Hüttensand


Hüttensand

Der Hütten- oder Schlackensand entsteht durch Granulation von flüssiger Hochofenschlacke mit Wasser und/oder Luft. Er ist ein feinkörniges (< 5 mm), glasiges Nebenprodukt der Roheisenherstellung im Hochofen. 2005 wurden in Deutschland ca. 5,7 Mio. t Hüttensand hergestellt.

Hüttensand besteht aus ca. 30–45 % CaO, 30–45 % SiO2, 5–15 % Al2O3, 4–17 % MgO, 0,5–1 % S und Spuren anderer Elemente. Die Zusammensetzung variiert in Abhängigkeit von den Einsatzstoffen des Hochofens (Möller). Seine Reindichte beträgt etwa 2,9 g/cm³. Hüttensandkörner können sehr dicht, aber auch sehr porös sein. Im Vergleich zu mineralischen Stoffen sind sie häufig relativ schwer mahlbar.

Aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften wird gemahlener Hüttensand seit über 100 Jahren überwiegend in der Zementindustrie als Hauptbestandteil von sogenannten Portlandhütten- und Hochofenzementen (CEM II/S und CEM III nach EN 197) verwendet. Diese Zemente weisen einige besondere Eigenschaften auf. Betone mit diesen Zementen sind z. B. besonders resistent gegen den Angriff von Chemikalien und Streusalz sowie gegen die Alkali-Kieselsäure-Reaktion. Außerdem verläuft die Hydratation des Zementes bei gleicher Feinheit meist langsamer als bei normalen Portlandzementen. Das führt dazu, dass die freigesetzte Hydratationswärme niedriger ist, was insbesondere bei massigen Betonbauten wie z. B. Brückenpfeilern, Talsperren, Großfundamenten, Schleusen etc. vorteilhaft ist, da einer Rissbildung durch Zwangsspannungen in Folge der Wärmedehnung vorgebeugt wird. Optisch fallen Betone mit hüttensandhaltigen Zementen durch ihre hellgraue, fast weiße Färbung auf. Die Herstellung hüttensandhaltiger Zemente benötigt wesentlich weniger Primärenergie und verursacht wesentlich weniger CO2-Emissionen (Treibhauseffekt) als die Herstellung von Portlandzement.

Siehe auch


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  • Hüttensand — Hüttensand,   aus schmelzflüssiger Hochofenschlacke durch rasches Abkühlen mit Wasser oder Luftstrahl unter gleichzeitigem Granulieren gewonnenes, CaO reiches und Al2O3 reiches Material, das zur Herstellung von Hüttensteinen, Hüttenzement u. a.… …   Universal-Lexikon

  • Hüttensand — wird aus der beim Erschmelzen des Eisens im Hochofen anfallenden feuerflüssigen Schlacke durch schnelles Abkühlen mit Wasser gewonnen (Granulation). In fein vermahlenem Zustand ist Hüttensand ein latent hydraulischer Hauptbestandteil von… …   Erläuterung wichtiger Begriffe des Bauwesens

  • Portlandzement — Silhouette des Zementwerks Dyckerhoff in Neubeckum/Westf. mit Vorwärmerturm (Mitte), Silos und Förderbandbrücken. Ortseinfahrt von Höver mit …   Deutsch Wikipedia

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  • Silikattechnologie — Die Silikattechnologie basiert auf Silizium als Element und erschließt sich durch die Umsetzung von anorganischen oder anorganisch organisch modifizierten Silikaten. Die wichtigsten Vertreter auf der Rohstoffseite sind Wasserglas, Hüttensand… …   Deutsch Wikipedia

  • Hochofenzement — ist eine Sorte des Portlandzements, der 30 bis 95 % Hüttensand enthält. Zement mit weniger als 30 % Schlacke wird als Portlandhüttenzement bezeichnet. Varianten Hochofenzement hat nach der europäischen Norm EN 197 die Kurzbezeichnung… …   Deutsch Wikipedia