beauftragt. Zwar sammelte er das Material, doch das von ihm erwartete Werk hat er nicht verfasst. Zum Bezugspunkt um die Auseinandersetzungen um Rang und Territorium wurde Heinrich der Löwe. Sein umfangreicher Besitz und seine Machtstellung bildete die „natürliche Grundlage“ für die historisch-juristischen Argumentation der Welfen.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde Heinrich in den konfessionellen Auseinandersetzungen vereinnahmt. Im 19. Jahrhundert war der Fußfall von Barbarossa in Chiavenna vor Heinrich den Löwen ein beliebtes Motiv in der Historienmalerei, da das Ereignis durch Geschichtsunterricht und Literatur den meisten Menschen bewusst war. Die Vorgänge in Chiavenna bekamen in der Kontroverse um die kaiserliche Italienpolitik und das Scheitern der königlichen Zentralgewalt vor dem Hintergrund einer kleindeutschen oder großdeutschen Lösung besondere politische Brisanz. In der Historienmalerei inspirierten Chiavenna Hermann Wislicenus, Wilhelm Trautschold und Philipp von Foltz. Weitere Szenen aus dem Leben Heinrichs verarbeiteten im 19. Jahrhundert Bernhard Rode (Heinrich und die Wenden), Heinrich Anton Mücke (Heinrich demütigt sich vor Barbarossa auf dem Erfurter Reichstag), Adolf Quensen (Einzug Heinrichs in Jerusalem), Max Koch (Heinrich als Gründer Lübecks), Ludwig Tacke (Heinrich als Sieger über die Wenden) und Peter Janssen (Unterwerfung Heinrichs vor Babarossa auf dem Erfurter Reichstag).

Im Nationalsozialismus waren für Adolf Hitler in den letzten Tausend Jahren nur drei Leistungen bedeutsam: die Kolonisation der Ostmark, „die Erwerbung und Durchdringung des Gebietes östlich der Elbe“, „die von den Hohenzollern betätigte Organisation des brandenburgisch-preußischen Staates als Vorbild und Kristallisationskern eines neuen Reiches“.[97] Dabei kam dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen als Vorkämpfer der Ostkolonisation besondere Bedeutung zu. Hitler lobte zunächst Heinrichs „völkische“ Leistungen wie die „Eindeutschung“ Mecklenburgs und die „Ausweitung des deutschen Lebensraumes nach Osten“. 1935 erklärte Hitler das Grab Heinrichs des Löwen zur „Wallfahrtsstätte der Nation“ und der Braunschweiger Dom wurde zum „Staatsdom“ umgestaltet.[98]

Doch änderte sich Hitlers Einstellung mit Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der Abfall Heinrichs des Löwen von Kaiser und Reich in der Stunde des schwersten und gefährlichsten Kampfes aus persönlichen Interessen passte nicht mehr zur Diktatur die „Vasallentreue“ statt Eidbruch und Widerstand erwartete. Heftig kritisierte Hitler nun „Lehensfürsten wie Heinrich den Löwen wegen ihres Ausderreihetanzens“. Der Löwe habe als „Kleinsiedler“ nicht das „Format der deutschen Kaiser“. „Wenn die deutschen Lehensfürsten zum deutschen Kaisertum gehalten hätten, wäre das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein Riesenreich geworden.“[99]

Ältere Forschungsmeinung

Für die ältere Forschung verkörperten Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa nicht nur den staufisch-welfischen Gegensatz, sondern zeitweise auch zwei fundamental gegensätzliche Konzeptionen deutscher Politik, Betonung der Italienpolitik und Vorrang der Ostpolitik. Die Geschichte des Reiches wurde im 12. Jahrhundert als die Geschichte des staufisch-welfischen Gegensatzes geschrieben. Nach der Sichtweise der älteren Forschung war der Sturz Heinrichs des Löwen aus einem Streit zwischen Kaiser und Fürst über zwei politische Konzeptionen begründet und zugleich der Gipfel- und Wendepunkt im staufisch-welfischen Konflikt.

In seiner viel gelesenen „Allgemeinen Weltgeschichte für alle Stände“ von Carl von Rotteck, die erstmals 1818 erschien, wurde die deutsche Nation mit den Staufern identifiziert. „Heinrichs des Löwen Abtrünnigkeit“ trage die Schuld an des Kaisers katastrophaler Niederlage von Legnano. Diese Vision nahm Otto von Bismarck später in seinen „Gedanken und Erinnerungen“ wieder auf, um Preußens Annexion des welfischen, dynastisch mit England vereinten Hannover von 1866 zu legitimieren.

In der protestantisch-nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts galt Heinrich der Löwe als Hauptvertreter fürstlicher Partikularinteressen. Im Sybel-Ficker-Streit wurde über die Vor- und Nachteile der Italienpolitik für die deutsche Nation im Mittelalter gestritten. In der Kontroverse über die nationale Gestaltung Deutschlands, die kleindeutsche oder großdeutsche Lösung, war der Löwe für kleindeutsch-gesinnte Historiker ein Musterfürst, der statt der verfehlten Rom- und Italienpolitik die wahren Interessen des deutschen Volkes erkannt habe: straffe Herrschaft im Innern und expansive Politik nach außen in die slawischen Räume. In der „Geschichte der deutschen Kaiserzeit“ von Wilhelm Giesbrecht aus dem Jahr 1856 fiel mit der Verherrlichung der mittelalterlichen Kaiserpolitik das Urteil über Heinrich negativ aus. In ihm schlummerte zwar das „Genie des Staatsmannes“, doch „Habgier, Treulosigkeit und Hochmut“ befleckten es.[100] Der protestantische Preuße Heinrich von Sybel bezeichnete die mittelalterliche Kaiserpolitik als „Grab der Nationalwohlfahrt“ und fällte ein positives Urteil über Heinrich den Löwen. Der Herzog habe als erster die wahren nationalen Aufgaben erkannt, da er die Staufer veranlasst habe, sich von Italien loszureißen, „um ihre Kräfte ungestört auf die Gründungen in Österreich, Böhmen, Schlesien, Brandenburg, Preußen zu wenden“.[101] Nach dem Österreicher Julius von Ficker habe Heinrich den Zusammenhalt des Reiches gefährdet. Als Verfechter einer großdeutschen Lösung unter Einschluss Österreichs hob Ficker vor allem die nationale und universale Bedeutung des Kaisertums aus gesamteuropäischer Perspektive hervor.[102] Hingegen sahen Georg von Below (1927) und sein Schüler Fritz Kern in Heinrich den Löwen wieder einen Vorläufer deutscher Nationalpolitik. Nach ihrer Auffassung hätten das Deutschtum im Osten keine Grenzen aufgehalten, wäre man dem Löwen gefolgt.[103]

Moderne Forschung

Die Geschichte Heinrichs des Löwen wurde schwerpunktmäßig nach dem Zweiten Weltkrieg von Karl Jordan erforscht. Als ersten Laienfürsten wurden seine Urkunden 1941/49 im Rahmen der Monumenta Germaniae Historica von Jordan publiziert. Jordan legte 1979 eine Biographie des Welfen vor, die lange Zeit das maßgebliche Referenzwerk über Heinrich den Löwen geblieben ist. Doch erbrachte diese Darstellung keine neuen Einsichten. Jordan blieb den Interpretationsmustern der Vorkriegszeit verwurzelt. Hochmut, Geldgier, Hilfsverweigerung in schwerer Not, „tragische Schuld“ waren seine zentralen Deutungsmuster an denen er Heinrich den Löwen beurteilte. Machtbesessenheit habe letztendlich zu seinem Scheitern geführt.[104]

Neue Impulse erfolgten in der Heinrichforschung durch den von Karl Schmid begründeten und besonders Otto Gerhard Oexle weiter entwickelten Ansatz zur Erfassung der Struktur und Herrschaftsbildung des Adels. In der Folgezeit veränderte sich das Bild Heinrichs von einem Macht- und Territorialfürsten, zu einem wichtigen Teil einer weitgespannten adligen Abstammungs- und Gedenkgemeinschaft.[105] 1995 fand anlässlich seines achthundertsten Todestags in Braunschweig die Ausstellung "Heinrich der Löwe und seine Zeit" statt. Heinrich der Löwe wurde zur Leitfigur europäischer Vernetzungen im Mittelalter. Im selben Jahr widmete ihm selbst der Konstanzer Arbeitskreis in seiner vierzigjährigen Geschichte als erster Person ohne Königsstellung eine Tagung. 1996 unterzog Werner Hechberger den staufisch-welfischen Gegensatz, der lange für das 12. Jahrhundert als die grundlegende politische Konstellation betrachtet wurde, einer Revision. Hechberger konnte nachweisen, dass das Verhältnis zwischen Staufern und Welfen als zwei miteinander verfeindeter Familien keine zeitgenössische politische Koordinate, sondern ein modernes Forschungskonstrukt ist. Demnach ist auch der Sturz des Löwen nicht mehr als ein von Barbarossa zielstrebig verfolgter Plan einzuordnen. Die jüngere Forschung kommt bei Heinrichs Sturz zu einem differenzierteren Urteil und betont die Teilhabe der Fürsten an der Königsherrschaft, die „zum selbstverständlich praktizierten konsensualen Entscheidungsgefüge“[106] gehörte. Barbarossa wird beim Sturz des Löwen vielmehr als „Getriebener“ der Fürsten charakterisiert.[107]

1997 verfasste Joachim Ehlers ein knappes Lebensbild des Welfen. Er sah Heinrichs Herrschaft wegen der Verbindungen zur anglonormannischen Welt in „großer europäischer Perspektive“.[108] Die historische Größe Heinrichs sieht Ehlers nicht mehr in der energischen Umgestaltung der Adelslandschaft Sachsens zu einem welfischen Territorium, sondern im ausgeprägten Willen der Selbstdarstellung und den auf vielen Reisen empfangenen Einflüssen.[109] Durch seine zahlreichen vorsätzlichen Rechtsbrüche unterschätzte Heinrich jedoch das Recht als Herrschaftsinstrument und Ordnungsfaktor, denn es sei ihm nicht gelungen „eine kohärente, nach außen vertretbare Rechtstheorie für seine Ambitionen und Regierungshandlungen zu entwickeln“.[110]

Für Bernd Schneidmüller (2000) erscheint der wenig mit den sächsischen Großen um Konsens bemühte machtbewusste Welfe als ein „Modernisierer und Brüskierer, innovativer Virtouse der Macht wie unsensibler Autist im Gefüge adliger Gleichrangigkeit“.[111] Durch Heinrichs Bemühen das herzogliche Amt zwischen König und Grafen zu schieben und seine Versuche den Grafenstand zu mediatisieren sowie die konsequente Heranziehung der Ministerialität würdigte Schneidmüller den Welfen als modernen Herrscher mit überdurchschnittlichen „Gestaltungswillen“[112] und als „Motor für eine Hierarchisierung“.[113] Ein Jahrhundert später stellten die Rechtsspiegel die Reichsfürsten in der Lehnshierarchie über den Grafenstand.

2008 lieferte Ehlers mit einer umfassenden Biografie eine neue Synthese des derzeitigen Forschungsstandes und löst Jordans Biografie als Standardwerk ab.

Quellen

  • Matthias Becher (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Welfen und die Chronik Burchards von Ursberg (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe; Bd. 18b), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007. (Rezension)
  • Helmold von Bosau: Chronica Slavorum, ed. Bernhard Schmeidler, MGH SSrG 32, Hannover 1937, S. 1–218 / Helmold von Bosau: Slawenchronik. Neu übertragen und erläutert von Heinz Stoob, 7. Auflage. (Unveränd. Nachdr. der 6. gegenüber der 5. um einen Nachtr. erw. Auflage. 2002) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21974-2.
  • Arnold von Lübeck: Chronica Slavorum, ed. Georg Heinrich Pertz, MGH SSrG 14, Hannover 1995 (Unveränd. Nachdr. der Ausg. von 1868), ISBN 3-7752-5307-6.
  • Annales stederburgenses: Annales stederburgenses auctore Gerhardo praeposito a. 1000–1195. ed. Georg Heinrich Pertz (= MGH SS XVI), Hannover 1859, S. 197–231.
  • Die Urkunden Heinrichs des Löwen, Herzogs von Sachsen und Bayern, bearbeitet von Karl Jordan (MGH Laienfürsten- und Dynastenurkunden der Kaiserzeit 1), Leipzig 1941–1949 (ND 1957–1960).

Literatur

Überblicksdarstellungen

Monografien

Lexikonartikel

Weblinks

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Anmerkungen

  1. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 320.
  2. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 320.
  3. Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie. 4. Auflage. München 1996, S. 25.
  4. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 47ff,
  5. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 398.
  6. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 15.
  7. Otto von Freising, Chronica, lib. VII, cap. 23.
  8. Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich. München 2006, S. 28. Gesta Frederici I, 23.
  9. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 186.
  10. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 74.
  11. Alfried Wieczorek; Bernd Schneidmüller; Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa. Bd. 1 Essays, Darmstadt 2010, S. 72.
  12. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 188.
  13. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 127.
  14. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 77.
  15. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 87.
  16. Knut Görich: „... damit die Ehre unseres Onkels nicht gemindert werde ...“ Verfahren und Ausgleich im Streit um das Herzogtum Bayern 1152–1156. In: Peter Schmid/ Heinrich Wanderwitz (Hrsg.): Die Geburt Österreichs. 850 Jahre Privilegium minus, Regensburg 2007, S. 23–35, hier: S. 24.
  17. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 463f. Die Quellenstelle: Helmoldi Chronica Slavorum cap. 86.
  18. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 88.
  19. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 95.
  20. Rahewin, Gesta Frederici, III, 13.
  21. Rahewin, Gesta Frederici, III, 25–26.
  22. Knut Görich: Jäger des Löwen oder Getriebener der Fürsten? Friedrich Barbarossa und die Entmachtung Heinrichs des Löwen. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 99–117, hier: S. 108.
  23. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 178.
  24. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 116; 164.
  25. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 224.
  26. Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. Innovationspotentiale eines mittelalterlichen Fürsten. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 50–65, hier: S. 56; Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 205f.
  27. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 88.
  28. Diana Zunker: Adel in Westfalen. Strukturen und Konzepte von Herrschaft (1106–1235). Husum 2003, S 14.
  29. Helmold 2,105.
  30. Rudolf Schieffer: Heinrich der Löwe, Otto von Freising und Friedrich Barbarossa am Beginn der Geschichte Münchens. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 66–77, hier: S. 70.
  31. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 163f.
  32. Rudolf Schieffer: Heinrich der Löwe, Otto von Freising und Friedrich Barbarossa am Beginn der Geschichte Münchens. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 66–77, hier: S. 71.
  33. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 100.
  34. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 213f.
  35. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 171.
  36. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 184–186.
  37. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 14.
  38. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 190f.
  39. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 222.
  40. Gert Melville: Um Welfen und Höfe. Streiflichter am Schluß einer Tagung. In: Bernd Schneidmüller (Hrsg.), Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter, Wiesbaden 1995, S. 541–557, hier: S. 546.
  41. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 229.
  42. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 240; 400; Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. Innovationspotentiale eines mittelalterlichen Fürsten. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 50–65, hier: S. 58.
  43. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 242.
  44. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 235.
  45. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 235f.
  46. Joachim Ehlers: Der Hof Heinrichs des Löwen. In: Bernd Schneidmüller (Hrsg.), Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter, Wiesbaden 1995, S. 43–59, hier: S. 52.
  47. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 251.
  48. Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. Innovationspotentiale eines mittelalterlichen Fürsten. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 50–65, hier: S. 59.
  49. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 218.
  50. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 257f.
  51. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 265.
  52. Bernd Ulrich Hucker vermutet, dass es sich um die Darstellung Ottos aus einem unvollendet gebliebenen Grabmal für diesen handeln könne. Vgl.: Braunschweigisches Landesmuseum – Niedersächsische Landesmuseen Braunschweig (Hrsg.): Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Petersberg 2009, S. 289ff.
  53. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 299–301.
  54. Dieter Kartschoke: Deutsche Literatur am Hof Heinrichs des Löwen? In: Johannes Fried/Otto Gerhard Oexle (Hrsg.)Heinrich der Löwe. Herrschaft und Repräsentation, Ostfildern 2003, S. 83–134.
  55. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 297.
  56. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 286f.
  57. Hubertus Seibert: Heinrich der Löwe und die Welfen. Ein Jubiläum und sein Ertrag für die Forschung. In: Historische Zeitschrift, Bd. 268 (1999), S. 375–406, hier: S. 385.
  58. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 122.
  59. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 302.
  60. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 303.
  61. Willibald Sauerländer: Dynastisches Mäzenatentum der Staufer und Welfen. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 119–141, hier: S. 133.
  62. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 307.
  63. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 218.
  64. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 308.
  65. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 308–313.
  66. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 128.
  67. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 164; Rudolf Schieffer: Heinrich der Löwe, Otto von Freising und Friedrich Barbarossa am Beginn der Geschichte Münchens. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 66–77, hier: S. 71.
  68. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 129.
  69. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 207.
  70. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 215.
  71. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 470.
  72. An der Historizität des Treffens haben Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 224 und Stefan Weinfurter, Das Reich im Mittelalter. Kleine deutsche Geschichte von 500 bis 1500, München 2008, S. 125 festgehalten. Doch mehren sich in jüngster Zeit die Gegenstimmen. Vgl. etwa: Johannes Fried: Der Schleier der Erinnerung. Grundzüge einer historischen Memorik, München 2004, S. 252–255.
  73. Gerd Althoff: Die Historiographie bewältigt. Der Sturz Heinrichs des Löwen in der Darstellung Arnolds von Lübeck. In: Bernd Schneidmüller (Hrsg.), Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter, Wiesbaden 1995, S. 163–182.
  74. Steffen Patzold: Konsens und Konkurrenz. Überlegungen zu einem aktuellen Forschungskonzept der Mediävistik. In: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 41 (2007), S. 75–103, hier: S. 100.
  75. Arnold von Lübeck, Chronica Slavorum II, 1.
  76. Gerd Althoff: Die Historiographie bewältigt. Der Sturz Heinrichs des Löwen in der Darstellung Arnolds von Lübeck. In: Bernd Schneidmüller (Hrsg.), Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter, Wiesbaden 1995, S. 163–182. Wiederabgedruckt in: Inszenierte Herrschaft. Geschichtsschreibung und politisches Handeln im Mittelalter, Darmstadt 2003, S. 190–210, hier: S. 199.
  77. Knut Görich: Jäger des Löwen oder Getriebener der Fürsten? Friedrich Barbarossa und die Entmachtung Heinrichs des Löwen. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 99–117, hier: S. 109.
  78. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 475–477.
  79. Arnold von Lübeck, Chronica Slavorum, lib. II, cap. 10.
  80. Knut Görich: Versuch zur Rettung von Kontingenz. Oder: Über Schwierigkeiten beim Schrieben einer Biographie Friedrich Barbarossas. In. Frühmittelalterliche Studien, Bd. 43 (2009), S. 179–197, hier: S. 195.
  81. D F I 795 (Digitalisat).
  82. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 478.
  83. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 229.
  84. Knut Görich: Friedrich Barbarossa: Eine Biographie. München 2011, S. 481.
  85. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 234.
  86. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 354.
  87. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 235.
  88. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Göttingen 1997, S. 119.
  89. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 389.
  90. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 392.
  91. Volker Scior: Das Eigene und das Fremde. Identität und Fremdheit in den Chroniken Adams von Bremen, Helmolds von Bosau und Arnolds von Lübeck. Berlin 2002, S. 186.
  92. Helmod von Bossau II 102.
  93. Arnold, Prol.
  94. Volker Scior: Das Eigene und das Fremde. Identität und Fremdheit in den Chroniken Adams von Bremen, Helmolds von Bosau und Arnolds von Lübeck. Berlin 2002, S. 228.
  95. Volker Scior: Das Eigene und das Fremde. Identität und Fremdheit in den Chroniken Adams von Bremen, Helmolds von Bosau und Arnolds von Lübeck. Berlin 2002, S. 265f.
  96. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008, S. 404.
  97. Adolf Hitler: Mein Kampf. Bd. 2. S. 742.
  98. Adolf Hitler an der Gruft Heinrichs des Löwen. In: Völkischer Beobachter vom 18 Juli 1935 (=Jg. 48, Nr. 199), 1. Vgl. Johannes Fried: Der Löwe als Objekt. Was Literaten, Historiker und Politiker aus Heinrich dem Löwen machen. In: Historische Zeitschrift, Bd. 262 (1996), S. 673–693, hier: S. 684.
  99. Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. Vollständig bearbeitete und erweiterte Neuausgabe mit bisher unbekannten Selbstzeugnissen Adolf Hitlers, Abbildungen, Augenzeugenberichten und Erläuterungen des Autors: Hitler wie er wirklich war, 3. Auflag, Stuttgart 1977, S. 165f.; 463.
  100. Wilhelm Giesebrecht: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Fünfter Band. Zweite Abteilung. Friedrich I. Kämpfe gegen Alexander III., den Lombardenbund und Heinrich den Löwen, Leipzig 1888, S. 946ff. Vgl.: Johannes Fried: Der Löwe als Objekt. Was Literaten, Historiker und Politiker aus Heinrich dem Löwen machten. In: Historische Zeitschrift, Bd. 262 (1996), S. 673–693, hier: S. 680.
  101. Die Texte der Ficker-Sybel-Kontroverse in: Friedrich Schneider (Hrsg.): Universalstatt oder Nationalstaat. Macht und Ende des Ersten deutschen Reiches. Die Streitschriften von Heinrich v. Sybel und Julius Ficker zur deutschen Kaiserpolitik des Mittelalters. Innsbruck 1941.
  102. Gerd Althoff: Die Beurteilung der mittelalterlichen Ostpolitik als Paradigma für zeitgebundene Geschichtsbewertung. In: Ders. (Hrsg.), Die Deutschen und ihr Mittelalter. Themen und Funktionen moderner Geschichtsbilder vom Mittelalter, Darmstadt 1992, S. 147–164, hier: S. 149.
  103. Georg von Below: Die italienische Kaiserpolitik des deutschen Mittelalters mit besonderem Hinblick auf die Politik Friedrich Barbarossas. München u.a. 1927, bes. S. 11f. Fritz Kern: Der deutsche Staat und die Politik des Römerzugs. In: Aus Politik und Geschichte. Gedächtnisschrift für Georg von Below. Berlin 1928, S. 32–74.
  104. Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie. München 1979, S. 252ff. Vgl. das Urteil: Johannes Fried: Der Löwe als Objekt. Was Literaten, Historiker und Politiker aus Heinrich dem Löwen machten. In: Historische Zeitschrift, Bd. 262 (1996), S. 673–693, hier: S. 689.
  105. Hubertus Seibert: Heinrich der Löwe und die Welfen. Ein Jubiläum und sein Ertrag für die Forschung. In: Historische Zeitschrift, Bd. 268 (1999), S. 375–406, hier: S. 376f.
  106. Bernd Schneidmüller: Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter. In: Paul-Joachim Heinig u.a. (Hrsg.), Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw, Berlin 2000, S. 53–87, hier: S. 75.
  107. Knut Görich: Jäger des Löwen oder Getriebener der Fürsten? Friedrich Barbarossa und die Entmachtung Heinrichs des Löwen. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 99–117, hier: S. 111.
  108. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Göttingen 1997, S. 80.
  109. Hubertus Seibert: Heinrich der Löwe und die Welfen. Ein Jubiläum und sein Ertrag für die Forschung. In: Historische Zeitschrift, Bd. 268 (1999), S. 375–406, hier: S. 380.
  110. Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Göttingen 1997, S. 25.
  111. Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). Stuttgart 2000, S. 211.
  112. Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. Innovationspotentiale eines mittelalterlichen Fürsten. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 50–65, hier: S. 55.
  113. Bernd Schneidmüller: Heinrich der Löwe. Innovationspotentiale eines mittelalterlichen Fürsten. In: Werner Hechberger/ Florian Schuller (Hrsg.), Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter. Regensburg 2009, S. 50–65, hier: S. 64.
Vorgänger Amt Nachfolger
Albrecht Herzog von Sachsen
1142–1180
Bernhard III.
Heinrich XI. Herzog von Bayern
1156–1180
Otto I.
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