IAR-80


IAR-80
IAR-80
IAR-80
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Rumänien
Hersteller: IAR
Erstflug: April 1939
Indienststellung: 1940
Produktionszeit: 1940–1943
Stückzahl: 436

Die IAR-80 war ein rumänisches einmotoriges Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg. Es existierte auch eine Ausführung als Sturzkampfbombenflugzeug mit der Bezeichnung IAR-81.

Geschichte

Der Konstrukteur Ion Grosu orientierte sich bei der Entwicklung am polnischen Jäger PZL P.24, der in Rumänien in Lizenz gebaut wurde. Von diesem übernahm er die Heckpartie und die Triebwerksaufhängung. Ein auffälliges Merkmal war die Verwendung eines nicht sehr zeitgemässen Hecksporns, der auch bei den späteren Serien beibehalten wurde. Die Tragflächen waren in Tiefdeckerkonfiguration freitragende am Rumpf befestigt. Das Fahrwerk war einziehbar und besaß eine große Spurbreite. Als Antrieb diente ein Sternmotor K.14-III.

Im April 1939 ging die IAR-80 mit dem Piloten Dumitru Popescu in die Erprobung, die Produktion begann im Frühjahr 1940. Die Serienexemplare erhielten gegenüber dem Prototyp eine freitragende Höhenflosse, eine nach hinten verschiebbare Cockpithaube sowie ein leistungsstärkeres K.14-1000A-Triebwerk. Es entstanden mehrere Versionen, die sich voneinander hauptsächlich durch die unterschiedliche Bewaffnung unterschieden. Der Sturzkampfbomber IAR-81 besaß vier Aufhängungen für 50-kg-Bomben unter den Tragflächen sowie eine unter dem Rumpf für eine 250-kg-Bombe und war insgesamt verstärkt worden. Insgesamt wurden bis 1943 436 Stück gebaut.

Zum Einsatz gelangte die IAR-80/81 beim Krieg gegen die Sowjetunion. 1942 waren vier in der Ukraine kämpfende Eskadrile (Staffeln) mit dem Typ ausgerüstet. Ab 1943 wurden sämtliche Flugzeuge von der Front abgezogen und zum Schutz der rumänischen Ploiești-Ölfelder vor alliierten Luftangriffen eingesetzt. Hier kam es am 10. Juni 1944 zu ihrem erfolgreichsten und bekanntesten Einsatz, als 46 P-38 Lightning II der 82nd Fighter Group, eskortiert von weiteren 48 P-38 der First Fighter Group, die Ploiești-Ölfelder angriffen und von 56 IAR-80/81 abgefangen wurden. Bei fünf rumänischen Verlusten wurden 23 der amerikanischen Flugzeuge abgeschossen. Nach dem Krieg übernahm die neue sozialistische Regierung die noch vorhandenen IAR-80 und 81. Diese erhielten ein zweites Cockpit und Doppelsteuerung und wurden bis Anfang der 1950er-Jahre zur Pilotenschulung verwendet.

Varianten

Bezeichnung Merkmale
IAR-80    Erstes Serienlos, ausgerüstet mit vier 7,92-mm-MG Browning FN in den Tragflächen.
IAR-80A    Ausführung mit sechs Browning-MG 7,92 mm in den Tragflächen. Es wurden 90 Stück gebaut
IAR-80B    Variante mit vier 7,92-mm- und zwei 13,2-mm-Browning-MG; in 30 Exemplaren produziert.
IAR-81    Erste Serienausführung als Sturzkampfbomber mit sechs 7,92-mm-Browning-MG in den Tragflächen, einer Rumpfaussenaufhängung für eine 250-kg-Bombe sowie vier Unterflügelstationen für je eine 50-kg-Bombe. Hergestellt wurden 50 Stück.
IAR-81A    Version mit vier 7,92-mm- und zwei 13,2-mm-MG sowie den Außenaufhängungen wie bei der IAR-81.
IAR-81B    Stärker bewaffnete Ausführung mit vier 7,92-mm-MG sowie zwei 20-mm-Kanonen Ikaria oder Oerlikon. Zur Vergrößerung der Reichweite konnten unter den Tragflächen zwei abwerfbare Kraftstoffbehälter mitgeführt werden. Produziert wurden 50 Flugzeuge.
IAR-81C    Sturzkampfvariante mit vier 7,92-mm-MG, zwei 20-mm-Kanonen Mauser und Bombenlast wie bei der IAR-80, etwa 137 Stück gebaut.
IAR-80DC    Nach Kriegsende umgerüstete IAR-80/81 mit zweiter Kabine und Doppelsteuerung.

Technische Daten

IAR-80
Kenngröße Daten
Konstrukteur(e)    Ion Grossu
Hersteller    Industria Aeronautică Română
Baujahr(e)    1940-43
Länge    8,90 m
Flügelspannweite    10,50 m
Höhe    3,60 m
Flügelfläche    15,97 m²
Antrieb    ein luftgekühlter 14-Zylinder-Doppelsternmotor
IAR K.14-1000A
Leistung    764 kW / 1025 PS
Höchstgeschwindigkeit    550 km/h in 3970 m Höhe
Dienstgipfelhöhe    10.500 m
Reichweite    940 km
Leergewicht    1780 kg
Fluggewicht    2550 kg
Besatzung    1 Pilot
Bewaffnung    4–6 MGs oder Kanonen (siehe Varianten)
Abwurfmunition    bis 450 kg Bomben (siehe Varianten)

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