Hilmessen


Hilmessen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hildesheim
Hildesheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hildesheim hervorgehoben
52.159.9578Koordinaten: 52° 9′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 78 m ü. NN
Fläche: 92,96 km²
Einwohner: 103.593 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1114 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 31101–31141
Vorwahl: 05121
Kfz-Kennzeichen: HI
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 021
Stadtgliederung: 10 Ortschaften i.S. der NGO; 19 (statistische) Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
31134 Hildesheim
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Kurt Machens (parteilos)

Hildesheim (plattdeutsch Hilmessen) ist eine Stadt im Süden des Bundeslandes Niedersachsen. Die große selbständige Stadt, Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises ist eines der neun Oberzentren des Landes. Bis 1974 war sie eine kreisfreie Stadt. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Hannover, ca. 30 km nordwestlich, und Salzgitter, ca. 20 km südöstlich von Hildesheim. Die Stadt ist katholischer Bischofssitz (Bistum Hildesheim) und Universitätsstadt.

Die Einwohnerzahl der Stadt Hildesheim überschritt 1974 durch Eingemeindung mehrerer Nachbargemeinden die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Mit ihren heutigen rund 103.000 Einwohnern ist sie die kleinste Großstadt des Landes Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick auf Hildesheim vom Panoramaweg
Hildesheim von Westen

Hildesheim liegt an der Grenze von Innerstebergland und Hildesheimer Börde überwiegend am rechten Ufer des Flusses Innerste, einem östlichen Zufluss der Leine. Die Stadt befindet sich nördlich des Hildesheimer Walds und west-nordwestlich des Höhenzugs Vorholz. An den nordwestlichen Stadtrand grenzen die Giesener Berge.

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Hildesheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören sämtlich zum Landkreis Hildesheim:

Harsum, Schellerten, Bad Salzdetfurth, Diekholzen, Despetal und Betheln (Samtgemeinde Gronau (Leine)), Nordstemmen und Giesen.

Stadtgliederung

Im Stadtgebiet von Hildesheim bestehen gemäß §§ 5 und 7 der Hauptsatzung der Stadt zehn Ortschaften i. S. v. § 55e NGO:

Mit Ausnahme der Ortschaft Marienburg haben alle Ortschaften einen Ortsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen sieben und elf Mitglieder hat und dem ein Ortsbürgermeister vorsteht. Die Ortschaft Marienburg hat dagegen lediglich einen Ortsvorsteher als Ansprechpartner vor Ort.

Die Einrichtung von Stadtbezirken i. S. v. § 55 NGO geht zwar aus der Hauptsatzung nicht hervor,[1] in ihren Statistischen Jahrbüchern verwendet die Stadt bisher jedoch eine teilweise von obigem abweichende Einteilung des gesamten Stadtgebietes in 19 Stadtbezirke:

  1. Mitte, grob die Altstadt Hildesheim umfassend
  2. Neustadt
  3. Nordstadt mit Steuerwald
  4. Süd
  5. Ost
  6. Galgenberg und Marienburger Höhe
  7. Drispenstedt
  8. West
  9. Moritzberg
  10. Neuhof mit Hildesheimer Wald
  11. Ochtersum
  12. Marienrode
  13. Sorsum
  14. Himmelsthür
  15. Bavenstedt
  16. Einum
  17. Achtum-Uppen
  18. Itzum
  19. Marienburg

Geschichte

Mauerabschnitt und Turmfundament der Bernwardsmauer am Domhof (um 1000)
Fachwerkhaus Umgestülpter Zuckerhut (1945 zerstört)
Stadtplan um 1750

An der Stelle, wo der uralte West-Ost-Handelsweg Hellweg (heute etwa Bundesstraße 1) die Innerste querte, bestand vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum. Eine frühere Behauptung, Hildesheim habe im Jahr 577 Bennopolis geheißen, ist nicht haltbar, da der Zusatz in einer Pariser Handschrift offensichtlich gefälscht ist. Der Handelsweg, die Benennung nach einem Gründer namens Hildwin[2], aber auch andere Thesen für den Ursprung des Namens werden genannt. Dabei ist die Namensentwicklung zu beachten: Der Name Hildesheim (so seit Anfang des 13. Jahrhunderts) ist verkürzt aus Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004) hervorgegangen. Er enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini (zu althochdeutsch hiltia Kampf).[3]

Um 800 errichtete Karl der Große in Elze (damals Aula Caesaris, kurz Aulica genannt, etwa 19 km westlich des heutigen Hildesheim) ein Bistum für Ostfalen unter dem Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus. Das Bistum wurde dann 815 von seinem Sohn Ludwig dem Frommen auf dem Gebiet des heutigen Hildesheim neugegründet und der Gottesmutter Maria geweiht (siehe auch Gründungssage). Unter Bischof Altfrid wurde der erste Dom errichtet. Bischof Bernward baute den Bereich um 1000 zu einer massiven Domburg aus, die noch heute in der Anlage des Domhofs erkennbar ist. Im Zuge der stadtgeschichtlichen Entwicklung wurde die sich vor allem um St. Andreas bildende Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Gemeinwesen. Unmittelbar neben der Altstadt entstanden im Jahre 1196 die Dammstadt und wenig später – die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1221 – die dompröpstliche Neustadt Hildesheim. Sowohl Damm- wie Neustadt waren im Gegensatz zur Altstadt planmäßige Gründungen bzw. Ansiedlungen, deren Regelmäßigkeit man verglichen mit der Altstadt noch heute im Straßenbild erkennen kann. Der Dammstadt wurde bereits in der Weihnachtsnacht 1332 gewaltsam ein Ende bereitet.

Nach jahrhundertelangen Streitigkeiten, auf deren Höhepunkt sich Alt- und Neustadt zeitweise sogar bewaffnet gegenüberstanden, wurde erst 1583 eine „Union“ mit einem „Samtrath“ als übergeordnete Instanz geschaffen und in der Folge wenigstens die innere Mauer niedergelegt. Zu einer Stadt vereinigt wurden Alt- und Neustadt aber erst 1803 unter preußischer Herrschaft.

Bereits um 1300 hatte der Bischof seine Macht über die Altstadt de facto abgeben müssen, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht samt eigenem Siegel gaben. Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt bereits abgeschlossen, ihre Grenzen abgesteckt und im wesentlichen befestigt. Es folgten zwei Jahrhunderte wechselhafter Beziehungen zwischen dem rechtmäßigen Stadtherren, dem Bischof und seinen sich immer weiter emanzipierenden Untertanen, den Bürgern und ihrem Rat. 1367 trat Hildesheim der Hanse bei. 1523 verlor das Fürstentum Hildesheim als Folge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) große Teile seiner Gebiete (Rückgewinnung erst 1643) und somit auch Macht in der Region. 1542 fand die Reformation durch den Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, Einzug in die Stadt. Doch bestand das Bistum Hildesheim sowohl als katholische Diözese wie als Reichsfürstentum weiter, und der Dom sowie die Klosterkirchen (St. Michael nur teilweise) blieben katholisch. Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 wie alle geistlichen Territorien säkularisiert, die Diözese Hildesheim 1824 neu umschrieben. Städte und Stiftsgebiet kamen vorübergehend unter die Herrschaft Preußens. Erst jetzt wurden Altstadt Hildesheim und Neustadt Hildesheim zu einer Stadt vereinigt. Noch bevor die eingeleiteten Reformen abgeschlossen waren, gelangte das nunmehr weltliche Fürstentum 1807 an das Königreich Westfalen. 1813 wurde es dem Königreich Hannover zugeteilt und 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten „Landdrostei Hildesheim“ gehörte. Die Stadt selbst genoss darin jedoch von Anfang an eine gewisse Selbstständigkeit. Das Amt Hildesheim wurde mehrfach verändert, u. a. wurden 1852 Gemeinden dem benachbarten Amt Marienburg zugeschlagen, dessen Sitz sich ebenfalls in Hildesheim befand. 1859 wurden dem Amt Hildesheim 16 Gemeinden des aufgelösten Amtes Ruthe zugeordnet.

Historischer Stadtplan von Hildesheim von 1910

1866 kam Hildesheim mit dem gesamten Königreich Hannover wieder zu Preußen. 1869 wurde die ehemalige Klosterkirche St. Paulus zur städtischen Festhalle ausgebaut. 1885 erhielt Hildesheim den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Hildesheim hervorgegangenen Landkreises Hildesheim sowie des aus der Landdrostei Hildesheim hervorgegangenen Regierungsbezirks Hildesheim. Der Landkreis Hildesheim wurde in der Folgezeit mehrmals verändert.

Am 10. Juli 1908 wird in Hildesheim eine vollautomatisch betriebene elektromechanische Ortsvermittlungsstelle für den Selbstwählfernsprechdienst in Betrieb genommen. Die für 900 Anschlüsse ausgelegte Anlage der Deutschen Reichspost mit Hebdrehwählern nach dem Patent von Almon Strowger ist die erste dieser Art in Europa.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Zentrum von Hildesheim am 22. März 1945 durch einen britischen Bombenangriff im Rahmen der Moral Bombing Strategie fast vollständig zerstört. Die als „Nürnberg des Nordens“ gerühmte Fachwerk-Altstadt lag in Schutt und Asche. Von den 1500 Fachwerkhäusern blieben lediglich 200 erhalten, 90 % der historischen Altstadt gingen im Feuersturm unter. Von den 1939 vorhandenen 6934 Wohnhäusern der Stadt wurden 1977 (28,5%) vollkommen zerstört. Stark beschädigt wurden 975 (14,1%), erheblich beschädigt 350 (5,1%), und 1772 (25,5%) wurden nur leicht beschädigt. 1860 Wohnhäuser (26,8%) blieben unversehrt. Von den 72495 Einwohnern (Stand: 17. Mai 1939) wurden 34000 (46%) obdachlos. Die Industrieanlagen wurden zu 50% zerstört, ebenso 66% der Handwerksbetriebe und 80% der öffentlichen Gebäude. Der Zerstörungsgrad der Stadt betrug insgesamt 40%. 1645 Menschen kamen durch die Luftangriffe auf Hildesheim ums Leben.

1948 begann der Wiederaufbau der Stadt und ihrer Baudenkmäler, der bis heute weitergeführt wird. So wurde der historische Markt mit u. a. dem Knochenhauer-Amtshaus erst 1984–1990 originalgetreu wiedererrichtet, und die „Hildesheimer Altstadtgilde“ plant die Rekonstruktion eines Umgestülpter Zuckerhut genannten und 1945 restlos verlorenen Fachwerkbaus am einstigen Standort. Ende 2009 soll der Zuckerhut wieder aufgebaut sein, pünktlich zum 500. Geburtstages des Wahrzeichens. 1946 wurde der 1885 entstandene Landkreis Marienburg mit dem Landkreis Hildesheim vereinigt.

1970 wurde Hildesheim Hochschulstadt, als die „Abteilung Hildesheim der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen“ und 1971 die Fachhochschule Hildesheim (Königliche Baugewerkschule Hildesheim gegr. 1900) ihren Betrieb in Hildesheim aufnahmen. Die Eingemeindungen der 1970er Jahre führten zum Anstieg der Einwohnerzahl, so dass 1974 die Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern erreicht wurde.

Im Rahmen der Kreisreform in Niedersachsen wurde die Stadt Hildesheim am 1. März 1974 dem Landkreis Hildesheim eingegliedert, der am 1. August 1977 um den bisherigen Landkreis Alfeld (Leine) vergrößert wurde. Am 1. Februar 1978 erfolgte schließlich die Auflösung des Regierungsbezirks Hildesheim. Bis zur Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen Ende 2004 gehörte der Landkreis Hildesheim und mit ihm die Stadt Hildesheim zum Regierungsbezirk Hannover.

2005: Auszeichnung in Silber beim kommunalen Blumenschmuckwettbewerb 'Unsere Stadt blüht auf'.

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Hildesheim eingegliedert:

  • 1911: Moritzberg
  • 1912: Steuerwald
  • 1938: Drispenstedt und Neuhof
  • 1971: Ochtersum
  • 1974: Achtum-Uppen, Bavenstedt, Einum, Himmelsthür, Itzum, Marienburg, Marienrode und Sorsum

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Wuchs die Einwohnerzahl von Hildesheim im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte nur langsam, beschleunigte sich das Wachstum mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Hatte die Stadt 1803 erst 11.000 Einwohner, so waren es 1900 schon 43.000. Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 72.495. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt knapp die Hälfte ihrer Bewohner (33.000 Personen). Am 1. Mai 1945 lebten noch 39.492 Menschen in Hildesheim. 1950 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht.

Am 1. März 1974 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Hildesheim durch die Eingemeindung mehrerer Orte die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 107.629 ihren historischen Höchststand. Ende September 2005 lebten in Hildesheim nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 102.654 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1270 5.000
1400 6.000
1450 8.000
1500 9.000
1648 5.500
1803 11.108
1817 11.585
1825 12.630
3. Dezember 1849 ¹ 14.651
3. Dezember 1855 ¹ 15.923
3. Dezember 1858 ¹ 16.300
3. Dezember 1861 ¹ 17.100
3. Dezember 1864 ¹ 17.988
3. Dezember 1867 ¹ 19.580
1. Dezember 1871 ¹ 20.801
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 ¹ 22.581
1. Dezember 1880 ¹ 25.900
1. Dezember 1885 ¹ 29.386
1. Dezember 1890 ¹ 33.481
2. Dezember 1895 ¹ 38.977
1. Dezember 1900 ¹ 42.973
1. Dezember 1905 ¹ 47.061
1. Dezember 1910 ¹ 50.239
1. Dezember 1916 ¹ 47.364
5. Dezember 1917 ¹ 46.164
8. Oktober 1919 ¹ 53.499
16. Juni 1925 ¹ 58.181
16. Juni 1933 ¹ 62.519
17. Mai 1939 ¹ 72.495
31. Dezember 1945 58.982
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 58.973
13. September 1950 ¹ 72.292
25. September 1956 ¹ 84.695
6. Juni 1961 ¹ 96.341
31. Dezember 1965 99.001
27. Mai 1970 ¹ 93.800
31. Dezember 1975 105.290
31. Dezember 1980 102.619
31. Dezember 1985 100.864
25. Mai 1987 ¹ 103.449
31. Dezember 1990 105.291
31. Dezember 1995 106.101
31. Dezember 2000 103.909
30. September 2005 102.654
31. Dezember 2007 103.593

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Christentum

Im Jahre 815 wurde das Bistum Hildesheim gegründet und die sächsische Bevölkerung des Gebietes christianisiert. Ab etwa 1000 (ottonische Reichsreform) waren die Bischöfe zugleich Reichsfürsten über das Hochstift Hildesheim. Dessen Gebiet war jedoch sehr viel kleiner als die kirchliche Diözese, die weit in die Lüneburger Heide reichte. Während die Altstadt zum Archidiakonat St. Andreas gehörte, war die Neustadt wohl seit dem 12. Jahrhundert einem besonderen Archidiakonat unter dem Dompropst unterstellt. Außerdem gab es ein Archidiakonat St. Nikolai, zu dem die Dammstadt gehörte. Ab 1300 verlor der Bischof große Teile seiner landesherrlichen Gewalt über die Altstadt, da sich die Bürger ein eigenes Stadtrecht gaben. Hildesheim wurde jedoch nie freie Reichsstadt.

Gegen die Reformation hatte sich der Rat der Altstadt unter Bürgermeister Hans Wildefüer lange gewehrt. Nach dessen Tod wurde 1542 der Mitstreiter Martin Luthers, Johannes Bugenhagen, nach Hildesheim gerufen, der eine lutherische Kirchenordnung einführte, der auch die Neustadt folgte. Danach waren St. Andreas und St. Lamberti sowie die Klosterkirchen St. Michaelis, St. Pauli und St. Martini lutherisch, während der Dom, die Stiftskirche Heiligkreuz und die Klöster St. Godehard und St. Magdalenen katholisch blieben. Der katholische Bischofssitz Hildesheim ging nicht unter, sondern besteht, neben Osnabrück, als einziger in Norddeutschland seit seiner Gründung ununterbrochen fort. Durch den Dom mit seinem Personal, die zahlreichen Klöster sowie den Bevölkerungsaustausch mit den umliegenden, katholisch gebliebenen Stiftsdörfern war die Bevölkerung ca. zu einem Drittel katholisch.

Für die lutherische Bevölkerung sah sich der Rat der Altstadt als Inhaber des landesherrlichen Kirchenregiments und „oberster Bischof“ der Stadt (einschließlich der Neustadt) und setzte als Verwaltungsbehörde ein Konsistorium mit einem Stadtsuperintendenten ein.

Das Hochstift Hildesheim wurde 1803 säkularisiert. Erst jetzt wurden auch die Benediktinerklöster St. Michael und St. Godehard, das Mauritiusstifts, das Sültekloster und andere verbliebene Ordensniederlassungen aufgelöst und ihr Grund- und Gebäudebestand der Klosterkammer zugeführt. Die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören seitdem zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Stadt wurde Sitz eines Landessuperintendenten. Dessen Amtsbezirk wird heute als Sprengel bezeichnet, der aus mehreren Kirchenkreisen besteht. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt Hildesheim gehören heute zum Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

Die Grenzen des katholischen Bistums Hildesheim wurden 1824 neu festgelegt. Bis 1930 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann zum Erzbistum Paderborn und 1995 wurde es der neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) zugeordnet. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Hildesheim, das aus fünf Seelsorgeeinheiten besteht.

Daneben gibt es auch eine Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Hildesheim, die zur Evangelisch-reformierten Kirche gehört.

In der Ortschaft Himmelsthür hat das für Mitteleuropa und Deutschland zuständige Bistum der Serbisch-Orthodoxen Kirche seinen Sitz, dort befindet sich auch das serbisch-orthodoxe Kloster der Allheiligen Gottesgebärerin.

Zu den freikirchlichen Gemeinden gehören eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, eine Freie Evangelische Gemeinde, eine Gemeinde Christi, eine Pfingstgemeinde und die Freie Christengemeinde.

Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Hildesheim vertreten.

Judentum

Seit dem hohen Mittelalter gab es in Hildesheim eine jüdische Gemeinde, die seit 1849 eine repräsentative Synagoge am Lappenberg besaß. Diese wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Im Zuge der nationalsozialistischen Rassenpolitik wurde die gesamte jüdische Bevölkerung Hildesheims deportiert und fast ausnahmslos in Vernichtungslagern umgebracht. An der Stelle der alten Synagoge steht heute ein Gedenkstein. Erst 1997 konnte eine neue Gemeinde gegründet werden, zu der heute 113 Mitgliedern in gut dreißig Familien zählen. Eine Aufarbeitung der Geschichte Hildesheims während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde von der Universität Hannover durchgeführt.[4]

Interreligiöser Dialog

Am 2. April 1998 wurde von einigen Juden, einigen Christen, einigen Muslimen und einigen Bahá'í aus Hildesheim und Umgebung der Interreligiöse Arbeitskreis Hildesheim Abrahams Runder Tisch (ART) gegründet.[5]

Politik

An der Spitze der Stadt stand anfangs der bischöfliche Stadtvogt, doch befragte die Bürgerschaft schon seit dem 12. Jahrhundert den „burgenses“ oder „Besten“, also eine Art Bürgermeister. Ein Rat ist seit 1236 nachweisbar. Dieser hatte 36 Mitglieder, von denen je 12 jährlich in der Ausübung der Verwaltung wechselten. Ab 1345 ist ein „Bürgermeister“ bezeugt. 1639 wurde die Zahl der Ratsmitglieder auf 9, ab 1703 sogar auf 6 reduziert. Mit dem Übergang der Stadt an Preußen endete der jährliche Wechsel im Rat. Bis dahin war die Verwaltung der Altstadt und der Neustadt ziemlich ähnlich. Lediglich die Zahl der Räte war unterschiedlich. 1806 wurden Alt- und Neustadt endgültig verschmolzen und die nunmehr vereinigte Stadt von einem Magistrat geleitet. Diesem gehörten ein Stadtdirektor als Leiter, 1 Polizeibürgermeister, 2 Polizeisenatoren, 1 Syndikus und 1 Großkämmerer an. Von 1808 bis 1813 galt die französisch-westfälische „Maireverfassung“. 1815 führte das Königreich Hannover eine neue Stadtverfassung mit einem administrativen und einem Justizmagistrat ein, die später mehrmals verändert, im Grundsatz aber bis 1933 beibehalten wurde. Mit der Bildung des Stadtkreises Hildesheim 1885 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone nach britischem Vorbild die Norddeutsche Ratsverfassung ein. Nach deren Abschaffung fand 2005 erstmals eine Direktwahl des Oberbürgermeisters statt. Aus der Stichwahl am 2. Oktober 2005 ging Kurt Machens als Sieger hervor. Er trat am 1. Februar 2006 sein Amt an.

Im Rat sind gegenwärtig (2009) sieben Parteien und Wählergruppen vertreten: CDU, SPD, Bündnis für Hildesheim, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, LAH und Bürgeraktion Hildesheim.

Neben Oberbürgermeister Kurt Machens gehören drei Wahlbeamte der Verwaltungsleitung an: Antje Kuhne (Stadträtin für Finanzen/ FDP), Dr. Kay Brummer (Stadtrat Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt/ parteilos) und Dirk Schröder (Stadtrat für Jugend, Soziales, Schulen, Sport und Kultur/ parteilos).

Wappen

Das Wappen der Stadt Hildesheim ziert in geteiltem Schild oben in Silber wachsend ein schwarzer goldgekrönter Reichsadler mit schwarzer Zunge und goldenem Schnabel; unten von Gold und Rot quadriert. Auf dem gold-rot-bewulsteten Stechhelm mit gold-roten Helmdecken eine Jungfrau (die Hildesia) wachsend in gold-rot quadriertem Kleid, in beiden Händen einen rot-weiß quadrierten Rosenkranz haltend. Auf ihrem goldenen Haar liegt ein rot-weiß quadrierter Rosenkranz mit einer roten und einer goldenen Straußenfeder. Das Wappen wurde der Stadt 1528 von Kaiser Karl V. verliehen. Das Wappenprivileg befindet sich im Stadtarchiv.[6] Die Stadtflagge ist gelb-rot.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Hildesheim unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Militär

Seit Juni 1926 hatte Hildesheim einen kleinen Verkehrslandeplatz. Ab 1933 wurde dieser zu einem Fliegerhorst ausgebaut und war bis 1939 eine Aufklärerfliegerschule der Luftwaffe der Wehrmacht und von 1934 bis 1944 auch Sitz der Fliegerbildschule der Luftwaffe. Weitere Einheiten wurden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nach Hildesheim verlegt u. a. die IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 „Edelweiß“, die II./ Zerstörergeschwader 26 und die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 200 und Fallschirmjägereinheiten.

Die Kasernen der Stadt wurden zunächst von den britischen Streitkräften und ab April 1962 auch von der Bundeswehr mit der Heeresfliegerstaffel 1 (bis 1979) wieder genutzt. 1979 nutze die British Army das Gelände der abgezogenen Heeresflieger der Bundeswehr und stationierte hier das 1. Army Air Corps mit Panzerabwehrhubschraubern. Im Gegenzug stationierte das deutsche Heer das Sanitätsbataillon 1 (später Sanitätsregiment 1).

Am 1. Oktober 1993 verließ der letzte britische Soldat Hildesheim. Zuletzt waren in Hildesheim das 1st Royal Tank Regiment und das 1st RGT Army Air Corps stationiert. Die Stadt war bis 31. Dezember 2007 noch Sitz des Stabes der Panzergrenadierbrigade 1 der Bundeswehr in der Mackensen-Kaserne und gehört damit zur 1. Panzerdivision in Hannover. In der Ledebur-Kaserne unterhielt das Heer ein Kraftfahrausbildungszentrum, früher das Panzergrenadierbataillon 11 sowie die Panzerjägerkompanie 10 und andere Brigadeeinheiten. In der Gallwitz-Kaserne war früher noch das Panzerbataillon 14 untergebracht. Zudem war die Stadt Sitz eines Kreiswehrersatzamtes (KWEA) in der Waterloo-Kaserne. Im Zuge der Transformation der Streitkräfte der Bundeswehr wurden die Panzergrenadierbrigade 1 und das Kraftfahrausbildungszentrum Hildesheim zum 31. Dezember 2007 mit zuletzt 410 Dienstposten aufgelöst. Damit endete Hildesheims 300-jährige Tradition als Garnisonsstadt. Weitere militärische Anlagen der Bundeswehr in Hildesheim waren der Standortübungsplatz Osterberg bei Himmelsthür, die Standortmunitionsniederlage Emmerke und die Standortschießanlage Giesen. Auch diese Liegenschaften sind nunmehr aufgegeben. Die Standortmunitionsniederlage Emmerke wird seit August 2007 komplett renaturiert, u. a. werden die Wach- und Funktionsgebäude abgerissen. Die Ledebur-Kaserne wurde ebenfalls abgerissen. Dort entsteht zur Zeit der Neubau des Klinikums Hildesheim (Rhön-Klinikum).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hildesheim Bahnhofsvorplatz

Durch das östliche Stadtgebiet von Hildesheim führt die Bundesautobahn A 7 Flensburg–Hannover–Würzburg–Füssen. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 1, B 6, B 243 und B 494.

Der Hildesheimer Hauptbahnhof ist ICE-Halt und verfügt über ein Terminal zur Verladung von Fahrzeugen auf Autoreisezüge.[7] Er liegt an den Bahnlinien KasselBerlin („Hildesheimer Schleife“ und Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig), Hannover–Salzgitter-RingelheimBad Harzburg–Halle (Saale) (Bahnstrecke Hildesheim–Goslar), HamelnBodenburg („Weserbahn“) und Hildesheim–Lehrte („Kreuzbahn“). Die Bahnlinien nach Bad Gandersheim, Seesen, Salzgitter und Peine wurden seit den 1970er Jahren stillgelegt. Der frühere Ostbahnhof ist heute nur noch Haltepunkt.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien der Stadtverkehr Hildesheim GmbH.

Über den Hildesheimer Stichkanal ist die Stadt an den Mittellandkanal angebunden und verfügt über einen kleinen Hafen samt angeschlossenem Industriegebiet. Außerdem befindet sich im Norden ein kleiner Flugplatz, der insbesondere zu Messezeiten in Hannover stark benutzt wird.

Zwischen dem 7. August 1905 und dem 22. März 1945 verkehrten in der Stadt neben der durch die ÜSTRA betriebenen Überlandlinie „Rote Elf“ die Straßenbahnen der Städtischen Straßenbahn. Über Sarstedt bestand eine Straßenbahnverbindung nach Hannover.

Ansässige Unternehmen

Die wichtigsten ansässigen Unternehmen sind Bosch, Blaupunkt, Eickhoff-Stahlbau und KSM Castings GmbH (früher Kloth-Senking Metallgiesserei); außerdem ist auch der Weltmarktführer und Tragschrauberhersteller AutoGyro am Hildesheimer Flugplatz angesiedelt. Des Weiteren befindet sich die Hessisch-Niedersächsische Getränke GmbH & Co. KG (HNG; gehört zum Coca-Cola Konzern) in Hildesheim.

Medien

Bereits im 17. Jahrhundert erschien in Hildesheim mit der Hildesheimer Relation eine der frühesten Zeitungen in Deutschland. Diese Zeitung soll nach unbelegten Literaturangaben 1617–1632 bestanden haben, nachgewiesen sind aber nur die Jahrgänge 1619–1620. Am 24. Juni 1705 folgt dann mit dem Hildesheimer Relations-Courier eine weitere Zeitung, die unter dem Namen Hildesheimer Allgemeine Zeitung noch heute erscheint. Sie ist damit die älteste Zeitung in Deutschland. Sie befindet sich seit 1807 im Besitz der Verlegerfamilie Gerstenberg.

Aus Hildesheim sendet der lokale, nichtkommerzielle Bürgerfunk Radio Tonkuhle, und seit 2006 existieren die Internetfernsehprogramme: Hildesheim TV.[8] und Online-TV Hildesheim[1]

Telefon

Am 10. Juli 1908 wurde in Hildesheim Europas erste Telefonvermittlungsstelle mit Selbstwählsystem in Betrieb genommen. 900 Teilnehmer konnten sich zunächst gegenseitig anrufen, ohne die Hilfe eines Vermittlungsangestellten in Anspruch zu nehmen.

Wochenblatt

Seit über 30 Jahren erscheint der Kehrwieder am Sonntag mit einer Auflage von über 135.000 Exemplaren und ist somit die größte Wochenzeitung im Raum Hildesheim. Seit 2003 erscheint zweimal im Monat: „Ihre neue Zeitung – Der Hildesheimer“. Dazu gibt es den Huckup, der früher jede Woche donnerstags, seit einigen Jahren aber mittwochs erscheint. Am 16. Februar 2008 wurde zum ersten Mal der 14-täglich erscheinende Hildesheimer Bote herausgebracht, dessen Auflage 101.000 Exemplare beträgt.

Öffentliche Einrichtungen

In Hildesheim haben folgende überregional bedeutsame öffentliche Einrichtungen ihren Sitz:

Bildung

  • Des Weiteren bietet Hildesheim, gemessen an seiner Einwohnerzahl und Größe, eine Vielzahl an Gymnasien: Gymnasium Andreanum, Marienschule, Bischöfliches Gymnasium Josephinum, Scharnhorstgymnasium, Goethegymnasium, Michelsenschule, Gymnasium Himmelsthür. Auf zwei weiteren Schulen gibt es gymnasiale Zweige: Freie Waldorfschule Hildesheim und Robert-Bosch-Gesamtschule (Hauptpreisträger Deutscher Schulpreis 2007). Gymnasiale Oberstufen (Klassen 11 bis 13; Zugang mit Erweitertem Sekundarabschluss I) gibt es außerdem an verschiedenen berufsbildenden Schulen: Friedrich-List-Schule (Fachgymnasium Wirtschaft), Herman-Nohl-Schule (Fachgymnasium Gesundheit und Soziales), Werner-von-Siemens-Schule (Fachgymnasium Technik).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Knochenhaueramtshaus auf dem Marktplatz in Hildesheim um 1900
Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz in Hildesheim

Theater

Das Stadttheater Hildesheim ist ein Drei-Sparten-Haus. Seit der Saison 2007/08 wurde die Landesbühne Hannover darin eingegliedert und heißt nun Theater für Niedersachsen.

Das Theaterhaus Hildesheim ist die Spielstätte der überregional bekannten freien Theaterszene Hildesheims.

Museen

  • Das Dommuseum Hildesheim zeigt den Domschatz und weitere bedeutende Werke kirchlicher Kunst.
  • Das Neisser Heimatmuseum besitzt neben anderen sehenswerten Werken eine Sammlung von Textilien, Grafiken, Keramiken und Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
  • Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim ist durch seine ausgezeichnete alt-ägyptische Sammlung weltweit bekannt. Es besitzt auch eine schöne Alt-Peru-Sammlung sowie bedeutende völkerkundliche und naturwissenschaftliche Objekte. Das groß angelegte neue Hauptgebäude (Architekt Gerd Lindemann) wurde 2000 fertiggestellt. Daneben dient die ehemalige Martinikirche als Ausstellungsraum.
  • Das Stadtgeschichtliche Museum im Knochenhaueramtshaus dokumentiert die Epochen der Stadtgeschichte.

Bibliotheken

  • Die Dombibliothek Hildesheim ist eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek. Sie beherbergt eine der bedeutendsten Büchersammlungen Norddeutschlands. Als einzige Bibliothek Niedersachsen ist sie aus der Zeit des Mittelalters überkommen und mit ihrer mehr als 1200jährigen Geschichte ist sie zugleich die älteste Bibliothek Norddeutschlands.

Bauwerke und Kunstdenkmäler

Zeugnisse von mehr als eintausend Jahren architektonischen Schaffens sind in Hildesheim anzutreffen. Da im Zentrum der Stadt die kaum beachtete Architektur der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrscht, zeigen sich die erhaltenen historischen Bauten lediglich als Inseln; so die bescheidene Jakobikirche in der Hauptgeschäftsstraße, Steinbauten am Marktplatz und die Bürgerkirche St. Andreas, deren hoch aufragender Turm den Mittelpunkt der Stadt weithin sichtbar markiert. Erst außerhalb der zentralen Einkaufszone und nahe der nordwestlichen und südlichen mittelalterlichen Stadtbefestigung häufen sich Baudenkmäler älterer Zeit. Dort liegen Mariendom und St. Michael und andere bedeutende Sakralbauten und stehen bürgerliche Bauten von beachtenswerter Qualität. Der Dom und die Michaeliskirche stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Historischer Marktplatz

Hildesheim, Marktplatz mit Rathaus und sog. Rolandbrunnen, 2008

Der Marktplatz wurde, nach dem Alten Markt und dem Andreasplatz, erst relativ spät zum Handels- und Lebenszentrum der Stadt. Hier stellten sich in der Frühen Neuzeit Bürgerschaft und Gilden in repräsentativen Bauten dar. Als einzige von diesen überstanden Rathaus und Tempelhaus, wenn auch erheblich beschädigt, den verheerenden Bombenhagel im März 1945. Der Wiederaufbau erfolgte zunächst auch hier im Stil des Nachkriegsfunktionalismus, etwa durch ein Hotel namens „Rose“ mit Glas-Metall-Fassade. Erhalten blieb bloß der als Rolandbrunnen bekannte Marktbrunnen. Der Verlust Alt-Hildesheims blieb aber schmerzhaft bewusst. Mehrere Bürgerinitiativen propagierten in den 1980er-Jahren die Rekonstruktion des Marktplatzes und bewirkten ein Umdenken der Stadtverwaltung. In wenigen Jahren wurden das Tempelhaus, das ursprünglich aus 1598 stammende Wedekindhaus, das Knochenhaueramtshaus und das benachbarte Bäckeramthaus rekonstruiert. Der seither Historischer Marktplatz genannte Platz bietet heute wieder ein geschlossenes Bild und ist touristischer Mittelpunkt der Stadt.

Dom

Mariendom zu Hildesheim, Nord-West-Ansicht

Der erste Dombau entstand im 9. Jahrhundert unter Bischof Altfrid. Alle Nachfolgebauten erheben sich auf dessen Fundamenten. Nach der Kriegszerstörung durch den großen Luftangriff am 22. März 1945 wurde die Barockisierung des Doms aufgegeben und eine Wiedererrichtung in angenommenen frühromanischen Formen durchgeführt. Weltberühmt sind die Bronzegüsse aus der Zeit Bischof Bernwards (993–1022): Bernwardstür (mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte) und Christussäule (mit Darstellungen der Taten Christi). Weitere Schätze sind der Heziloleuchter (roman. Leuchterkrone in der Vierung, „himmlisches Jerusalem“) und der spätromanische Bronzetaufbrunnen. Den Lettner, der sich jetzt in der St.-Antonius-Kirche befindet, schuf der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen). Berühmt ist außerdem der „tausendjährige“ Hildesheimer Rosenstock an der Domapsis, der den Feuersturm des Zweiten Weltkriegs überstanden hat und das Wahrzeichen Hildesheims ist. Der Dom selbst war so stark zerstört, dass er nach Abschluss des Wiederaufbaus am 26. März 1960 durch den damaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen neu konsekriert werden musste. Der Hildesheimer Dom ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO.

Lambertikirche

Die von 1474 bis 1488 als Pfarrkirche der Hildesheimer Neustadt erbaute Lambertikirche ist eine spätgotische Hallenkirche und die einzige Hallenkirche der Stadt. Sie wurde 1542 evangelisch. Am 22. Februar 1945 wurde die Kirche durch Sprengbomben an Chor, Querschiff, Dach und Fenstern erheblich beschädigt. Bei einem weiteren Luftangriff am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus, nur die Umfassungsmauern und der Unterbau des Turmes blieben stehen. Sie wurde in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut, zunächst jedoch ohne die frühere Turmhaube. Im Jahr 2007 erhielt der Turm eine neue Haube.

Michaeliskirche

Ottonische Kirche St. Michael in Hildesheim – Weltkulturerbe UNESCO

St. Michaelis wurde von Bischof Bernward zu Beginn des 11. Jahrhunderts als seine Grabeskirche begonnen und unter Bischof Godehard fertig gestellt. Das vorromanische („ottonische“) Baukonzept verbindet den Gedanken der „Gottesstadt“ mit einer geometrisch-quadratischen Raumgliederung. Die Michaelskirche gilt als frühester durchgängig im Gebundenen System errichteter Kirchenbau. Im 12. Jahrhundert wurden bis auf 2 alle Langhaussäulen erneuert und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts schließlich der Westchor erweitert sowie die bemalte Langhausdecke (Stammbaum Christi) ausgeführt.[9] Neben dieser Deckenmalerei als bedeutendes Ausstattungsstück blieb der nördliche Teil der spätromanischen Chorschranke erhalten. Bemerkenswert ist, dass St. Michael trotz ihrer Umweihung von einer katholischen Kirche in eine evangelische in der Krypta noch immer katholisch geweiht ist. Nach zahlreichen Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte wurde St. Michael nach der Kriegszerstörung in der ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut und durch Glasfenster von Charles Crodel vollendet. Sie ist eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt und kann somit als städtisches Wahrzeichen bezeichnet werden. Sie ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO und dient der Stadt als Werbemotiv auf den braunen Hinweisschildern an der Autobahn A7, da sie sich durch ihre prägnante Form leichter einprägt als der Hildesheimer Dom.

Das Motiv der Michaeliskirche soll im Jahr 2014 auf die Rückseite der deutschen 2-€-Münzen geprägt werden, und somit im Rahmen der Gedenkmünzen-Serie (2006–2021) das Bundesland Niedersachsen vertreten.

Godehardikirche

St.-Godehard-Basilika

Die St.-Godehard-Basilika wurde im 12. Jahrhundert nach der Heiligsprechung des Benediktinerabts und späteren Hildesheimer Bischofs Godehard (Gotthard) als benediktinische Klosterkirche im hochromanischen Stil erbaut und ist bis heute ohne wesentliche Veränderungen erhalten (Ausmalung und Ausstattung 19. Jh.). Im Zweiten Weltkrieg wurde die Godehardikirche zwar bei Luftangriffen am 13. Februar 1945, am 22. Februar 1945 und am 22. März 1945 vor allem im Bereich des nördlichen Seitenschiffes beschädigt, jedoch konnten die Schäden bereits 1945 wieder behoben werden, so dass die Kirche im selben Jahr wieder für Gottesdienste zur Verfügung stand. Sie war die einzige Kirche im Zentrum von Hildesheim, die von größeren Zerstörungen verschont blieb. Teile des Klausurbereichs (Ostflügel mit Kapitelsaal, Südflügel mit spätmittelalterlichen gewölbten Kellerräumen) sind erhalten, jedoch wurden die südlichen Raumteile bei einer Umbaumaßnahme in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Substanz beeinträchtigt. Die Kirche wurde 1963 zur päpstlichen Basilika minor erhoben.

Andreaskirche

St.-Andreas-Kirche, höchster Kirchturm Niedersachsens

Die St.-Andreas-Kirche, heute evangelisch-lutherisch, ist eine Markt- und Bürgerkirche im gotischen Stil. Sie wurde um 1140 als romanische Basilika erbaut, die teilweise im Mauerwerk des heutigen Turms erhalten ist. Seit etwa 1200 war sie Stiftskirche. Der gotische Bau wurde 1389–1504 errichtet. Hier führte Johannes Bugenhagen am 1. September 1542 die Reformation in Hildesheim ein. Der Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf 114,5 m gemauert, ist der höchste Kirchturm Niedersachsens und gehört damit zu den höchsten Kirchtürmen der Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Luftangriff am 22. Februar 1945 an mehreren Fenstern beschädigt und beim schwersten Luftangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 durch Spreng- und Brandbomben zerstört. Stehen blieben lediglich Außenmauern und Turm. Der Wiederaufbau war 1965 vollendet. In der Basilika befindet sich eine der größten und schönsten Orgeln Norddeutschlands mit 63 Registern und 4734 Pfeifen, der der mächtige Kirchenraum ein ungewöhnliches Klangvolumen verleiht.

Jakobikirche

Mit dem Bau von St. Jakobi, einer einschiffigen, gotischen Kirche, wurde 1503 begonnen, der Turm wurde 1514 fertig gestellt. Sie erhebt sich an der Almsstraße Ecke Jakobistraße, die bereits 1204 unter diesem Namen erwähnt wurde, damals befand sich hier eine Kapelle gleichen Namens. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Jakobikirche am 22. Februar 1945 an Dach und Fenstern erheblich beschädigt, und am 22. März 1945 brannte sie vollständig aus. Nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben erhalten. Der Wiederaufbau begann im Sommer 1948 und war bereits 1949 vollendet.

St. Magdalenen

St. Magdalenen

Die Magdalenenkirche, eine frühgotische ehemalige Klosterkirche am Innersteufer, ist vor allem durch den Silberschrein des hl. Bernward und den Elffenaltar (um 1520) bedeutend. Mit dem Bau begann man 1234 im romanischen Stil, er wurde jedoch 1456 im Stil der Gotik nach Osten hin erweitert. Der westliche Teil der Kirche ist demnach der älteste. 1721 sowie bei einer erneuten Vergrößerung der Kirche 1797 erfolgte eine Umgestaltung im Barockstil. Das Kloster wurde 1810 säkularisiert. Am 22. März 1945 wurde die Magdalenenkirche durch Brandbomben zerstört, nur die Umfassungsmauern und die beiden Seitentürme im Westen blieben stehen. Alle Kunstwerke waren jedoch vorher aus der Kirche entfernt worden, so dass sie unversehrt erhalten blieben. 1960/61 wurde die Magdalenenkirche im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut. Nicht weit entfernt befindet sich der barocke Magdalenengarten, einer der ältesten historischen Gärten Niedersachsens, der im 13. Jahrhundert als Klostergarten des Magdalenenklosters angelegt und 1720-25 zu einem barocken Schmuckgarten umgestaltet wurde.

Kaiserhaus

Kaiserhaus
Waffenschmiedehaus (1548)

Das Kaiserhaus wurde 1587 als erstes steinernes Haus in Hildesheim durch den Rechtsgelehrten Caspar Borcholt erbaut. Nach der Zerstörung im Krieg vom 22. März 1945 wurde die Fassade 1997 an einem modernen Bau restauriert. Es war einst eines der prächtigsten Wohnhäuser der historischen Fachwerkstadt. Die Figuren auf der reichgeschmückten Fassade des Renaissancebaus am Alten Markt symbolisieren die vier Weltepochen: von links die assyrisch-babylonische, die persische, die griechische und die römische. Die Bilder im Erker stellen die Jahreszeiten dar. Seinen Namen hat das Haus nach den Medaillons mit Darstellungen römischer Kaiser.

Das Kaiserhaus ist der Gründungssitz des Hornemann-Instituts, eines Zentrums zur Erhaltung des Weltkulturerbes.

Fachwerkhäuser

Vor allem in der Hildesheimer Neustadt, aber auch auf dem Moritzberg ist eine Reihe von alten Fachwerkhäusern erhalten geblieben (Keßlerstraße, Knollenstraße, Lappenberg, Am Kehrwieder, Brühl, Hinterer Brühl, Gelber Stern, Godehardsplatz; Bergstraße, Dingworthstraße, Godehardistraße, Elzer Straße). Besonders sehenswert sind das 1548 erbaute Waffenschmiedehaus (Gelber Stern 21) sowie das Wernersche Haus von 1606 (Godehardsplatz), beide sind durch Schnitzereien reich verziert. – Bei den am Marktplatz stehenden handelt es sich um Rekonstruktionen.

Bismarckturm

Hildesheim besitzt einen 1905 erbauten Bismarckturm vom Typus Götterdämmerung. Er steht am Beginn des Galgenbergs östlich der Innenstadt und bietet von seiner Aussichtsplattform aus einen weiten Blick auf Hildesheim und das Umland.

Burg Steuerwald

Im Norden der Stadt ist die ehemalige bischöfliche Schutz- und Trutzburg Burg Steuerwald sehenswert, die 1310-13 erbaut wurde. Gut erhalten sind der Palas, der 26 m hohe und weithin sichtbare Bergfried von 1325 und die ursprünglich romanische, 1310 erbaute und 1507 in gotischem Stil umgestaltete Magdalenenkapelle. Auch ein Teil des Burggrabens und der Burgmauer ist noch zu sehen.

Denkmäler

Musik

Bislang in einer Stadtvilla am Rand des Zentrums und in über 20 Nebenstellen untergebracht, hat die Musikschule ab 1. Dezember 2005 ihr Domizil in der ehemaligen Waterloo-Kaserne 24 A gefunden. Rund 1800 Schülerinnen und Schüler werden von ca. 65 Instrumentallehrkräften unterrichtet. Die Altersspanne reicht hierbei von den „Musikspielen für die Jüngsten“ (für 1½-jährige) bis zur 98-jährigen Schülerin im „Musiktreff für Erwachsene“.

Das einzige feste Panflötenensemble Deutschlands ist in Hildesheim beheimatet. Als Ensemble-Angebot der Musikschule Hildesheim e.V. besteht das Panflötenensemble SYRINX seit 2003 mit derzeit 16 Mitgliedern.

Im Michaeliskloster ist heute das „Evangelische Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers untergebracht, in dem Seminare und Schulungen zu Liturgie sowie zu klassischer und moderner Kirchenmusik stattfinden; außerdem das Posaunenwerk der Landeskirche.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar/Februar: Jugend musiziert Wettbewerb auf regionaler Ebene
  • Februar: Jugend forscht Regionalwettbewerb
  • Februar/März: Regional-Messe seit 2003 jährlich:"Schöner bauen besser wohnen - Die Fach-Messe"
  • März/April (vor den Osterferien): Musikschulwoche
  • Mai/Juni (an Pfingsten): Jazz-Festival „Jazz-Time“
  • Juni: Hildesheimer Schützen- und Volksfest
  • Juni bis August: Sommerliche Kirchenmusik in St. Michael
  • Juli: Sinti-Musik Festival auf dem Gutshof Steuerwald.
  • Sommerferien: Paddelkurse für Anfänger und Fortgeschrittene Kanu- und Umweltzentrum der Schulen
  • Sommerferien: An jedem Sonntag um 18 Uhr Orgelkonzert im Mariendom
  • August: M'era Luna Festival
  • September: Bauernmarkt (mit verkaufsoffenem Sonntag)
  • Oktober: Regional-Messe seit 2006 jährlich:"Herbstzeit - Älterwerden erleben"
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten

In folgenden Artikeln sind Personen aufgeführt, die mit Hildesheim in Verbindung stehen:

Sport

Hildesheim war vor und nach dem 2. Weltkrieg überregional vor allem durch den Fußball bekannt. In den letzten Jahrzehnten haben jedoch Schwimmer, Handballer und Volleyballer den Fußballern den Rang abgelaufen.

In der Volleyball-Bundesliga ist Hildesheim durch die Spielgemeinschaft TSV Giesen/Hildesheim vertreten. Nach dem Zusammenschluss der beiden Zweitligisten TSV Giesen und MTV 48 Hildesheim schaffte das Team in der Saison 2007/08 den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Die Heimspiele der Volleyballer finden in der Halle 39 in Hildesheim statt. Ebenfalls in der 1. Bundesliga starten im Jahre 2009 die Schwimmerinnen des VfV Hildesheim. Nach ihrem 1. Platz in der 2. Bundesliga-Nord belegten sie bei der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga den ersten Tabellenplatz. In der 1. Bundesliga schwammen bis zur Saison 2006/2007 auch die Damen der inzwischen aufgelösten EVI Hildesheim (SG Hildesheim).

In der 2. Bundesliga spielen die Handballer von Eintracht Hildesheim. Die Einträchler schafften 1999/2000 und 2005/2006 den Sprung in die 1. Bundesliga, mussten jedoch in den folgenden Spielzeiten gleich wieder den Abstieg antreten. In der Saison 2007/08 spielten die Handballer um den Wiederaufstieg, der jedoch kurz vor Ende der Saison verspielt wurde. Eintracht Hildesheim bestreitet die Heimspiele in der Sporthalle an der Schützenwiese. Die Halle wurde von einem Sponsor umgebaut und erweitert, die Namensrechte hat sich die Sparkasse Hildesheim gesichert, worauf die Halle den neuen Namen Sparkassen-Arena bekam.

Viele Jahre war Hildesheim eine Fußballhochburg. Der heimische VfV Hildesheim kam nach dem Zweiten Weltkrieg auf insgesamt sechs Erstligajahre. Nach der Saison 2002/2003 sind die VfV-Fußballer mit Borussia 06 zum VfV Borussia 06 Hildesheim fusioniert. Der Club spielt nach dem Abstieg aus der 4. Liga inzwischen nur noch in der Fußball-Oberliga Niedersachsen West (5. Liga), wo sich die letzten Jahre auch der SV Bavenstedt etablieren konnte. Neben der A- und B-Jugend des VfV ist auch der Nachwuchs des JSG Achtum-Einum-Bavenstedt sehr erfolgreich und landet fast durchgehend auf vorderen Plätzen in den jeweiligen Ligen.

Der Hildesheimer Sport hat neben den bekannten Sportarten auch immer wieder in den Randsportarten größere Erfolge feiern können. Zum Beispiel spielte der Zweitligist Hellas 1899 Hildesheim von 2006 bis 2008 in der 1. Bundesliga der Wasserballer (DWL) und der RTC Merkur Hildesheim war jahrelang im Radball sehr erfolgreich. Die Hildesheim Invaders, 1989 schon einmal kurzzeitig in der 1. Bundesliga spielend, schafften in der Saison 2007/08 den Aufstieg in die 2. Bundesliga im American Football.

Besonderheiten

Hildesheimer Silberfund

Der Hildesheimer Silberfund von 1868 gehört zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen auf deutschem Boden. Einige Historiker bewerten ihn sogar als Hinweis auf die Varusschlacht (9 n. Chr.).

Das Himmelsthürer Weihnachtspostamt

Im Postamt des Hildesheimer Stadtteils Himmelsthür (damals noch selbstständige Gemeinde) wurde 1967 das erste Weihnachtspostamt Deutschlands eingerichtet. Tausende Kinder schreiben bis heute in jedem Jahr Briefe „an den Weihnachtsmann in Himmelsthür, 31137 Hildesheim“ und erhalten nach einigen Tagen eine Antwort. Mit dem Himmelsthürer Weihnachtsstempel entwertete Weihnachtssonderbriefmarken sind weltweit Sammlerobjekte für Philatelisten. Ungeachtet der weltweiten Bekanntheit und trotz erheblicher Proteste von Kommunalpolitikern und der Stadtteilbewohner wurde die Himmelsthürer Postfiliale („das himmlische Postamt“) durch die Deutsche Post AG geschlossen. Kinderbriefe an den Himmelsthürer Weihnachtsmann werden aber weiterhin beantwortet.

Literatur

Literatur zur Geschichte der Stadt

  • Menno Aden: Hildesheim lebt. Zerstörung und Wiederaufbau. Eine Chronik. Gerstenberg, Hildesheim 1994, ISBN 3-8067-8551-1
  • Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim. 2 Bände. Lax, Hildesheim und Leipzig 1922–1924 (unveränderter Nachdruck: Lax, Hildesheim 1994–1997, ISBN 3-8269-6306-7 und ISBN 3-8269-6307-5)
  • Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Neustadt Hildesheim. Lax, Hildesheim und Leipzig 1937 (unveränderter Nachdruck: Lax, Hildesheim 1997, ISBN 3-8269-6305-9)
  • Manfred Overesch: Der Augenblick und die Geschichte. Hildesheim am 22. März 1945. Olms, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12753-9
  • Manfred Overesch: Hildesheim 1945–2000, Neue Großstadt auf alten Mauern. Olms, Hildesheim 2006, ISBN 978-3-487-13266-2
  • Herbert Reyer: Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim. 2. Auflage. Lax, Hildesheim 2002, ISBN 3-8269-6300-8
  • Sven Abromeit (Hrsg.): Hildesheim in den 1970ern. Gerstenberg, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-8067-8716-0

Literatur zur modernen Architekturgeschichte

  • Michael Falser: Die Rekonstruktion des Hildesheimer Marktplatzes. In: Ders.: Zwischen Identität und Authentizität. Zur politischen Geschichte der Denkmalpflege in Deutschland. Dresden 2008, S. 137–152. (Thelem Verlag, ISBN 978-3-939888-41-3).

Literatur zu religiösen Gemeinschaften

  • Nicolaus C. Heutger: Aus Hildesheims Kirchengeschichte. Lax, Hildesheim 1984, ISBN 3-7848-4027-2
  • Peter Aufgebauer, Die Geschichte der Juden in der Stadt Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Hildesheim 1984

Literatur zu Natur und Landschaft

  • Werner Müller: Flora von Hildesheim. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 3. Hildesheim 2001.
  • Heinrich Hofmeister: Naturraum Innerstetal. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 4. Hildesheim 2003.
  • Hildesheimer und Kalenberger Börde. Natur und Landschaft im Landkreis Hildesheim. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 5. Hildesheim 2005, ISBN 3-8067-8547-3.

Literatur zu Hildesheimer Sagen

  • Karl Seifart: Sagen aus Stadt und Stift Hildesheim. Hildesheimer Heimatbücher 1. Heft, herausgegeben von H. Blume. Hildesheim 1913.

Quellen

  1. Soweit die Hauptsatzung (abgerufen am 14. Februar 2008 um 1:41 Uhr)
  2. Nicht ohne Wahrscheinlichkeit ist die Benennung nach Abt Hilduin von Saint-Denis: In seinem Kommentar zur „Fundatio“ und in Ergänzung einer schon früher geäußerten Annahme hat sich Berges auch um den Nachweis bemüht, den Namen ‚Hildesheim’, der zweifellos auf die Form ‚Hilduinesheim’ zurückgeht, auf den bekannten Abt Hilduin von St. Denis, den Berater und (seit 818) Erzkanzler Ludwigs des Frommen, zurückzuführen. In der Tat ist wohl der mit dem Stammwort -heim verbundene Personenname fränkisch, und W. Berges hat darüber hinaus eine Reihe von Beispielen fränkischer Ortsbenennungen nach noch lebenden Personen beibringen können. So hat sein Vorschlag einige Wahrscheinlichkeit für sich, zumal darüber hinaus die Möglichkeit bestände, daß auch die in der erwähnten Fraternitätsliste des Hildesheimer Domkapitelsgedenkbuchs (...) unmittelbar auf die mater Reims folgende Verbrüderung mit einer (ecclesia) Parisiensis in Francia auf die Verbindung mit Hilduin zurückgehen könnte. Und daß Hilduin und Gunthar möglicherweise miteinander verwandt waren, wird nicht völlig ausgeschlossen werden können. (Hans Goetting: Germania Sacra, Neue Folge 20, Berlin 1984, S. 40)
  3. Brockhaus-Auszug zu Hildesheim
  4. – Aspekte der Stadtgeschichte
  5. http://www.abrahams-runder-tisch.de Interreligiöse Arbeitskreis Hildesheim Abrahams Runder Tisch (ART)
  6. zur Geschichte des Wappens
  7. Terminalbeschreibung DB Autozug Terminal Hildesheim
  8. Hildesheim TV
  9. Johannes Sommer datiert in seinem Buch 1999 ISBN 3-7845-7410-6 die Westchor-Erweiterung und die Deckenmalerei in die Jahre gegen 1200 und begründet dies hauptsächlich damit, dass es nach dem 1204 resignierten Abt Theoderich II. im Kloster keine Persönlichkeit mehr gab, die zu solchen Leistungen fähig gewesen wäre.

Weblinks


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