Henning Venske


Henning Venske

Henning Venske (* 3. April 1939 in Stettin) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Moderator und Schriftsteller. Er ist Träger der Biermann-Ratjen-Medaille des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg 2009.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Henning Venske entstammt einer pommerschen Familie und wuchs nach der Flucht zu Kriegsende in Minden in Ostwestfalen auf. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Regula Venske ist seine Schwester.

Nach dem Abitur studierte Henning Venske Germanistik und Geschichte. Ein Studium der Theaterwissenschaft brach er ab. Seine Schauspielerausbildung erhielt er an der Max-Reinhardt-Schule Berlin; ein erstes Bühnenengagement hatte er am Theater am Kurfürstendamm 1961.

Es folgten bis 1967 weitere Engagements als Schauspieler und Regieassistent in Berlin, mit Regisseuren wie Fritz Kortner, Boleslaw Barlog, Hans Lietzau und Samuel Beckett. Am Thalia-Theater in Hamburg arbeitete er 1967/68 mit Regisseuren wie Hans Deppe, Peter Mosbacher und Ullrich Haupt.

In den 1970er-Jahren begann Venskes Arbeit als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor beim Fernsehen und im Hörfunk (NDR). Von 1971 bis 1974 moderierte er für die Fernsehsendung Musik aus Studio B. Auch Sendungen wie Sesamstraße und Rollen im Tatort machten ihn einem breiteren Publikum bekannt. Auf der Bühne ging er in dieser Zeit beispielsweise mit Papa, Charly hat gesagt... auf Tournee.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde Venske Chefredakteur der Satirezeitschrift Pardon. Er veröffentlichte unter dem Pseudonym Arne Piewitz 1982 ein illustriertes Erwiderungsbüchlein unter dem Titel Ich war der Märchenprinz, als fiktive Antwort auf das Buch Der Tod des Märchenprinzen von Svende Merian. Gemeinsam mit dem Stern-Redakteur Günter Handlögten schrieb er vier Bücher über Wirtschaftskriminalität. Für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft wirkte er als Autor, Mitwirkender und Regisseur. Außerdem schrieb er Kinderbücher, sowie deutsche Liedtexte für die niederländische Rockgruppe Bots (LP Aufstehn, 1980).

Bis heute arbeitet Venske regelmäßig als Sprecher und Moderator. Des Weiteren gibt er im Hamburger Kabarett Alma Hoppes Lustspielhaus regelmäßige Monats- und Jahresrückblicke zum besten (Venskes Monats-/Jahresschauer). Ab September 2009 tourt er darüber hinaus mit Jochen Busse und dem Programm Inventur durch den deutschsprachigen Raum.[1]

Henning Venske lebt mit seiner Frau Hilde in Hamburg. Sein Sohn Nicolaus starb 2006 im Alter von 45 Jahren,[2] dessen Zwillingsschwester Louise 2009 im Alter von 47.[3]

Am 29. März 2009 bekam Venske im Rahmen der 15-Jahre-Gala des Alma Hoppe-Lustspielhauses in Hamburg durch Kultursenatorin Prof. Dr. Karin v. Welck die Biermann-Ratjen-Medaille des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen.[4] 2010 erhielt er zusammen mit seinem Partner Jochen Busse den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis (Deutscher Kleinkunstpreis).

Werke (Auswahl)

  • 1974 Morddeutscher Buntfunk (Langspielplatte)
  • 1975 Mit Elegance (Langspielplatte)
  • 1976 Als die Autos rückwärts fuhren (Langspielplatte)
  • 1979 Trutz Blanker Hohn - ein Friesical von Henning Venske und Hein Hoop - Musik von Lonzo Westphal (Langspielplatte)
  • 1979 "Krawumm oder: Es war einmal" (Langspielplatte)
  • 1981 Als die Autos rückwärts fuhren, ISBN 3-7976-1262-1
  • 1981 Hein Hoop; Henning Venske - Grimmige Märchen : In Hoch- und Plattdeutsch - ISBN 3-921860-10-5
  • 1983 Ist Ludwig Puhlnase ein garstiges Ungeheuer?, ISBN 3-7976-1312-1
  • 1984 Das kleine Punk., ISBN 3-7976-1407-1
  • 1984 Feine Gesellschaft. Ihre Bank. Unser Geld. Nachrichten aus dem Bankensumpf, ISBN 3-921909-33-3
  • 1984 Dreckiger Sumpf. Vertrauliche Aufzeichnungen und Bekenntnisse aus der Provinz, ISBN 3-921909-02-3
  • 1988 Die deutsche Arbeit. Bibliothek der deutschen Werte, Satire, ISBN 3-426-02728-3
  • 1990 Der Schmutz aus dem Nest, ISBN 3-463-40137-1
  • 1994 Mäxchen oder Wie ein Max entsteht, mit Ernst Kahl, ISBN 3-929007-20-7
  • 1996 Dreckiger Sumpf II. Wilhelms wahnsinnige Erben. ISBN 3-929017-72-5
  • .... Gerhard Schröders geheimes Tagebuch, Satire, ISBN 3-492-22663-9
  • 1999 Briefe aus dem Regierungslager, Satire, ISBN 3-492-23106-3
  • 2006 Spätlese Trocken, Kabarett, ISBN 3-89667-297-5
  • 2008 Als die Autos rückwärts fuhren, Neuauflage des Original-Hörspiels, EAN 4260147770129 Label: highscoremusic.com

Quellen

  1. Tourdaten
  2. Hamburger Abendblatt am 12. November 2006: Trauerfall, Sohn von Henning Venske tot
  3. Traueranzeige im Hamburger Abendblatt vom 18. April 2009
  4. Hamburger Abendblatt am 30. März 2009: Hohe Auszeichnung für Henning Venske

Weblinks


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