Hetterscheidt


Hetterscheidt


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heiligenhaus
Heiligenhaus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heiligenhaus hervorgehoben
51.3166666666676.9666666666667Höhenangabe falsch oder mehr als zwei NachkommastellenKoordinaten: 51° 19′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 53 bis 242 m ü. NN
Fläche: 27,47 km²
Einwohner: 27.312 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 994 Einwohner je km²
Postleitzahl: 42579
Vorwahlen: 02056, 02054, 02102
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 012
Stadtgliederung: 6 Honschaften
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 159
42579 Heiligenhaus
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jan Heinisch
seit 2004 (CDU)
Lage der Stadt Heiligenhaus im Kreis Mettmann
Kreis Mettmann Nordrhein-Westfalen Ennepe-Ruhr-Kreis Remscheid Wuppertal Solingen Rheinisch-Bergischer Kreis Leverkusen Köln Rhein-Kreis Neuss Düsseldorf Duisburg Mülheim an der Ruhr Essen Monheim Langenfeld (Rheinland) Hilden Haan Erkrath Mettmann Wülfrath Velbert Heiligenhaus RatingenKarte
Über dieses Bild
Heiligenhaus, Hauptstraße, Rathaus
Historische Luftaufnahme von Heiligenhaus um 1900
Logo von Heiligenhaus seit 2005

Heiligenhaus ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Norden des Kreis Mettmanns. Sie liegt im Städtedreieck DüsseldorfEssenWuppertal im Niederbergischen Land und dem Regierungsbezirk Düsseldorf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt erstreckt sich auf einem in west-östlicher Richtung verlaufenden ungefähr 160 Meter hohen Geländerücken, der nach Norden und Süden zum Vogelsangbachtal beziehungsweise Angertal hin stark abfällt.

Heiligenhaus hat (im Uhrzeigersinn) eine gemeinsame Stadtgrenze mit der kreisfreien Stadt Essen sowie mit Velbert, Wülfrath und Ratingen (alle Kreis Mettmann).

Entfernungen zu Großstädten:
Düsseldorf: ca. 23 km
Essen: ca. 21 km
Köln: ca. 73 km

Stadtteile

Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Abtsküche, Beeker Busch, Hasselbeck, Heide, Hetterscheidt, Hofermühle, Innenstadt, Isenbügel, Leubeck, Migua, Nonnenbruch, Oberilp, Oberstadt, Oefte, Tüschen, Unterilp, Unterstadt, Vogelsang, Waldsiedlung, Werkerwald und Wassermangel. Im Entstehen ist derzeit der Stadtteil Selbeck.

Der Stadtteil Hetterscheidt wurde in Harry Binghams Roman „The Sons of Adam“ (New York 2004, ISBN 0007157924) erwähnt. In diesem wird ein Kriegsgefangenenlager des untergegangenen Deutschen Kaiserreichs für westliche Offiziere während des Ersten Weltkrieges geschildert: „in Hetterscheidt [...] a little way outside Düsseldorf“.

Die Hofbezeichnung Isenbügel wurde 1250 erstmalig als Isenbugele erwähnt. Nach dem Hof Isenbügel wurde die gleichnamige Honschaft und somit auch der Stadtteil benannt.

Einwohner

Einwohnerzahlen (jeweils zum 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1897 5.368
1947 11.947
1953 15.034
1964 25.028
1967 27.541
1975 29.886
1989 29.438
1992 30.198
1998 28.941
1999 28.595
2000 28.442
2001 28.402
2002 28.373
2003 28.025
2004 27.789
2005 27.750
2006 27.415
2007 27.312
2008 26.833
Einwohnerzahl am 31.03.2009
männlich weiblich insgesamt
13.033 13.713 26.746


Politik

Gemeinderat

Sitze im Rat
Partei 2004 1999
CDU 17 21
SPD 10 12
FDP 5 5


Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften bestehen zu:


Museum Abtsküche, links neben Kapelle
Kapelle St. Jakobus, Abtsküche
Abtskücher Stauteich

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im kulturellen Bereich werden fortlaufend Kunstausstellungen, Theatervorstellungen, Kleinkunst und Konzertabende in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums oder im „Club - Zentrum für Kultur und Freizeit“ des Jugendfreizeitheimes angeboten. Stadtbücherei, Museum Abtsküche - Heimatkundliche Sammlung - mit Backhaus und das Feuerwehrmuseum mit Geräten und Ausrüstungsgegenständen aus 150 Jahren Feuerwehrgeschichte runden das kulturelle Angebot vor Ort ab.

Bauwerke

  • Evgl.-ref. Stadtkirche (Alte Kirche); schlichte barocke Saalkirche von 1769.
  • Katholische Kirchen St. Suitbertus (genannt „Dom“ aufgrund des hohen, weithin sichtbaren neugotischen Turmhelms; Grundsteinlegung der Kirche 5. Juli 1896, später Kriegsbeschädigungen) und St. Ludgerus (Konsekration 1962); ferner die katholische Kapelle St. Jakobus (fertiggestellt 1909 im neoromanischen Stil) in der Abtsküche / Hetterscheidt gegenüber dem Stauteich, dort ehemalige Sommerresidenz der Äbte von Werden.
  • Die ehem. Pilgerhütte Otterbeck in Heiligenhaus, in der Gerhard Tersteegen wirkte, hatte ihren Namen nach den dort ansässigen Bauern. Vermutlich ist die Familie Otterbeck zurückzuführen auf eine gleichnamige Bauernschaft bei Gescher in Westfalen. Die Otterbeek heißt heute kartographisch „Uhlandsbach“.
  • Die evgl.-luth. Kirche von 1788/89 an der Hauptstraße wurde 1928 abgerissen.

Sport

Fast alle gängigen Sportarten werden auf modernen Sportstätten und im Frei- und Hallenbad Heljensbad angeboten. Dort sind auch die erfolgreichen Sportkegler vom SKV Heiligenhaus heimisch, die schon einige Weltmeister hervorgebracht haben. Im Jahr 2007 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga.
Der Wanderer findet über 45 km markierte Wanderwege in der „Industriestadt im Grünen“, durch Angertal und Vogelsangbachtal bis hinein ins Ruhrtal. Besonders ist, dass auch der Sportflug angeboten wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Heiligenhaus bietet knapp 13.000 Beschäftigten Arbeitsplätze, davon etwa 9.700 in der mittelständisch-strukturierten Metall verarbeitenden Industrie. Hervorragende Bedeutung hat die Stadt als Standort der Zulieferindustrie für die gesamte deutsche Automobilproduktion (Schlösser, Beschläge, Verriegelungen etc.). Aber auch die Produkte der traditionell gewachsenen Schloss- und Baubeschlagindustrie nehmen einen Spitzenplatz auf dem europäischen Markt ein. Als bekanntester Industriebetrieb ist wohl die Kiekert AG zu nennen, Hersteller von Autoschließsystemen für viele namhafte Marken (unter anderem VW, BMW). Im Jahr 2000 wurde die Kiekert AG vom Finanzinvestor Permira für 530 Mio € über eine fremdfinanzierte Übernahme erworben. Aufgrund der hierbei übertragenen Schuldenlast und der schlechten Konjunktur auf dem Automobilmarkt, drohte die Firma 2006 in die Insolvenz zu gehen, was gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt gehabt hätte (Verlust von Arbeitsplätzen und Wegfall von Steuereinnahmen). Glücklicherweise konnte diese Insolvenz jedoch abgewendet werden.
Die gesamte Industrie in Heiligenhaus hat im Jahr 2005 einen Umsatz von 939 Mio. Euro.

Schienen- und Busverkehr

Heiligenhaus besitzt keinen Bahnanschluss mehr, der Schienenpersonenverkehr wurde schon in den 1960er Jahren eingestellt. Die heute stillgelegte Niederbergbahn wurde von 1913 bis 1920 bzw. 1926 (durchgehende Verbindung nach Kettwig), mit Unterbrechung wegen des Ersten Weltkrieges, errichtet und führte von Kettwig über Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath nach Vohwinkel. Sie führte in den 1920er Jahren zu einer massiven Verschuldung der Stadt. Die Reichsbahn wollte nach dem Ersten Weltkrieg die Trasse nur weiterbauen, wenn sich die Stadt zu einem Drittel an ihrer Finanzierung beteiligen würde. Eine für die Stadt nicht aufzubringende Summe. Velbert bot an den Bau zu finanzieren, wenn Heiligenhaus sich eingemeinden ließe, was empört ausgeschlagen wurde. Schließlich fand man Unterstützung bei der Stadt Kettwig und dem Kreis Mettmann.

Bis zum Zweiten Weltkrieg waren Güter- und Personenverkehr auf der Strecke recht gering. Da jedoch die Industrie in Heiligenhaus und Velbert zu wichtigen Rüstungsproduzenten entwickelten und die Pendlerzahlen nach Velbert enorm stiegen war die Strecke während des Zweiten Weltkrieges ausgelastet. Als die Strecken um die Großstädte herum immer stärker durch Bombenangriffe zerstört wurden befuhren sogar Fernverkehrszüge die Niederbergbahn. Ein Ende fand dieser starke Verkehr, als die zurückweichenden deutschen Truppen die Ruhrbrücke bei Kettwig sprengten, fortan endeten alle Züge in Kettwig vor der Brücke.

1960 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1976 wurde die Strecke von Heiligenhaus nach Kettwig stillgelegt und 1980 zum Fahrradweg umgebaut, am 28. Dezember 1994 fuhr der letzte Güterzug von Heiligenhaus nach Velbert, 1996 verlor auch Velbert seinen Bahnanschluss. Bemerkenswert ist, dass die Bahnlinie im Heiligenhauser Stadtgebiet über zwei große Natursteinviadukte führt.

Am 11. Oktober 1899 wurde die 6,5 km lange elektrische Straßenbahnlinie von Velbert nach Heiligenhaus eröffnet. Diese wurde 1952 stillgelegt. Von 1899 bis 1923 verkehrte eine dampfbetriebene Kleinbahn von Heiligenhaus nach Hösel. Nun entsteht in den kommenden Jahren ein Fußgänger- und Fahrradweg auf der stillgelegten Trasse.

Die Buslinien 770 nach Ratingen Ratingen-Hösel oder 771 nach Ratingen Mitte stellen den Anschluss an die S 6 KölnDüsseldorf – Ratingen Ost – Essen her. Außerdem besteht durch die Buslinie 772 eine Verbindung über den Stadtteil Unterilp nach Essen-Kettwig und an die dort gelegene S-Bahnstation Kettwig Stausee.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.


Wirtschaftsstruktur

Wirtschaftsstruktur (31.12.2005) - Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
absolut in %
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Fischzucht 109 1.1
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 0 0,0
Verarbeitendes Gewerbe 6244 64,9
Energie- und Wasserversorgung 72 0,7
Baugewerbe 394 4,1
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz. und Gebrauchsgütern 1035 10,8
Gastgewerbe 101 1,0
Verkehr und Nachrichtenübermittlung 360 3,7
Kredit- und Versicherungsgewerbe 110 1,1
Grundstücks- und Wohnungswesen, usw. 285 3,0
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialvers. 219 2,3
Erziehung und Unterricht 67 0,7
Gesundheits-, Veterinär-, Sozialwesen 477 5,0
Erbringung sonst. öffentl. und persönl. Dienstleistungen, Priv. Haushalte 151 1,6
sonstiges 0 0,0
gesamt 9626 100
Veränderung seit 1999 (31.12) -2685 -21,8

Öffentliche Einrichtungen

Das Rathaus, in der Stadtmitte gelegen, ist seit 1989 durch einen modernen Anbau gemeinsames Haus für Rat und Verwaltung. Im neu gestalteten Ratssaal finden nicht nur Sitzungen des Rates, sondern auch Empfänge, Kleinkunst-Veranstaltungen und bürgerschaftliche Begegnungen statt.

Das Klinikum Niederberg im benachbarten Velbert, dessen Eigentümer die Städte Velbert und Heiligenhaus sind, ist auch für Heiligenhaus zuständig.

Bildung

Heiligenhaus verfügt über 15 Kindergärten, 6 Grundschulen, noch eine Hauptschule bis 2010, eine Realschule, eine Gesamtschule und ein Gymnasium. Die berufsbildenden Schulen sind in den Nachbarstädten Velbert und Ratingen ansässig. Für die Erwachsenenbildung steht der Volkshochschul-Zweckverband Velbert/Heiligenhaus zur Verfügung. Die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Musikschule ist Ausbildungsstätte für circa 625 Schüler.

Persönlichkeiten

in Heiligenhaus geboren

mit Heiligenhaus verbunden

  • Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg (1900–1974), erste Präsidentin des Vereins Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte, starb in Heiligenhaus
  • Peter Ihle (* 1937), Politiker,1999–2004 Bürgermeister der Stadt
  • J. Ernst Steinbeck, Vater des amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck
  • Horst Langer (* 1939), Tischtennisspieler, deutscher Meister im Doppel, 1979–2001 TTC Heiligenhaus
  • Bernd Liffers (* 1958), Kirchenmusiker und Organist
  • Sebastian Boenisch (* 1987), Fußballspieler 1992–2000 SSVG Heiligenhaus
  • Jakob Muth (1927-1993), Deutscher Professor der durch seinen Einsatz für die Integration behinderter Kinder ins Schulwesen bekannt wurde
  • Jean Pütz (* 1936), Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator, lebt in Heiligenhaus

Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen

Weblinks


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