IHK Gießen-Friedberg


IHK Gießen-Friedberg
Sitz der IHK-Gießen-Friedberg: Alt- und Neubau in der Gießener Lonystraße

Die IHK Gießen-Friedberg ist die Industrie- und Handelskammer für die Landkreise Gießen, Vogelsberg und Wetterau. Rund 40.000 Mitgliedsunternehmen gehören der IHK an. Im Jahre 1999 erfolgte der Zusammenschluss der Kammern Gießen und Friedberg zur IHK Gießen-Friedberg, die als Großherzogliche Handelskammer Gießen 1872 und Großherzogliche Handelskammer für den Kreis Friedberg 1898 gegründet wurden. Der Zusammenschluss war die erste freiwillige Fusion zweier Industrie- und Handelskammern seit mehr als 25 Jahren und ergab die viertgrößte IHK im Bundesland Hessen. Die IHK gehört wie die anderen 80 IHKs dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

IHK Gießen

1862: Gründung eines Handelsvereins, der es sich zur Aufgabe macht, die gemeinsamen Handelsinteressen zu fördern und Missbräuche aufzudecken.
1872: Am 20. September konstituiert sich die Handelskammer Gießen[1]
1900: Die Stadtkammer wird zur Regionalkammer und um die Landkreise Alsfeld, Gießen und Lauterbach erweitert.
1902: Der Kammer wird Rechtspersönlichkeit verliehen. Sie kann nun die Aufsicht über Börsen und andere Anstalten des Handelsverkehrs übernehmen.
1942: Im Nationalsozialismus werden die Kammern nur noch zum ausführenden Organ. Die Kammern werden zu Gauwirtschaftskammern zusammengeschlossen.
1945: Die Kammern erhalten ihre Selbständigkeit zurück.
1956: Am 22. Dezember tritt das „Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammer“ in Kraft. Dieses Gesetz schafft für die IHKs im Bundesgebiet einheitliches Recht und erklärt sie wieder zu Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Beirat einer Kammer trägt nun die Bezeichnung Vollversammlung.
1995: Am 2. Mai gründen die fünf Kammern Dillenburg, Friedberg, Gießen, Limburg und Wetzlar die Kammervereinigung Mittelhessen.

IHK Friedberg

1898: Der Großherzog erteilt die Genehmigung zur Errichtung einer „Großherzoglichen Handelskammer für den Kreis Friedberg“. Sie soll aus neun Mitgliedern der vier Wahlbezirke Bad Nauheim, Butzbach, Friedberg und Vilbel bestehen.
1899: Gründung einer kaufmännischen Fortbildungsschule.
1914: Die Kriegstätigkeit der Kammer umfasst u.a. die Überwachung ausländischer Unternehmen, Beschaffung von Lebensmitteln und die Wahrung der Interessen der heimischen Unternehmen.
1925: Der Landtag des Volksstaates Hessen verabschiedet ein neues Handelskammergesetz. Es erfolgt eine Namensänderung in Industrie- und Handelskammer Friedberg i.H.
1942: Im Nationalsozialismus werden die Kammern nur noch zum ausführenden Organ. Die Kammern werden zu Gauwirtschaftskammern zusammengeschlossen.
1945: Die Kammern erhalten ihre Selbständigkeit zurück.
1956: Am 22. Dezember tritt das „Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammer“ in Kraft. Dieses Gesetz schafft für die IHKs im Bundesgebiet einheitliches Recht und erklärt sie wieder zu Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Beirat einer Kammer trägt nun die Bezeichnung Vollversammlung.
1995: Am 2. Mai gründen die fünf Kammern Dillenburg, Friedberg, Gießen, Limburg und Wetzlar die Kammervereinigung Mittelhessen.

IHK Gießen-Friedberg

1998: In ihren gleichzeitig stattfindenden Sitzungen beschließen die Vollversammlungen der IHKs Gießen und Friedberg am 6. Juli die Fusion der beiden Kammern zum 1. April 1999. Die neue Kammer wird den Namen IHK Gießen-Friedberg tragen und mit mehr als 31 000 Mitgliedsfirmen die viertgrößte Kammer Hessens sein.
1999: Zusammenschluss der Kammern Gießen und Friedberg zur IHK Gießen-Friedberg. Die neue Kammer ist zuständig für die Unternehmen in den Kreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau. Die IHK Gießen-Friedberg hat ihren Sitz in Gießen, behält aber in Friedberg eine Geschäftsstelle. Erster Präsident der fusionierten IHK wird Fritz Hartmut Ulrich (Friedberg), Erster Vizepräsident Wolfgang Maaß (Gießen).
2002: In einer Sondersitzung der IHK-Vollversammlung am 28. Februar wird der Gießener Unternehmer Wolfgang Maaß zum neuen Präsidenten der IHK gewählt. Im selben Jahr tritt Matthias Leder als Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg die Nachfolge von Uwe Schubert an.
2004: Beginn der Wahlperiode 2004-2009, die Vollversammlung wählt in der konstituierenden Sitzung am 20. April das Präsidium, Wolfgang Maaß wird als Präsident wiedergewählt.
2009: Vom 21. Januar bis zum 17. Februar haben die Unternehmer aus dem IHK-Bezirk ihre neue Vollversammlung für die Wahlperiode 2009-2014 gewählt.[2] Aus den Reihen der Vollversammlungsmitglieder wurde in der konstituierenden Sitzung am 1. April das Präsidium gewählt. Wolfgang Maaß wird als Präsident wiedergewählt.[3]

Sitz und Organisation

Die IHK Gießen-Friedberg hat ihren Sitz in Gießen (in einem Gebäude aus dem Jahr 1913) und unterhält in Friedberg (Hessen) eine Geschäftsstelle. An der Spitze der IHK stehen der ehrenamtlich tätige Präsident und der Hauptgeschäftsführer. Seit 2002 ist der Gießener Verleger Wolfgang Maaß Präsident der IHK Gießen-Friedberg. Erster Vizepräsident ist Fritz Hartmut Ulrich, die weiteren vier Vizepräsidenten sind Wolfgang Bergenthum (Gießen), Norbert Jäger (Lauterbach), Thomas Lupp (Nidda), und Angelika Schlaefke (Gießen). Seit 2002 ist Matthias Leder Hauptgeschäftsführer der IHK. Leder führt die IHK hauptamtlich und vertritt zusammen mit dem Präsidenten die IHK rechtsgeschäftlich.

Die Vollversammlung, das „Parlament der Wirtschaft“, wird von den Mitgliedsunternehmen gewählt. Jedes Mitgliedsunternehmen hat eine Stimme, unabhängig von der Unternehmensgröße. Die derzeitige Wahlperiode endet am 31. März 2014.

Geschäftsbereiche

Die hauptamtliche Arbeit der IHK ist in folgenden Geschäftsbereichen organisiert:
• Aus- und Weiterbildung (Stv. Hauptgeschäftsführerin: Elke Ehlen)
• Innovation und Umwelt (Geschäftsführerin: Beate Hammerla)
• International (Geschäftsführer: Robert Malzacher)
• Recht und Steuern (Geschäftsführer: Robert Malzacher)
• Standortpolitik (Geschäftsführer: Frank Wendzinski)
• Starthilfe und Unternehmensförderung (Geschäftsführerin: Beate Hammerla)
• Zentrale Aufgaben (Geschäftsführer: Horst Schwarz)

Zahlen

Die IHK Gießen-Friedberg verfügt über Erträge von ca. 8,2 Mio. Euro, davon 5,7 Mio. Euro aus Beiträgen der Mitgliedsfirmen. Der Umlagehebesatz für die Mitgliedsfirmen beträgt 0,27 % des Gewerbeertrages. Die IHK Gießen-Friedberg beschäftigt derzeit 79 Mitarbeiter. Die IHK betreut ca. 6.000 eingetragene Ausbildungsverhältnisse.[4]

Selbstverständnis

Die IHK Gießen-Friedberg versteht sich unter dem Motto „Mitmachen – Mitbewegen – Mitgewinnen“ als Unternehmer-Mitmachorganisation. Das Selbstverständnis der IHK ist im Leitbild festgeschrieben. Rund 1.800 ehrenamtliche Unternehmer in den IHK-Gremien engagieren sich zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeitern zum Nutzen aller. Die IHK vertritt das Gesamtinteresse ihrer Mitglieder und fördert die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Sie ist der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet und tritt für die historische, gleichzeitig aktuelle Idee der Selbstverwaltung der Wirtschaft ein.

Persönlichkeiten

Vorsitzende bzw. Präsidenten der Friedberger Kammer

  • Wilhelm Fertsch (ab 1898)

Vorsitzende bzw. Präsidenten der Gießener Kammer

  • Georg Carl Gail (ab 1872)

Vorsitzende bzw. Präsidenten der fusionierten Kammer

  • Fritz Hartmut Ulrich (1999-2002)
  • Wolfgang Maaß (seit 2002)

Literatur

  • Helmut Berding (Hrsg.): 125 Jahre Industrie- und Handelskammer Gießen: Wirtschaft in einer Region. Hessisches Wirtschaftsarchiv. Darmstadt 1997, ISBN 3-9804506-1-9
  • Industrie- und Handelskammer Gießen (Hrsg.): 1872 – 1972. 100 Jahre Industrie- und Handelskammer Gießen. Gießen 1972
  • ETRO-Verlag GmbH & Co. KG (Hrsg.): 100 Jahre Industrie- und Handelskammer Friedberg (Hessen). Bad Soden 1998
  • Martin Will: Selbstverwaltung der Wirtschaft: Recht und Geschichte der Selbstverwaltung in den Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammern, Tübingen 2011, ISBN 3161507053, Seite 311 ff.

Einzelnachweise

  1. Bekanntmachung, die Gründung einer Handelskammer in Gießen betreffend vom 21. Februar 1872, Großherzoglich hessisches Regierungsblatt 1872, Seite 82, zitiert nach: Martin Will: Selbstverwaltung der Wirtschaft: Recht und Geschichte der Selbstverwaltung in den Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammern, 2011, ISBN 3161507053, Seite 311, Online
  2. Frischer Wind in neuer Vollversammlung. In: Gießener Allgemeine Zeitung. Gießen 21. Februar 2009 (http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Uebersicht/Frischer-Wind-in-neuer-Vollversammlung-_arid,90976_regid,1_puid,1_pageid,9.html, abgerufen am 8. April 2009).
  3. Klaus Röther: Wolfgang Maaß einmütig als Präsident der IHK bestätigt. In: Gießener Anzeiger. Gießen 3. April 2009 (http://www.giessener-anzeiger.de/artikel/6638608, abgerufen am 8. April 2009).
  4. IHK Gießen-Friedberg (Hrsg.): Jahresabschluss 2008. Gießen Juni 2008 (http://www.giessen-friedberg.ihk.de/Service/Ueber_uns/Zahlen%2c_Daten%2c_Fakten/Jahresabschluss_der_IHK/Jahresabschluss2008.pdf PDF, abgerufen am 30. September 2010).

Weblinks


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