Hubert Steiner

Hubert Steiner

Hubert Steiner (* 28. September 1957 in Klagenfurt) ist ein österreichischer Historiker.

Leben

1976 absolvierte Hubert Steiner die Matura am zweiten Bundesgymnasium in Klagenfurt. Von 1976 bis 1984 studierte er Geschichte, Alte Geschichte und Altertumskunde an der Karl-Franzens-Universität in Graz. In seiner Dissertation befasste er sich mit der Stadt Klagenfurt im Ersten Weltkrieg.

Seit 1987 ist Hubert Steiner am Österreichischen Staatsarchiv in Wien beschäftigt, wo er das Aktenmaterial des Bundesministeriums für Finanzen der Ersten und Zweiten Republik betreut. 1990 begann er in Folge der Affäre Waldheim gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Kucsera mit der elektronischen Erfassung eines Teilbestandes der nationalsozialistischen Vermögensverkehrsstelle, den Vermögensanmeldungen. Mehr als 50.000 Datensätze wurden in die Form des Findbehelfs Recht als Unrecht gebracht. Seine Tätigkeit verbindet ihn auf das Engste mit dem österreichischen Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus und der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für jüdische NS-Verfolgte. Von 1998 bis 2003 leistete er seinen Beitrag zur Arbeit der österreichischen Historikerkommission.

Über seine wissenschaftliche Arbeiten hielt Hubert Steiner Vorträge in Wien, Köln, Berlin, Warschau, Jerusalem, Chicago und New York zum Thema des Vermögensentzuges und der Restitution in Österreich. In Villach hielt er Vorträge über den Ersten Weltkrieg im Rahmen des Projektes Krieg ist daDa von ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater und war Gast der "villacherdialoge" von Bertram Karl Steiner.

Für seine Tätigkeiten erhielt Steiner 1999 die Friedrich – Torberg – Medaille der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, 2002 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und 2010 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Publikationen (Auswahl)

  • Klagenfurt im Ersten Weltkrieg. Phil. Diss. Graz 1983
  • Die österreichisch – griechischen Handelsverträge 1914–1925. In: SCRINIUM 48. Wien 1994
  • Österreich im Dienste des Friedens auf der Mittelmeerinsel Zypern. Der Beginn der Mission im Rahmen der Vereinten Nationen. In: Das Blatt im Meer. Zypern in Österreichischen Sammlungen. (Sonderdruck) 1997
  • „Recht als Unrecht“. Quellen zur wirtschaftlichen Entrechtung der Wiener Juden durch die NS-Vermögensverkehrsstelle (gemeinsam mit Christian Kucsera). Wien 1990–1993
  • Das Skartieren von Ministerialakten. In: Scrinium 44/45. Wien 1991
  • Die USIA-Betriebe. Ihre Gründung, Organisation und Rückgabe in die österreichische Hoheitsverwaltung. In: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs. Band 43. Wien 1993
  • Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1: Das Archivgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, Inventare 2. Wien 1996
  • The Files of the Nationalsocialistic Authority Dealing with Properties (Vermögensverkehrsstelle) within the Archive of Republic and the Records of Restitution. In The Unifying Aspects of Cultures. TRANS-Studien zur Veränderung der Welt. Wien 2004. ISBN 3-8258-7616-0
  • Die Erkenntnisse der österreichischen Historikerkommission zur nationalsozialistischen Judenpolitik unter besonderer Berücksichtigung der Quellen im Österreichischen Staatsarchiv/Archiv der Republik in „Historische Mitteilungen Band 20“ Köln 2007
  • Vermögensverkehrsstelle, Finanzlandesdirektion und Hilfsfonds. Zur Arbeitsweise der Behörden. In: Birgit Johler, Maria Fritsche (Hg.): 1938. Adresse: Servitengasse. Eine Nachbarschaft auf Spurensuche. Wien 2007. ISBN 978-385476-233-1

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