Hispano Suiza


Hispano Suiza
Markenlogo des Unternehmens
Kühlerfigur und Wappen eines Hispano-Suiza

Hispano-Suiza ist ein spanisches Traditionsunternehmen der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Der Name setzt sich aus den beiden Nationalitätsbezeichnungen Hispano für Spanien und Suiza für die Schweiz zusammen. Im Logo führt Hispano-Suiza die spanische und die Schweizer Flagge. Es gehört zur SAFRAN-Gruppe, nachdem Hispano-Suiza 1968 von der SNECMA übernommen wurde. 1999 wurde ein neues Werk für die Turbinenteilfertigung in Bezons eröffnet. Grundsätzlich werden mechanische, hydraulische, elektronische und elektrische Komponenten für die Luftfahrt gefertigt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1898 gründeten der spanische Admiral Emilio de la Cuadra und der Ingenieur Carlos Vellino das Unternehmen. Ziel des Unternehmens war es, Automobile zu entwickeln und zu vermarkten. Die genaue Bezeichnung war: La "Cía General de Coches y Automóviles E. La Cuadra S. en comandita". Das Unternehmen war die erste Automobilfabrik in Spanien (laut Register von 1899). Um die Jahrhundertwende arbeitete der Schweizer Ingenieur Marc Birkigt ebenfalls für den spanischen Unternehmer de la Cuadra in der damals weitverbreiteten Elektrofahrzeug-Industrie. Birkigt entwickelte Verbrennungsmotoren und Bremssysteme, Vellino die Elektromotoren, Akkumulatoren und Antriebstechnik und die Karosserie entwarf Domingo Tamaró. 1899 wurde das erste spanische Automobil unter dem Namen La Cuadra in Barcelona gebaut, dem jedoch kein Erfolg beschieden war. Auch der Nachfolgertyp Castro brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Modellreihe 1899 bis 1904: "La Cuadra 1" sah einer Kutsche ähnlich, hatte zwei Sitze und verfügte über einen 3-kW-Elektromotor. Eine weitere Version wurde mit einem zusätzlichen 5-PS-Verbrennungsmotor, der einen Dynamo antrieb und die Batterien des Fahrzeuges aufladen konnte, gebaut. La Cuadra baute somit in diesen Jahren den ersten Hybridantrieb der Welt.

Ende 1899 wurden auch Fahrzeuge mit Zweizylinder-Viertakt-Verbrennungsmotor, 1100 ccm Hubraum und 4 PS Leistung gebaut. Es wurde 1900 in Soria auf Don Javier Olozábel Ramey zugelassen und trug das Kennzeichen SO-1. Ein weiteres Fahrzeug wurde in Lleida registriert mit dem Kennzeichen L-1.

Es folgte die Version 2; "La Cuadra 2" hatte zwei Elektromotoren und einem 25-PS-Verbrennungsmotor.

Ebenfalls wurde damals ein 5-Tonnen-Lastkraftwagen, der mit zwei 12-kW-Elektromotoren betrieben wurde, sowie ein 20-sitziger Autobus gebaut. Alle Fahrzeuge wurde mit 110-Volt-Akkumulatoren von je 450 Ah betrieben.

Technische Daten des Busses: Länge 5,5 Meter, Breite 2,2 Meter, Höhe 3 Meter, Höchstgeschwindigkeit 18 km/h.

Ein Autobus wurde 1900 von der Stadt Barcelona gekauft und war dort im Linienbetrieb im Einsatz. Die praktischen Schwierigkeiten, die geringe Reichweite von rund 35 Kilometern und das Gewicht der Akkumulatoren führten sehr rasch zur Einstellung des neuartigen Transportmittels.

Da in dieser Zeit die Handhabung und Beschaffung der Akkumulatoren ein Problem darstellten, gründete Carlos Vellino eine eigene Akkumulatorenfertigung. Zur selben Zeit arbeitete in Österreich bei der Firma Lohner in Wien der junge Ferdinand Porsche auch an einem Elektromobil, jedoch mit Radnabenmotor. 1902 begann auch die Firma Tribelhorn in der Schweiz mit dem Bau von Elektromobilen für Post- und Hotelfahrzeuge mit La Cuadra-Akkumulatoren.

Modell "Castro" 14 PS von 1902

1902 bis Ende 1903 wurden noch acht Castro mit Zweizylinder- (10 PS) und Vierzylinder(14 PS)-Motoren gebaut und alle waren zur Kraftübertragung mit Kardanwellen ausgerüstet.

1904 kam es zur Schließung der Firma La Cuadra.

1904 war die Geburtsstunde der eigentlichen Fabrica la HISPANO-SUIZA de Automobiles mit Sitz in Barcelona. Anlass der Namensgebung war die Tatsache, dass mit spanischem Kapital des Bankiers Don Damien Mateu ein neuer Kooperationsversuch mit La Cuadra eingegangen wurde. Auch der noch junge und motorbegeisterte König von Spanien Alfonso XIII. stand hinter der Neugründung.

Hispano-Suiza Typ Alfonso XIII.

1910 kam der mit Vierzylindermotoren bestückte Wagentyp Alfonso XIII. auf den Markt. Dieses dem König gewidmete sportliche Automobil mit 3,6 Litern Hubraum und 60 PS erreichte, für damalige Verhältnisse erstaunlich, bereits mehr als 100 km/h.

Der Serientyp hieß dann HISPANO SUIZA 15T Alfonso XIII. und wurde in den Jahren 1910 bis 1916 in 500 Einheiten ausgeliefert.

Technische Daten: Motor Vierzylinder mit 3.416 Kubikzentimeter, Leistung 50 PS, Höchstgeschwindigkeit 130 km/h

1911, als immer mehr Fahrzeuge von Hispano-Suiza im Straßenverkehr von Barcelona auftauchten, verfasste das Bürgermeisteramt von Barcelona die ersten Richtlinien für Mobilisten in Spanien. Die Fahrer mussten zwischen 18 und 67 Jahre alt sein, die maximale Geschwindigkeit im Stadtgebiet wurde auf 15 km/h begrenzt und die erste Verkehrszeichen wurden installiert, wie "bajada rápida" (Langsam fahren) , "virada a la derecha" (rechts fahren) , "ondulación brusca" (Straßenunebenheiten) oder "mal empedrado" (Vorsicht Kopfsteinpflaster). Die Kennzeichen der Automobile wurde beginnend mit B-1 ausgegeben.

Mit Beginn des Krieges 1914 kam dann Birkigts zweite Produktidee zum Tragen: Flugzeugmotoren. Hervorzuheben ist die Konstruktion mit obenliegender Nockenwelle (OHC), eine technische Neuheit in jener Zeit.

Frankreichs Regierung schloss einen Liefervertrag über Flugmotoren für ihre Flugzeugfabrik SPAD ab. 1914 lief die Produktion an. Die Produktionszahlen stiegen so rasch an, dass Don Damien Mateu 1916 ein Zweigwerk in der Nähe von Paris errichten ließ. Rund 50.000 Einheiten des 130 PS starken V8-Alublockmotors verließen die Werkstore. Die Zusammenarbeit mit SPAD war dann auch der Auslöser zur Aufnahme der Waffenproduktion als weitere Produktlinie. Die Maschinenwaffen wurden mechanisch mit den Flugmotoren gekoppelt und feuerten hierdurch getaktet durch den drehenden Propellerkreis, ohne die Luftschrauben zu zerstören. Die späteren Großserien hatten die Mündung der Kanonen innenliegend in der Propellerantriebswelle.

Das ab 1918 verwendete Markenzeichen, der fliegende, gestreckte Storch, stammt vom einem Geschwadersignet des französischen Fliegerasses Guynemer, dessen SPAD-Flugzeug von einem Hispano-Suiza-Motor angetrieben wurde. Hier findet sich eine Parallele zu der italienischen Marke Ferrari, die etwa um die gleiche Zeit das Signet eines italienischen Jagdfliegers aufnahm: das springende Pferd.

1929 war der Start der Flugzeugproduktion mit dem Namen Hispano-Suiza de Guadalajara. In den 1950er Jahren wurde der Namen des spanischen Luftfahrtunternehmens in Hispano Aviación S.A. (HASA) geändert. 1972 wurde Hispano Aviación S.A. von Construcciones Aeronáuticas S.A.(CASA) übernommen und mit anderen Herstellern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien zum Mitglied des in jenem Jahr gegründeten Airbus-Konsortiums.

1936 wurde auf Grund des einsetzenden Spanischen Bürgerkriegs per Regierungserlass die Automobilproduktion heruntergefahren, in einzeln Werken sogar ganz aus dem Programm genommen und auf Kriegswaffenproduktion umgestellt.

1944: Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hispano-Suiza unter dem Diktator Francisco Franco in die staatseigene Firma Pegaso überführt.

1946: Franco holte den Spanier Wilfredo Ricart von Alfa Romeo aus Italien ins Unternehmen zurück, um die Nachfolge von Birkigt zu übernehmen. Die Firmengruppe hieß nun ENESA. Ricart entwarf den Pegaso Z 101/Z 102 mit der für die 1950er Jahre fortschrittlichen Technik als Prestigeobjekt der spanischen Firma ENESA Pegaso. Der Spyder Pegaso Z 102 Berlinetta wurde auf zahlreichen Automobilmessen gezeigt. Entworfen wurde die Karosserie von dem Katalanen Pedro Serra. Entsprechend dem Regierungsauftrag der ENESA war Schwerpunkt jedoch die Entwicklung von Lastkraftwagen und Autobussen. Zu diesem Zweck wurde im gleichen Jahr die C.E.T.A. Centro de Estudios Técnicos de Automoción die Forschung- und Entwicklungsabteilung gegründet. Sie stand unter dem Vorsitz von W. Ricart, der dort seine zuvor gesammelten Erfahrungen aus früheren Tätigkeiten bei Vallet y Fiol, Motores Ricart y Pérez ("REX" war ein nicht unbekannter Zweitakt-Motorradmotor), Ricart-España, Hispano-Suiza, Alfa-Romeo und auch Lockheed einbringen konnte. 1950 entwickelte Hispano Aviación für Martin Baker Schleudersitze für die Luftfahrtindustrie in den USA.

1968: Unter der Leitung von SNECMA wurde Hispano-Suiza in zunehmendem Maße zum Turbinenhersteller.

1999 wurde eine neue Fabrik in Bezons in Frankreich für Kraftübertragungen und Zusatzsysteme für Düsentriebwerke eröffnet.

Der Name Hispano-Suiza ist derzeit im Bereich der Flugmotorentechnik und deren Peripherie bekannt.

Rüstungsskandal HS-30

Hispano-Suiza war in den 1960er Jahren wesentlich in den HS-30-Skandal (bzw. Hispano-Suiza-Skandal) verwickelt, bei dem es um die Beschaffung des Schützenpanzers HS 30 für die Bundeswehr ging.

Automobile

Hispano-Suiza 1924 H6B Million-Guiet Dual-Cowl Phæton
Hispano-Suiza Landaulet
Hispano-Suiza Typ T.68 (J12)

Die Technologie und Zuverlässigkeit der Motoren, die zahlreichen Varianten und technisch zuverlässigen Lösungen aus dem Flugmotorenbau führten Hispano-Suiza-Automobile geradewegs in die Spitzenklasse. So wurde Hispano-Suiza in den späten 20er und frühen 30er Jahren ein echter Konkurrent zu Mercedes, Horch, Maybach und der technisch rückständigen Marke Rolls-Royce. Ab Anfang der 1920er Jahre wurden die großen Hispano-Suiza-Fahrzeuge im französischen Zweigwerk Bois-Colombes bei Paris gebaut. In Spanien wurde noch bis 1924 der kleine Vierzylinder aus der Vorkriegszeit produziert.

Hispano Suiza H.6

Der H.6 wurde von 1919 bis 1928 gebaut. Er wurde von einem 6,6 Liter Sechszylinder-Motor mit obenliegender Nockenwelle, Doppelzündung, Aluminiumgehäuse, Leichtmetallkolben und eingeschraubten Zylinderlaufbuchsen aus Stahl angetrieben. Der Motor leistete 135 PS. Die ersten Fahrzeuge besaßen keine Stoßdämpfer, später baute man Stoßdämpfer von Houdaille oder Hartford ein. Die Vierrad-Servobremsanlage war eine Eigenentwicklung, die auch Rolls-Royce in Lizenz übernahm. 1926 wurde der Motor überarbeitet, er bekam nasse Zylinderlaufbuchsen, eine schärfere Nockenwelle und eine elektrische Benzinpumpe. Jährlich wurden etwa 200 H.6 gebaut, in einer ähnlichen Ausführung wurde er in Barcelona als T.41 produziert. Bei Skoda wurden rund 50 Fahrzeuge unter der Bezeichnung 25/100 gebaut. In England hieß er 37,3HP. Ein H.6 kostete damals rund 60.000 Reichsmark.

Hispano Suiza Bologne

1922 wurde der Typ Monza mit einem auf 6,9 Liter vergrößertem Motor aus dem H.6 mit 150 PS gebaut. Mit diesem Motor erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h, was aber nach Meinung von Fachleuten zu hoch für das Fahrgestell war. Der Franzose André Dubonnet nahm mit einer Spezialanfertigung, dem H6B, der einen Acht-Liter-Motor hatte, an mehreren Rennen teil. Dieses Fahrzeug hieß in Frankreich Boulogne, in England 45 HP und in Spanien T.43. Die Verkaufsbezeichnung war 46 CV. Die rund zwei Tonnen schwere Limousine erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Das Chassis wurde mit zwei verschieden Radständen, 3,39 und 3,68 Metern angeboten, ab 1928 nur noch die längere Ausführung. In Frankreich wurde der H6B bis 1934, in Spanien bis 1936 als T.54 gebaut. Mit dem Acht-Liter-Motor wurden ungefähr 260, mit dem 6,6-Liter-Motor 2150 Stück produziert.

Hispano Suiza HS 26

1939 übernahm man die französischen Ballot-Werke und baute in den Ballot RH3 eine Achtzylinder-Reihenmotor mit 4,6 Liter Hubraum ein. Dieses Fahrzeug galt als kleiner Hispano Suiza und wurde nur rund 200 mal gebaut.

Hispano Suiza Typ 68

Auf dem Pariser Automobilsalon 1931 wurde der Typ 68 mit einem 9,4 Liter 12-Zylinder-Motor vorgestellt. Mit diesem Motor beschleunigte der Wagen in 12 Sekunden von 0 auf 100km/h, obwohl er über zwei Tonnen wog. Ein Typ 68 kostete 14.000 Mark mehr als ein Rolls-Royce, trotzdem wurden 76 Stück verkauft. Einige Exemplare wurden auch mit einem 11,3-Liter-Motor ausgerüstet, den Hispano für die französische Staatsbahn entwickelt hatte. Mit dem 9,4 Liter-Motor wurde er in Frankreich als 54CV und in England als 54/220 verkauft.

Hispano Suiza T.60

In Spanien wurde 1932 ein Prototyp mit einem 3-Liter-Sechszylinder gebaut. Dieses Fahrzeug sollte von der amerikanischen Firma Hudson in Lizenz gebaut werden. Dieses Vorhaben wurde nicht verwirklicht. 1934 kam der T.60 als T.60RL mit einem 3,4 Liter-Motor und hydraulischen Bremsen auf den Markt. Er wurde bis 1943 gebaut.

Hispano Suiza K.6

Ungefähr gleichzeitig wurde in Bois-Colombes der K.6 mit einem 5,1-Liter Sechszylinder entwickelt. Von ihm wurden in vier Jahren 1070 Fahrzeuge gebaut. In Frankreich lief er unter der Bezeichnung 30CV und in England als 30/120. 1938 wurde in Bois-Colombes der letzte Hispano Suiza gebaut. 1946 wollte man ein Auto mit einem 3,6-Liter Ford-Motor und Frontantrieb bauen. Es blieb ein Versuch und Hispano konzentrierte sich auf den Bau von Flug- und Dieselmotoren.

Neuzeit

HS 21 C von Designer Mazel
  • 2000 Hispano-Suiza HS21

Auf dem Genfer Automobilsalon 2000 überraschte Hispano-Suiza mit dem Modell HS21 die Besucher: die Studie eines Supersportwagens mit einem BMW-Motor im Heck

  • 2001 Hispano-Suiza K8
  • 2002 wurde wieder ein Supersportwagen präsentiert, der HS21-GTS.
  • 2004 wurde, neben einem weiteren Prototypen, der umlackierte HS21 von 2000 nochmals in Genf gezeigt. Alle Prototypen wurden von dem spanischen Designer Mazel entworfen.

Flugzeuge

HA-1112-M1L Buchón C.4K-154 (Real Aeroplane Company)

1929 war der Start der Flugzeugproduktion mit dem Namen Hispano-Suiza de Guadalajara. In den 1950er Jahren wurde der Namen des spanischen Luftfahrtunternehmens in Hispano Aviación S.A. (HASA) geändert. 1972 wurde Hispano Aviación S.A. von Construcciones Aeronáuticas S.A. (CASA) übernommen und wurde mit anderen Herstellern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien Mitglied des in jenem Jahr gegründeten Airbus-Konsortiums.

  • 1930 Hispano-Suiza E-30, Kunstflugmaschine mit H.S. 9-Q-d.-Motor, 320 PS
  • 1934 Hispano Suiza HS-34, Schulflugzeug, Erstflug 1935. 1936 erwarb das spanische Militär fünf Maschinen mit De-Havilland-Reihenmotor, 130 PS
  • 1938 Hispano Aviación HA-132-L. Dieser Typ wurde in Sevilla bis Ende 1944 gefertigt.
  • 1945 Hispano Aviación HA-1109 und HA-1112 Buchón (dt.:Taube). Weiterbau der deutschen Me 109 (Bf-109) nach Ende des Krieges in Spanien mit dem Rolls-Royce-Merlin-Motor, der noch kurz zuvor in den Flugzeugen der alliierten Gegner eingebaut war. Rund 200 Exemplare wurden gebaut.
  • 1948 Hispano Aviación HA 1109 K. Die Messerschmitt Stiftung in Manching besitzt ein Muster dieses Typs. Bei diesem Flugzeug handelt es sich im Ursprung um die Ha 1109 K-1L, Werknummer 54, die 1948 gebaut wurde. Sie diente als Prototyp für die Fertigung der HA 1112 und als Testflugzeug. Nach der Ausmusterung überließ Hispano das Flugzeug der Stadt Sevilla, die sie als Attraktion auf einem Kinderspielplatz ausstellte. Vandalismus ließ sie jedoch schnell zu einer Gefahr für spielende Kinder werden, also ging das Flugzeug 1968 wieder zurück an Hispano. Danach wurde sie für den Film "Luftschlacht um England" aufgekauft und mit deutschen Markierungen versehen. Es wurden einige Bodenszenen gedreht, die jedoch dem Schneidetisch zum Opfer fielen. Für die Aufnahmen wurde sie als "bauchgelandet" auf einen spanischen Strand gelegt, wo sie nach den Dreharbeiten liegen blieb und erneut geplündert wurde.

Willy Messerschmitt erwarb die Maschine von der Filmgesellschaft, ließ sie am 26. April 1968 zerlegen, in Spanien restaurieren und einer Bf 109 E anpassen, deren Aussehen sie jedoch nie ganz erreichte. 1968 wurde sie von der deutschen Luftwaffe nach Deutschland transportiert, wo sie zunächst vor der Hauptverwaltung der MBB aufgestellt war. Anfang der 1990er Jahre stand sie in einer Halle des Flughafens Augsburg. 1994 kam sie zurück zu MBB. Man hatte durch den Betrieb der fliegenden Bf 109 G-6 genügend Ersatzteile, so dass man sich an den Umbau in eine G-2 machte. Sie erhielt einen nicht funktionsfähigen DB 605-Motor und zunächst einen sandfarbenen Anstrich, mit dem sie zwischen 1995 und 1997 in der Flugwerft Oberschleißheim ausgestellt war. 1997 erhielt sie dann einen vorbildgetreuen Tarnanstrich, jedoch ohne jegliche Kennzeichen. Seitdem ist sie auf wechselnden Ausstellungen zu sehen.

  • 1951 Hispano Aviación HA-1109 J-1L Die Zelle entsprach der Bf-109, jedoch mit Hispano-Suiza HS 12-Z17 1300 PS-Triebwerk.
  • 1955 Hispano Aviación HA-200 D Saeta, Jagdbomber, Trainer. Die spanischen Luftstreitkräfte setzten die Maschinen noch bis Anfang der 1980er Jahre ein. Gebaut wurden diese in Sevilla. Das EADS-Werk in Manching unterhält eine Maschine zusammen mit der Messerschmitt Stiftung. 2006 war diese Maschine auf der ILA in Berlin zu sehen. Die Messerschmitt Stiftung ist der Eigentümer und EADS der Betreiber.
  • 1964 Hispano Aviación HA 300, Jagdflugzeug. In den 1950er Jahren von einer Projektgruppe um Willy Messerschmitt in Spanien entwickelt, wurde das Projekt dann in Ägypten zu Ende gebracht. Der erste Prototyp flog 1964, danach wurde noch einer gebaut, das Projekt dann aber zugunsten der MiG 21 eingestellt.

Flugmotoren

Motor Typ 8A

Bekannte und in großen Stückzahlen gebauter Motoren:

  • 1917: Hispano-Suiza 8Aa bis 8Be, flüssigkeitsgekühlter V8-Kolbenmotor, Alu-Motorblock, 150 PS bei 2000 U/min;
    49.893 Einheiten dieses Typs gingen v.a. nach Frankreich, aber auch in die USA, nach Japan und Italien.
  • 1917: Hispano-Suiza 8F, wassergekühlter Achtzylinder-V-Motor, 300 PS bei 2100 U/min
  • 1919: Hispano-Suiza 8Fb die Weiterentwicklung des Hispano-Suiza 8A auf 300 PS Leistung wurde in die DH-4 eingebaut (siehe auch: Historische Flugzeuge der spanischen Luftwaffe)
  • 1924: Hispano-Suiza 12Ga, wassergekühlter Zwölfzylinder-V-Motor
  • 1924: Hispano-Suiza 12Gb, wassergekühlter Zwölfzylinder-W-Motor, 585 PS bei 2000 U/min
  • 1924: Hispano-Suiza 12Jb, wassergekühlter Zwölfzylinder-V-Motor
  • 1926: Hispano-Suiza 8Aa, flüssigkeitsgekühlter V8-Kolbenmotor mit integrierter Kanone
  • 1930: Hispano-Suiza 9Qd, Neunzylinder-Umlaufmotor, 310 PS bei 2100 U/min
  • 1932: Hispano-Suiza 12Xirs, wassergekühlter Zwölfzylinder-V-Motor, 650 PS bei 2600 U/min
  • 1932: Hispano-Suiza 12Ybrs, wassergekühlter Zwölfzylinder-V-Motor, 670 PS
  • 1935: Hispano-Suiza 12Ycrs, wassergekühlter Zwölfzylinder-V-Motor, 860 PS
  • 1940: Hispano-Suiza 12Y-51, Zwölfzylinder-Reihenmotor mit Szydlowski-Planiol-Turbolader, 1100 PS bei 2750 U/min
  • 1940: Hispano-Suiza 12Y-89ter, Zwölfzylinder-Reihenmotor, 1280 PS
  • 1945: Hispano-Suiza 12Z-17, Zwölfzylinder-Reihenmotor, 1300 PS bei 2650 U/min auf Bodenhöhe, 1500 PS bei 2700 U/min auf 6.400 m Flughöhe
  • 1946 bis 1955 wurden Rolls-Royce Triebwerke unter Lizenz gefertigt

Der Hispano-Suiza 12Y Motor fand in zahlreichen bekannten Jagdflugzeug-Designs aus der Zeit von 1932 bis 1941 Verwendung. Dazu zählen u.a. die Morane-Saulnier MS.406, die Dewoitine D.520, die jugoslawische Rogožarski IK-3 und die tschechische Avia B-534. In der Sowjetunion wurde der Hispano-Suiza 12Y durch Wladimir Klimow erfolgreich zum Klimow M-100 und später zum Klimow M-105 weiterentwickelt, welcher zum Standardmotor vieler bekannter sowjetischer Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg wurde (u.a. LaGG-3, Petljakow Pe-2, Jakowlew Jak-1, Jak-3, Jak-7, Jak-9).

Maschinenkanonen

In großen Stückzahlen im Werk Colombes an der Seine, Frankreich gebaute und bekannte Typen waren:

Anordnung des Kanonenlaufs in einem HS-Motor
(Die Zylinder wurden zur besseren Ansicht entfernt)

Die MS.406 ist ein französisches Jagdflugzeug, das 1938 von Morane-Saulnier entworfen wurde. Zahlenmäßig war es der wichtigste Jäger der französischen Luftwaffe zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und wie die Arsenal VG-33 (ein im Jahre 1939 in Frankreich konstruiertes Jagdflugzeug) ein Flugzeug, das vorwiegend mit Hispano-Suiza-Kanonen ausgerüstet wurde. Auch die gesamte Luftwaffe der RAF in England verwendete die Maschinenkanonen des Kalibers 20 mm für ihre Flugzeuge.

  • Hispano 408 20 mm

wurden in den Serienjägern der Baureihe HA-1109 verwendet.

Anordnung der Maschinenwaffe
Beispiel bei SPAD XIII.

Anmerkung zur Geschichte der Maschinenwaffe bei Hispano-Suiza:

Auf Vorschlag des französischen Spitzenpiloten Georges Guynemer wurde 1917 eine Variante der SPAD XIII in einigen Exemplaren gebaut. Guynemer war der Ansicht, dass für ein Jagdflugzeug die Feuerkraft von ein oder zwei Maschinengewehren nicht ausreichte. Er konnte die Entwickler überzeugen, zwischen den Zylinderblöcken des Hispano-Suiza-Motors eine 37-mm-Bordkanone (Patronengewehr) einzubauen, die durch die hohle Propellernabe feuerte. Zwar war die Kadenz dieser Kanone sehr niedrig, aber dafür richteten die Geschosse bei den getroffenen Flugzeugen verheerende Zerstörungen an. Diese Flugzeugversion wurde allerdings nur selten eingesetzt, da sie nicht gerade wendig war und die Kanone nach jedem Schuss von Hand nachgeladen werden musste.

Panzer

Hispano-Suiza war Generalunternehmer für den Schützenpanzer HS 30.

Quellenhinweis

  • Quelle E-Motoren: Eco-Vehículos Nº10; EcoAuto Nº1; Vehículos Alternativos Ecológicos Nº5 y 7 ; Hispano-Suiza/Pegaso, un siglo de camiones y autobuses.

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