Hermann-Oberth-Gesellschaft


Hermann-Oberth-Gesellschaft

Die Hermann-Oberth-Gesellschaft ist ein Verein, der sich für die Förderung des raumfahrttechnischen Nachwuchses einsetzt und in der Vergangenheit auch eigene Raketen entwickelt und gebaut hat.

Sie wurde 1952 von Karl Poggensee in Bremen als Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DAFRA) gegründet, um zivile Raketen zu entwickeln. In der Anfangszeit wurden in Hespenbusch bei Großenkneten diverse Versuchsraketen entwickelt, die bald schon Höhen von einigen Kilometern erreichten, so dass das in Hespenbusch zur Verfügung stehende Areal zu klein wurde.

1957 wurden die Raketenversuche der DAFRA, die in DRG (=Deutsche Raketengesellschaft) umbenannt wurde, in das Wattengebiet von Cuxhaven verlegt. Dort wurden 1959 von der Deutschen Raketengesellschaft einige Postraketen gestartet. Am 15. Dezember 1960 erfolgte der Erststart der Kumulus mit einer Gipfelhöhe von 20 Kilometern und am 16. September 1961 der Erststart der Cirrus mit einer Gipfelhöhe von 50 Kilometern.

Zu dieser Zeit fing auch Berthold Seliger an, im Rahmen dieser Gesellschaft, die in Hermann-Oberth-Gesellschaft umbenannt wurde, Raketen zu bauen. 1961 gründete Berthold Seliger eine eigene Firma, die „Berthold Seliger Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH“, die mit der Hermann-Oberth-Gesellschaft kooperierte. Die Seliger Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH entwickelte zwischen 1962 und 1963 mehrere Raketen mit ein, zwei und auch drei Stufen, die Gipfelhöhen von bis zu 150 Kilometer Höhe erreichen konnten. Nach der umstrittenen Flugvorführung der Seliger Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH von militärisch verwertbaren Raketen vor Militärvertretern aus Nicht-NATO Staaten im Wattengebiet von Cuxhaven am 5. Dezember 1963 kam es zum Bruch zwischen der Seliger Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH und der Hermann-Oberth-Gesellschaft. Letztere führte bis zum Juni 1964 noch einige Raketenstarts durch.

Nach der Einstellung der Raketenversuche im Cuxhavener Wattengebiet setzte man bei der Hermann-Oberth-Gesellschaft den Schwerpunkt bei der Förderung des raumfahrttechnischen Nachwuchses.

1993 wurde die Hermann-Oberth-Gesellschaft mit der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, der Otto-Lilienthal-Gesellschaft, der Gesellschaft für Raketentechnik und Weltraumfahrt e.V. und dem Fachverband für Luftfahrt e.V. zur Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal - Oberth e.V. DGLR vereint.

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