Hillary Clinton


Hillary Clinton
Hillary Clinton (2009)
Unterschrift von Hillary Clinton

Hillary Diane Rodham Clinton (* 26. Oktober 1947 in Chicago, Illinois als Hillary Diane Rodham) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei und seit Januar 2009 Außenministerin der Vereinigten Staaten.

Von 2001 bis 2009 war sie Senatorin für den Bundesstaat New York. Bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2008 kandidierte sie für die Nominierung ihrer Partei und unterlag dem späteren 44. US-Präsidenten Barack Obama nach einem langen Vorwahlkampf.

Sie ist seit 1975 mit Bill Clinton verheiratet, der von 1993 bis 2001 der 42. Präsident der Vereinigten Staaten war.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Familie Clinton bei Bills zweiter Amtseinführung als US-Präsident (1997)

Hillary Clinton ist die Tochter des mittelständischen Unternehmers Hugh Ellsworth Rodham (1911–1993) und dessen Frau Dorothy Emma Howell (1919–2011). Sie wuchs in Park Ridge im Bundesstaat Illinois mit zwei Brüdern in einer methodistischen Familie auf. In ihrer Jugendzeit waren Hillary Rodham und ihre Familie aktive Kirchenmitglieder in der First United Methodist Church in Park Ridge, Illinois.[1]

Clinton besuchte das Elite-College Wellesley, eines der so genannten Seven Sisters Colleges. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie über Saul Alinsky.[2]

In den 1970er Jahren studierte sie Rechtswissenschaft an der Yale University. Dort lernte sie ihren Kommilitonen und späteren Mann Bill Clinton kennen, den sie 1975 heiratete. 1980 wurde die gemeinsame Tochter Chelsea geboren und Hillary Clinton änderte ihren Nachnamen von Rodham in Clinton.[3]

Hillary Clinton war als Rechtsanwältin in der renommierten Anwaltskanzlei Rose in Little Rock und als Professorin an der Law School der University of Arkansas in Fayetteville tätig. Erfahrungen mit dem Politikgeschäft in Washington sammelte sie, als sie 1974 als Rechtsberaterin für den Justizausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses arbeitete. Ihre Aufgabe bestand in dieser Zeit darin, zusammen mit ihren Kollegen Beweise zusammenzustellen, auf deren Basis ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Richard Nixon aufgrund der Watergate-Affäre eingeleitet werden konnte.

Als ihr Mann 1978 zum Gouverneur von Arkansas gewählt wurde, legte Hillary ihr Lehramt als Juraprofessorin nieder. Nachdem Bill Clinton 1992 zum Präsidenten der USA gewählt worden war, zog die Familie im Januar 1993 in das Weiße Haus ein. Sie wäre gerne Justizministerin geworden; seit 1967 darf aber kein Washingtoner Regierungsbeamter ein Familienmitglied als unmittelbaren Untergebenen beschäftigen - auch der Präsident darf dies nicht.[4]

Im gleichen Jahr übernahm sie den Vorsitz der Task Force of National Health Care Reform, um im Auftrag der Regierung eine Reform des Gesundheitssystems zu planen. Die ausgearbeiteten Vorschläge der Task Force wurden jedoch abgelehnt. Allerdings hatte sie maßgeblich dazu beigetragen, dass ein staatliches Gesundheitsprogramm für die Kinder von nichtversicherten Eltern "State Children’s Health Insurance Program" (SCHIP) 1997 gegründet wurde.[5] SCHIP verbesserte die Situation von 6,6 Millionen Kinder der sogenannten "working poor", der Armen mit Job.

Hillary Rodham Clinton setzte sich auch für die weltweite Beachtung der Frauen- und Menschenrechte ein. Außerdem engagiert sie sich im Kinderschutz; 1996 hielt sie vor der General Conference der United Methodist Church eine viel beachtete Rede zu diesem Thema.[1]

In der zweiten Amtsperiode ihres Mannes dominierte in den Medien die Lewinsky-Affäre, eine außereheliche Beziehung zu einer Praktikantin, die zu einem (gescheiterten) Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton führte. Hillary Clinton äußerte sich erst später öffentlich dazu, in ihrer Autobiographie Gelebte Geschichte. Diese erschien im Jahr 2003 kurz vor der Autobiografie ihres Mannes und wurde mit weltweit über 3,2 Millionen verkauften Exemplaren zu einem Bestseller, ebenso wie Bill Clintons Mein Leben.[6]

Politische Karriere

First Lady und Wahl in den Senat

Hillary Clinton im Jahr 1992

Hillary Clinton war von 1979 bis 1981 und von 1983 bis 1992 First Lady von Arkansas. In dieser Zeit bekleidete ihr Mann Bill dort das Amt des Gouverneurs. Von 1986 bis 1992 gehörte sie dem Aufsichtsrat der Supermarkt-Kette Wal-Mart an,[7] was allerdings nicht in ihrem offiziellen Lebenslauf erwähnt wird.

Im November 2000 kandidierte sie für das Amt der Senatorin für den US-Bundesstaat New York, nachdem der demokratische Senator Daniel Patrick Moynihan angekündigt hatte, nicht erneut zu kandidieren. Zuerst schien es auf eine Wahl zwischen Clinton und Rudolph Giuliani, dem beliebten republikanischen Bürgermeister von New York City, hinauszulaufen. Nachdem dieser aufgrund einer Krebserkrankung nicht kandidieren konnte, schickten die Republikaner mit Rick Lazio ein Mitglied des Repräsentantenhauses ins Rennen. Clinton konnte die Wahl mit 55 zu 43 Prozent klar gewinnen.[8]

Bei den Senatswahlen am 7. November 2006 wurde sie in ihrem Amt mit 67 Prozent der Stimmen bestätigt. Der republikanische Gegenkandidat John Spencer kam lediglich auf 31 Prozent.[9] Im Senat saß sie unter anderem im Ausschuss für Streitkräfte.

Gescheiterte Präsidentschaftskampagne

Erwartungsgemäß kündigte Hillary Clinton am 20. Januar 2007 ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2008 an.[10] Sie wäre die erste Frau in diesem Amt geworden. Vor den ersten Vorwahlen galt Clinton noch vor Barack Obama und John Edwards als aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten. Mit rund hundert Millionen US-Dollar sammelte sie im Jahr 2007 neben Barack Obama am meisten Spendengeld.[11] Trotz Vorwahl-Siegen in 21 Bundesstaaten, darunter Kalifornien und Florida, gelang es Clinton nicht, sich die Mehrheit der Delegierten der Demokraten zu sichern. Diese wählten Barack Obama zu ihrem Kandidaten, der sich bei der Präsidentschaftswahl im November gegen den Republikaner John McCain durchsetzen konnte.

Wahlkampfveranstaltung Hillary Clintons im Februar 2008

Innerparteiliche Gegner warfen ihr im Wahlkampf zu konservative Positionen und ihre anfängliche Unterstützung des Irakkrieges vor. Nachdem sie in einem Interview die Bedeutung von Präsident Lyndon B. Johnson bei der Abschaffung der Rassentrennung gegenüber der Bedeutung von Martin Luther King hervorgehoben hatte, wurde sie dafür aus der eigenen Partei sowie von schwarzen Amerikanern kritisiert. Die Kritiker sahen darin eine Unterstellung, dass nur ein weißer Präsident in der Lage gewesen sei, diese Verordnungen zu erlassen.[12] Ein weiterer Kritikpunkt war die Nichtveröffentlichung ihrer Steuererklärung, was Clinton am 4. April 2008 nachholte. Gemeinsam mit ihrem Mann Bill verdiente Hillary Clinton 109 Millionen US-Dollar seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus. Insgesamt hätten sie rund 10 Millionen Dollar gespendet und über 33,8 Millionen Dollar an Steuern bezahlt. Den Großteil steuerte jedoch ihr Ehemann Bill Clinton bei.[13]

Außenministerin im Kabinett Obama

Am 1. Dezember 2008 gab das Team des zukünftigen US-Präsidenten Barack Obama bekannt, dass Clinton in seinem Kabinett Außenministerin werde.[14] Ihre Ernennung wurde am 21. Januar 2009 vom Senat in namentlicher Abstimmung mit 94 Ja- bei 2 Nein-Stimmen bestätigt; lediglich die Republikaner Jim DeMint (South Carolina) und David Vitter (Louisiana) verweigerten ihr die Zustimmung.[15] Noch am selben Tag legte sie ihren Amtseid ab und ihren Senatssitz nieder.[16] Sie hat angekündigt, sich nach der Präsidentschaftswahl 2012 aus der Politik zurückziehen zu wollen.[17]

Auszeichnungen

Schriften

  • There is only the Fight - An Analysis of the Alinsky Model. Wellesley College, Wellesley 1969
  • Eine Welt für Kinder. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996, ISBN 3-455-11162-9
  • Civiliser la démocratie. Desclée de Brouwer, Paris 1998, ISBN 2-220-04253-7
  • An invitation to the White House: at home with history. Simon & Shuster, New York [u.a.] 2000, ISBN 0-684-85799-5
  • Gelebte Geschichte. Econ, München 2003, ISBN 3-430-11862-X

Literatur

  • Christopher P. Andersen: American Evita. Hillary Clinton's path to power. Morrow, New York 2004, ISBN 0-06-056254-4.
  • Carl Bernstein: Hillary Clinton - Die Macht einer Frau. Droemer/Knaur, München 2007, ISBN 978-3426274354.
  • Jeff Gerth, Don van Natta Jr.: Hillary Rodham Clinton - Ihr Weg zur Macht. Piper, München 2007, ISBN 978-3492050838
  • Colleen Elizabeth Kelley: The rhetoric of First Lady Hillary Rodham Clinton. Crisis management discourse. Praeger, Westport, Conn. u.a. 2001, ISBN 0-275-96695-X.
  • Sonja Kochius: Hillary Clinton. Die mächtigste Frau der Welt. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1994, ISBN 3-404-61303-1.
  • Nancy Loewen: Hillary Rodham Clinton. Creative Education, Mankato, Minn. 1999, ISBN 0-88682-636-5.
  • Roger Morris: Die Clintons. Eine amerikanische Karriere. Spiegel-Buchverlag, Hamburg 1996, ISBN 3-455-15007-1.
  • Christiane Oppermann: Hillary Clinton - "I am in to win" - Der Kampf ums Weiße Haus.Herder, Freiburg 2008,ISBN 978-3451030147.
  • Gail Sheehy: Hillary's choice. Ballantine Books, New York 2000, ISBN 0-345-43656-3. Dt. Ausgabe: Id.: Hillary. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-498-06341-3.
  • Sally Bedell Smith: For Love of Politics -- Bill and Hillary Clinton: The White House Years. Random House, New York 2007, ISBN 978-1400063246.
  • Judith Warner: Hillary Clinton. The inside story. Signet, New York, NY 1993, ISBN 0-451-17808-4.

Einzelnachweise

  1. a b Rede vor der UMC
  2. Reading Hillary Clinton's hidden thesis - Politics - Decision '08 - Hillary Clinton News - msnbc.com
  3. Artikel im Hamburger Abendblatt
  4. spiegel.de: [1] Die Regelung wurde damals auf Betreiben von Lyndon Johnson eingeführt
  5. "State Children’s Health Insurance Program" (SCHIP) auf newsmax.com
  6. a b Hillary Clinton erhält den „Deutschen Medienpreis 2004“
  7. Hillary und die Wal-Mart-Connection
  8. 2000 U.S. SENATE RESULTS
  9. NYS Board of Elections US Senate Election Returns Nov. 7, 2006
  10. Clinton to launch 2008 presidential bid.
  11. Clinton und Obama sammelten je 100 Mio. Dollar Spenden.
  12. Ausrutscher mit Folgen.
  13. Neue Zürcher Zeitung: Die Clintons legen ihre Steuererklärung vor
  14. Pressemitteilung des Büros von Obama, abgerufen am 1. Dezember 2008.
  15. Ergebnis der namentlichen Abstimmung, abgerufen am 22. Januar 2009
  16. Clinton sworn in at State Dept. and then resigns Senate
  17. Hillary Clinton kündigt Polit-Ausstieg an
  18. Forbes: The 100 Most Powerful Women
  19. Eintrag in der Hall of Fame, aufgerufen am 17. März 2011

Weblinks

 Commons: Hillary Clinton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Hillary Clinton – in den Nachrichten
 Wikisource: Hillary Clinton – Quellen und Volltexte (Englisch)

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