Hild von Whitby


Hild von Whitby

Hilda von Whitby oder Hild von Whitby (* 614 in Northumbrien, England; † 17. November 680 in Streaneshalch) war eine englische Klostergründerin. Sie wird als Heilige verehrt.

Hilda kam 614 als Grossnichte von König Edwin von Northumbria zur Welt. Getauft wurde sie 627, als der König und seine Familie Christen wurden.

Im Alter von 33 Jahren trat Hilda in das Kloster Hartlepool ein. Ursprünglich hatte sie in ein französisches Kloster gehen wollen, wo ihre Schwester Hereswitha bereits Nonne war, aber Aidan von Lindisfarne überzeugte sie, in Northumbrien zu bleiben. Ab 649 leitete sie das Kloster Hartlepool. Im Jahre 657 gründete sie das Doppelkloster Streaneshalch, die heutige Whitby Abbey. In diesem lebten sowohl Männer als auch Frauen, wobei die Quartiere aneinander grenzten und Hilda die Gesamtleitung hatte. Hilda legte besonderes Augenmerk auf eine umfassende Bildung der Männer und Frauen über die theologischen und philosophischen Disziplinen hinaus, wodurch das Kloster Streaneshalch zu einem der bedeutendsten religiösen Zentren Englands wurde.

In diesem Kloster fand 664 die Synode von Whitby statt, wo entschieden wurde, ob Northumbria die Form der Tonsur und das Osterdatum aus der keltischen oder römischen Tradition annehmen sollte. Die Synode entschied sich für die römische Tradition, was zu einer Annäherung der örtlichen Kirche an Rom führte.

Hilda zog zwar die keltische Tradition, in der sie gelebt hatte, vor, als die Entscheidung aber gefallen war, wandte sie ihren Einfluss darauf, einen friedlichen Übergang zu erreichen. Im Zuge dessen führte sie die römische Liturgie und die Benediktregel ein.

Der Kalender des heiligen Willibrord, der zu Beginn des 8. Jahrhunderts entstand, ist das älteste schriftliche Zeugnis, das die Verehrung Hildas erwähnt. Die Hauptquelle für ihr Leben ist die Kirchengeschichte des Beda.[1]

Hildas Gedenktag ist in der römisch-katholischen Kirche am 17. November, in der anglikanischen Kirche am 19. November.

Einzelnachweise

  1. Beda HE III 24f, IV 23f, V 24

Literatur

Weblinks


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