Heppenheim

Heppenheim
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heppenheim (Bergstraße)
Heppenheim (Bergstraße)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heppenheim (Bergstraße) hervorgehoben
49.6430555555568.6388888888889122Koordinaten: 49° 39′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Kreis Bergstraße
Höhe: 122 m ü. NN
Fläche: 52,14 km²
Einwohner: 25.422 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 488 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 64629–64646
Vorwahl: 06252
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 011
Adresse der Stadtverwaltung: Großer Markt 1
64646 Heppenheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Gerhard Herbert (SPD)
Lage der Stadt Heppenheim (Bergstraße) im Kreis Bergstraße
Karte

Heppenheim (Bergstraße) ist die Kreisstadt des Kreises Bergstraße und liegt an der Bergstraße am Rande des Odenwaldes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Heppenheim gesehen von der Starkenburg

Heppenheim ist die südlichste Kreisstadt Hessens und liegt an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg. Das Stadtgebiet selbst befindet sich unterhalb der mittelalterlichen Starkenburg. Charakteristisch für das Stadtbild ist neben der Burg auch St. Peter, der „Dom der Bergstraße“ – so die volkstümliche Bezeichnung der großen, am 1. August 1904 eingeweihten katholischen Kirche, die kein Bischofssitz ist. Heppenheim liegt zentral an B 3, B 460 und A 5/A 67, fast auf halber Strecke zwischen Heidelberg und Darmstadt (Entfernung je etwa 29 km). Der größte See in Heppenheim ist der Bruchsee.

Die offizielle Bezeichnung der Stadt lautet „Heppenheim an der Bergstraße“. Im heimischen südhessischen Dialekt wird die Stadt auch Hepprum genannt.

„Bergstraße“ ist sowohl die Bezeichnung der von Darmstadt nach Heidelberg am Westrand des Odenwaldes bzw. Ostrand der Rheinebene verlaufenden Straße (heutige Bundesstraße 3), als auch der Landschaft in ihrer näheren Umgebung. Sie zeichnet sich durch ein außerordentlich mildes und sonniges Klima mit besonders früher Baumblüte aus.

Die Bergstraße zwischen Hemsberg (links), Hubenhecke (Bildmitte) und Starkenburg (rechts)
Die Bergstraße zwischen Hemsberg (links), Hubenhecke (Bildmitte) und Starkenburg (rechts)

Im Bereich des Stadtteils Ober-Laudenbach existiert eine hessenweit einzigartige Grenzkuriosität: Innerhalb des Gemeindegebietes finden sich zwei baden-württembergische Enklaven, von denen sich in einer eine weitere hessische Enklave befindet.

Nachbargemeinden

Heppenheim grenzt im Norden an die Stadt Bensheim, im Nordosten an die Gemeinde Lautertal sowie an die Stadt Lindenfels, im Osten an die Gemeinden Fürth, Rimbach, Mörlenbach und Birkenau (beide wie Fürth und Rimbach im Weschnitztal gelegen), im Süden an die badische Gemeinde Laudenbach (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg), im Südwesten an die südhessischen Städte Viernheim und Lampertheim sowie im Westen an die Stadt Lorsch.

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt besteht Heppenheim aus den Stadtteilen Unter- und Ober-Hambach, Kirschhausen (mit Ortsteil Igelsbach), Erbach, Sonderbach, Wald-Erlenbach, Mittershausen-Scheuerberg und Ober-Laudenbach, die im Zuge der hessischen Verwaltungsgebietsreform mit Wirkung zum 1. Januar 1972 nach Heppenheim eingemeindet wurden.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Heppenheim

Heppenheim wurde 755 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt war damals Mittelpunkt einer fränkischen Mark. Im Jahre 773 ging die Mark Heppenheim aufgrund einer Schenkung Karls des Großen in den Besitz des Reichsklosters Lorsch über, zu dessen Schutz im Jahre 1065 die Starkenburg über Heppenheim errichtet wurde. Das Kloster stand im Range eines Fürstentums. Heppenheim entwickelte sich im Laufe der Zeit zum verwaltungsmäßigen und wirtschaftlichen Mittelpunkt des Klostergebietes, verlor aber mit dem Niedergang des Klosters im 11./12. Jahrhundert wieder an Bedeutung. Im Jahr 1229 unterstellte Kaiser Friedrich II. die Starkenburg, 1232 auch Kloster Lorsch mit Heppenheim der Verwaltung der Erzbischöfe von Kurmainz. Unterbrochen durch eine kurpfälzische Pfandherrschaft von 1461 bis 1623 blieb Heppenheim bis zum Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 Mainzer Besitz; sodann wurde es hessisch (zunächst Hessen-Darmstadt, seit 1948 Bundesland Hessen).

Das Stadtrecht besteht mindestens seit 1318, das Marktrecht vermutlich schon seit der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Von 1265 (evtl. früher) bis 1803 war Heppenheim Sitz des Kurmainzer Amtes (Oberamtes) Starkenburg. Mit dem Erwerb durch Hessen-Darmstadt wurde das Oberamt Starkenburg aufgelöst. Heppenheim war nunmehr zunächst Sitz eines (stark verkleinerten) Amtes, seit 1821 Sitz des Landratsbezirkes Heppenheim und ab 1832 Kreisstadt des Kreises Heppenheim. Zwischenzeitlich, von 1848 bis 1852 Sitz des Regierungsbezikes Heppenheim und ab 1938 Kreisstadt des Kreises Bergstraße, dem neben dem Kreis Heppenheim große Teile des damals aufgelösten Kreises Bensheim, nach dem Zweiten Weltkrieg auch die rechtsrheinischen Teile des Landkreises Worms zugeteilt wurden.

In den Jahren 1369 und 1693 (zuletzt aufgrund der französischen Verwüstungen im Pfälzer Erbfolgekrieg) wurde Heppenheim durch Stadtbrände fast völlig zerstört. Die beiden Weltkriege überstand die Stadt bis auf geringe Schäden beim Einmarsch der Amerikaner im März 1945 unversehrt.

Die „Heppenheimer Versammlung“, ein Treffen führender Liberaler am 10. Oktober 1847 im Hotel „Halber Mond“, war Auftakt der deutschen Revolution der Jahre 1848/49. Aufgrund dieses historischen Bezuges wurde die Freie Demokratische Partei (FDP) am 11. Dezember 1948 in Heppenheim gegründet.

In Heppenheim lebten jüdische Personen bereits im Mittelalter. Da die Stadt von 1232 bis 1803 zum Erzbistum Mainz gehörte, gab es immer wieder kirchliche Verfolgungsmaßnahmen gegen Juden. Bei der Judenverfolgung während der Pestzeit 1348/49 wurde das jüdische Leben in der Stadt vernichtet. Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. Um 1900 lebten etwa 40 jüdische Familien mit 200 bis 300 Personen in der Stadt. Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung bis auf 113 Personen 1933 zurück. Der bekannteste Jude war der Honorarprofessor für Religionswissenschaft an der Frankfurter Universität und Zionist Martin Buber. Im Februar 1938 sah er sich zur Auswanderung gezwungen und emigrierte mit der Familie nach Jerusalem. Beim Novemberpogrom 1938 wurde sein Haus geplündert und dabei die 3.000 Bücher umfassende Bibliothek zerstört. Im Mai 1939 lebten noch 37 jüdische Personen am Ort. Im September 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner Heppenheims deportiert. Am Standort der ehemaligen Synagoge (Gedenkstätte) befindet sich eine Steinplatte mit den Umrissen der 1938 zerstörten Synagoge. Sie trägt die Inschrift: Hier stand die 1900 erbaute und 1938 zerstörte Synagoge. Auf einer Zusatz-Tafel „Im Gedenken an die Ermordeten“ werden 29 Namen ehemaliger Heppenheimer Juden genannt. Die psychiatrische Einrichtung in Heppenheim war an den nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen beteiligt, und zwar als sogenannte "Sammelanstalt" für jüdische Psychiatriepatienten, d. h. als Zwischenstation auf dem Weg in die Gaskammer (neben Heppeneim auch Gießen). Darüber hinaus als Anstalt, aus denen Patienten in Mordanstalten oder in KZs verlegt wurden (neben Heppenheim auch Eichberg, Weilmünster, Herborn, Kalmenhof, Marburg, Merxhausen, Haina, Heppenheim, Gießen, Goddelau).

Heppenheim war seit 28. Mai 1942 Außenlager des Hauptlagers Dachau/KZ Natzweiler-Struthof. Die Schließung erfolgte am 18. Dezember 1942. Neueröffnung als Außenlager Heppenheim war am 15. Juni 1943, die endgültige Schließung erfolgte dann am 27. März 1945, mit der Besatzung durch US-amerikanische Truppen (Kriegsende Hessen). Die internierten Häftlinge übten in Heppenheim Tätigkeiten in der (SS-eigenen) Einrichtung Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung aus (Kommando Dachau).

Vom 18. bis 27. Juni 2004 war Heppenheim Ausrichter des alljährlichen Hessentages.

Einwohnerentwicklung

„Dom“ und Altstadt (Blick vom Schlossberg)
„Dom“ und Starkenburg (Blick vom Maiberg)
Jahr Einwohner
1666 1.066
1806 3.190
1861 4.599
1900 5.779
1925 7.693
1939 9.350
1950 13.111
1971 17.411
1975 23.793
2003 25.457
2008 26.792

Der starke Zuwachs zwischen 1971 und 1975 beruht auf den Eingemeindungen im Zuge der hessischen Verwaltungsgebietsreform im Jahre 1972.

Politik

1948 wurde in Heppenheim die Freie Demokratische Partei FDP gegründet [1][2].

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

'Parteien und Wählergemeinschaften  %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,7 15 48,3 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,9 13 32,0 12
FDP Freie Demokratische Partei 7,5 3 6,1 2
GLH Grüne Liste Heppenheim 7,0 3 7,1 3
FWHPINI Freie Wähler Heppenheim PINI 5,9 2 6,5 2
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative 4,0 1
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 48,6 53,0

Bürgermeister

Bei der Stichwahl am 10. April 2005 konnte sich Gerhard Herbert (SPD) [3] gegen den Amtsinhaber Ulrich Obermayr (CDU) durchsetzen. Herbert übernahm das Amt des Bürgermeisters am 1. September 2005 von Obermayr, der 18 Jahre amtierte.

Die Heppenheimer Bürgermeister seit Erlass der Hessischen Gemeindeverfassung 1821:

Amtszeit Bürgermeister
1821–1842 Gottfried Piersch
1843–1852 Georg Neff
1853–1863 Gottfried Piersch
1864–1869 Georg Hamel
1870–1874 Johann Friedrich Weis
1874–1887 Lorenz Keßler
1887–1910 Wilhelm Höhn
1910–1913 Ludwig Lorenz Kohl
1914–1924 Anton Philipp Wiegand
1925–1937 Dr. Karl Schiffers (Zentrum/NSDAP)1
1937–1945 Dr. Walter Köhler (NSDAP)2
1945 Dr. Gustav König3
1945–1946 Jakob Fleck (SPD)3
1946–1948 Karl Hagen (CDU)
1948–1954 Otto Holzamer (FDP)
1954–1973 Wilhelm Metzendorf (parteilos)
1973–1987 Hans Kunz (CDU)
1987–2005 Ulrich Obermayr (CDU)
seit 1. September 2005 Gerhard Herbert (SPD)

1 Dr. Schiffers trat 1933 zur NSDAP über, um der neuen Entwicklung Rechnung zu tragen, bekam aber bald Schwierigkeiten mit der Partei und verlor deshalb 1937 sein Bürgermeisteramt.
2 Dr. Köhler übte das Bürgermeisteramt nur bis 1941 aus und wurde dann zur Wehrmacht eingezogen. Die Amtsgeschäfte führte während seiner Abwesenheit der Beigeordnete Franz Keil. Trotz Parteimitgliedschaft galt Dr. Köhler nicht als fanatischer Nationalsozialist, sondern als korrekter Bürgermeister.
3 Dr. König und Jakob Fleck wurden nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 jeweils kommissarisch zum Bürgermeister bestellt.

Seit 1924 (ab der Amtszeit von Karl Schiffers) wird das Bürgermeisteramt von einem Berufsbürgermeister ausgeübt.

Unter den Bürgermeistern sind besonders Wilhelm Höhn, Karl Schiffers und Wilhelm Metzendorf hervorzuheben, die die Stadt jeweils entscheidend vorangebracht haben.

Wappen

Das Wappen ist geteilt und unten gespalten. Es zeigt oben den rot-silber gestreiften hessischen Löwen, wachsend nach rechts gewandt auf blauem Grund, mit goldener Krone und goldbegrifftem silbernem Schwert in der rechten Pranke. Im unteren rechten Feld befindet sich das rote Lorscher Nagelspitzkreuz auf silbernem Grund, unten links das Mainzer Rad, sechsspeichig silber auf rotem Grund.

Das der Stadt am 30. August 1913 durch Großherzog Ernst Ludwig verliehene Wappen symbolisiert die historischen Herrschaftsverhältnisse (Lorscher Besitz von 773 bis 1232, Mainzer Besitz bis 1803, seitdem hessisch), allerdings ohne Berücksichtigung der kurpfälzischen Pfandherrschaft von 1461 bis 1623. Das alte historische Wappen (z. B. auf dem 1645 veröffentlichten Merian-Stich dargestellt) zeigte einen sitzenden Bischof als Symbol der kurmainzer Herrschaft.

Städtepartnerschaften

Partnerschaften bestehen mit folgenden Städten:

  • Kaltern (Südtirol) seit 18. September 1971
  • Le Chesnay (Frankreich) seit 12. April 1975
  • West Bend (USA) seit 19. Juni 2004

Patenschaft

Seit 1956 besteht gemeinsam mit der Stadt Bubenreuth eine Patenschaft über Schönbach/Eger, Sudetenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Rathaus am Marktplatz
Marktplatz und Starkenburg im Hintergrund
Das Zentrum der Heppenheimer Altstadt von der Starkenburg aus gesehen
Der „Dom der Bergstraße“, die St. Peter-Kirche

Heppenheim hat derzeit (Stand 30.April 2008) 408 unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler. Eine Übersicht über alle Kulturdenkmäler der Stadt bietet die Liste der Kulturdenkmäler in Heppenheim. Eine Auswahl sei an dieser Stelle aufgeführt:

  • Marktplatz mit Rathaus, Fachwerkhäusern und Marienbrunnen
  • Starkenburg auf dem Schlossberg
  • Kath. Pfarrkirche St. Peter („Dom der Bergstraße“)
  • Kurmainzer Amtshof
  • Ehemaliges E-Werk erbaut 1899 im neogotischen Stil
  • Freilichtbühne, erbaut 1955 auf der Kappel, anlässlich der 1200-Jahr-Feier [4]

Heppenheim verfügt über einen weitgehend erhaltenen, in sich geschlossenen malerischen Altstadtkern mit einer Fläche von rund 6 ha, in dem sich bis auf die Starkenburg alle oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten befinden. Die Altstadt ist von Fachwerkbebauung geprägt, die überwiegend im Zuge des Wiederaufbaues in den ersten Jahrzehnten nach der Zerstörung Heppenheims im Pfälzer Erbfolgekrieg 1693 auf den Überresten der mittelalterlichen Stadt entstanden ist. Von den in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend niedergelegten Stadtmauern sind allerdings nur Fragmente erhalten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wichtige jährlich wiederkehrende Veranstaltungen sind:

  • Heppenheimer Festspiele (täglich von Mitte/Ende Juli bis Anfang September)
  • Bergsträßer Weinmarkt (Ende Juni)
  • Internationales Weinmarkt-Stockschießturnier (zweites Weinmarkt-Wochenende)
  • Internationales Straßentheater beim Festival Gassensensationen (Anfang Juli)
  • Fastnachtsumzug (Fastnachtssonntag)
  • Ferienspiele für Kinder von Vorschule bis 16 Jahren
  • Frühjahrsmarkt am ersten Wochenende im März
  • Kirchweih am ersten Wochenende im August
  • Regelmäßige Veranstaltungen des Forums Kultur

Starkenburg-Sternwarte

Die Heppenheimer Starkenburg-Sternwarte, eine Amateur-Sternwarte auf dem Schlossberg nahe der Starkenburg, hat sich auch überregional einen Namen in der Kleinplanetenforschung gemacht.

Museen und kulturelle Einrichtungen

  • Museum für Stadtgeschichte und Volkskunde
  • Konservatorium
  • Musikschule der Stadt Heppenheim
  • „Theater im Hof“ der „Festspiele Heppenheim GmbH“ (Ausrichter/Veranstalter der Heppenheimer Festspiele)
  • Kreisvolkshochschule
  • Haus am Maiberg (politische und soziale Bildungsstätte der Diözese Mainz)

Vereine in Heppenheim

  • FC Starkenburgia 1900 e. V. Heppenheim, einer der ältesten Fußballvereine in Deutschland, der im selben Jahr wie der Deutsche Fußballbund gegründet wurde, trägt die Liga-Spiele allesamt im Starkenburg-Stadion aus - der übrige Spielbetrieb erfolgt vor allem auf dem vereinseigenen Sportplatz am Zentgericht - spielte in den 80er Jahren in der höchsten Amateurliga. Bekannte Spieler: Jürgen Groh und Thomas Franck. Ausrichter des Internationalen Odenwald-Quelle Cups.
  • FC Sportfreunde Heppenheim e. V., sie bestreiten ihre Spiele im Starkenburg-Stadion, ein ausgeprägtes, erst im Jahr 2007 neu geschaffenes Leichtathletikstadion unmittelbar neben dem Schwimmbad und in der Nähe des Bahnhofs.
  • REC Heppenheim e. V. spielt in der Bundesliga West im Eisstocksport. Erfolge konnten auch im Eishockey, Rollkunstlauf und im Rollschnelllauf eingefahren werden, darunter u. a. Europameisterschaft. In den 1950ern richtete der REC das Rollschnelllauf- Straßenrennen in Heppenheim aus.
  • Reit- und Fahrverein Heppenheim e.V., 1957 gegründet, Spring-Reiten, Dressur, Voltigieren
  • HC VfL Heppenheim, der Handballclub Heppenheim wurde am 12. März 1997 neu gegründet, da gegen den Hauptverein ein Konkursverfahren eingeleitet wurde und dieser nicht wieder zum Spielbetrieb zugelassen worden war.
  • WSV-BL (Wassersportverein Bergstraße Lampertheim), hat ein kleines Vereinshaus am Bruchsee in Heppenheim und ein Haus mit Steganlage in Lampertheim an einem Altrheinarm im Naturschutzgebiet Biedensand. Der Verein ist in der hessischen Segelszene durch seine Jugendarbeit bekannt. Er wurde 1953 von Bergsträßer Seglern gegründet.
  • BC Heppenheim (Badminton Club Heppenheim) Der 1997 gegründete BC Heppenheim war ursprünglich eine Abteilung des ehemaligen VfL Heppenheim. Nach dessen Auflösung machte sich der Verein selbstständig. In der Saison 2007/2008 meldet der BC Heppenheim zwei Seniorenmannschaften und auch eine Jugendmannschaft.
  • Verkehrs- und Heimatverein e.V.
  • SV Erbach, Sportverein im Stadtteil Erbach. Im 1946 gegründeten Verein wird Handball gespielt, dazu gibt es noch die Abteilung Frauengymnastik.
  • TV Heppenheim, ist ein Sportverein der verschiedene Abteilungen hat. Unter anderem Tae Kwon Do, Basketball, Volleyball, Wandern und Fitness.
  • Heppenheimer Geschichtsverein, gegründet am 27.2.1959

Wirtschaft und Infrastruktur

Heppenheim zählt zum wirtschaftlich starken Rhein-Neckar-Dreieck und ist zusammen mit verschiedenen Nachbarstädten und -gemeinden (u. a. Bensheim, Lorsch und Lautertal) im südhessischen Regionalplan als Mittelzentrum ausgewiesen.

Es verfügt über günstige Wirtschaftsdaten, auch im Verhältnis zu den ohnehin günstigen Daten des Rhein-Neckar-Raumes und der Region Starkenburg (überdurchschnittliche Erwerbstätigenquote und besonders hoher Akademikeranteil bei überdurchschnittlich hoher Kaufkraft der Wohnbevölkerung).

Verkehr

Der Heppenheimer Bahnhof im Juni 2007

Heppenheim ist durch mehrere Buslinien mit Jugenheim, Grasellenbach und Mörlenbach verbunden. Der Bahnhof Heppenheim befindet sich mit zwei Gleisen der Main-Neckar-Bahn in der Stadtmitte und wird dadurch mit Heidelberg und Frankfurt am Main verbunden. Der Segelflugplatz liegt südwestlich der Stadt.

Industrie

1899 wurde eines der ersten Elektrizitätswerke Europas in Heppenheim erbaut. Zwei Dampfmaschinen lieferten ab 1900 Strom für Heppenheim und Bensheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Industriebetriebe angesiedelt, etwa aus den Bereichen Maschinenbau (KLN Ultraschall AG ), Bergbau (Granitwerke Röhrig im Stadtteil Sonderbach), Textil- und Lebensmittelproduktion (u. a. große Produktionsstätte der Langnese-Iglo GmbH), analytische Industrie (WICOM). Später wurde das produzierende Gewerbe durch Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Marketing und Dienstleistungen ergänzt. An der B 3 befindet sich Nahe der Landesgrenze der seit 1932 bestehende Mineralbrunnenbetrieb Odenwald-Quelle.

Weinbau

Heppenheim ist eine Weinstadt, die zum Weinbaugebiet Hessische Bergstraße gehört. Mit etwa 450 ha Rebfläche war es ursprünglich das kleinste – seit der deutschen Wiedervereinigung das zweitkleinste –eigenständige Weinbaugebiet Deutschlands. Allein 230 ha Rebfläche – also rund die Hälfte – entfallen auf Heppenheim einschließlich der Stadtteile Hambach und Erbach. Sie werden unter der Großlagenbezeichnung „Heppenheimer Schlossberg“ mit den Einzellagen Centgericht, Stemmler, Steinkopf, Schlossberg, Maiberg und Eckweg verkauft (bis 2004 gab es auch noch die Einzellagenbezeichnung Guldenzoll).

Aufgrund des besonders günstigen Klimas und guter Bodenverhältnisse an der Bergstraße werden qualitativ sehr hochwertige, überwiegend trocken und halbtrocken ausgebaute Weine erzeugt. Hauptrebsorte ist der Riesling. Größter Produzent des Weinbaugebietes ist die Winzergenossenschaft „Bergsträßer Winzer eG“ mit Sitz in Heppenheim, die zugleich den größten Weinkeller Hessens besitzt. Das Bergsträßer Staatsweingut mit Sitz in Bensheim unterhält in Heppenheim den Hessischen Rebmuttergarten, eine frühere Rebzuchtanlage, deren Ziel die Bekämpfung der aus Amerika eingeschleppten, an der Bergstraße selbst allerdings erst 2005 aufgetretenen Reblaus durch Aufpropfen reblaussicherer Hybridenunterlagen auf edle Rebsorten war. An der Bergsträßer Winzer eG beginnt auch der 6,9 km lange „Erlebnispfad Wein und Stein“, der mit über 30 Stationen (webcam, Vino-Kino) durch die Weinlagen führt.

Bildung

Im Stadtteil Ober-Hambach befindet sich die Odenwald-Schule. Sie ist die älteste deutsche Gesamtschule nach einem reformpädagogischen Konzept. Sie wurde 1910 von Edith Geheeb und Paul Geheeb eröffnet. Sie sollte Hand- und Kopfarbeit verbinden. Im Internat sind heute bis zu 250 Schüler vorübergehend beheimatet.

Das Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim wird von über ca. 1200 Schülern besucht.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Judith Buber-Agassi, Enkelin des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber
  • Wilhelm Metzendorf, Bürgermeister von 1954 bis 1973
  • Dr. Ludwig Oberndorf, Chefredakteur von 1947 bis 1961 der „New Yorker Staats-Zeitung und Herold“ (Urkunde: 17. Juni 1963)
  • Dr. Otto Ferrari, Sanitätsrat (Urkunde: 20. Februar 1947)
  • Elise Fillauer, zum 100. Geburtstag (Urkunde: 7. September 1954)
  • Ferdinand Feuerbach, Amerikaner. Hochherzige Spende an seine Vaterstadt in Zeiten größter Not 1948 (Urkunde: 25. August 1955)

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstige bekannte Bürger

  • Johannes Adam, reformierter Pfarrer um 1613, bezog Stellung gegen Hexenprozesse und Folter
  • Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph, wohnhaft in Heppenheim von 1916 bis 1938
  • Justus von Liebig, Chemiker, 10-monatige Lehrzeit in Heppenheim (1818/19)
  • Ulrich Sahm, Journalist, Abitur 1968
  • Hans Richter, Schauspieler, Gründer der Festspiele Heppenheim
  • Margaretha Berg, Großmutter der früheren US-Schauspielerin Grace Kelly und späteren Fürstin von Monaco Gracia Patricia
  • Hansjörg Holzamer, ehemaliger Bundestrainer für Leichtathletik, der u. a. Hans Baumgartner und Florian Schwarthoff trainiert hat, Autor des Buches „Der Flug der Libelle“
  • Vala Lamberger, Künstlerin, geboren 1877 in Mainz, gestorben 1953 in Heppenheim
  • Heinrich Winter, Heimatforscher, geboren 4. Oktober 1898, gestorben 17. Januar 1964
  • Hans Baumgartner, Gewinner der Silbermedaille im Weitsprung bei den Olympischen Spiele 1972 in München
  • Bernhard Trares, ehemaliger Fußballbundesliga-Spieler und Trainer
  • Heinrich Herrmann, geb. 1894, gest. 1980 in Heppenheim, Studienrat + Maler, 1946 Gründer und langjähriger Leiter der "Kulturgemeinde" und der "Volkshochschule" in Heppenheim, Initiator der Sternwarte Heppenheim, Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Literatur

  • Wilhelm Metzendorf: Geschichte und Geschicke der Heppenheimer Juden. Verlag Reinhard Diehl, Lorsch 1982. ISBN 3-922781-67-5
  • Wilhelm Metzendorf: Heppenheimer Lexikon. Verlag Laurissa, Lorsch 1986. ISBN 3-922781-69-1
  • Verkehrs- und Heimatverein Heppenheim e.V. (Hrsg.): 1250 Jahre Heppenheim. ABT Mediengruppe, Weinheim 2005. ISBN 3-000-160-93-0
  • Leonhard Rettig: Die Erwähnung Heppenheims und der Starkenburg im Lorscher Codex. Magistrat der Kreisstadt Heppenheim an der Bergstraße (Hrsg.), Heppenheim 1970.

Einzelnachweise

  1. FDP Hessen
  2. Text: Heppenheimer Proklamation vom 12. Dezember 1948
  3. SPD Bergstraße
  4. Freilichtbühne (Geschichte und Gegenwart)

Weblinks


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