Hilfswerk der Deutschen Unitarier


Hilfswerk der Deutschen Unitarier

Die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft (von lat.: unitas, Einheit) ist nach ihrem Selbstverständnis eine nicht-christliche, pantheistische, humanistische Religionsgemeinschaft in der Tradition der Religionsauffassung der Aufklärung, in der auch die freireligiösen Gemeinden stehen.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft hat etwa 2000 Mitglieder.

Inhalte

Die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft besitzt kein religiöses Dogma und ist deshalb eine freie Religionsgemeinschaft. Es gibt aber Grundgedanken der Gemeinschaft, die dem Einzelnen als Interpretationsmöglichkeit angeboten werden.

Zentrale Grundsätze sind der Glaube an die Einheit allen Seins, das vom Wesen des Göttlichen durchdrungen ist, und der Glaube an die menschliche Vernunft. Außenstehende meinen oft, die Deutschen Unitarier würden als Gegenstück zu den christlichen Leitbildern von „Glaube, Liebe, Hoffnung“ lediglich „Freiheit, Vernunft, Toleranz“ einsetzen. Unitarier geben demhingegen an, dass sie an ein zusammenhangstiftendes Weltprinzip glauben, das sie oft als das Göttliche bezeichnen. Dieses überall wirksame Zusammenhangstiftende ist ein profaner Ausdruck für eine allumfassende Liebe, an die die Unitarier glauben und auf deren Wirksamkeit sie all ihre Hoffnung stützen.

Die deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft sieht sich, wie die meisten anderen unitarischen Gemeinschaften, aber im Gegensatz zu wenigen unitarischen Religionsgemeinschaften, die sich noch als christlich, aber anti-trinitarisch verstehen, als völlig losgelöst vom Christentum.

Die unitarische Religion ist eine an der Welt und auf das Diesseits ausgerichtete Religion. Religiosität wird als dem Menschen angeboren gesehen und soll ihn menschlicher, freiheitlicher, toleranter und liebesfähiger machen. Die Interpretation der Welt bleibt dabei unbedingt dem Einzelnen überlassen. Damit wird auch die Verantwortung für das eigene Handeln und Unterlassen vom Menschen als unverzichtbar eingefordert.

Gemeinsame unitarische Glaubensaussagen werden in Form von „Grundgedanken“ in unregelmäßigen Abständen durch Konsens innerhalb der Gemeinschaft den sich wandelnden Überzeugungen der Mitglieder und womöglich auch den Erkenntnissen der Zeit angepasst und schließlich auf einer Hauptversammlung beschlossen. Die Grundgedanken der Deutschen Unitarier sind damit das erste historische Beispiel für eine Religionsgemeinschaft, die auf den religiösen Überzeugungen der einzelnen Mitglieder gegründet ist und deren gemeinsame Glaubensaussagen basisdemokratisch festgestellt werden, wobei diese nur dann verbindlichen Charakter haben, wenn sich ein Unitarier über die Unitarier allgemein äußert.

Vorgeschichte

Die Deutschen Unitarier haben sich aus dem Christentum und organisatorisch aus den Freien Protestanten heraus entwickelt, die sich ursprünglich noch als Christen empfanden. 1876 wurde in Rheinhessen die „Religionsgemeinschaft Freier Protestanten“ gegründet. Die Gründung erfolgte im Zuge der Auswirkung einer neuen Kirchenverfassung der Hessischen Landeskirche, mit der Kirchensteuern eingeführt wurden. Die Kirchensteuer sollte die Kirche unabhängig machen, führte jedoch zu einem Proteststurm der rheinhessischen Gemeinden, wobei die Ablehnung damit begründet wurde, dass Geldopfer freiwillig, aus Liebe, gegeben werden müssten. Es gab zahlreiche Protestversammlungen im ganzen Land, die in einer Austrittswelle mündeten.

Der Pfarrer Balthasar Matty, der bereits eine wichtige Rolle in den Märztagen der Revolution von 1848 spielte und damals für die Einführung der Republik eintrat, übernahm die Führung und erreichte die Bildung einer Organisationsstruktur. Das von ihm entworfene Bekenntnis war noch christlich-trinitarisch geprägt. 1878 umfassten die Freiprotestanten 4779 Mitglieder.

Im Jahr 1909 wurde Rudolf Walbaum (1869–1948) Pfarrer der freiprotestantischen Religionsgemeinschaft in Rheinhessen. Er war nach dem Studium der Theologie zunächst seit 1897 Pastor der lutherischen Landeskirche Niedersachsens, wurde aber wegen liberaler Äußerungen gemaßregelt und 1900 in eine Landgemeinde im Harz versetzt. Nachdem er ab 1901 in den Dienst der evangelischen Bewegung Österreichs und Böhmens trat und Pfarrer in Wiener Neustadt und Haida war, fand er schließlich zu den rheinhessischen Freiprotestanten und übernahm 1909 die Pfarrstelle in Alzey; seit 1912 war er auch Prediger der Freireligiösen Gemeinde Worms. Auf einem Kongress liberaler Theologen des Weltkongresses für freies Christentum und religiösen Fortschritt 1910 in Berlin fand er Kontakt zu amerikanischen Unitariern.[3] Walbaum gab 1911 den Freiprotestanten den Beinamen „Deutsche Unitarier“, und ihre Zeitschrift „Der Freiprotestant“, die Walbaum ab 1911 herausgab, erhielt den Untertitel Deutsch-unitarische Blätter.[4] Walbaums Aktivität für den Unitarismus regte auch Clemens Taesler, Prediger der Freireligiösen Gemeinde Görlitz, an, sich seit 1915 zum Unitarismus zu bekennen und für dessen Verbreitung zu sorgen. Seit Oktober 1918 war Taesler Pfarrer der freireligiösen Gemeinde in Frankfurt, die sich durch seinen Einfluss seit 1926 offiziell zum Unitarismus bekannte und sich in Unitarische freireligiöse Gemeinde umbenannte.[5] 1927 gründeten Walbaum und Taesler den Deutschen Unitarierbund. Walbaum schloss ich dem Bund der Köngener von Wilhelm Hauer an. Um einem Verbot durch die Nationalsozialisten auszuweichen, vereinigte sich der Deutsche Unitarierbund 1934 mit den noch bestehenden freireligiösen Gemeinden des Verbands Freireligiöser Gemeinden Deutschlands zur Freien Religionsgemeinschaft Deutschlands.[6] 1935 wurde der Deutsche Unitarierbund aufgrund seiner internationalen Verbindungen aufgelöst.[7] Zu den führenden Persönlichkeiten der Freien Religionsgemeinschaft gehörten neben Georg Pick (Mainz), Karl Weiß (Mannheim), Max Gehrmann (Offenbach) auch Rudolf Walbaum und Clemens Taesler.[8] In der Freien Religionsgemeinschaft Deutschlands konnten Walbaum und Taesler bis zum Ende des Krieges ungehindert weiterarbeiten.

Unter der Führung Walbaums fand nicht nur die Abkehr vom trinitarischen Christentum statt, sondern generell die Abkehr von einem verbindlichen Glaubensbekenntnis. An dessen Stelle trat die „vollständige geistige Freiheit in religiöser Hinsicht statt Gebundensein an Glaubensbekenntnisse oder Konfessionen“. Es wurde der Gebrauch der Vernunft in religiöser Hinsicht sowie „weitgehende Toleranz gegenüber den verschiedenen religiösen Ansichten und Bräuchen“[9] postuliert. Walbaum war über 40 Jahre die maßgebliche Persönlichkeit der rheinhessischen Freiprotestanten und der Deutschen Unitarier.

Zu Beginn des NS-Regimes verloren die Deutschen Unitarier Mitglieder. Die Mitgliederzahl reduzierte sich auf etwa 1500.

Neuorganisation der Deutschen Unitarier nach 1945

Nach 1945 konstituierten sich die freiprotestantischen Gemeinden neu, die durch Neumitglieder verstärkt wurden. Die rheinhessische Urgemeinschaft umfasste 15 Gemeinden mit zusammen etwa 1000 Mitgliedern. Insbesondere in der britischen und der amerikanischen Zone erhielten sie Unterstützung, weil die Besatzungstruppen aus ihren eigenen Ländern Unitarier kannten. Die Religionsgemeinschaft öffnete sich all denen, die religiös heimatlos geworden waren, so dass den Gemeinden viele Neumitglieder beitraten.[10] Es wurden auch zahlreiche neue Gemeinden außerhalb des traditionellen Verbreitungsgebietes der Freiprotestanten in Rheinhessen gegründet.

Walbaums Buch Religiöser Unitarismus fand bei vielen Menschen, die aus der Kirche ausgetreten waren und in diese nicht zurückkehren wollten, Anklang, was ab 1947 zu zahlreichen Gemeindegründungen führte.[11] Mit diesem Werk öffnete Walbaum die Gemeinschaft für Anhänger völkisch orientierter Gruppen,[12] wodurch sie weithin die Ideologie der deutschgläubigen Bewegungen aufnahm.[13] Der Deutschen Unitarier Religionsgemeinschaft gelang es, „nicht wenigen Mitgliedern“ der Deutschen Glaubensbewegung von Jakob Wilhelm Hauer und anderen „Gottgläubigen“ eine religiöse Heimat zu bieten.[14][15]

Besonders in Flüchtlings- und Gefangenenlagern leistete Rudolf Walbaum intensive Aufbauarbeit. In dem von Amerikanern für nationalsozialistische Funktionäre eingerichteten Internierungslager Hohenasperg traf Walbaum auf Herbert Böhme, der nach seinem Beitritt zu den Unitariern im Juni 1947 eine unitarische Lagergruppe gründete.[16] Herbert Böhme wurde eine der dominierenden Gestalten der ersten Jahre. Die von ihm und seinen Mitstreitern stark nationalistisch und nationalpolitischen gefärbten Auffassungen führten jedoch zu internen Spannungen.[17]

Im September 1947 organisierte Walbaum ein Treffen auf dem Klüt bei Hameln, um eine Neustrukturierung der Gesamtorganisation zu besprechen. Hier konstituierte sich der sogenannte Klüt-Kreis, an dem Walbaum Herbert Böhme zum Ersten Sprecher bestimmte. Walbaum starb 1948, worauf die Religionsgemeinschaft auseinanderzubrechen drohte. Das wurde durch die Einigung auf der Generalversammlung am 19. September 1948 in Eppelsheim durch die einstimmig angenommene „Eppelsheimer Formel“ verhindert.[18]

Am 8. Oktober 1949 beteiligen sich die Deutschen Unitarier an der Gründung des Dachverbandes Deutscher Volksbund für Geistesfreiheit, dem bei der Gründung sehr unterschiedliche Organisationen der freireligiösen, freigeistigen und freidenkerischen Bewegung angehörten. Neben den Deutschen Unitariern wurden der Bund freireligiöser Gemeinden Deutschlands, der Deutsche Freidenkerverband, der Deutsche Monistenbund und einige kleinere Verbände Mitglieder des Dachverbandes. Aufgrund der beträchtlichen Spannweite und Heterogenität der angehörenden Organisationen kam es immer wieder zu Aus- und Eintritten.

1950 wurde bei der Ersten Hauptversammlung der Deutschen Unitarier nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Hameln eine neue Satzung angenommen und der Name der Religionsgemeinschaft in Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft geändert, die sich jedoch weiterhin in der Tradition der „freien Protestanten“ sah. Erster Vorsitzender („Präsident“) wurde Karl-Heinz Küthe.[19] Ihr Erster Sprecher Herbert Böhme.[20] Eberhard Achterberg übernahm für 14 Jahre die Redaktion der Unitarischen Blätter, die danach unter dem Titel Glaube und Tat erschienen.

Vom Nordrhein-Westfälischen Verfassungsschutz wurden die Deutschen Unitarier in den 1950er Jahren als „rechtsextreme kulturelle und weltanschauliche Vereinigung“ eingeschätzt.[21]

Der Zustrom neuer Mitglieder – die Mitgliederzahl wuchs auf 6000 Mitglieder an – führte dazu, dass die traditionellen „Freien Protestanten“ in eine minoritäre Lage gerieten. Es bestand weiterhin ein Gegensatz zwischen der pantheistischen, unitarischen Ausrichtung zahlreicher Neumitglieder und der traditionellen „freiprotestantischen“ Orientierung der Altmitglieder. Hinzu kamen persönliche Konflikte, ebenfalls zwischen Neu- und Altmitgliedern, aber auch zwischen Friedrich Schöll (1874–1967) und Herbert Böhme.[22] Es kam immer wieder zu Austritten von Mitgliedern der Freien Protestanten, die sich meist freireligiösen Gemeinden anschlossen. Außerdem brach 1949 der Kontakt zu den Gemeinden in der sowjetisch besetzten Zone ab.[23] 1954 traten die freiprotestantischen „Urgemeinden“ aus, die sich als „Unitarische Religionsgemeinschaft Freie Protestanten KdöR“ konstituierten.[24] Böhme musste 1954 aufgrund innerer Widerstände seine Leitungsfunktion des „Klütkreises“ niederlegen.[25]

Nach dem Rückzug Böhmes als Erster Sprecher des Klütkreises wurde dieser durch den „Geistigen Rat“ abgelöst, dessen Leitung Friedrich Schöll (1874–1967), Widerpart Böhmes, übernahm.[26]

1989 spaltete sich der völkisch ausgerichtete „Bund Deutscher Unitarier, Religionsgemeinschaft europäischen Geistes“ um Sigrid Hunke von den Deutschen Unitariern ab; er zählte 1997 rund 300 Mitglieder.

Nach der Abspaltung des Bundes Deutscher Unitarier um Hunke gewannen „progressive“ Tendenzen bei den Deutschen Unitariern endgültig die Oberhand, was sich bis in Veröffentlichungen ausdrückt. So charakterisiert der Unitarier Beinhauer Bücher von Hunke als polarisierend und stellt fest, dass ihre Sichtweise überwiegend auf Ablehnung bei den Unitariern traf. Weiterhin vermisst er u.a. das Bekenntnis zur Freiheit der persönlichen Auffassung, die Ablehnung von Glaubens- und Gewissenszwang und die Erklärung der Toleranz.[27] Trotz ihres Ausscheidens aus der Gemeinschaft blieb Hunkes literarisches Werk „ein wesentlicher Blickpunkt für die Deutschen Unitarier“ (Horst Prem).[28]

Präsident der Deutschen Unitarier ist Eike Möller aus Hamburg.

Rechtlich selbständige Einrichtungen der Deutschen Unitarier

Herbert Böhme, Erster Sprecher der Unitarier, war Gründer einer Deutschen Unitarier-Jugend.[29] Diese schloss sich 1952 mit der Reichsjugend und dem Vaterländischen Jugendbund zur rechtsextremen Wiking-Jugend zusammen, die sich als Bewahrer des Erbes der Hitler-Jugend begriff.[30]

Der Bund Deutsch-Unitarischer Jugend e.V. (BDUJ) wurde 1956 von jungen Mitgliedern gegründet. Er ist ein „freier und rechtlich selbständiger Jugendbund, der weder politisch noch religiös-weltanschaulich festgelegt ist“ und der die „freigläubige Jugend sammeln“ will.[31]

Am 30. April 1970 wurde die gemeinnützige Unitarische Akademie e.V. als Einrichtung zur Bildungsarbeit gegründet. Sie ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und im Paritätischen Bildungswerk.

Zur Sozial- und Jugendarbeit besteht ein gemeinnütziges Hilfswerk der Deutschen Unitarier e.V., das am 3. Februar 1967 in Hamburg gegründet wurde und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband ist. Das Hilfswerk hat diverse selbständige Unterorganisationen wie etwa das Hilfswerk der Deutschen Unitarier, Regionalgruppe Kiel e.V. ([1]).

Die 1980 gegründete Jugend- und Bildungsstätte Klingberg in Ostholstein ist ebenfalls eine rechtlich selbständige Einrichtung. Sie dient als Tagungsstätte. Träger ist das „Jugend- und Familienbildungswerk Klingberg e.V.“.

Mitgliedschaften

Die Deutschen Unitarier sind Mitglied im „Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften (DfW)“, dem u.a. auch der „Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands K.d.ö.R.“, der „Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern K.d.ö.R.“ und der „Humanistische Freidenkerbund Brandenburg e.V.“ angehören.[32] Der DFW sieht sich als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen und steht „für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, für ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von ihren religiösen, weltanschaulichen und politischen Anschauungen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur.“[33] Der DFW ging 1991 aus dem Deutschen Volksbund für Geistesfreiheit (DVfG) hervor, dem die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft ebenfalls schon angehörte.[34]

Außerdem sind die Deutschen Unitarier Mitglied im Weltbund für religiöse Freiheit (International Association for Religious Freedom (IARF)) sowie als einzige der in Deutschland vertretenen unitarischen Religionsgemeinschaften im Internationalen Rat der Unitarier und Universalisten (International Council of Unitarians and Universalists (ICUU)), der die Koordinationsstelle der meisten unitarischen Religionsgemeinschaften weltweit ist.

Kontroversen

Im Blickpunkt von Kontroversen um die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft war häufig die politische Vergangenheit führender Mitglieder und deren politisches Wirken nach 1945. Bereits nach der Hauptversammlung und Umbenennung in die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft 1950 spalteten sich traditionell orientierte Gemeinden ab. In der Zeit, als Sigrid Hunke Ehrenvorsitzende war, wurde die Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert.

Laut Auskunft der Unitarischen Gemeinschaft hat man aufgrund interner demokratischer Meinungsbildungsprozesse frühere Tendenzen rechtsgerichteten Gedankengutes isolieren können. Vertreter dieser völkisch-nationalen Richtung hätten dann die Gemeinschaft verlassen. Dazu zähle auch Sigrid Hunke, die bis 1983 Ehrenvorsitzende und Vizepräsidentin war.

In den 1980er und 90er Jahren wurden einige Prozesse geführt, welche teilweise von der Deutschen Unitarier Religionsgemeinschaft insbesondere mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit verloren wurden, wobei sich eine „zulässige Meinungsäußerung“ durch deren „Substanzarmut in tatsächlicher Hinsicht“ auszeichnet.[35] In diesen Prozessen ging es beispielsweise um die Bezeichnung der Deutschen Unitarier als „Nazi-Sekte“.[36]

Quellen

  1. Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft, 1989, S. 17 ff.
  2. Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft:FAQ
  3. Auch am Weltkongreß 1913 in Paris nahm Walbaum teil. Vgl. Stefan Kalk: Rudolf Walbaum. In: Lexikon freireligiöser Personen. Rohrbach/Pfalz: Peter Guhl, 1997, S. 172
  4. Stefan Kalk: Rudolf Walbaum. In: Lexikon freireligiöser Personen. Hrsg. von Eckart Pilick, Rohrbach/Pfalz: Peter Guhl, 1997, S. 172
  5. Was glauben Sie eigentlich?; 2000; S. 119f.; Herbert Todt (Hg.): Unitarische Freie Religion. Quellensammlung zur Geschichte ihrer Entfaltung in Frankfurt a.M.; Frankfurt a.M. 1970; S. 3f.
  6. Festschrift zur 125-Jahrfeier der Freireligiösen Gemeinde Mainz und 25-Jahrfeier der freien Religionsgemeinschaft Rheinland. Hrsg. von der Freireligiösen Gemeinde Mainz, Mainz 1972, S. 13 ff.
  7. Was glauben Sie eigentlich?; 2000; S. 119f.
  8. Festschrift zur 125-Jahrfeier der Freireligiösen Gemeinde Mainz und 25-Jahrfeier der freien Religionsgemeinschaft Rheinland. Hrsg. von der Freireligiösen Gemeinde Mainz, Mainz 1972, S. 13 ff.
  9. Walbaum: Religiöser Unitarismus; 1947
  10. Woher kommen wir; 2000, S. 224
  11. Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft; 1989; S. 19ff.
  12. Horst Reller (Hrsg): Handbuch Religiöse Gemeinschaften, Gütersloher Verlagshaus, 1993, S. 375
  13. Der Brockhaus Religionen, 2004, S. 655
  14. Hans Gasper: Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Herder, Band 5528, 2000, S. 1102
  15. Theologische Realenzyklopädie; S. 336
  16. Was glauben Sie eigentlich?, 2000; S. 224
  17. Horst Reller (Hrsg): Handbuch Religiöse Gemeinschaften, Gütersloher Verlagshaus, 1993 S. 375
  18. Wolfgang Deppert: Religion und Toleranz. Die Deutschen Unitarier in der öffentlichen Auseinandersetzung; 1992; Anhang 1
  19. Was glauben Sie eigentlich? 2000, S. 231
  20. Deutschland-Jahrbuch 1953, hrsg. von Klaus Mehnert und Heinrich Schulte. Essen, Rheinisch-Westfälisches Verlagskontor, 1953, S. 482
  21. Innenministerium NRW (Hrsg.): Entstehung, Entwicklung und gegenwärtige Tätigkeit des Landesamtes für Verfassungsschutz; 1956; S. 6
  22. Hans-Dietrich Kahl: Strömungen, 1989; insbesondere Abschnitt „Böhme und Schöll“, S. 37–39
  23. Was glauben Sie eigentlich? 2000, S. 231
  24. Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft; 1989; S. 34 ff.
  25. Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft, 1989, S. 36; siehe auch Hans-Dieter Kahl: Strömungen, S. 39
  26. Hans-Dieter Kahl: Strömungen, S. 37 ff.
  27. R. Beinhauer: Was glauben Sie eigentlich? Die Deutschen Unitarier – eine freie Religionsgemeinschaft (Hamburg/Ravensburg 2000) S. 240 ff.
  28. Horst Reller (Hrsg): Handbuch Religiöse Gemeinschaften, Gütersloher Verlagshaus, 1993, S. 375
  29. Dokumentation der Zeit 1957 (136), S. 24
  30. Helmut Blazek, Männerbünde, Aufbau Verlag, Berlin 2001, S. 204; siehe auch Artikel auf MDR.de
  31. Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft, S. 224
  32. Mitglieder des Dachverbandes freier Weltanschauungsgemeinschaften
  33. Grundlagen und Entstehung des DFW
  34. Grundsätze und Selbstverständnis des DFW, Ziele und Aufgaben des DFW
  35. Vgl. das Urteil des Landgerichts Berlin vom 23. Januar 1990; S. 11
  36. Manfred Baldus (Hrsg.): Entscheidungen in Kirchensachen seit 1946, Walter de Gruyter, 2004, S. 114; und dort ausführlich Bezug auf OLG Hamburg, NJW 1992, S. 2035

Zeitschriften

  • Unitarische Blätter. Zweimonatszeitschrift – Zeitschrift für ganzheitliche Religion und Kultur der Deutschen Unitarier Religionsgemeinschaft e.V.

Literatur

  • Was glauben Sie eigentlich? Die Deutschen Unitarier – eine freie Religionsgemeinschaft. Verfasst von einem Arbeitskreis und einigen Mitgliedern der Religionsgemeinschaft Deutsche Unitarier, Verlag Deutsche Unitarier, Hamburg/Ravensburg 2000, ISBN 3-922483-07-0
  • Mut zu neuem Glauben. Vom Wesen der Deutschen Unitarier. Herausgegeben von einem Autorenkollektiv der Deutschen Unitarier Religionsgemeinschaft, Helmut Soltsien Verlag, Hameln 1963
  • Religion ohne Kirche: Die Bewegung der Freireligiösen. Ein Handbuch. Hrsg. von Friedrich Heyer, Quell Verlag, Stuttgart 1977 (Eine Publikation der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen)
  • Friedrich Heyer: Deutsche Unitarier und Freie Akademie. In: Materialdienst, Aus der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der EKD, 41. Jahrgang 1978 Nr. 8, S. 204–212.
  • Th. Kayser (Hrsg.): Meet the Unitarian Universalists. Übersetzung von G. und E. Kramer des englischen Originals von J. Mendelsohn, Lübeck/Hamburg 1985
  • W. Schmidt: Deutsche Unitarier, eine „Religionsgemeinschaft“ von „Nichtchristen“. In: Materialdienst, Aus der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der EKD, 52. Jahrgang 1989 Nr. 6, S. 178–180
  • Hans-Dietrich Kahl: Strömungen – Die Deutschen Unitarier seit 1945 – ein kritischer Rückblick. unitarische hefte 4, Verlag Deutsche Unitarier, München 1989
  • Friedrich Schöll: Gott-Natur in Mythos und Märchen. Ein Buch von der Allwirklichkeit des Göttlichen, Arno Balzer Verlag, Stuttgart 1969
  • Wolfgang Seibert: Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft. Entwicklung, Praxis und Organisation. Eine Publikation der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Quell Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-7918-6012-7
  • Wolfgang Deppert, W. Erdt, A. de Groot (Hrsg.): Der Einfluß der Unitarier auf die europäisch-amerikanische Geistesgeschichte, Band 1 der Reihe Unitarismusforschung, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-631-41859-0
  • A.S. Rösler: Die Zukunft von Individuum und Welt in der Freien Religion. In: Materialdienst, Aus der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der EKD, 54. Jahrgang 1991 Nr. 5, S. 129–140
  • Deppert, Wolfgang: Religion und Toleranz. Die Deutschen Unitarier in der öffentlichen Auseinandersetzung – eine Stellungnahme. unitarische hefte 5, Verlag Deutsche Unitarier, München 1992

Weblinks


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