Henry Hobson Richardson


Henry Hobson Richardson
H.H. Richardson (Porträt von Hubert von Herkomer, 1886)

Henry Hobson Richardson (* 29. September 1838 in St. James Parish, Louisiana; † 27. April 1886 in Brookline, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Architekt.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Henry Hobson Richardson wurde in Louisiana geboren. Er war ein Urenkel des Erfinders und Philosophen Joseph Priestley.

Richardson studierte zwischen 1856 und 1859 am Harvard College. Anfangs zeigte er Interesse für das Bauingenieurwesen, wechselte aber später zur Architektur, woraufhin er 1860 nach Paris ging und die École des Beaux-Arts besuchte. Von dort musste er 1865, früher als geplant, zurückkehren, da ihn seine Familie während des amerikanischen Bürgerkriegs nicht mehr unterstützen konnte. Dennoch war er nach Richard Morris Hunt erst der zweite US-Bürger, der die École besuchte.

Im Februar 1859 lernte er Julia Hayden, die Schwester eines Kommilitonen, kennen, die er im Januar 1867 in Springfield, Massachusetts heiratete. 1876 zog das Paar nach Boston, wo Richardson bis zu seinem Tode wohnte.

In seinen Arbeiten der nächsten Jahre bevorzugte Richardson allerdings nicht den klassischen Stil der École des Beaux-Arts, sondern ließ sich eher von der mittelalterlichen Architektur Europas inspirieren, die er während seiner Zeit in Frankreich kennenlernte. Besonders favorisierte er dabei die Romanik, die er zu einem eigenen Stil erweiterte, dem sogenannten Richardson Romanesque.

Richardson starb 1886 im Alter von 47 Jahren an einer Fehlfunktion der Nieren und wurde auf dem Walnut Hills Cemetery in Brookline, Massachusetts begraben.

Werk

Ames Memorial Library, North Easton, Massachusetts

Sein erster Auftrag war 1869 die Church of the Unity in Springfield, der Stadt, in der er auch heiratete. Die mittlerweile abgerissene Kirche zeigte schon seine Orientierung an mittelalterlicher Architektur, war aber im Gegensatz zu seinem späteren Werk eher von der Gotik als der Romanik beeinflusst. 1870 bekam er mit dem Bau des Buffalo State Asylum for the Insane, das später in H. H. Richardson Complex umbenannt wurde, seinen ersten Großauftrag. Dieser Komplex gilt auch als Geburtsort des Richardson Romanesque, einer Form der Neoromanik, die sich durch besonders massig wirkende Gebäude auszeichnet. Sein bekanntestes Werk aber ist die Trinity Church in Boston. Nachdem die alte Kirche das Great Boston Fire von 1872 nicht überstanden hatte, wurde Richardson für den Neubau verpflichtet, den er 1877 vollendete. In den folgenden Jahren baute er in den Neuengland-Staaten einige Bibliotheken, die sich alle stilistisch ähneln. Außerdem entwarf er für die Boston & Albany Railroad sechs Bahnhöfe, die zwar nicht ganz so massig wirken wie seine übrigen Gebäude, aber dennoch unverkennbar seine Handschrift tragen. Des weiteren gehörte er zwischen 1875 und 1883 dem Architektenteam an, welches das New York State Capitol in Albany baute. Die Great Western Treppe in diesem Gebäude, die auch als Million Dollar Treppe bekannt ist, wurde von ihm gestaltet.

Ein weiteres Werk von ihm steht in Chicago auf der South Prairie Avenue auf Nummer 1800. Hierbei handelt es sich um das John J. Glessner House. Das Haus wurde am 17. April 1970 als historisches Denkmal vom NRHP mit der Nummer 70000233 aufgenommen.[1]

Quellen

  1. NRIS

Weblinks

 Commons: H. H. Richardson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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