Ianus (Mythologie)


Ianus (Mythologie)
Janus-Statue
Münze mit Janus-Kopf (ca. 220)

Der Gott Ianus (auch Janus) gehört zu den ältesten römischen Gottheiten und zur ursprünglichen römischen Mythologie. Er ist ein rein römischer Gott; die griechische Götterwelt kennt keine vergleichbare Gestalt.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

Die frühsten Abbildungen dieses Gottes (auf den Münzen, die Servius Tullius prägen ließ) zeigen ihn mit einem Doppelgesicht, vorwärts und rückwärts blickend (daher die Beinamen Geminus, Bifrons, Biceps); vierköpfig erscheint er auf Münzen Hadrians. Die häufigste Darstellung des Gottes erfolgte aber, eventuell nach griechischem Vorbild von gewissen Hermes- und Apollonbildern, eben doppelköpfig. Der so genannte Januskopf gilt deshalb als Symbol der Zwiespältigkeit (etwas ist "janusköpfig" = etwas ist "zwiespältig").

Seine Herkunft ist unbestimmt, unterschiedliche Sagen schildern ihn als Kind von Saturn und Entoria.

Nach einer sehr gewöhnlichen Darstellung zählte Ianus in der rechten Hand 300, in der linken 65 Steinchen, was auf die Einteilung des Jahrs in 365 Tage hindeutet. Auf anderen Bildern hatte er in der Rechten einen Stab, in der Linken einen oder mehrere Schlüssel, als Symbol der Gewalt des Wächters der Himmelspforte, des Bewegers der Angeln des Weltalls, des Aufschließers und Zuschließers des Himmels, der Wolken, des Landes und des Meers (daher Claviger, Clusius, Patulcius).

In allegorischen Darstellungen der vier Jahreszeiten verkörpert Ianus den Winter.

Bedeutung

Ianus war der römische Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Sein Name gehört zur gleichen Wortfamilie wie ianua, der lateinischen Bezeichnung für Tür und janus für jeden unverschlossenen gewölbten Durchgang. Nach ihm ist auch der Monat Januar benannt. Alle Kalenderdaten, die Anfänge symbolisierten (sog. Kalenden), waren ihm gewidmet. Das Hochfest des Ianus, das agonium, wurde am 9. Januar des römischen Kalenders gefeiert.

Er war allerdings ursprünglich ein Licht- und Sonnengott, das männliche Gegenbild der Jana oder Diana, und wurde erst allmählich zum Gott allen Ursprungs und Anfangs, zum Vater aller Dinge (auch der Quellen) und aller Götter.

Er wurde auch als Erfinder des Ackerbaues, der bürgerlichen Gesetze und gottesdienstlichen Gebräuche verehrt. Besondere Bedeutung hatte Ianus für Unternehmungen, für die Ianus Schutz und Unterstützung gewähren sollte. Bei Opferhandlungen wurde mit der Anrufung Ianus begonnen. Er fungierte als Mittler zwischen Menschen und Göttern.

Als janusköpfig werden häufig Personen oder Institutionen bezeichnet, deren Charakter oder Verhalten zwei sich widersprechende Seiten zeigt, die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind.

Legende

Er soll im goldenen Zeitalter als König über Latium geherrscht und auf dem Ianiculum gewohnt haben. Venilia soll seine Frau gewesen sein. Seine Tochter Canens sei mit König Picus von Laurentum vermählt gewesen. Ferner soll er auch Cardea zur Frau genommen haben. Es heißt weiter, er habe Saturn bei seiner Flucht vor Jupiter aufgenommen.

Bauwerke

Janusbogen

Der König Numa Pompilius, der den Dienst für Ianus in Rom eingeführt haben soll, errichtete den Janustempel. Außerdem wurde ihm anfangs auch der nach ihm benannte Janusbogen zugeschrieben.

Literatur

  • The Illustrated Bartsch / founding ed.: Walter L. Strauss. General ed.: John T. Spike New York, NY : Abaris Books, 1978 -.

Darstellung in der bildnerischen Kunst

Weblinks und Quellen


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