Heisskanalsystem


Heisskanalsystem

Heißkanal oder Heißkanalsystem ist ein Begriff aus der Kunststofftechnik. Heißkanalsysteme finden bei der Verarbeitung von Kunststoffen, insbesondere beim maschinellen Spritzgießen Verwendung.

Im Heißkanal wird die Kunststoffschmelze mittels elektrischer Beheizung auf Temperatur gehalten. Somit lassen sich auch größere Distanzen im Spritzgusswerkzeug überbrücken, ohne dass die Druckverluste durch die Erkaltung der Schmelze bei der Materialzuführung zu groß werden, was die Fertigungsqualität stark mindern würde. Der Heißkanal endet in der Heißkanaldüse, welche den Übergang zwischen beheizter und unbeheizter Zone in einem (Spritzgieß)-Werkzeug darstellt. Die Heißkanaldüsen als auch der Verteiler werden auf das Temperaturfenster eingestellt in dem der Kunststoff plastisch verarbeitbar ist. Zur Regelung der Temperatur setzt man Heißkanalregelschränke ein, die permanent Soll- und Ist-Temperatur abgleichen und regeln. Pionier dieser Regeltechnik ist die PSG-Plastic-Service GmbH.

Heißkanalsysteme werden hauptsächlich in offene oder geschlossene Systeme unterteilt. Hierbei ist ausschlaggebend, ob der Anspritzpunkt durch eine besondere Technik verschlossen werden kann. Dies geschieht in der Regel durch eine Verschlussnadel, die durch eine getrennt ansteuerbare Mechanik, meist pneumatisch oder hydraulisch betätigt werden kann.

Heißkanalsysteme sind oft Zukaufteile, werden also meist nicht vom Werkzeugmacher selbst angefertigt.

Marktführer sind: Mold-Masters und die PSG-Plastic-Service GmbH; die Männer Group gilt als der Spezialist für zylindrische Nadelverschluss-Systeme. Für komplett einbaufertige Systeme mit optionaler Kabelführungen und, oder Nadelverschluss-System Verrohrung ist als Marktspezialist Incoe zu nennen.

Einfachere Spritzgusssysteme, die nicht über einen beheizten Angusskanal verfügen, werden Kaltkanalsysteme genannt.


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