Ileana Ros-Lehtinen


Ileana Ros-Lehtinen
Ileana Ros-Lehtinen

Ileana Ros-Lehtinen (* 15. Juli 1952 in Havanna als Ileana Ros y Adato) ist eine US-amerikanische Politikerin (Republikanische Partei) und seit 1989 Abgeordnete im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, wo sie den 18. Wahldistrikt des Bundesstaates Florida vertritt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ileana Ros-Lehtinen wurde in Kuba als Tochter von Enrique Ros geboren, einem in Florida ansässigen kubanischen Geschäftsmann und Gegner Fidel Castros. Von dort gelangte sie nach Miami. Sie besuchte in Little Havanna die Southside, Riverside and Shenandoah Public Elementary School, dann die West Miami Middle School und schließlich die Southwest High School. Ihren Abschluss erlangte sie schließlich auf dem Miami-Dade-Community-College. Hiernach besuchte Ros-Lehtinen die Florida International University und schloss diese mit dem Grad eines Bachelor of Arts ab. Hiernach gründete und leitete sie eine private Grundschule. Nebenher erwarb sie noch die akademischen Grade eines Master in „Educational Leadership“ an der Florida International University und den Titel eines Doktors an der University of Miami.

Politik

Ileana Ros-Lehtinen wurde 1982 als erste hispanisch-stämmige Frau in das Repräsentantenhaus von Florida gewählt. 1986 wurde sie dann in den Staatssenat gewählt. Während ihrer Zeit im Senat lernte sie Dexter Lehtinen kennen und heiratete ihn. Nachdem durch den Tod des Abgeordneten Claude Pepper 1989 der Sitz im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten frei wurde, gelang es Ros-Lehtinen, diesen zu erlangen. Sie wurde hierbei von Jeb Bush unterstützt, der dadurch seine Popularität bei den Exilkubanern Floridas fördern konnte.[1]

Verhalten in Bezug auf Kuba

Sie spielt eine sehr prominente Rolle in der Kubanisch-Amerikanischen Lobby, die Druck auf die kubanische Regierung zwecks politischer Veränderungen auf der Insel befürwortet. Sie ist Mitglied des Kongressausschusses für ein demokratisches Kuba (Congressional Cuba Democracy Caucus).

Ros-Lehtinen setzt sich für eine kritische Sichtweise auf die kubanische Politik ein und agitierte gegen eine Beendigung des US-Embargos gegen Kuba. Im Jahre 2004 gründete sie die Cuba Democracy Group (Demokratiegruppe Kuba) mit dem Ziel, die US-Agrarexporte nach Kuba zu drosseln und Geschäfte von US-Banken mit Kuba zu verhindern. Sie verteidigte außerdem den ehemaligen Flüchtling Velentin Hernández, der wegen des Mordes an Luciano Nieves, einem Exilkubaner, der sich für Verhandlungen mit der kubanischen Regierung aussprach, angeklagt wurde.[2]

In den 1980er Jahren setzte sich Ros-Lehtinen für die Begnadigung und Freilassung des Exilkubaners Orlando Bosch ein, der terroristischer Attentate und der Beteiligung an dem 73 Todesopfer im Jahr 1976 fordernden Bombenanschlag auf den Flug Cubana 455 beschuldigt wurde, indem sie bei der Organisation des „Orlando-Bosh-Tages“ zur Erreichung seiner Freilassung mithalf.[3]

Außerdem spielte sie eine prominente Rolle bei dem fehlgeschlagenen Versuch, das Sorgerecht des leiblichen Vaters des damals sechs Jahre alten Elián González zu verhindern, der nach dem Tod von Eliáns Mutter bei der gemeinsamen Flucht mit Unterstützung der kubanischen Regierung seinen Sohn wieder zurück nach Kuba holen wollte.[4]

2002 versuchte sie, den Besuch Jimmy Carters in Kuba zu verhindern.[5]

Weiterhin sorgte Ros-Lehtinen für Kontroversen, als sie zur Ermordung Fidel Castros aufrief. Sie erschien in dem britischen Dokumentarfilm 638 Ways to Kill Castro („638 Wege, um Fidel Castro umzubringen“) mit der Bemerkung „I welcome the opportunity of having anyone assassinate Fidel Castro and any leader who is oppressing the people.“ („Ich befürworte die Gelegenheit eines jeden, Fidel Castro, oder jeden anderen Führer umzubringen, der sein Volk unterdrückt.“)

Verhalten in Bezug auf Deutschland

Aus deutscher Sicht fiel sie innerhalb des Repräsentantenhauses u. a. durch die Einbringung eines Gesetzes 2007 auf, mit dem Opfern des Holocausts ein zusätzlicher Klageweg wegen der Geltendmachung von Ansprüchen aus Versicherungsverträgen eröffnet werden soll. Hierdurch könnte die deutsch-amerikanische Vereinbarung im Zusammenhang mit der Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in Frage gestellt sein.[6]

Verhalten in Bezug auf den Iran

Als eine der einflussreichsten Repräsentanten der Pro-Israel-Lobby im Kongress und ranghöchste Vertreterin der Republikaner im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses bezieht sie Position gegen den Iran: „Die USA müssen die Bettelschale beiseite legen, wie ein Weltführer handeln und sich an die Spitze der Bemühungen zur Verhängung sofortiger lähmender Sanktionen gegen das iranische Regime stellen.“[7]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. The Bush dynasty and the Cuban criminals, The Guardian vom 2. Dezember 2002.
  2. washingtonpost.com: Our Man’s in Miami. Patriot or Terrorist? Washington Post. 17. April 2005.
  3. The ghost of terror past. Salon.com.
    Who is a terrorist? South Florida Sun-Sentinel. Wayne S. Smith. 31. Mai 2002.
    Congressman Diaz-Balart Says U.S. Should Consider Assassination of Fidel Castro. – Kongressabgeordneter Diaz-Balart sagt, die USA sollten die Ermordung Fidel Castros in Erwägung ziehen; 31. März 2004.
  4. Who Should Decide the Destiny of Elian Gonzalez. CNN-Aufzeichnungen.
  5. Ann Louise Bardach. Cuba confidential. S. 351. „Ignoring the growls of the Reich team and attempts by Ileana Ros-Lehtinen and Lincoln Diaz-Balart to block the visit, the Bush administration reluctantly granted approval“.
    Will Jimmy Carter Become First President to Visit Castro in Cuba? CNN-Aufzeichngen.
  6. Stefan Ruhkamp, Versicherern droht neue Debatte über Milliarden-Entschädigungen, FAZ vom 21.April 2008
  7. Knut Mellenthin, Neocons auf dem Kriegspfad, jW vom 5. Oktober 2009

Weblinks


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