Heubach (Odenwald)


Heubach (Odenwald)
Heubach
Koordinaten: 49° 51′ N, 8° 58′ O49.8416666666678.9644444444444250Koordinaten: 49° 50′ 30″ N, 8° 57′ 52″ O
Höhe: 250 m ü. NN
Einwohner: 1.765
Eingemeindung: 1977
Postleitzahl: 64823
Vorwahl: 06078
Karte

Lage von Heubach in Groß-Umstadt

Fachwerkhäuser am Marktplatz
Der Marktplatz mit dem Dorfbrunnen
Die kleine lutherische Kirche

Heubach ist ein Stadtteil der südhessischen Stadt Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Heubach liegt im nördlichen Teil des Naturparks Bergstraße/Odenwald, von der Bundesstraße 45 (Ferienstraße Alpen-Ostsee) aus 1500 Meter in Richtung Osten, eingebettet in ein romantisches Seitental des Odenwalds. Wie die anderen Gemeinden, die das mittelalterliche Städtchen Groß-Umstadt umrahmen und 1977 eingemeindet wurden, ist der historische Ort ruhig und idyllisch gelegen, und hat in den letzten Jahren neue Bewohner angezogen, die vorher in einer der großen Städte des Großraums Frankfurt gelebt haben. Der Name Heubach hat nichts mit dem Wort Heu zu tun, sondern mit dem heutigen Wort Hain (kleiner Wald) und bezeichnet also ein Wäldchen am Bach.

Verkehr

Durch die Entfernung von nur 1,5 km zur B 45, von der die Straße nach Heubach den einzigen Zufahrtsweg in das kleine Tal darstellt, hat der Ort eine gute Verkehrsanbindung an die regionalen Zentren, liegt aber ohne jeden Durchgangsverkehr doch sehr ruhig. Die Kernstadt von Groß-Umstadt im Norden ist weniger als vier Kilometer entfernt, und die Nachbargemeinde Höchst im Odenwald (jenseits der Kreisgrenze zum Odenwaldkreis) im Süden zehn Kilometer. Für den Weg nach Darmstadt braucht man mit dem Auto knapp 30 Minuten, bis nach Frankfurt am Main sind es etwa 50 Minuten. Der Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Eberbach und Erbach im Süden sowie Darmstadt und Frankfurt im Nordwesten, und auch in Richtung Babenhausen und Hanau im Norden. Dazu ist das Tal durch den Silberwald vor dem Lärm der B45 zusätzlich geschützt.

Geschichte

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in der Region sind frühsteinzeitliche Ausgrabungen bei Groß-Umstadt. Aus der Jungsteinzeit stammen Funde der Schnurkeramiker in Grabhügeln im Bereich Groß-Umstadt, aber auch Hügelgräber aus der Nähe Heubachs. Auch Funde aus der Bronzezeit und Spuren der Kelten und Römer gibt es in der Gegend. Nach harten Kämpfen müssen die römischen Legionen um 260 n. Chr. den die Region zwischen Rhein und Main den Alemannen überlassen, die dem Odenwald nach ihrem höchsten Gott Odin seinen Namen geben. Sie werden im 5. Jahrhundert von den Franken besiegt, von denen Gräber in Groß-Umstadt zeugen. Unter ihrem Fürst Chlodwig, der zwischen 481 und 511 regiert, werden alle Einwohner des Frankenreichs und auch die Menschen in Heubach christlich. Der Karolingerfürst Pippin, Vater von Karl dem Großen, schenkt im Jahr 766 die Umstädter Mark und damit auch Heubach dem Kloster Fulda.

Zwischen 1100 und 1200 entsteht die erste Steinkirche in Heubach, Vorgängerin der heutigen evangelisch-reformierten Kirche am Marktplatz, und auch die Burgen Breuberg (8 Kilometer von Heubach entfernt) und Otzberg (in vier Kilometer Entfernung) werden gebaut. Im Jahr 1303 wird der Ort erstmals schriftlich erwähnt, in einem Grundstücks-Kaufvertrag zwischen einem Heubacher Bürger und dem Kloster Höchst im Odenwald. Bis 1399 ist die Gemeinde im Besitz der Herren von Bickenbach, danach bis 1803 kurpfälzischer Besitz. Mit dem Rest der Kurpfalz wird Heubach in der Mitte des 16. Jahrhunderts protestantisch, und leidet im Dreißigjährigen Krieg unter Zerstörung, Seuchen und Tod. Am Ende des Krieges im Jahr 1648 hat Heubach nur noch drei Einwohner. Auch weitere Kriege belasten die Region.

1702 kann die katholische Pfarrei Heubachs wieder errichtet werden, und bis 1759 erbauen die evangelisch-reformierte und auch die lutherische Gemeinde jeweils eine neue Kirche und Schule. 1803 wird Heubach unter Napoléon Bonaparte Teil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt; es wird als das „ärmste Dorf des Großherzogs“ bekannt. Seit 1817 wird in der Nähe Heubachs Sandstein abgebaut und einige Einwohner erzielen ein neues Einkommen. Trotzdem wandern zu Anfang des 19. Jahrhunderts besonders viele Hessen und auch Heubacher nach Amerika aus. 1871 wird die Eisenbahnlinie zwischen Wiebelsbach-Heubach, Reinheim und Darmstadt gebaut, 1896 kommt eine Linie zwischen Reinheim, Dieburg und Offenbach hinzu.

Ab 1884 wird an der neuen Schule am Wingertsberg unterrichtet, nicht mehr an den drei kleinen Konfessionsschulen, und 1912 wird der Bau eines neuen Rathauses beendet. Nach zwei Weltkriegen mit vielen Toten und dem Zuzug etlicher Deutscher aus den Ostgebieten vereinigen sich 1969 die zwei protestantischen Kirchengemeinden und im Jahr 1977 verliert Heubach mit der Eingemeindung nach Groß-Umstadt die bisherige Unabhängigkeit.

Weblinks


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