Hinterradschwinge


Hinterradschwinge

Die Hinterradschwinge des Motorrads dient der Führung des Hinterrades des Motorrades. Sie entstand als Weiterentwicklung der "Geradwegfederung" des Hinterrades. Gegenüber dieser ermöglicht sie einen deutlich größeren Federweg, da die Achse und damit das Hinterrad sich beim Federn auf einer Kreisbahn um den Schwingendrehpunkt bewegt, was - bei Kettenantrieb im Gegensatz zur Geradwegfederung - die Änderung des Abstandes von Ritzel und Kettenrad und somit die Änderung der Kettenspannung reduziert; völlig ohne eine solche Änderung kommt die Triebsatzschwinge aus.

Als Bauarten werden im Wesentlichen Einarm- und Zweiarmschwingen unterschieden. Einarmschwingen - erstmals aus Gründen der Sparsamkeit an der "Imme" verwendet - erleichtern den Ausbau des Hinterrades, müssen aber im Vergleich zu Zweiarmschwingen deutlich komplexer und stabiler ausgelegt werden, um einer Torsion aufgrund der einseitigen Radaufhängung entgegenzuwirken. Sie wird derzeit (2007) hauptsächlich von BMW, Ducati, Honda (VFR) und diversen Kleinserienherstellern von Rahmen wie "Spondon" gebaut, und gerade bei letzteren ist sicher auch die Optik ein wichtiges Argument.

Zweiarmschwingen bedingen den Ausbau des Hinterrades nach hinten (dazu hatten Motorräder früher klappbare Hinterkotflügel) oder nach unten per Montageständer. Sie vereinen im Idealfall höchstmögliche Stabilität mit geringer Masse, was die ungefederten Massen gering hält. Durch Verwendung zusätzlicher Ober- oder Unterzüge ergibt sich ein Dreiecksverband, der die Stabilität nochmals erhöht. Diese Bauform wurde schon sehr früh von der Firma Vincent realisiert. Heute (2007) werden teilweise normale Zweiarmschwingen durch Anbringung von Ober- oder Unterzügen in sog. Superbikeschwingen umgebaut.

Mit steigender Motorleistung der Straßenmaschinen zu Beginn der 70er Jahre wurden die oft unterdimensionierten Schwingen aus Rund- oder Ovalrohr gerne durch Schwingen aus Rechteckrohr ersetzt, die eine größere Stabilität bieten.

Seltener sind Vorderradschwingen in Motorrad-Konstruktionen anzutreffen.

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