Heinz Kaminski

Heinz Kaminski

Heinz Kaminski (* 15. Juni 1921 in Bochum; † 17. Februar 2002 in Arnsberg) war ein deutscher Chemieingenieur und Weltraumforscher.

Am 5. Oktober 1957 gelang es Kaminski in Bochum als erstem, außerhalb des sowjetischen Territoriums die Signale des ersten künstlichen Erdsatelliten Satelliten Sputnik zu empfangen. Heinz Kaminski gründete und leitete später die Sternwarte Bochum. Kaminski beschäftigte sich auch mit der Umweltforschung. Obwohl Kaminski nur Autodidakt und kein Fachastronom war, wurde er häufig von den Medien zu astronomischen Ereignissen befragt. Kaminski war langjähriges Mitglied der SPD, bevor er 1978 Mitbegründer der Partei Grüne Aktion Zukunft wurde und 1979 die Bürgerpartei mitbegründete.

Im Keller seines Wohnhauses hatte der Chemieingenieur und ehemalige Marinefunker Heinz Kaminski auf alten Holztischen eine Funkempfangsstation aufgebaut und auf der Wiese vor seinem Wohnhaus in Bochum im Stadtteil Sundern mit drei Mitstreitern eine Antenne errichtet, mit deren Hilfe er Funksignalen aus dem Weltall lauschte. In der Nacht zum 5. Oktober 1957 gelang es Kaminski schließlich als einem der ersten außerhalb des sowjetischen Territoriums, die Signale des Sputnik 1, des ersten künstlichen Satelliten im All, zu empfangen. Die Tonbandaufnahmen aus Bochum waren Beweis für den Beginn der Raumfahrt.

Kaminski übernahm 1961 die Leitung der von ihm gegründeten Volkssternwarte Bochum. Im Laufe der Jahre baute er die Anlage rund um die Volkssternwarte zum Institut aus und sorgte dafür, dass es den Anschluss an die internationale Weltraumforschung schaffte. Mit der Bochumer Station konnten schließlich Signale einer Vielzahl von Raumflugkörpern von den Sputniks, Luniks über Wostok und Woschod, und 1963 erstmals in Europa Satellitenbilder des US-Wettersatelliten TIROS-8 empfangen werden. Kaminski installierte 1967 eine 20 Meter große Parabolantenne in einem Radom, mit der alle Apollo-Missionen verfolgt wurden. Als seinem Institut 1982 die Subventionen gestrichen wurden, wandelte Kaminski die Volkssternwarte Bochum in das private „Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung“ (IUZ) um, welches sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer hochrangigen Bildungseinrichtung entwickelt hat.

Auf Betreiben von Kaminski errichtete die Stadt Bochum 1964 das erste Nachkriegs-Großplanetarium in Deutschland (ausgestattet damals mit einem Zeiss Mod. IV). Kaminski wurde zu dessen ersten Direktor berufen und hatte dieses Amt bis zu seiner Pensionierung 1986 inne.

Kaminski wurde 1972 Honorarprofessor (Didaktik der Physik) im Fachbereich Physik an der Universität Essen und hielt bis Wintersemester 1999/2000 („Satellitenumweltforschung - Ergebnisse und politische Konsequenzen“) Vorlesungen.

Am 17. Februar 2002 verstarb der Weltraumforscher Heinz Kaminski im Alter von 80 Jahren. Er hatte drei Kinder.

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