Höhlenmalerei


Höhlenmalerei
Höhlenmalerei aus Altamira, Alt-Magdalénien

Die Höhlenmalerei ist ein Genre der Felsbilder, die an Wänden von Höhlen oder Abris aufgebracht wurden. Höhlenmalereien werden als Art pariétal (franz.: zur Wand gehörige Kunst, von lat. paries = Wand) oder „Parietalkunst“ bezeichnet. Die europäischen Höhlenmalereien stammen aus dem Jungpaläolithikum, von anatomisch modernen Menschen (Cro-Magnon-Mensch).

Die weltweit ältesten Höhlenmalereien in der Chauvet-Höhle (Département Ardèche) stammen aus dem jüngeren Aurignacien (um 32.000 BP). Etwas jünger sind die Petroglyphen aus der Grotte von Pair-non-Pair (Département Gironde), deren Schichtenzusammenhang auf etwa 30.000 BP datiert wurde. Den Höhepunkt der Verbreitung erlebte die Höhlenmalerei im Gravettien, Solutréen und Magdalénien in Mittel- und Südfrankreich sowie Nordspanien, was daher auch als Frankokantabrische Höhlenkunst bezeichnet wird. In einigen Teilen der Erde (zum Beispiel Südafrika, Australien) ist die Ausmalung von Höhlen bis in die Gegenwart belegt (→ siehe Fundortliste).

Inhaltsverzeichnis

Altersbestimmung

Die Höhlenmalerei kann auf verschiedene Weisen datiert werden:

  • Die direkte Datierung versucht unter anderem mit Hilfe von Farbpigmenten wie Holzkohle ein absolutes Datum zu benennen. Relativ präzise kann das Alter von Höhlenmalereien durch eine Variante der Radiokohlenstoffdatierung (AMS-Datierung) ermittelt werden, wofür nur wenige Milligramm Holzkohlen oder organischen Farbauftrags gebraucht werden. Andere Wege eine Malerei relativ zu datieren wäre die Stilanalyse (siehe Kunststile von André Leroi-Gourhan), Überlagerungen von Linien oder die topographische Lage der Wandmalerei.
  • Die indirekte Datierung befasst sich mit den archäologischen Horizonten und den ergrabenen Funden, die jedoch nur eine sehr ungenaue Datierung erlauben, da diese nicht unbedingt in einem engen Zusammenhang zur Höhlenmalerei stehen müssen.

Bei allen diesen Datierungsmethoden muss jedoch mit einer gewissen Abweichung/Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, sodass eine Bilderhöhle nie komplett datiert werden kann.

Deutung

Die Deutung von Höhlenmalereien als Kunst in einem dem heutigen Kunstbegriff nahen Sinne ist umstritten. Steven Mithen verweist darauf, dass einige der heutigen Naturvölker Felsmalerei betreiben, ohne ein Wort für „Kunst“ in ihrem Wortschatz zu besitzen.[1]. In der Forschung haben sich verschiedene Deutungsansätze entwickelt (hier nur in einer Auswahl vorgestellt):

  • Höhlenmalereien in Heiligtümern:

„Die Menschen haben damals aufgrund ihres Glaubens in Höhlen gemalt und graviert. Höchstwahrscheinlich glaubten sie einfach, dass die unterirdische Welt eine übernatürliche Welt ist. In den Grotten glaubten sie Geistern, Göttern, ihre Vorfahren, Verstorbenen zu begegnen. Die Bilder sollten als Mittler zwischen der hiesigen und der jenseitigen Welt dienen.“ (Jean Clottes) [2] Weitere Aspekte sind die Unterteilung der Tierarten in verschiedene Klassen, Anbringung der Malereien teilweise in schwer zugänglichen Höhlen, sowie Opferungen/Weihungen von Gegenständen (in Lascaux verzierte Spitzen im Schacht)

„In allen Kulturen gibt es Spezialisten für das Spirituelle, Vermittler zwischen der diesseitigen und der übernatürlichen Welt. Ich und andere Kollegen glauben, dass die prähistorische Kunst Teil einer schamanistischen Religion ist. Schamanen treten in direkten Kontakt mit den Kräften der übernatürlichen Welt. Bestimmte Geister erscheinen dem Schamanen. Wenn er sich in Trance in die andere Welt begibt, hat er Visionen, die eine sehr große Rolle bei der Bildauswahl spielen.“ (Jean Clottes)[2] Weitere Aspekte: alle drei Phasen der Trance[2] lassen sich in den Darstellungen finden, Miteinbezug der Wandformation beim Zeichnen (z.B. Wisentdecke in Altamira), vermutlich waren die Höhlen auch der Ort für Riten (Initiationsriten, Jagdmagie)

  • Künstlerischer/symbolischer Ausdruck eiszeitlicher Menschen:

Die Höhlenkunst kann ebenfalls als natürliche Reaktion auf die Umwelt gedeutet werden. Die eiszeitlichen Menschen könnten das Erlebte, ihre Träume und Wünsche in den Bildern verarbeitet haben. Die Malereien dienten vermutlich auch als Symbolsprache, in denen die gejagten Tiere, Jagdtechniken oder Wanderrouten von Tieren aus praktischen Gründen festgehalten wurden. Eine andere Deutung wäre die der Verewigung im Sinne der heutigen Graffiti oder auch als Beleg, dass man sich in dieser Höhle befunden hat.

All diese Deutungen sind rein spekulativ und miteinander kombinierbar, daher kann eine endgültige Deutung nicht vorgelegt werden.

Paläolithische Kunststile nach Leroi-Gourhan

Einen ethnologischen bzw. kunsthistorischen Ansatz verfolgte André Leroi-Gourhan (1911–1986) mit der Unterteilung in paläolithische Kunststile I-IV (vom Aurignacien bis zum Magdalénien).[3][4][5] Wechsel im Malstil fallen nicht mit dem Wechsel der archäologischen Kulturen zusammen. Geographisch bezog sich Leroi-Gourhan auf folgende Regionen, die zugleich das Hauptverbreitungsgebiet darstellen: Asturien, Kantabrien, das französische und spanische Baskenland, die Pyrenäen, das rechte Rhôneufer und die Beckenlandschaften der Loire und der Garonne. Eine besondere Stellung nimmt die franko-kantabrische Region ein, die mit ihren noch heute erhaltenen Bilderhöhlen den größten Teil der prähistorischen Kunst stellt. Die Kunst aus Italien und Russland, besonders hier im Ural, wurden von ihm als isolierte Kunstformen angesehen, stellten jedoch um 20.000 v. Chr. eine Einheit mit Mittel- und Westeuropa dar.

Neben der Höhlenmalerei liegt der Stilunterteilung auch die erhaltene jungpaläolithische Kleinkunst zugrunde.

Stil I

Diese Phase[6] ist durch wenige Ritzzeichnungen aus dem Périgord charakterisiert. Dargestellt wurden Tiere wie das Pferd oder das Mammut, die jedoch meist nur durch Rückenlinien oder durch Kopfdarstellungen angedeutet werden. Umrahmt werden diese meist von Strichen oder Punkten. Teilweise lassen sich auch vulvenartige Figuren erkennen. Eine genaue Datierung kann nicht getroffen werden, jedoch gehören die wenigen Exemplare wie die eingravierten Vulven aus La Ferrassie oder die Darstellungen eines „Pflanzenfressers“ aus Belcayre (beide Fundstellen in der Dordogne ) in die Kulturstufe des Châtelperronien und des Aurignacien.

Stil II

Der zweite Stil[7] beginnt während dem Gravettien bzw. Périgordien und erstreckt sich bis zum Solutréen, wobei sich die beiden Phasen II und III kaum voneinander unterscheiden. Leroi-Gourhan nimmt an, dass in dieser Zeit die ersten Heiligtümer mit Malereien und Gravierungen entstanden sind. Meist sind die Darstellungen noch auf Platten, in den Eingangszonen oder an den Abriwänden. Laut Leroi-Gourhan werden diese noch selten in den „Dunkelzonen“ der Höhlen wie in Gargas angebracht, was dann in der folgenden Phase immer häufiger vorkommen wird. Abhängig von der Periode I entwickelt sich nun ein festes Darstellungsschema: die geschweifte Hals-Rückenlinie. Meist sind die abgebildeten Tiere wie Pferd, Bison und Mammut mit einem übermäßig gekrümmten Vorderteil versehen. Ein bekanntes Beispiel wäre die Höhle Pair-non-Pair, die zahlreiche Gravierungen von Pferden und Mammuts enthält. Auch bei den weiblichen Statuetten lässt sich in dem Gebiet von Spanien bis Russland eine einheitliche Ausführung erkennen. Die Figuren sind alle stilisiert: das Gesicht und die Arme werden nur angedeutet; die Füße fehlen zum Teil ganz. Besonders detailreich sind Hüften, Bauch, Brüste und Rumpf, die bei allen erhaltenen Figuren ob als Plastik wie bei der "Venus von Dolní Věstonice" oder als Relief wie in die Venus von Laussel betont werden. Zudem werden auch die ersten Handabdrücke gefertigt, wie z.B. in Gargas oder in Labatut.

Stil III

Diese Phase[8] stellt laut dem Wissenschaftler den Höhepunkt der technischen "Kunstfertigkeiten" dar. Die Linien sind feiner ausgeführt worden und man versuchte die Bewegtheit der Tiere darzustellen. Besonders betont wurden die sehr kurzen Beine und der Körper, die im Verhältnis zum Kopf zu groß erscheinen. Auch ist die markante Rückenlinie, die im Stil II konsequent bei jeder Tierart eingehalten wurde, nun abgeschwächt und individuell umgesetzt worden. Die Geweihe und Hörner sind zu ca. 75 % in der „halbverdrehten“ Perspektive wiedergegeben. Zu den häufigsten Abbildungen zählen der Bison und das Pferd, die meist in Kombination auftreten. Begleitet werden sie von weiteren „Nebentieren“: in Lascaux von einem Hirsch und in Pech Merle von einem Mammut. Die Zeichen, die immer bei den Tiergruppen erscheinen, sind meist tektiform wie in La Mouthe oder in Lascaux (hier sind auch die schachbrettförmigen Zeichen zu nennen, die mit verschiedenen Farben ausgemalt wurden). In dieser Phase stehen auch die Menschenabbildungen immer in einem engen Bezug zu den abgebildeten Tieren und anderen Zeichen. Die Schachtszene in Lascaux, mit dem verwundeten Bison und der menschlichen Gestalt ist ein Beispiel für diese Tradition. Weitergeführt werden auch die Handnegative und –positive, wie in Pech Merle, El Castillo und Rocamdour. Datiert wird die Stilphase aufgrund der beiden Fundstellen Roc-de Sers und Bourdeilles in das Solutréen und das frühe Magdalénien. Leroi-Gourhan unterteil diese Phase in vier regionale Gruppen, die sich in einigen Elementen der Darstellungsweisen unterscheiden: im Périgord, im Lot, in Kantabrien und im Ardèche-Tal.

Stil IV

Der vierte Stil[9] stellt den größten Teil der erhaltenen Kunstwerke da (ca. 78 %), wobei die mobilen Gegenstände diese Phase besonders prägen und eine Unterteilung in eine frühe und späte Phase erlauben. Leroi-Gourhan datiert den frühen Stil in das mittlere Magdalénien III und IV, die spätere Phase in das Magdalénien V und VI, doch erwähnt er in seiner Monographie, dass es ebenfalls Abweichungen dieser Unterteilung gibt wie in der Drei-Brüder-Höhle oder in Les Combarelles. Die Umrisslinien zeigen das abgebildete Tier nun in einer sehr realistischen Weise, sodass die Haltung und Bewegung des Tieres deutlich hervorgehoben wird. Hörner und Geweihe werden in ihrem natürlichen Aussehen wiedergegeben. Pferdedarstellungen besitzen eine sehr geschwungene Bauchpartie und zwei Linien auf den Schultern. Bisons, meist mit einem behaarten Kopf, weisen ein „Dreieck“ an den Lenden auf. Diese Details lassen sich auf einem Gebiet von Arcy-sur-Cure bis nach Kantabrien antreffen. Begleitet werden diese Tiere von verschiedenen Zeichen, die Leroi-Gourhan den zwei Unterphasen zuweist, aber auch betont, dass es regionale Unterschiede gibt. Zunächst entwickeln sich aus den rechteckigen Zeichen (meist mit weiblichen Symbolen) „echte“ tektiforme Zeichen. Zur selben Zeit treten die Wundzeichen auf wie in Niaux, doch entwickeln sich aus diesen ovale Symbole zum Beispiel in der Drei-Brüder-Höhle.

Maltechniken

Die Menschen der ausgehenden Altsteinzeit konnten „schon perspektivisch zeichnen, kannten verschiedene Maltechniken und vermochten das Verhalten von Tieren naturgetreu wiederzugeben“.[10]

Als Anstrichmittel wurden Eisenoxide für rote und Manganoxide oder Holzkohle für schwarze Farben verwendet. Durch unterschiedlich erhitzten Ocker konnte die Farbpalette vergrößert werden, doch wird im Allgemeinen angenommen, dass auch diverse Gesteine, Erze und Feldspat sowie Blut, Kalkstein, Pflanzenharz, Milch und Pflanzensäfte zur Farbherstellung benutzt wurden. Das aus diesen Rohstoffen gewonnene Material, vermutlich in Puderform, wurde mit Wasser, Speichel oder Fetten vermischt und anschließend mit verschiedenen Techniken auf die Wandfläche aufgetragen. Neben Pinseln aus angekauten Zweigen, Stempel und den eigenen Fingern, wurde die Farbe mit Hilfe des Mundes oder eines Röhrchens auf die Fläche gesprüht. Bei diesem Vorgang wurden teilweise Schablonen oder auch die Hände so eingesetzt, dass „saubere Kanten“ beim Auftragen entstanden sind. In der Chauvet-Höhle wurde die Verwischtechnik angewandt. Flachreliefs entstanden durch das Abmeißeln der umliegenden Fläche. Die Höhlenmaler bezogen teilweise die dreidimensionale Wirkung von Rissen und Vorsprüngen des Felsuntergrunds in das Bild mit ein (z. B. in Font-de-Gaume, Altamira). Auffallend häufig treten Überschneidungen auf, die in der Forschung verschieden ausgelegt werden.
Zu den weiteren Hilfsmitteln zählen Steinlampen, die u.a. mit Tierfett und einem Wacholderzweigdocht Licht in die dunkle Höhle brachten, und Feuersteingeräte wie Kratzer, Sticheln oder auch Klingen, mit denen die Gravierungen ausgeführt wurden. In Lascaux haben sich Spuren von Gerüsten und Seilen erhalten, doch könnten auch weitere Personen dem Maler geholfen haben die höher gelegenen Stellen zu bemalen.

Elektronenrastermikroskopie und Mikrosondentechnik dienen zur Analyse der chemischen Bestandteile von Farbaufträgen.

Handnegative

Meist wird die Hand als Schablone auf die Wand gelegt und mit der (oben beschriebenen) Versprühtechnik wird Farbe aus Holzkohle, Rötel oder Ocker (mit Wasser angerührt) auf die Wand gesprüht.

Alle mittels der Radiokohlenstoffdatierung eindeutig datierten Handnegative stammen aus dem Gravettien. Nur die Handnegative aus der Chauvet-Höhle sind möglicherweise in die vorangehende Epoche des Aurignacien zu datieren. Die bekanntesten Fundstellen sind die Chauvet-Höhle, die Höhlen von Pech Merle, die Grotte Cosquer und die Höhle von Gargas (alle Aquitanien).[11] Die Handnegative weisen oft verstümmelte Fingerglieder auf. Die Tatsache, dass in der polnischen Oblazowa-Höhle (Westkarpaten) mehrere isolierte Fingerglieder in Gravettien-Schichten gefunden wurden, wird als Beleg der bewussten Verstümmelung von Händen in dieser Höhle gedeutet.[12]

Die Handnegative der Cueva de las Manos in Argentinien sind wesentlich jünger als ihre europäischen Pendants (7.000 bis 1.000 v. Chr.).

Liste der Fundorte mit Höhlenmalerei

Fundorte in Europa

Frankreich

Von den zahlreichen Bilderhöhlen in Frankreich (ca. 150) und Nordspanien (ca. 125) werden hier nur die wichtigsten genannt. Eine ausführliche Darstellung siehe unter Frankokantabrische Höhlenkunst.

Stil I

  • Abri Cellier bzw. La Ruth (Dordogne)- gravierte Platten (im untersten Aurigancien-Horizont)
  • Abri Castanet (Dordogne)- gravierte Platten (Aurignacien I und II)
  • Abri de Belcayre (Dordogne)- eine gravierte Platte
  • La Ferrassie (Dordogne)- gravierte Platten aus dem Aurignacien IV

Stil II

  • Laussel (Dordogne)- vier Reliefs weiblicher Figuren und einer männlichen Figur, ein steinerner Phallus und die Plastik einer ithyphallischen Person
  • Pair-non-Pair (Gironde) - mehrere Felsgravierungen
  • La Grèze (Dordogne) - Gravierungen und eine jüngere Bisondarstellung
  • La Mouthe (Dordogne) - vier Rinder und ein Pferd (Gravierungen)
  • Gorge d'Enfer (Dordogne)- Gravierungen schlecht erhalten, Fisch in Hochrelief (1,05 m)
  • Höhle von Gargas (Hautes-Pyrénées - Handnegative) gravierte Steinplatten, Ausgestaltung der Zonen "Mäander" und ein Teil des "Divertikels", gravierte Zeichen und die "Muschel"; Datierung etwa 25.000 BP (Entdeckung von Höhlengemälden 1902)
  • Cussac, Dordogne – etwa 28.000 Jahre alt (Entdeckung 2000)

Stil III

  • Le Roc-de-Sers (Charent)
  • Bourdeilles bze. Fourneau du Diable (Dordogne)
  • Höhle von Lascaux (Dordogne) - Alter zwischen 17.000 und 10.000 Jahre, Entdeckung 1940
  • Le Gabillou (Dordogne)
  • Villars (Dordogne)
  • La Mouthe (Dordogne)
  • Saint-Cirq (Dordogne)
  • Pech Merle (Lot)– etwa 20.000 Jahre alt (Entdeckung 1922)
  • Cougnac (Lot)
  • Le Portel (Ariège)
  • Höhle von Isturitz (Basses-Pyrénées)

Stil IV

weitere Fundstellen:

  • La Marche
  • Chauvet-Höhle bei Vallon-Pont-d’Arc an der Ardèche – über 400 Einzelbilder, Datierung der älteren Gruppe zwischen 33.000–30.000 BP, derjüngeren Gruppe 27.000–22.000 BP (Entdeckung 1994 durch Jean-Marie Chauvet)
  • Henry-Cosquer-Höhle bei Marseille – Datierung ca. 27.000 BP; der Eingang liegt 37 Meter unter dem Meeresspiegel; Zeichnungen von Seehunden, Fischen und großen Meeresvögeln (Entdeckung 1985 durch Henry Cosquer)


Italien


Iberische Halbinsel, vor allem Nordspanien

Vgl. dazu Frankokantabrische Höhlenkunst.


Stil II

  • Los Hornos (Santander)

Stil III

  • Las Chimeneas (Santander)
  • Höhle von Altamira (Santander) – über 150 Wandbilder, die zwischen 14.000 und 16.000 Jahre alt sind; (Entdeckung 1868)
  • La Pasiega (Santander)
  • El Castillo Covalanas (Santander)
  • Covolanas (Santander)
  • La Haza (Santander)

Stil IV


Russland

Fundorte in Afrika

Teil der Höhlenmalereien in Laas Geel

Die Felskunst der Sahara gehört nicht mehr zur Eiszeitkunst, da sie ausschließlich im Holozän entstand, weist jedoch einige formale Parallelen vor allem zur spätneolithischen und mesolithischen Kunst Ostspaniens und Italiens auf und ist in ihrer späteren Phase neolithisch. Auch die Felskunst im übrigen Afrika, die wie die der Sahara fast nie Höhlenkunst ist, ist lediglich der Kulturstufe nach paläolithisch, jedoch ebenfalls nach der Eiszeit entstanden.

Ägypten

Algerien

Libyen

Namibia

Andere Staaten

Fundorte in Amerika

Mexiko

  • Sierra de San Francisco
  • Sierra de Guadalupe nahe Mulegé

Brasilien

  • Nationalpark Serra da Capivara

Argentinien

Fundorte in Asien, Australien und Ozeanien

Ile Kére Kére, Osttimor

Museen

  • Thoth, Departement Dordogne, Frankreich
  • Ariège, Frankreich
  • Oviedo, Spanien
  • Deutsches Museum, München – Nachbildung der Höhle von Altamira

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. The prehistory of the mind: A search for the origins of art, religion, and science. London 1996, ISBN 0-500-05081-3.
  2. a b c http://terra-x.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,7299237,00.html
  3. André Leroi-Gourhan: Treasures of Prehistoric Art. Abrams, New York 1967.
  4. André Leroi-Gourhan: Le Symbolisme des Grandes Signes dans l’art Parietal Paléolithiques. In: Bulletin de la Société Préhistorique Française. 55 (3), 1958, S. 307–321.
  5. Leroi-Gourhan 1971, S. 245ff.
  6. Leroi-Gourhan 1971, S. 248
  7. Leroi-Gourhan 1971, S. 248-250
  8. Leroi-Gourhan 1971, S. 250-253
  9. Leroi-Gourhan 1971, S. 382
  10. Jean Clottes: Kunst im Morgenlicht der Menschheit. In: Reinhard Breuer u.a.: Moderne Archäologie. (Spektrum der Wissenschaft Spezial, Jg. 12, H. 2). Spektrum der Wissenschaft VG, Heidelberg 2003, S. 6–9
  11. Émile Cartailhac, Henri Breuil: Gargas, Cne D’Aventignan (Hautes-Pyrénées). L’Anthropologie XXI, 1910, S. 129-150
  12. Pawel Valde-Nowak: Obłazowa Cave: New light on Gargas-Hands? Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. Proceedings of the 45th Annual Congress, Santander, 2003

Literatur

  • André Leroi-Gourhan: Prähistorische Kunst. Breisgau. 1971.
  • Ansel Adams: The Camera. Little, Brown and Company, Boston 1980.
  • Norbert Aujoulat: Lascaux: Movement, Space, and Time [Trans. Martin Street]. Abrams, New York 2005.
  • Emmanuel Anati: Art of Beginnings. In: Diogenes. No. 185, Vol. 47/1, 1999.
  • Emmanuel Anati: Höhlenmalerei.. Albatross, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96060-6.
  • Paul G. Bahn: Prehistoric Art. Cambridge University Press, Cambridge 1998.
  • Paul G. Bahn und Jean Vertut: Journey Through the Ice Age. University of California Press, Berkeley 1997.
  • Paul G. Bahn: Pyrenean Prehistory: A Palaeoeconomic Survey of the French Sites. Aris & Phillips, Warminster 1985.
  • Ditte Bandini-König: Die Felsbildstation Hodar. Materialien zur Archäologie der Nordgebiete Pakistans, Band 3. Hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philipp von Zabern, Mainz 1999, mit Beiträgen von G. Fussman, H. Hauptmann, O. von Hinüber, Th. O. Höllmann, R. Schmelzer und H. Völk. ISBN 3-8053-2560-6
  • Geoffrey Batchen: ::Burning with Desire: The Conception of Photography. MIT Press, Cambridge 1997.
  • Count Henri Bégouën: The Magic Origin of Prehistoric Art. In Antiquity. 1929.
  • John Berger: Secrets of the Stone. In: Guardian. 16. November 1996.
  • Gerhard Bosinski: Die Gravierungen des Magdalénien-Fundplatzes Andernach-Martinsberg. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. 41, 1994, S. 19–58.
  • Gerhard Bosinski: Die Ausgrabungen in Gönnersdorf 1968–1976 und die Siedlungsbefunde der Grabung 1968. Der Magdalénien-Fundplatz Gönnersdorf. Volume 3. Steiner, Wiesbaden 1978.
  • Gerhard Bosinski und Gisela Fischer: Mammut- und Pferdedarstellungen von Gönnersdorf. Der Magdalénien-Fundplatz Gönnersdorf. Volume 5. Steiner, Wiesbaden 1980.
  • Jean Clottes: Kunst im Morgenlicht der Menschheit. In: Reinhard Breuer u.a.: Moderne Archäologie. (Spektrum der Wissenschaft Spezial, Jg. 12, H. 2). Spektrum der Wissenschaft VG, Heidelberg 2003, S. 6–9.
  • Michel Lorblanchet, Gerhard Bosinski: Höhlenmalerei. Ein Handbuch. Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-9025-0.
  • Martin Meister: Höhlenkunst. In: Geo. 22. Jg., Juni 1997.
  • Wolfgang Schürle und Nicholas J. Conard (Hrsg.): Zwei Weltalter. Eiszeitkunst und die Bildwelt Willi Baumeisters. Ostfildern-Ruit 2005.
  • Rolf Schulte: Farbe und Maltechnik. In: Gerhard Rietschel u.a.: Lascaux. Höhle der Eiszeit. Zabern, Mainz 1982, ISBN 3-8053-0593-1, S. 60–63. (Ausstellungskatalog des Roemer- und Pelizaeus-Museums)
  • Toni Hildebrandt: Bild, Geste und Hand. Leroi-Gourhans paläontologische Bildtheorie, IMAGE 14 (September 2011)."Bild, Geste und Hand. Leroi-Gourhans paläontologische Bildtheorie

Weblinks

 Commons: Höhlenmalerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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