Jean-Pierre Chevenement


Jean-Pierre Chevenement
Jean-Pierre Chevènement (Toulouse, April 2007)

Jean-Pierre Chevènement (* 9. März 1939 in Belfort) ist ein französischer souveränistischer Politiker. Er war zuerst Bildungs- und später Verteidigungsminister unter Präsident François Mitterrand sowie Innenminister unter Präsident Jacques Chirac.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Chevènement ist der Sohn eines Lehrers. Die Familie Chevènement stammt aus der Schweiz. Der deutsche Name – Schwennemann[1] – wurde im 18. Jahrhundert zum aktuellen Familiennamen franzisiert. Chevènement machte ein Diplom im Fach Politische Wissenschaften und besuchte von 1963 bis 1965 die Elite-Hochschule École nationale d'administration.

Seit 1964 war er Mitglied der französischen Sozialisten (SFIO) und 1971 maßgeblich an der Neugründung als Parti socialiste français (PS) beteiligt. Am 22. Mai 1981 wurde er zum Minister für Forschung und Technik im Rang eines Staatsministers ins Kabinett von Pierre Mauroy berufen. Am 22. März 1983 trat er zurück, nachdem er kurz zuvor zum Bürgermeister von Belfort gewählt wurde. Am 19. Juli 1984 wurde er Nachfolger von Alain Savary als Minister für nationale Bildung unter Laurent Fabius und bekleidete das Amt bis zum 20. März 1986.

Vom 13. Mai 1988 bis zum 29. Januar 1991 war er französischer Verteidigungsminister der Regierung Michel Rocard. 1993 verließ er den PS und bildete stattdessen aus dem 1992 gegründeten Mouvement des citoyens eine politische Partei, deren Vorsitzender er wurde. Am 4. Juni 1997 wurde er französischer Innenminister im Kabinett von Lionel Jospin. 1998 musste er sich einer Gallenblasenoperation unterziehen, wobei es zu so schweren Komplikationen kam, dass er mehrere Tage im Koma lag. Am 29. August 2000 tritt er als Innenminister zurück. Bei der Präsidentschaftswahl 2002 erreicht er 5,3 % und damit den sechsten Platz. 2004 spricht er sich gegen die Europäische Verfassung aus.

In einem Artikel „Un grand parti de gauche pour un New Deal“ in der Tageszeitung Le Monde vom 24. April 2008 plädiert Chevènement für die Gründung einer neuen linken Partei. "Speziell im Hinblick auf Frankreich ist Chevènement der Meinung, die Niederlagen der französischen Linken bei den Präsidentschaftswahlen der Jahre 1995, 2002 und 2007 seien keine Zufallsereignisse gewesen, sondern logische Konsequenz verloren gegangener Bodenhaftung linker Politik in Bezug auf die reale Lebens- und Arbeitswelt der „kleinen Leute“ („couches populaires“). Nur der „Elektroschock“ der Neugründung einer großen Sammlungspartei könne die Linke in Frankreich wieder mehrheitsfähig machen. Die Programmatik dieser Partei müsse - an die Tradition eines Jean Jaurès anknüpfend - innergesellschaftliche und internationale Solidarität miteinander verbinden und die Partei müsse im Sinne einer fruchtbaren Diskussion neben „realpolitischen“ auch „radikal-utopische“ Strömungen zu Wort kommen lassen. Am Ende müsse ein sowohl den Herausforderungen unserer Zeit gerecht werdendes als auch den Interessen der Bevölkerung entsprechendes politisches Projekt stehen. Die politische Linke sei angesichts der globalen Finanz-Krise dazu aufgerufen, dem neoliberal ausgerichteten Kapitalismus ihre Vision eines „neuen“ New Deals monetärer, sozialer und Umwelt schonender Politik-Regularien entgegen zu setzen und zum Thema internationaler Konferenzen zu machen." [2]

Zitate

  • "Ein Minister hält entweder den Mund oder er tritt zurück."
  • "Der Innenminister, das ist so etwas wie die Putzfrau einer Regierung."

Quellen und Einzelnachweise

  1. http://www.diesbach.com/sghcf/c/chevenement.html
  2. http://www.nachdenkseiten.de/?p=3188

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