Häusler


Häusler

Als Häusler (auch Eigenkätner, Kathenleute, Büdner bzw. Bödner, Kolonisten, Brinksitzer, Häuselmann, Instleute oder Kleinstellenbesitzer) bezeichnete man früher Kleinstbauern mit eigenem Haus, aber nur wenig Grundbesitz. Das Wort kommt vom Mittelhochdeutschenhiuseler“.

Die aus dem Feudalismus stammende Bezeichnung „Häusler“ kennzeichnet die Besitzer kleinster Anwesen (Häuslerei). Es waren Dorfbewohner, die ein kleines Haus und dazu kein oder nur wenig eigenes Land besaßen sowie nur über wenig oder gar kein Vieh verfügten.

Häusler traten in größerer Zahl ab dem 16. Jahrhundert auf. Die dörfliche Gemarkung war zu dieser Zeit bereits weitgehend unter Hufnern und Gärtnern aufgeteilt. Für die Häusler blieben so oft nur Erwerbsmöglichkeiten als Kleinhandwerker, Dienstboten, Tagelöhner, Schulmeister oder Hirten übrig. Trotzdem bedeutete für sie der Hauserwerb einen sozialen Aufstieg innerhalb des Dorfes.

Aufgrund der schwachen sozialen Stellung wurden die Häusler in den meisten Gebieten überproportional mit Abgaben, insbesondere Steuern, des Landesherren belastet.

Häusler waren im 19. Jahrhundert eine Übergangsform zum Tagelöhner bei den jeweiligen Grundherren und waren auf diesen Nebenerwerb angewiesen, da der eigene landwirtschaftliche Besitz nicht zum Lebensunterhalt ausreichte. Dennoch galten sie als freie Arbeiter im Gegensatz zu den Leibeigenen, standen aber im Regelfall am Rande oder außerhalb der von den Hufnern geprägten Dorfgemeinschaft. Entsprechend wurden Brinksitzereien auch am Rande der Marken gegründet, waren mit kaum nennenswertem Landbesitz ausgestattet und ohne Markberechtigung. Sie standen auf derselben Stufe wie die Wördener und die Kirchhöfer.

Siehe auch

Literatur

  • Friedrich Johannes Haun: Bauer und Gutsherr in Kursachsen. Schilderung der ländlichen Wirtschaft und Verfassung im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Trübner, Strassburg 1892.

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Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Häusler — Häusler, auf dem Lande Besitzer eines Hauses, zu welchem kein Feld gehört, u. welcher daher keine eigentlichen Gemeinderechte hat …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Häusler — Häusler, Einwohner eines Dorfes, der nur ein Haus, aber kein Feld besitzt …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Häusler — (Käthner), der Bauer, dem bei der verpfründungsweisen Abtretung noch ein eigenes Wohngebäude und besonderer Gutstheil (Leibzuchtskathe) ein geräumt wird, wodurch er unter den Grundbesitzern noch eine selbständige Stellung beibehält …   Herders Conversations-Lexikon

  • Häusler — Häusler,der:⇨Kleinbauer …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Häusler — Sm per. Wortschatz arch. (17. Jh.) Stammwort. Tagelöhner und andere sozial schlechter Gestellte wurden auf dem Dorf so bezeichnet, weil sie lediglich ein kleines Häuschen besaßen, aber kein Land und wenig oder kein Vieh. deutsch s. Haus …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Häusler — Häus|ler 〈m. 3; früher〉 Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne bzw. mit so geringem Feldbesitz, dass er Lohnarbeit leisten muss * * * Häus|ler, der; s, (früher): 1. Dorfbewohner, der ein kleines Haus ohne Land besitzt. 2. Dorfbewohner …   Universal-Lexikon

  • Häusler — Haus: Das gemeingerm. Wort mhd., ahd. hūs, got. in gudhūs (»Gotteshaus«), engl. house, schwed. hus gehört zu der weit verästelten Wortgruppe der idg. Wurzel *‹s›keu »bedecken, umhüllen« (vgl. ↑ Scheune). Eng verwandt sind im germ. Sprachbereich …   Das Herkunftswörterbuch

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  • Häusler — Standesnamen zu mhd. hiuseler »Person, die zur Miete wohnt; Haushälter; Inhaber eines sehr kleinen Hofs« …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

  • Häusler — Häus|ler (Dorfbewohner, der ein kleines Haus ohne Land besitzt) …   Die deutsche Rechtschreibung