Hoffmannstropfen


Hoffmannstropfen

Unter Hoffmannstropfen (1870: Hoffmannsgeist, benannt nach ihrem Erfinder Friedrich Hoffmann) oder Ätherweingeist (fachsprachlich Spiritus aethereus, seltener Spiritus aetheris genannt) wird ein zur medizinischen Verwendung bestimmtes Gemisch aus drei Teilen Ethanol und einem Teil Diethylether verstanden. [1]

Traditionell wird der Spiritus aethereus angewendet als Arzneimittel z. B. bei Schwächezuständen, Ohnmachten, Neuralgien, krampfhaften Affektionen und starkem Erbrechen in einer Dosierung von 20 bis 40 Tropfen, die oral in einem Glas Wasser oder auf einem Zuckerwürfel eingenommen werden. Nach modernen Untersuchungen haben die Hoffmannstropfen eine leicht gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung. Auch bei der Herstellung von Tinkturen und Essenzen finden sie Verwendung.

Die Hoffmannstropfen sind ein brennbares Gemisch. Deshalb muss sich auf jeder Flasche ein Flammensymbol befinden. [2]

Literatur

  • Kleij, T.: Zur Entwicklungs- und Herstellungsgeschichte der "Hoffmannstropfen" und ihrer Darstellung und Interpretation in den medizinischen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Dresden, 2003.
  • Mayer-Steineg, Th. / Sudhoff, K.: Illustrierte Geschichte der Medizin. München 2006.

Weblinks

  • Eine kritische Einschätzung der Wirkung der Hoffmannstropfen von Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin. 1843.

Einzelnachweise

  1. Werner Gerabek: Enzyklopädie Medizingeschichte. Berlin 2005, S.610. [1]
  2. Michaela Beer & Christine Hartmann: Freiverkäufliche Arzneimittel im Einzelhandel: Ihk-Sachkenntnisprufung sicher bestehen. 200 Fragen. Berlin & Heidelberg 2010, 200 Prüfungsfragen, S.124.[2]


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