Heinrich von Wittek

Heinrich von Wittek

Heinrich Ritter von Wittek (* 29. Januar 1844 in Wien; † 9. April 1930 ebenda) war ein Politiker und 1899/1900 kurzzeitig Ministerpräsident der österreichischen Reichshälfte von Österreich-Ungarn.

Heinrich von Wittek um 1897
Heinrich von Wittek

Inhaltsverzeichnis

Leben

Heinrich war der älteste Sohn von Johann Marzellin Ritter von Wittek (1801–1876) des Erziehers des späteren Kaisers Franz Joseph und seiner Brüder.[1] Heinrich Wittek ging nach einem Studium der Rechtswissenschaften als Dr. jur. in den Staatsdienst, wurde Experte für das Eisenbahnwesen und ab 1886 Sektionschef im Handelsministerium.

1895 war er kurzzeitig Handelsminister, von 20. November 1897 bis 1. Mai 1905 während mehrerer Regierungen Eisenbahnminister.[2] Dabei war er erfolgreich beim Ausbau des Eisenbahnnetzes und setzte sich für soziale Belange der Eisenbahner ein.

Von 21. Dezember 1899 bis 18. Januar 1900 amtierte Wittek, als „Übergangslösung“ für Ernest von Koerber, auch kurz als Ministerpräsident von Cisleithanien, der österreichischen Reichshälfte der Doppelmonarchie. Dabei genehmigte er eine liberale Wiener Gemeindewahlordnung, die im Sinne der Christlichsozialen lag.[3] Im Jahr 1905 wurde er Ehrenbürger von Wien.

Wittek war christlichsoziales Mitglied des Abgeordnetenhauses (1907–1911) und des Herrenhauses (1905–1918) des Wiener Reichsrats.[4] Er übernahm dabei das Mandat des Wiener Bürgermeisters Karl Lueger.[5]

Literatur

  • Johanna Schitzhofer: Heinrich Ritter von Wittek. Ein Lebensbild. Ungedruckte Dissertation, Wien 1949.

Einzelnachweise

  1. Johann Wittek bei austro-hungarian-army
  2. Ernst Rutkowski: Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Band 1: Der verfassungstreue Großgrundbesitz 1880-1899. Verlag Oldenburg, München 1983, ISBN 3-486-51831-3, S. 530.
  3. Ernst Rutkowski: Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Band 2: Der verfassungstreue Großgrundbesitz 1900-1904. Verlag Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-52611-1, S. 15 und 332.
  4. Österreichisches Parlament
  5. Österreichisches Parlament

Weblinks


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