Heterogenität (Genetik)


Heterogenität (Genetik)

Heterogenie ist ein Begriff aus der Genetik. Von Heterogenie spricht man, wenn die Vererbung eines bestimmten Erbleidens nicht von einem bestimmten Chromosom abhängig ist, sondern die krank machenden Allele auf verschiedenen Chromosomen lokalisiert sein können. Durch einen Mutationsprozess auf verschiedenen Chromosomen kann also dieselbe Krankheit entstehen, was auf den ersten Blick unverständlich erscheint, da man lange Zeit davon ausgegangen ist, dass bestimmte Erkrankungen stets an ein bestimmtes Chromosom gebunden sind.

Das bedeutet, dass homozygote Merkmalsträger nicht automatisch ihr Krankheitsbild weitervererben. So wurde festgestellt, dass zwei homozygot taubstumme Erbgutträger gesunde Kinder bekommen können, obwohl die Wahrscheinlichkeit der Weitervererbung bei 100 % liegt. Die Ursache dafür ist die Heterogenie: Beim normalen Erbgang überdecken die jeweils gesunden, dominanten Allele eines jeden beteiligten Partners das jeweils auf einem anderen Chromosom sitzende, krank machende Erbgut des anderen Partners. Im Ergebnis verfügt der Erbgutempfänger rezessiv über die krank machende Veranlagung, er bleibt aber symptomfrei, da die gesunden Allele dominieren.


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