Ikea Deutschland

Ikea Deutschland
Ikea Deutschland GmbH
Unternehmensform GmbH
Unternehmenssitz Hofheim-Wallau
Unternehmensleitung

Petra Hesser

Branche Möbel und Innenausstattung, Einzelhandel
Website

www.ikea.de

Datei:IKEA Koblenz.jpg
Eine Niederlassung der Ikea Deutschland in Koblenz.

Die Ikea Deutschland GmbH ist ein deutsches Unternehmen der Einrichtungsbranche, das bundesweit 43 Ikea-Einrichtungshäuser betreibt. Firmensitz ist Hofheim-Wallau bei Wiesbaden.

Die Gesellschaft ist Teil des Ikea-Konzerns. 2006 entfielen etwa 17 % (2,95 Mrd. Euro) des gesamten Konzernumsatzes auf Deutschland. Damit ist Deutschland der größte Markt des Konzerns.

Inhaltsverzeichnis

Filialen

Das erste Ikea-Möbelhaus in Deutschland wurde am 14. Oktober 1974 in Eching bei München eröffnet. 1987 gab es 17 Häuser: Kaltenkirchen, Stuhr, Großburgwedel, Löhne-Gohfeld, Kassel-Niederzwehren, Dorsten, Kamen, Kaarst, Köln-Godorf, Walldorf, Hofheim, Bous, Fürth-Poppenreuth, Stuttgart, Freiburg und Eching.

Neben den heutigen 44 Einrichtungshäusern ist derzeit eine weitere Filiale bei Würzburg in Bau. Eine vierte Filiale in Berlin sowie eine in Rastatt und eine in Göttingen sind in Planung.

Seit dem 16. März 2009 befindet sich in Köln-Ossendorf auf dem ehemaligen Flughafen Butzweilerhof die weltweit drittgrößte und deutschlandweit größte Filiale mit einer Fläche von 42.700 m².[1] [2]

Die neuesten Einrichtungshäuser in Oldenburg und Rostock haben am 18. Dezember 2007 eröffnet. Bei diesen Einrichtungshäusern handelt es sich um die ersten weltweit mit einem Glasanbau für den erweiterten Pflanzenbereich.[3] In der über dreißigjährigen Geschichte von Ikea Deutschland wurden bis jetzt sieben Filialen – in Kaltenkirchen, Stuhr, Löhne, Dorsten, Kamen, Stuttgart und Bous – geschlossen und durch Einrichtungshäuser an anderen Standorten ersetzt.

Logistik

Ein wichtiger Vertriebsstandort ist das bis 2005 weltweit größte Distributionslager in Salzgitter. Hier stehen 240.000 Palettenplätze zur Verfügung.

Übertroffen wurde dies durch das seit 2003 schrittweise ausgebaute Warenverteilzentrum in Dortmund. Hier hat Ikea für 135 Millionen Euro auf einer ehemaligen Montanbrache in Dortmund-Ellinghausen am Dortmund-Ems-Kanal eine Kapazität von 430.000 Palettenplätzen auf einer Grundfläche von rund 200.000 Quadratmetern geschaffen. Im ersten Bauabschnitt wurden drei neue Hallen errichtet (Halle Customer Distribution Center (CDC), European Low Flow (ELF) und Activity Dortmund (ADO)). Das ELF ist etwa 750 mal 180 Meter groß und wurde am 21. September 2007 eröffnet. Im für Herbst/Winter 2007/2008 geplanten zweiten Bauabschnitt wird zunächst das ELF auf einer südlichen Freifläche spiegelbildlich kopiert. Perspektivisch ist ebenso die Errichtung des ADO II nach dem gleichen Prinzip geplant.

Aus Ellinghausen werden alle europäischen Ikea Einrichtungshäuser mit kleinvolumigen Artikeln und Aktivitätswaren versorgt. Auch der Direktvertrieb über das Internet nach Deutschland, Belgien und die Niederlande wird über das Lager in Dortmund abgewickelt. Zudem ist es Standort von Ikea IT und Ikea Trading.[4]

Der Transport von Ikea-Produkten aus Schweden nach Dortmund erfolgt teilweise auf der Schiene. Hierfür wird eine mehrmals wöchentlich verkehrende, durch Hector Rail gefahrene Zugverbindung des Kombinierten Verkehrs zwischen Norrköping und Wanne-Eickel genutzt.

Ikea Deutschland in den Medien

Fahnen im Wind

Über den Bau der Ikea-Filiale bei Erfurt 2005 hat Eikon in Zusammenarbeit mit ARTE eine fünfteilige Dokusoap gedreht. Bei der ZDF-Auftragsproduktion „Der Osten möbelt auf“ führte Jeanette Eggert Regie.

Ausnutzung von Steuerschlupflöchern

Ikea wird vorgeworfen, Steuerschlupflöcher in Deutschland aggressiv auszunutzen, so etwa durch die Aufnahme von Krediten beim Ikea-Konzern im Ausland. Dies führt dazu, dass die Schuldzinsen steuermindernd geltend gemacht werden können, wodurch Einsparungen in Höhe von etwa 30 Millionen Euro pro Jahr erzielt werden. Des Weiteren werden für die einzelnen Ikea-Produkte Lizenzgebühren fällig (pro Jahr etwa 60 Millionen Euro), die an eine ausländische Ikea-Firma in den Niederlanden abgeführt werden müssen, wo sie auch versteuert werden; dadurch entgehen dem deutschen Fiskus Steuereinnahmen. Laut Lorenz Jarass gelang es dem Konzern somit, seine Steuerlast von knapp 40 Prozent auf etwa 15 Prozent zu reduzieren.[5]

Überwachung von Mitarbeitern und Behinderung von Betriebsräten

Im April 2008 berichtete das ZDF-Magazin Frontal21 davon, dass kranke, ältere und allein erziehende Mitarbeiter bei Ikea unter Druck gesetzt und Betriebsräte massiv in ihrer Arbeit behindert werden. Die dünne Personaldecke führe zu körperlichen Zusammenbrüchen von Mitarbeitern, von Teilzeitkräften werde totale Flexibilität bei schlechter Bezahlung erwartet. Nach Recherchen des Fernsehmagazins werden Ikea-Mitarbeiter ohne Zustimmung des Betriebsrats von Kameras überwacht und zudem illegale Protokolle über den Gesundheitszustand von Mitarbeitern angefertigt. Auf Betriebsräte werde von Vorgesetzten massiver Druck ausgeübt.[6]

In einer Pressemitteilung vom 29. April 2008 nimmt Ikea zu den Vorwürfen Stellung und wirft dem Magazin Frontal 21 vor, Ereignisse aufzugreifen, die bereits mehrere Jahre zurück liegen. Ikea habe in diesen Fällen bereits personelle Konsequenzen gezogen. Außerdem wird Thomas Ossowicki, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, mit den Worten zitiert, dass bei Ikea strittige Themen in einem konstruktiven und gemeinsamen Dialog gelöst werden.[7]

Einzelnachweise

  1. Größtes IKEA Einrichtungshaus eröffnet mit Homepark in Köln
  2. Flächenvergleich deutscher Filialen
  3. [1] 18. Dezember 2007
  4. Pressemitteilung Ikea vom 21. September 2007
  5. Lorenz Jarass über Ikea Monitor-Beitrag über Ikea
  6. Text auf der Internetseite des Magazins Frontal 21
  7. http://www.ikea.com/ms/de_DE/about_ikea/press_room/press_release/national/frontal21.html

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