Jodocus Koch


Jodocus Koch
Justus Jonas im Cranach-Stammbuch 1543

Justus Jonas der Ältere (* 5. Juni 1493 in Nordhausen; † 9. Oktober 1555 in Eisfeld) war ein deutscher Jurist, Humanist, Kirchenlieddichter, lutherischer Theologe und Reformator.

Als wichtige Persönlichkeit der Reformation trat er vor allem durch Übersetzungen von Luther und Philipp Melanchthon hervor. Er war im Rahmen der Wittenberger Bewegung ein Vertreter der Priesterehe und trat als Anwalt der Reformatoren bei rechtlichen Angelegenheiten in Erscheinung. So beteiligte er sich wesentlich an der kirchenpolitischen Reformierung von Leipzig, Halle (Saale), Naumburg und Zerbst mit Anhalt. Nach dem Tode Luthers verfolgte er konsequent die Konfessionalisierung und beteiligte sich an dieser in Hildesheim, Coburg, Regensburg und Eisfeld.

Jonas studierte an der Universität Erfurt und begab sich 1511 zum Studium der Rechtswissenschaften nach Wittenberg. Er kehrte nach Erfurt zurück, promovierte dort, wurde zum Professor der Rechtswissenschaften und zu einem führenden Mitglied des Erfurter Humanistenkreises. Als Rektor der Universität Erfurt pflegte er Kontakt mit Erasmus von Rotterdam und wandte sich zunehmend der Theologie zu. 1521 wurde er Propst an der Wittenberger Schlosskirche und lehrte in Wittenberg gemeinsam mit Martin Luther als Professor der Theologie.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und frühe Bildung

Jonas wurde als Jobst Koch (zur Entstehung des Namens „Justus Jonas“ vgl. Name und Wappen) am 5. Juni 1493 in Nordhausen geboren. Die Reichsstadt zählte um diese Zeit rund 6.000 Einwohner, zählte sich somit also nur zur Kategorie der so genannten Mittelstädte im Reich. Im territorialen Radius des Niedersächsischen Reichskreis besaß der Nordhäuser Magistrat allenfalls finanzielle Bedeutung. Im überregionalen Kontext hatte die als „reichsfern“ geltende Stadt dagegen kein sonderliches Gewicht.

Jonas’ Geburtsstadt Nordhausen nach einem alten Stich

Die Konfliktlinien verliefen ähnlich denen in den mächtigeren süddeutschen Reichsstädten. So sind auch hier Bemühungen der wirtschaftlichen Oberschicht zu erkennen, den wirtschaftlichen Einfluss der kirchlichen Institutionen zurückzudrängen. In diese Bemühungen war Justus Jonas' Vater, Jonas Koch, als Ratsmeister und redegewandter Vermittler eingebunden. Jonas Koch († 1503 oder kurz danach) ist 1471 als Bürgermeister in Nordhausen neben Hans Lutherroth, als Ratsmeister 1473, 1476, 1485, 1491, 1494 und 1503 bezeugt. Er wurde u.a. zu einem Schlichtungsverfahren des Kurfürsten Ernst von Sachsen und seines Bruders Herzog Albrecht 1483 hinzugezogen. Auch mit dem benachbarten Grafen zu Stolberg war er vertraut und stand in der Gunst des Grafen von Hohnstein.

Hinsichtlich der Mutter von Justus Jonas' herrscht keine völlige Klarheit. Alte Aufzeichnungen weisen darauf hin, dass die erste Frau von Jonas Koch von Wenden abstammte und sie die eigentliche Mutter ist. Die Familie von Wenden war in Nordhausen ein geachtetes Geschlecht, dem Blutsverwandtschaft mit Justus Jonas nachgewiesen ist. Andere Forscher behaupten, dass die zweite Gattin Katharina (vormals verheiratete Wolffhain) des Jonas Koch die Mutter von Jonas war und beruft sich auf Mathias Wolffhains Aussage im Testament seiner Mutter 1524, wo er Jonas einen Halbbruder nennt.

Geprägt in einem bürgerlichen Umfeld wuchs Justus Jonas in einer einflussreichen Familie auf, die ein stattliches Wohnhaus am damaligen Holzmarkt und heutigen Lutherplatz besaß. In die Oberschicht Nordhausens eingeboren erwarb Jonas an der städtischen Lateinschule eine gediegene Bildung und geriet durch den Vater früh in den Kontakt mit städtischer Politik. So erwarb er in seiner Heimatstadt Einsichten und Erfahrungen, die Charakter und Lebensart herausbildeten und nachhaltig prägten.

Studium in Erfurt

Holzschnitt der Erfurter Studentenunruhen

Im Sommer 1506 nahm Jonas gemeinsam mit Tilemann Plathner ein Studium an der Artistenfakultät der Universität Erfurt auf. Während seiner Studienzeit befand sich das geistige Leben Erfurts im Umbruch. Es bewegte sich weg von der Theologie der Scholastik und öffnete sich dem Einfluss des Humanismus. Konrad Mutian und Urbanus Rhegius riefen 1505 einen den zeitgenössischen humanistischen Idealen verpflichteten Freundeskreis ins Leben. Diesem schlossen sich in der Folge Petreius Aperbacchus, Eobanus Hessus, Herbord von der Marthen und Johann Lange an. Auseinandersetzungen zwischen diesen betont korporatistisch auftretenden Studenten und den städtischen Handwerkern waren fortan auf der Tagesordnung.

Auch Justus Jonas wurde während seiner Erfurter Studienzeit von diesem humanistischen Kreis geprägt und hörte begeistert die Vorlesungen des Eobanus Hessus. Dieser wird es auch gewesen sein, der ihn für die Ideen des Erasmus von Rotterdam begeisterte. Schnell erreichte Jonas 1507 das Bakkalaureat und 1510 den Grad eines Magister Artium. Als in Erfurt erneut Unruhen auftraten, in deren Folge es zu Übergriffen auf Studenten kam, begab er sich im Sommersemester 1511 nach Wittenberg. Hier nahm er juristische Studien unter Henning Göde an der „Leucorea“ genannten Universität auf. Freundschaftliche Bindungen entstanden während dieser Zeit zu Georg Spalatin, und er besuchte 1511 häufig die Predigten von Wenzeslaus Linck. Am 8. Januar 1513 erwarb er den Baccalaureus an der juristischen Fakultät.

Jonas unterhielt weiterhin Kontakte nach Erfurt und kehrte im Frühjahr 1515 dorthin zurück. Nachdem er 1516 die Priesterweihe erhielt und lehrte er ab diesem Zeitpunkt öffentlich. Mit dem Erwerb niederer kirchlicher Weihen stand ihm der Zugang zum Kanonikat an der Severikirche offen. So predigte Jonas erstmalig in demselben Jahr auf dem Erfurter Domberg und hielt an der Universität kirchenrechtliche Vorlesungen über die Paulusbriefe. Am 16. August 1518 wurde er zum Lizentiat beider Rechte (iuris utriusque) promoviert. Ende 1518/Anfang 1519 erlangte er in Folge des Rückzugs Henning Gödes dessen Lektoralspfründe an der Severikirche und damit eine Professur in der juristischen Fakultät.

Jonas als Humanist

Erfurt 1497
Erasmus von Rotterdam

Nach seiner Erfurter Rückkehr schloss sich Jonas erneut dem Humanistenkreis an. Zunächst führte er ein von nur wenig vorgegebenes Leben. Seine Geistesgaben, sein Studieneifer und seine Gelehrsamkeit ließen ihn nach und nach eine führende Stellung im Erfurter Kreis einnehmen. Mutian pries Jonas oft in Gedichten. Entscheidend war der Kontakt zu Johann Lange, der Jonas' Interesse für theologische Fragen verstärkte und ihn mit den Ideen Martin Luthers vertraut machte. Jonas begann unter seinem Einfluss die griechische Sprache zu erlernen. Da man auch die Schriften der großen Denker der Zeit im Humanistenkreis diskutierte, ist nicht verwunderlich, dass auch die 95 Thesen Luthers aufgegriffen wurden. Es war Jonas, der diese in die deutsche Sprache übersetzte und sie damit einem breiten Publikum zugänglich machte.

Kurfürst Friedrich der Weise, der 1516 durch den Naumburger Vertrag die Schutzhoheit über Erfurt übernommen hatte, förderte auch die Erneuerungsbewegung seiner Landesuniversität. Im Frühjahr 1519 beauftragte er Jonas, eine Reise zu Erasmus von Rotterdam an die Universität Löwen zu unternehmen. Die Reise hatte den Zweck, eine Annäherung zwischen Martin Luther und dem großen Humanisten herbeizuführen. Während seiner anderthalb Monate Aufenthalt in den Niederlanden bei Erasmus forderte dieser Jonas auf, sich der „wahren Theologie“ zuzuwenden, und warnte ihn vor den „falschen Predigern“, die nicht Christus, sondern Menschen und sich selbst predigten.

Als Jonas nach Erfurt zurückkehrte, hatte man ihn während seiner Abwesenheit am 2. Mai 1519 zum Rektor der Universität Erfurt gewählt. Während seiner Amtszeit versuchte Jonas die humanistisch-theologische Umformung der dem scholastischen Geist verpflichteten Lehranstalt zu erreichen. Obwohl diese Reformen in der historischen Wertung als wenig durchgreifend erscheinen, wurden sie zeitgenössisch als großer Erfolg gewertet. Jonas avancierte nun zum wichtigsten Vertreter der Erfurter Humanisten. Auch wurde seine Zuwendung zur Theologie während dieser Zeit ausgeprägter. Johann Lange, der an der Leipziger Disputation teilgenommen hatte, berichtete Jonas über das Auftreten Johannes Ecks, der während des Streitgesprächs Erasmus angegriffen hatte. Jonas zeigte sich als Humanist erbost über diesen Angriff.

Die Erfurter und die Pariser Universität waren Schiedsrichter der Leipziger Disputation. Als Eck versuchte, durch den Ausschluss der Nichttheologen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten an der Erfurter Universität zu nehmen, erregte dies den Unwillen von Jonas. Zwar wurde dieses Ansinnen abgelehnt, jedoch wird das Ereignis als prägendes Moment bei Jonas' nun einsetzendem geistigem Wandel angesehen. Auch Erasmus nahm mit seinem Brief vom 1. Juni 1519 an diesem Wandlungsprozess teil. Er schrieb Jonas darin:

Wiewohl ich voraussetze, dass Du Dich selbst kennst, erachte ich es doch für angemessen, Dich zu ermahnen, dass Du auf diesen Dienst, der unter allem der heilsamste ist, alle Deine Studien wendest, denn Gott hat dich nicht zu schmutzigen Rechtshändeln bestimmt, sondern scheint dich gleichsam als Werkzeug auserwählt zu haben, um den Ruhm Jesu Christi seines Sohnes deutlich zu machen und die Herzen der Sterblichen zu diesem Studium zu entflammen …

Durch den Kontakt mit den Wittenberger Theologen und die Umstände in Wittenberg begann bei Jonas ein fortschreitender Prozess, der aus dem begeisterten Humanisten einen Weggenossen Luthers machte. Obwohl in seinem späteren Leben immer wieder humanistische Züge erkennbar sind, wandte er sich 1527 von Erasmus ab.

Wittenberger Zeit

Jonas als Propst der Schlosskirche

Stadtansicht von Wittenberg zur Zeit der Reformation
Die Wittenberger Schlosskirche zur Reformationszeit
Luther als Prediger

Mitte 1520 nahm Jonas Kontakt mit den Wittenberger Theologen auf, und Luther beglückwünschte ihn am 21. Juni dazu, dass er seine Wandlung von der Juristerei zur Theologie vollzogen habe. Durch den Tod Henning Gödes am 21. Januar 1521 wurde an der Wittenberger Universität der Platz des Propstes der Wittenberger Schlosskirche frei. Spalatin, der Freund aus alten Wittenberger Studientagen, empfahl Jonas mit der Zustimmung Luthers und Philipp Melanchthons dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen. Dieser wollte jedoch Konrad Mutian verpflichten. Mutian lehnte zugunsten seines einstigen Zöglings ab. Spalatin verschwieg jedoch nicht, dass Jonas seine Juristenlektionen verlassen hatte und Theologe geworden war. Daraus ergaben sich Probleme, weil man sich fragte, ob ein Theologe für die mit der Propstei verknüpfte kirchenrechtliche Professur in Frage kommen würde. Spalatin fand die Lösung darin, dass ein anderer zunächst die Vorlesungen übernehmen sollte. Damit wurde Jonas die Möglichkeit eröffnet, Theologie zu lesen.

Jonas schloss sich in der Folge Luther auf seiner Reise zum Reichstag zu Worms an, demonstrierte damit den Schulterschluss mit den Wittenberger Reformatoren, die er in seiner Schrift „Acta et res gesta Doctoris Martini Lutheri“ eindrücklich unterstützte. Am 6. Juni wurde er als Propst in der Wittenberger Schlosskirche eingeführt. Am 19. Juni erklärte Jonas dem Kurfürsten, dass er den Doktor der Theologie anstreben wolle. Er betonte dabei, wie wichtig ein Theologe für die Besetzung der Propstei sei, der allgemein gebildet sein müsse, um predigen, beraten, disputieren und entsprechend handeln zu können. „Deswegen muss man die Fesseln der Vergangenheit abstreifen und frohen Mutes einer neuen Zeit stellen“. Jonas behielt die Stelle des Propstes und wurde davon befreit, die kanonischen Rechte zu lehren. Er promovierte am 24. September zum Lizenziaten, am 14. Oktober zum Doktor der Theologie und wurde am 17. Oktober Mitglied der theologischen Fakultät. Im Ergebnis der Verhandlungen wurde ihm auferlegt, aus seinen Einkünften 20 Gulden abzuführen die dazu dienen sollten, eine andere Lehrkraft für die kirchenrechtlichen Vorlesungen zu gewinnen.

Als Luther auf der Wartburg weilte, wurden in der Fakultät die Fragen der Privatmessen, der Priesterehe und des mönchischen Keuschheitsgelübdes disputiert. Luther, der in einem Brief dazu Stellung bezog, äußerte sich gegen die Privatmessen (Messen für einzelne Personen). Dies nahmen seine Ordensbrüder auf, und es entstand die Wittenberger Bewegung. Justus Jonas und Andreas Bodenstein setzten sich dabei für die Abschaffung aller Missbräuche und Zeremonien in der Messe ein, und unter diesem Einfluss entschloss man sich zu Weihnachten, das Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) zu feiern.

Auch in den Fragen der Priesterehe bezog Jonas klar Stellung. Bartholomäus Bernhardi heiratete als erster evangelischer Priester eine Kemberger Bürgerliche, als zweiter folgte am 20. Januar 1522 Andreas Bodenstein mit einer pompösen Hochzeit mit der gerade 15-jährigen Anna von Mochau. Unter diesem Einfluss und unter dem Einfluss von Luthers Schriften, schloss Jonas sich der Bewegung an und heiratete am 9. Mai 1522 Katharina, die Tochter des adligen Erich Falck (gest. vor 15. Oktober 1528) aus Bleddin. Obwohl Luther diesen Vorgang begrüßte, hatten Jonas und die anderen sich Anfeindungen zu erwehren. Vor allem Albrecht von Brandenburg und Johann Fabri intervenierten gegen diesen nach kanonischem Recht hoch strafwürdigen Akt. Zwar kritisierte der unverheiratete Kurfürst Friedrich der Weise das Vorgehen und drohte 1523 mit dem Entzug der Pfründe, doch blieb seine Reaktion so zurückhaltend, dass sich die Anhänger der Priesterehe durchsetzten. Als Andreas Bodenstein im Bilderstreit die Lage überspitzte und wegen der Zwickauer Propheten die Gesamtsituation kritisch wurde, wandte sich Jonas von Bodenstein ab. Er stellte sich stattdessen hinter Luther, der aufgrund der beunruhigenden Nachrichten aus Wittenberg sein Versteck auf der Wartburg verließ und durch seine Invokavitpredigten Ordnung und Ruhe in die Wittenberger Gemeinde brachte.

Auf die Schlosskirche hatten die Ereignisse mit Rücksicht auf den Kurfürsten keinen Einfluss. Dort wurden die Messen nach wie vor in althergebrachter Weise gefeiert. Dies wiederum missbilligte Luther, und Jonas entwarf gemeinsam mit Johannes Bugenhagen für das Stift der Schlosskirche eine evangelische Gottesdienstordnung, die in lateinischer Version in den Druck gelangte. Die Gottesdienstordnung fand aufgrund des Widerstands des Kurfürsten zunächst keine Anwendung. Jedoch wirkte vor allem Luther hartnäckig von der Kanzel für ihre Einführung am Stift. Nach langem Hin und Her hielt Jonas am Neujahrstag 1525 den ersten evangelischen Gottesdienst, und im Herbst war das Stift völlig reformiert - und damit unweigerlich auch säkularisiert. Jonas selbst zählte zu den rhetorisch gewandtesten Predigern seiner Zeit. Er war in der Lage, die Fragen des Glaubens einem breiten Publikum zugänglich zu machen, anderseits vermochte er auch mit göttlichen Drohungen zu erschrecken. Am 13. Juni 1525 war er neben Bugenhagen, Lucas Cranach und Johann Apel Trauzeuge bei der Hochzeit Luthers mit Katharina von Bora.

Jonas als Wittenberger Professor

Justus Jonas als Wittenberger Professor

Mit der Promotion zum Doktor der Theologie erhielt Jonas an der Wittenberger Universität die Professur. Da die Stelle des Propstes jedoch mit einer juristischen Professur verbunden war, musste er für die Vertretung derselben jährlich 20 Gulden zahlen. Bei seinen Vorlesungen, die 1522 begannen, behandelte er den Römerbrief und legte ihn nach dem Vorbild Luthers mal in lateinischer, mal in deutscher Sprache aus. 1524 behandelte er die Apostelgeschichte, die in lateinischer und deutscher Sprache gedruckt wurde, und 1529 hielt er Vorlesungen über die Psalmen.

1523 wurde er Dekan der theologischen Fakultät und behielt den Vorsitz bis 1533. Im Sommersemester 1530, im Wintersemester 1530 und im Wintersemester 1536 amtierte er jeweils auch als Rektor der Universität Wittenberg. Aus seinen zwei Festreden zur Doktorpromotion geht hervor, wie ernst er die Verantwortung in seinem Amt nahm. Bei der ersten vom 17. Juni 1533 anlässlich der feierlichen Doktorpromotionen von Johannes Bugenhagen, Caspar Cruciger und Johannes Aepinus äußerte er sich in „De gradibus in theologia“ über die Bedeutung der Theologie in der neu angebrochenen Zeit. In seiner zweiten Rede aus dem Jahr 1539, „De studiis theologicis“, führte er über das Theologiestudium aus:

Die Theologie ist diejenige Lehre, durch die man in der Erkenntnis der Weisheit und des Willens Gottes lehrt und lernt … Sie ist nicht eine solche geringe Erkenntnis, die nur dem zeitlichen Leben Magddienste leistet, wie die übrigen Künste, obwohl diese, so lange dieses Leben währt, ihren Ruhm haben, sondern sie ist jene von oben stammende Weisheit, zu deren Erkenntnis der Mensch von Anfang an geschaffen und mit jenem Geist aus dem Geiste Gottes begabt ist … Mag immerhin die Theologie, weil sie auf irdischen Erwerb nicht Jagd macht und jenen Wind und Rauch weltlichen Ruhmes nicht hat, vor den Menschen verachtet sein, aber welch ein unermesslicher Schatz ist sie in den Augen Gottes!

Auch als Rektor war seine Person gefragt, als es zu einem Gelehrtenstreit zwischen Caspar Cruciger und Konrad Cordatus kam. Jonas ließ sich aber auf keine literarische Auseinandersetzung ein und wies Cordatus zurück. Es ist möglich, dass er hier bereits den aufkeimenden Disput zwischen dem lutherischen und dem melanchthonschen Verständnis der Theologie erkannte und vermeiden wollte. Immerhin hatte die Sache der Reformation selbst genug Gegner, wie aus einem literarischen Disput mit Georg Witzel aus den Jahren 1532 bis 1534 und Johannes Cochläus hervorgeht.

Jonas als Wittenberger Reformator

Titelholzschnitt der Apologie der Confessio Augustana von Justus Jonas in Deutsch
Unterschriften der Reformatoren unter die Schmalkaldischen Artikel

Besondere Verdienste hat Justus Jonas sich weniger durch eigene theologische Arbeiten, sondern vielmehr durch seine zahlreichen deutschen Übersetzungen der lateinischen Schriften Luthers und Melanchthons erworben. Großen Anteil hatte er auch an der Entstehung von Luthers Bibelübersetzung, bei der er einer der rührigsten Mithelfer, Berater und Gesprächspartner war. Seine Übersetzungen machten die Schriften einem breiten Publikum zugänglich und trugen somit zu einer weiten Verbreitung des reformatorischen Gedankengutes bei.

Als Luther den Kurfürsten Johann anregte, Visitationen der Kirchen und Schulen der sächsischen Kurlande durchzuführen, war Jonas unter denjenigen, die neben Luther, Melanchthon und Bugenhagen die Visitationspläne auszuarbeiten hatten. Auch nahm er an der Durchführung derselben in den Jahren 1528 bis 1530 teil. 1529 wohnte er dem Marburger Religionsgespräch bei und verhandelte mit Martin Bucer in einem eingehenden und vertrauten Zwiegespräch über Glaubensartikel der Dreieinigkeit, Erbsünde und anderes mehr. Einzig über die Abendmahlsfrage konnte keine Verständigung erreicht werden. Weitere Einigungsversuche der oberdeutschen (unter Bucer) und Wittenberger Reformatoren führten 1536 zur Wittenberger Konkordie, wo man sich auf eine von Melanchthon entworfene Abendmahlsformel einigte.

Noch bedeutender war seine Teilnahme am Reichstag zu Augsburg 1530 und seine Mitarbeit an der Confessio Augustana. Jonas hatte bereits am Vorentwurf der Torgauer Artikel mitgearbeitet, die eine Stellungnahme zu den strittig gewordenen Glaubensartikeln und Kirchengebräuchen boten. Bis zur letzten Minute wurde in Augsburg an der endgültigen Fassung des evangelischen Glaubensbekenntnisses gearbeitet. Jonas erhielt dabei die Aufgabe, die Vorrede Gregor Brücks ins Lateinische zu übertragen. Des Weiteren wurden ihm die Verhandlungen zu mehr oder weniger wichtigen Einzelfragen übertragen, und er führte im Rahmen seiner Aufgaben eine umfangreiche Korrespondenz. So stand er in Verbindung mit Luther und schilderte diesem die Vorgänge auf dem Reichstag.

Auch am Ausbau und an der Organisation einzelner Landeskirchen und Kirchengebiete beteiligt sich Jonas. Seit 1532 unterhielt er zu den Landesfürsten von Anhalt besonders nahe Beziehungen und erhielt dort 1538 dann den Auftrag, in Zerbst eine neue Kirchenordnung aufzustellen. Diese von ihm verfasste Kirchenordnung wurde für das gesamte spätere Fürstentum Anhalt prägend. 1536 übernahm er vom 27. April bis zum 8. September das Pfarramt in Naumburg und hatte sich zunächst Auseinandersetzungen mit den altgläubigen Priestern und dem Bischof zu stellen. Unter dem Schutz des Kurfürsten setzte er die Reformation durch, die sein Nachfolger Nikolaus Medler auf der Grundlage der von ihm ausgearbeiteten Kirchenordnung festschrieb. Auch in Braunschweig war er bei Verhandlungen zugegen, sandte dem Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg eine Kirchenordnung zu und bestärkte ihn bei ihrer Einführung.

Obwohl er selbst am Konvent in Schmalkalden nicht persönlich teilnahm, tragen die dort unterzeichneten Artikel seine Unterschrift, ein Umstand, der neben anderen seine Bedeutung während der Reformation bezeugt. Hervorzuheben ist auch seine Mitwirkung an der Einführung der Reformation 1537/38 im albertinischen Gebiet Sachsens unter Herzog Heinrich. Nach dem Tod Georg des Bärtigen predigte Jonas mit Luther zu Pfingsten in der Leipziger Nikolaikirche, womit die Einführung der Reformation in Leipzig ihren Anfang nahm. Jonas wurde damit betraut, alle die Einführung der Reformation betreffenden Angelegenheiten zu klären und die Visitationen im albertinischen Landesteil durchzuführen, außerdem arbeitete er mit an dessen Kirchenordnung.

Besondere organisatorische Fähigkeiten zeigte Jonas bei seinen Vorschlägen zur Einrichtung eines Konsortiums, mit dem die Wittenberger Reformatoren auf Verlangen des Kurfürsten die Glaubensordnung der protestantischen Kirche festigen sollten. Konsortien dieser Art hatten die Aufgabe, die Priesterschaft in allen theologischen Fragen zu überwachen und bei Verstößen gegen die Ordnung der Kirche Maßnahmen zu ergreifen. Dem Wittenberger Konsistorium, das nach einer von ihm mitentworfenen Konsistorialordnung eingerichtet wurde, gehörte Jonas anfangs auch selber als Mitglied an. Auf Begehren Luthers wurde er jedoch von der Aufgabe entbunden, um sich mehr seiner Professur zu widmen.

Als Reisebegleiter Melanchthons wurde er auf einer Reise zum Hagenauer Religionsgespräch Zeuge von dessen Erkrankung und Luthers 'pastorale Rettungsversuche'. Auch war er zugegen, als Friedrich dem Weisen vor seinem Tod das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht werden sollte.

Jonas in Halle

Kupferstich von Halle aus dem 16. Jahrhundert
Justus Jonas als treuer Beistand Luthers

Die Stadt Halle war zu Beginn der Reformation Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg und somit bevorzugter Sitz ihres Landesherrn Albrecht von Brandenburg. Obwohl es innerhalb Halles bereits Bestrebungen zur Durchsetzung des reformatorischen Gedankenguts gab, unterdrückte dies der Landesherr. Da Albrecht von Brandenburg in Folge der Bestallung mit den Erzbistümern Mainz und Magdeburg bereits große Schulden angehäuft hatte, konnte er diese mit dem vom Papst gewährten Jubelablass nicht weiter abdecken. Hinzu kamen diverse weitere Ausgaben, so zum Beispiel für seine Reliquiensammlung, die seine Schuldenlast auf 500.000 Gulden ansteigen ließ. Deswegen setzten die Stände auf einem Landtag zu Calbe eine außerordentliche Steuer zur Tilgung der Schulden des Erzbischofs durch. Halle allein hatte dazu 22.000 Gulden zu zahlen. Aufgrund dieser Tatsache rief der Rat von Halle am 28. März 1541 seine Bürgerschaft zusammen. Die reformatorisch orientierte Bürgerschaft forderte im Gegenzug zur Zahlung der Summe die Berufung eines Predigers und eines frommen und gelehrten Schulmeisters „Augsburger Confession“.

Zunächst wandte man sich an Johann Pfeffinger, der die Aufgabe ablehnte. Daraufhin fragte man in Wittenberg nach. Auf Weisung des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen wurde Jonas nach Halle entsandt. Er erreichte mit seinem Kaplan Andreas Poach Halle am 14. April 1541. Am darauf folgenden Tag hielt er seine erste Predigt in der Marienkirche. Trotz Gegenwehr der altgläubigen Anhänger Albrechts von Brandenburg setzte er das Werk der Reformation fort. Am 28. April reichte er das Abendmahl in beiderlei Gestalt und trotzte damit dem Koadjutor Johann Albrecht von Brandenburg, der am Vortag Jonas' Abreise verlangt hatte. Jonas festigte seine Position, indem er Kilian Goldstein nach Halle als Syndicus verpflichten ließ.

Die Gemeinde von Jonas stieg so immens an, dass die Räumlichkeiten der noch nicht fertig gestellten Marienkirche bald nicht mehr für die Gottesdienste ausreichten. Jonas predigte daraufhin im Hospital und setzte durch, dass aufgrund der gestiegenen Zahl evangelisch Gläubiger vom Rat die Ulrichkirche zur Verfügung gestellt wurde. Diese konnte am 25. Dezember mit einem evangelischen Gottesdienst eingeweiht werden. Jedoch störten seine Gegner, vor allem die Dominikaner- und Franziskanermönche seine Predigten. Zur Erhaltung des Fortgangs der Reformation und zum Schutz der evangelisch gesinnten Bürgerschaft wurde beim Rat die Abschaffung der Klöster beantragt.

Der Rat verlangte von Jonas dazu ein Gutachten. Dieses Gutachten erschien am 15. Januar 1542. Jonas ging darin in 26 Punkten auf die von ihm ins Felde geführte Notwendigkeit der Abschaffung der Klöster ein. In der Folge erreichte man ein Mandat, das den Mönchen die ihnen vorgehaltenen „Störungen“ weltlicher Belange untersagte. Als Jonas im Sommer 1542 die Öffnung der Moritzkirche für seine erste Predigt dort am 26. August erreichte, regte sich der Unwillen seiner Gegnerschaft. Dieser gipfelte in einem Angriff eines Mönchs mit einer Axt auf Jonas.

Bald waren in Halle an allen drei Stadtkirchen evangelische Prediger tätig, da die Kirche und der Gottesdienst nicht ohne eine gewisse Ordnung bestehen konnten. Jonas verfasste nach dem Vorbild der Wittenberger Kirchenordnung 1543 die Hallesche Kirchenordnung. Diese wurde 1573 überarbeitet und sollte in Halle bis 1640 Gültigkeit besitzen. Auch nahm er eine Neuordnung des Schulwesens vor. Seit 1542 bezeichnete sich Jonas in Briefen als „Superintendent von Halle“. Nachdem er in Verhandlungen mit dem Kurfürsten sein Verbleiben in der Stadt erreicht hatte, wurde er am 3. November 1544 vom Rat zum Bischof erhoben. Durch die am 11. Dezember ausgestellte Berufungsurkunde wurde er Pfarrer an der Kirche St. Marien und Stadtsuperintendent. Das Superintendentenamt erstreckte sich jedoch nicht nur auf Halle, sondern dehnte sich auf den Saalkreis und das Bistum Merseburg aus.

Jonas und der Tod Luthers

Beisetzung Luthers nach einem kolorierten Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert

Nun hatte sich die Lage in Halle vollständig geändert. Luther, der am 4. August 1545 in der Marienkirche predigte, stellte dabei die Fortschritte der Reformation fest. Am 25. Januar 1546 traf Luther abermals in Halle ein. Er befand sich auf der Reise nach Mansfeld, um den Streit der Mansfelder Grafen beizulegen. Jonas begleitete ihn als Rechtsbeistand dorthin und verhandelte mit über die Verteilung der Bergwerkseinkünfte und die Stiftung einer neuen Schule. Die schwierigen Verhandlungen streckten sich drei Wochen hin. Dabei erkrankte der bereits gesundheitlich angeschlagene Luther, und Jonas stand ihm betend während seiner letzten Lebensstunden bei. Am 18. Februar früh um 3 Uhr, stellte Jonas selbst den Tod des großen Reformators fest und informierte den Kurfürsten, Nikolaus von Amsdorf und Johannes Bugenhagen über dieses Ereignis. Er hielt am 19. Februar an der Eislebener Andreaskirche eine Leichenpredigt für Luther und überführte auf Willen des Kurfürsten den Leichnam über Halle, wo er in der Sakristei der Marienkirche eine Nacht aufgebahrt wurde, über Bitterfeld und Kemberg nach Wittenberg. Vier Tage nach dem Tod Luthers wurde nach einer Leichenpredigt Johannes Bugenhagens und Melanchthons die Leiche in das Grab unter der Kanzel der Schlosskirche herabgelassen.

Luthers Tischreden

Luthers Tod hinterließ auch und gerade bei dem ihm nahe stehenden Jonas einen tiefen Eindruck. Aus der Kampfgemeinschaft gegen den beharrlichen Widerstand der altgläubigen Kräfte hatte sich zwischen Jonas und Luther rasch eine ebenso intensive wie herzliche und vertraute Arbeits- und Lebensgemeinschaft entwickelt. Dabei wurden beide einander in zunehmendem Maße unentbehrlich. Niemand konnte den oft verzweifelten Luther so aufrichten wie Jonas. Deshalb lud Luthers Frau Katharina ihn während der gemeinsamen Wittenberger Zeit mehrfach heimlich zum Essen ein. Daraus erklärt sich Jonas' häufiges Vorkommen in den im gastlichen Augustinerkloster aufgezeichneten Tischgesprächen. Das gemeinsame Speisen hatte eine therapeutische Funktion. Der selbst Trostbedürftige erwies sich als der hilfreichste Seelsorger. Deutlich kommt dies in dem Bericht zum Ausdruck, den Jonas nach einem der größten Tiefpunkte in Luthers Leben Anfang Juli 1527 niederschrieb. Der aus Todesängsten und Gewissensqualen Befreite bekannte dem durch seine stille Gegenwart hilfreichen Freund am folgenden Tage: „Ich mus den tag mercken, ich bin gestern zur schule gewest”. Jonas begriff dies kommentarlos. Auch er verstand seinen Weg als eine Lebens-„Schule“, und zwar mit steigenden Anforderungen. So verstand es Jonas auch den von Anfechtungen oder auf Grund von Arbeits- und Verantwortungsüberlastung niedergedrückten Reformator aufzumuntern. Kaum hatte Jonas im Vollzug kirchlich-reformatorischer Aufgaben Wittenberg verlassen, drängte es ihn, Luther brieflich über seine Erlebnisse und sein Ergehen zu informieren. Unzählige Gespräche über theologische Fragen, über Vorgänge in ihrer Umgebung oder im Reich, aber auch über Alltäglich-Menschliches sowie gemeinsame Erlebnisse, darunter auch frohe Geselligkeit, vertiefen die engen Beziehungen zwischen ihnen. Luther hat diese für ihn gerade auch im menschlichen Bereich so wichtige Zuwendung des Freundes im Herbst 1541 mit den Worten gewürdigt, „er scherze und schwatze allzu gerne mit ihm“. Nun da jene Bezugsperson fehlte, fühlte sich Jonas vereinsamt.

Nach dem Tod Luthers

In der ersten Hälfte des Jahres 1546 stand Jonas auf dem Höhepunkt seiner Halleschen Wirkenszeit. Jedoch nahte mit den Ereignissen des Schmalkaldischen Kriegs sein schneller Absturz. Am 22. November 1546 wurde Halle von den Truppen des Herzogs Moritz von Sachsen besetzt, der vom Kaiser als Bündnispartner beauftragt wurde, den Schutz (sprich: die Kontrolle) der Bistümer Magdeburg und Halberstadt zu übernehmen. Deshalb wurde Jonas am 24. November auf die Moritzburg zitiert und ihm im Beisein des Magdeburger Erzbischofs Johann Albrecht von Brandenburg der Vorwurf gemacht, Unfrieden zu stiften. Der Rat machte sich für Jonas stark und widerlegte die Unterstellung. Jedoch wurde Jonas im Ergebnis weiterer Verhandlungen, mit einer Frist von zehn Tagen aus Halle ausgewiesen.

Jonas zog mit seiner Familie zunächst nach Eisleben, dann nach Mansfeld und nach einer günstigen Beurteilung der Lage in Magdeburg dorthin. Während dieser Zeit wurde Jonas durch Medler der Vorschlag einer Superintendentur in Hildesheim angetragen. Halle wurde am 1. Januar 1547 wieder vom sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich eingenommen, worauf Jonas am 9. Januar nach Halle zurückkehrte. Nun wurden in Halle die Klöster aufgehoben und die Mönche vertrieben. In den Vorstädten Halles, Neumarkt und Glaucha, wurden an der St.-Laurentius- und St.-Georgenkirche die Reformation eingeführt. Jedoch währte sein Aufenthalt in Halle nicht lange. Nach der Schlacht bei Mühlberg verloren die evangelischen Reichsstände den Schmalkaldischen Krieg. Die Truppen des Kaisers Karl V. näherten sich Halle, und Jonas floh über Mansfeld, Goslar, Weimar und nach Nordhausen.

Auf Melanchthons Initiative hin erhielt Jonas am 11. Juni die Berufung zum Superintendenten in Hildesheim. Das Amt übernahm er Anfang Juli und setzte die Reformation dort fort. Jedoch behagte ihm das Umfeld in Hildesheim nicht. Nach einiger Beruhigung der Lage kehrte Jonas über Nordhausen am 5. April 1548 unter großem Jubel der Bevölkerung nach Halle zurück. Da ihm jedoch die Wiedereinsetzung in sein Amt versagt blieb, betätigte sich Jonas zunächst als Schlichter in den Fragen des Augsburger Interims und der Leipziger Artikel. Obwohl er zunächst Freund Melanchthons war, wandte er sich im Lauf des Tätigkeitsprozesses dem Standpunkt der Gnesiolutheraner zu, die mit dem gegenüber den Katholiken als übermäßig konzessionsbereit geltenden Melanchthon haderten. Jonas blieb noch bis 1550 in Halle und folgte im Juli einem Ruf des Herzogs Johann Ernst I. von Coburg.

Die letzten Lebensjahre

Holzschnitt von Justus Jonas in seiner Coburger Zeit
Epitaph in Eisfeld

Von vielen persönlichen Nöten und gesundheitlich durch ein Gallensteinleiden angeschlagen, begann Jonas seinen Dienst in Coburg. In Briefen bezeichnet er sich auch hier als „Superintendent“. Trotz seiner Notlage setzte er den Kampf zur Ausformung der evangelischen Lehre auch in Coburg fort. So mischte er sich in die durch Andreas Osiander hervorgerufenen Streitigkeiten ein. Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach versuchte die Auseinandersetzung zu beenden, und daher wurde Jonas damit beauftragt, ein Gutachten zu verfassen. Da das Gutachten gegen Osiander ausfiel, näherte er sich wieder Melanchthon an. Jedoch dauerte diese Annäherung nicht lange, bereits im synergistischen Streit vertrat er wieder die Position der Gnesiolutheraner um Matthias Flacius. Implizit betrachtete er sich somit als Wahrer rechten Glaubens – gewissermaßen im Sinne eines Sachwalters des verstorbenen Luther, dessen Erbe es im Verständnis seiner nächsten Vertrauten zu verteidigen galt.

Um die völlig in Unordnung geratenen Verhältnisse im evangelischen Regensburg zu ordnen, wurde Jonas im Oktober 1552 vom wieder freigelassenen Johann Friedrich I. von Sachsen beauftragt, eine Neuordnung der Verhältnisse vorzunehmen. Nach zehn Wochen wirksamer Tätigkeit hatte er die Aufgabe trotz Krankheit mit ruhiger Hand erfüllt. Jedoch wollte er nicht in Regensburg bleiben und begab sich im August nach Jena, wo er sich am Aufbau der dort entstehenden Universität beteiligen wollte. Im gleichen Monat erfolgte jedoch ein Ruf seines einstigen Kurfürsten Johann Friedrich I. nach Eisfeld als Pfarrer und Superintendent. Hier übernahm er die Führung der gesamten Coburger Kirche am 25. August 1553. In hohem Alter und stark gesundheitlich eingeschränkt versuchte er das verfallene Kirchen- und Schulwesen des Landes zu erneuern. Dazu richtete er ein Konsortium in Regensburg ein, nach dem Vorbild des einst von ihm in Wittenberg geschaffenen Konsortiums.

Auch in seinen letzten Lebensjahren ist Jonas nicht unangefochten gewesen. Vor allem die Auseinandersetzungen zwischen den Gnesiolutheranern und den Philippisten zermürbten ihn. Wenige Tage nach dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden starb Jonas in Gegenwart seiner Frau am 9. Oktober 1555 abends um 21 Uhr. Nach alten Überlieferungen sollen seine letzten Worte gewesen sein

„Herr Jesu Christe, in deine Hände befehl ich mein Seelichen, du hast mich erlöset.“

Sein Andenken am Ort seines letzten Wirkens ehrt ein Epitaph am Eingang der Dreifaltigkeitskirche St. Nikolai, das ihn und Nikolaus Kind gegenüber betend zeigt. Jonas ist als Greis mit wallendem Bart und in die Stirn gekämmtem Haupthaar dargestellt. Nach diesem Epitaph ist seine Reformatorenstatue in der Wittenberger Schlosskirche gestaltet worden. Sein Grab befindet sich unter dem am Ende des 18. Jahrhunderts ausgebauten linken Aufgang zur oberen Empore. Über der Tafel stehen im Bogen die Worte:

Nobile Doctorum par lector amice virorum
Hic cernis quorum nomina urbe volant
Nicolaus Primus fuerat cognomine Kindus
Sparsit in hoc populo qui sacra verba Dei,

D. Kind obiit Cal. Oct. 1549
D. Jonas obiit 9. Jdus Oct. A. 1555

Quod fuerat fragile hoc corpus requiescit in argo
Exspectans summo gaudia summa die M.J.K.E.
(Magister Joh. Kind Eisf. Sohn des Nic. Kind) MDLXV.

Jonas und seine Familie

Das heutige Haus von Justus Jonas in Wittenberg
Justus-Jonas-Gedenktafel an seinem einstigen Wittenberger Wohnsitz

Jonas war einer der ersten, die, ergriffen durch die Ereignisse der Wittenberger Bewegung, als Theologen im reformatorischen Lager 1522 geheiratet haben. Nach damals geltendem Recht handelte es sich dabei um einen höchst strafwürdigen Akt, der jedoch ohne physische Konsequenzen blieb. Es entstand in der Folge eine literarische Disputation, die ein Für oder Wider des Zölibats abwog. Auch Jonas beteiligte sich daran, als Johann Fabri 1522 mit seiner Schrift „Opus adversus nova quaedam et a christiana religione prorsus aliena dogmata Martin Luther“ die Reformation und die von Luthers Anhängern freigestellte Priesterehe angriff. Da Luther kein Interesse hegte, sich mit Fabri auseinanderzusetzen, übergab er Jonas die Aufgabe, Fabris eheschädigende Schrift zu widerlegen.

Jonas gab mit seiner Schrift „Adversus Joanem Fabrum, Constantiensem vicarium, scortationis patronum proconiugio sacerdotali Justi Jonae defensio“ 1523 seine Antwort. Er zog darin alle Register, um Fabris Vorwürfe gegen die Würde der Ehe und speziell der Priesterehe zu entkräften. Ironisch zeigte er darin auf, wie sich Theologen gerade in der Mühsal des Ehelebens in Glauben, Geduld, Liebe und im Kreuztragen üben könnten. Auch stellte er dabei die Erfahrung in der Ehe als wichtige Voraussetzung für die Seelsorge für verheiratete Paare dar und sah in der Kinderzeugung gerade die Erbauung, die der Ehe einen Sinn gebe. Er empfahl Fabri, im Zölibat den Verzicht des Besitzenwollens zu sehen und damit zu verhindern, dass er seine egoistische Leidenschaft und Rücksichtslosigkeit an einer Ehefrau auslasse.

Jonas war zu der Zeit dieser Äußerungen jedoch noch nicht Vater geworden. Seine Frau Katharina gebar ihm erst 1524 den ersten Sohn Johannes, der jedoch nach drei Jahren an der Pest starb. Der zweite war Justus Jonas der Jüngere, diesem folgte eine Tochter, die ebenfalls jung verstarb. Danach folgten drei Söhne mit den Namen Friedrich I. (1527–1529), Friedrich II. (1530 † nach vier Tagen) und Friedrich der III., der am 1. September 1542 in der Saale ertrank. Als siebentes Kind wurde dem Ehepaar die Tochter Sophia geboren, die am 4. März 1549 in Halle den Magister Caspar Wilhelm heiratete. Danach folgten die Kinder Martin und Katharina. Auch Martin starb sehr früh. Die letzten drei Kinder hießen Elisabeth, Joachim und Paul. Paul starb bereits im Säuglingsalter nach Empfang der Nottaufe.

Jonas' Frau Käthe, die 20 Jahre an seiner Seite stand, muss den Überlieferungen nach eine bemerkenswerte Persönlichkeit gewesen sein. Ihre Lebenstüchtigkeit wird von Luther, zu dessen Frau Katharina von Bora Käthe Jonas engen Kontakt pflegte, mehrfach erwähnt. Jonas, der ihre Tugenden häufig rühmte, bezeugt die Hingabe Käthes in ihrer Aufgabe als Ehefrau und Mutter. Nicht zuletzt hatte sie während der häufigen beruflichen Abwesenheit ihres Mannes dem Hausstand vorzustehen. Jonas, der als Propst sein Wohnhaus als Propstsitz gegenüber der Schlosskirche 1523 bezogen hatte, erwarb 1528 das Gebäude für 150 Gulden. Zu jener Zeit, als Justus Jonas sein Haus erwarb und seine Familie aufbaute, begann man in Wittenberg die Festungsanlagen auszubauen. Bei diesem Festungsausbau ist das Haus des Justus Jonas öfter in Mitleidenschaft gezogen worden. Daher gab es immer wieder Schwierigkeiten, die einen Abriss des Hauses nach sich gezogen hätten, da der Schutzwall direkt an seinem Haus aufgeschüttet wurde und ständig der Einbruch seines Heimes drohte. Als darüber hinaus die Pest mehrere Male in Wittenberg herrschte, suchte die Familie Zuflucht in Nordhausen bei Michael Meyenburg. So mussten auch die Einnahmen der Pfründe aus dem Dorf Eutzsch reguliert, ein Weingarten bewirtschaftet und Studenten versorgt werden. 1534 kam es zusätzlich zu Streitigkeiten um das dem Propst zustehende unversteuerte Braurecht.

Die trotz vieler Hindernisse als glücklich geltende Ehe endete, als Käthe an den Folgen der Geburt des 13. Kindes am 22. Dezember 1542 in Halle starb. Wie sehr sie den herrschenden Tugendidealen verpflichtet war, zeigt ihre Entschuldigung auf dem Sterbebett, ihre Rolle als Hausfrau nun abgeben zu müssen: „Her doctor, ich brecht euch gern ein frucht. Ich weis, ir habt kinder lieb. Weint nicht, es gefelt dem hern Christo also woll“. Jonas, den eine tiefe Trauer ergriff, erhielt daraufhin viele Trostschreiben, von denen noch acht bekannt sind. Luther hob in seinem Schreiben die vorbildliche Haltung Katharina Jonas’ hervor und Melanchthon brachte Jonas zum Ausdruck: „Geschieden ist von den Lebenden meine Lebensgefährtin, die Zierde meines Lebens.“

Jonas umgab nun eine Schar von fünf minderjährigen und versorgungsbedürftigen Kindern, während er selbst durch vielfältige Aufgaben in Beschlag genommen war. Dies wird seine Entscheidung beflügelt haben, im Juni 1543 die 22-jährige Hallenserin Magdalena zu heiraten. Luther, der von diesem Vorhaben Kenntnis erhielt, warnte ihn, sich vor dem Ablauf des Trauerjahres erneut zu vermählen. Jedoch nahmen er und Spalatin Jonas in Schutz, als Gerüchte über den damals als Bigamie gewerteten Vorgang auftraten. Magdalena, die in der Bibel bewandert war, soll Jonas eine vertraute und züchtige Hausfrau im Sinne der damaligen Konventionen gewesen sei. Sie gebar Jonas drei weitere Kinder. Zuerst bekam sie Zwillinge, von denen einer frühzeitig starb und nur der Sohn Martin verblieb. Im Mai 1547 gebar sie auf der Flucht vor Herzog Moritz in Goslar den Sohn Philipp. Nach den Wirren des Schmalkaldischen Krieges und ständiger Änderung des Wohnsitzes verstarb sie am 8. Juli 1549 in Halle.

Trotz Hilfe war der bereits 57-jährige Jonas lebensunfähig, ohne an seiner Seite eine Frau zu haben. Darum heiratete er, auch im Hinblick auf die immer noch minderjährigen Kinder, im Mai 1550 Margarethe Farnroeder aus Naumburg (Saale). Sie begleitete ihn zu seinen letzten Lebensstationen und pflegte den kranken und an Lebenskraft abnehmenden Jonas. Er war sich bewusst, dass er physisch und geistig ständig an seine Grenzen stieß. Schon zu besseren Zeiten litt er an lähmenden Schüben in den Fingern, Gallensteinschmerzen, Schwindel- und Gichtanfällen, die von massiven Selbstzweifeln und Depressionen begleitet waren. Aus jener Existenzunsicherheit und in der Angst, seine Witwe nach seinem Tod nicht versorgt zu wissen, appellierte er in seinen letzten Lebenstagen an den Kurfürsten August von Sachsen, die ihm seit 1547 verloren gegangene und durch Johann Friedrich I. von Sachsen einst zugesagte Pension von jährlich 100 Gulden samt den Rückständen fortzuzahlen. Der Kurfürst ging jedoch nicht auf den Appell ein und lehnte ihn schlichtweg ab.

Die Sicherung der finanziellen Existenz spielte im Wesen von Jonas eine prononcierte Rolle. Vor allem in Sorge um seine wachsende Familie achtete er penibel auf seine finanzielle Situation. Jonas musste als Wittenberger Professor bereits 20 Gulden im Jahr an diejenigen zahlen, die seine juristischen Vorlesungen übernahmen. Wenn er auch weiterhin über die Einnahmen als Professor der Theologie und aus seinen Pfründen als Propst verfügte, stellte dies doch einen beachtlichen Verlust dar. Auch als er aus dem Wittenberger Konsortium ausschied, gingen ihm 200 Gulden im Jahr verloren. Da er im Auftrag des Kurfürsten seine Tätigkeit in Halle wahrnahm, liefen die Einnahmen in Wittenberg weiter. Als Jonas im Juli 1544 den Kurfürsten bat, in Halle bleiben zu dürfen, wollte er allerdings sein Wittenberger Gehalt weiter beziehen und die Einkünfte aus dem Dorf Eutzsch, die an den Propsttitel gebunden waren, erblich überschrieben bekommen. Dies lehnte der Kurfürst ab und bot ihm zum Verzicht auf den Propsttitel für zwei Jahre einen Ausgleich von 140 Gulden an. Nach weiteren Aushandlungen konnte Jonas erreichen, dass ihm der Kurfürst 1545 100 Gulden auf Lebenszeit gewährte. In Halle erhielt er als Superintendent neben freier Wohnung jährlich 300 Gulden. Eine wesentliche Änderung in seinem Leben begann am 19. Mai 1547, als die kaiserlichen Truppen in Halle einzogen. Als er nach seiner Flucht aus Halle wieder zurückkehrte, musste er feststellen, dass seine Stelle neu besetzt worden war. Von nun an versuchte er mit allen Mitteln, wieder an Gelder zu gelangen, doch konnte er sich in seiner Hallenser Zeit fast nur durch Bittschreiben an Fürsten und Freunde Einnahmen aus Spenden erschließen. Aus finanzieller Sorge um seine Familie forderte er von seinem Bruder das ihm zustehende Erbe seines Vaters gerichtlich ein. Auch die erwähnte Bittschrift an den Kurfürsten Georg ist ein Bestandteil jenes Gesamtbildes. Erst mit den später angenommenen Dienstverhältnissen erfolgte wieder eine Besserung seiner finanziellen Lage.

Jonas als Kirchenlieddichter

Titelblatt eines Gesangbuchs von 1544 mit Wappen von 5 Reformatoren
„Wo Gott der herr nicht bey uns sey“ aus „Geystliche Lieder“ Leipzig, 1563

1517 leitete Luther mit der Veröffentlichung der 95 Thesen die Reformation ein und vollzog mit der Verbrennung der Bannbulle des Papstes Leo X. vor dem Elstertor in Wittenberg die vollständige Trennung von der römisch-katholischen Kirche. Seine Bewegung, die auf der Grundlage der tatsächlichen Auslegung der Schrift beruhte, benötigte nativ auch eine kirchenkulturelle Grundlage. So wurden auch viele Theologen seiner Zeit zu seinen Anhängern, die diese Bewegung mitgetragen haben. 1523 äußerte Luther den Wunsch nach deutschen Gemeindegesängen und wurde selbst mit dem 130. Psalm, den er in Liedform brachte, zum Erfinder des Psalmliedes. Damit wollte er Thomas Müntzer entgegentreten, der mit seiner Übersetzung altkirchliche Hymnen für den Gottesdienst nach gregorianischen Melodien mit deutsch übersetzten Psalmen arrangierte.

Luthers Aufforderung kamen in seinem Umkreis einige Personen nach. Jonas der während seines akademischen Grundstudiums an der artistischen Fakultät, das Studium der septem artes liberales, der sieben freien Künste, bestehend aus vier naturwissenschaftlichen Fächern, Aritmetica, Geometria, Astronomia und Musica als Baccalaureus und Magister abschloss, war also ein akademisch gebildeter Musiker. So kam er 1524 Luthers Wunsch mit der dichterischen Bearbeitung des 124. Psalms „Wo Gott, der her nicht bei uns hält“ nach. Im selben Jahr arbeitete er an diesem weiter und verknüpfte ihn mit anderen Bibelstellen, vorrangig aus dem 12. Psalm. Auffällig erscheint hierbei, dass er bei der Bearbeitung des biblischen Textes auch Erfahrungen aus seinem irdischen Leben mit einfließen ließ. Das Lied fand mit fünf Strophen, statt der ursprünglichen acht, Eingang in das evangelische Kirchengesangbuch und ist ein Kernlied der evangelischen Kirche.

Für die folgenden 15 Jahre sind von Jonas keine neuen Kirchenlieddichtungen bekannt. Nachdem er allerdings durch einen erneuten Anfall seines Steinleidens geschwächt wurde, wandte er sich wieder der Thematik zu. So findet man 1539, in einem Brief an den Fürsten Joachim von Anhalt, den Verweis darauf, dass er den Hymnus des Prudentius „Deus igree, fons animarum“ über den Glauben an die Auferstehung der Toten übersetzt hatte. Dann erfährt man wiederum einige Jahre nichts von seinem Kirchenliedschaffen. Vermutlich im Frühjahr 1545 griff er im Angesicht der Gefahr vor den Türken das dreistrophige Lied Martin Luthers „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ auf, ergänzte es um zwei Strophen und gab es in Wittenberg in Druck als „Ihr Anschleg, Heer zu nichten mach“.

Nach dem Tod Luthers war durch die Angst nach dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges eine Zeit des positionierenden Gebets gefragt. Als Stilmittel der Gebets- und Bußgottesdienste griff Jonas den 22. und 79. Psalm der Lutherübersetzung auf und verfasste am 9. Juli 1546 „Herr Jesu Christ, oh warer Gott“. Das 15 Strophen lange Lied erschien als vierblättriger Lieddruck in zwei Ausgaben und ist durchströmt in der Melodie „Vater unser im Himmelreich“ düsteren Ahnungen der Nöte, die nach Luthers Tod über die Christenheit kommen würden. Als Kurfürst Johann Friedrich und Herzog Philipp von Hessen 1546 in den Schmalkaldischen Krieg zogen, befasste sich Jonas mit der Auslegung des 20. Psalms und schuf das Lied „Der Herr erhör euch in der Not, der Sohn Gottes, Herr Zebaoth, der aller Angst ein Tröster heißt, wirkt in euch Sidons Stärk, beweis an euch sein göttlich Werk“. Im gleichen Jahr nimmt er das Thema wieder auf und lässt es als dreiblättrigen Lieddruck in Wittenberg veröffentlichen, mit der Melodie „Vater unser im Himmelreich“. Er möchte mit diesem Lied Fürbitte für den Kurfürsten und seine Verbündeten leisten. Bis zum heutigen Tag sind sechs Lieder von Jonas bekannt. Überliefertes Urkundenmaterial weist jedoch auf ein umfangreicheres Liedschaffen, so auf ein deutsches Kampflied gegen Bischof Michael Helding datiert auf den 29. Dezember 1548, von Jonas hin. Da diese jedoch verloren scheinen, kann hier keine erschöpfende Behandlung der Thematik stattfinden.

Jonas trat auch als Dichter hervor. Bereits in seiner Erfurter Humanistenzeit verfasste er 1509 elf Distelchen auf Eobanus Hessus als „Livor, ad exortam te protinus erige famam“ und 1510 vierzehn Distelchen auf Ludwig Londergut als „Dulcis Amor viridi matrem comitatus in Ida“. Wesentlich intensiver trat er in der Thematik Kirchenmusikdichtung nicht als schöpferisch in Erscheinung, vielmehr als nachformend, weitergebend und organisierend. So ist seine Reform des Stifts der Schlosskirche zu nennen. Bemerkenswert sind Jonas' Anweisungen für Dorfkirchen ohne Lateinschüler. Hier beschränkt er die Wochenendvesper auf Geläut, Gesang einiger Lieder und Gebet. Ähnlich knapp verläuft der dörfliche Sonntagsgottesdienst, wenn keine Abendmahlsgäste da sind: Gesang von ein oder zwei Liedern, Lesung des Evangeliums, Credo-Lied, Predigt, Lied, Collectio, Segen. Mit dieser Ordnung nähert sich Jonas stark dem reformierten Gottesdienst. Die in Sachsen bewährte Liturgie führte Jonas auch in Halle ein.

Name und Wappen

Unterschrift von Justus Jonas d. Ä.
Wappen von Justus Jonas

Seit dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts setzten sich im deutschen Sprachraum Nachnamen durch, vor allem in Gemarkungen mit größerer Bevölkerungsdichte. Um 1350 setzte sich diese Entwicklung auch in weniger ballungsintensiven Ortschaften fort. Dennoch blieb die Namensführung bis weit ins 18. Jahrhundert nicht immer so konstant, wie wir sie nach unserem heutigen Namensrecht kennen. Vor allem in den Gelehrtenkreisen war es nicht unüblich, dass sich eine Person einen Gelehrtennamen zulegte und diesen auf die Nachkommenschaft übertrug. Justus Jonas wurde auf den Namen „Jobst Koch“ getauft. Nach damals üblicher Gelehrtensitte latinisierte er seinen Vornamen in „Jodocus“. In einem weiteren Änderungsprozess verschwand von „Jodocus Koch“ der Nachname und seine Lehrer ersetzten diesen durch „de Northusen“ (von Nordhausen) oder „Northusanus“ (der Nordhäuser). Nach und nach wurde er unter dem Vornamen seines Vaters bekannt, der als „Jonas Proconsul“ oder „Ratsmeister Jonas“ in den Urkunden erscheint. Als „Jodocus Jonas de Northusen“ schrieb er sich in die Universitätsmatrikel in Erfurt ein. Bis 1521 trug er diesen Namen. Die einzige Ausnahme machte Jonas in zwei Briefen, als er sich Mutian gegenüber bereits „Justus Jonas“ nannte. Dies wird nach heutigem Ermessen als eine Anspielung auf sein bereits abgeschlossenes Jurastudium angesehen. „Justus“ oder „Justi“, wie er sich nannte, heißt auch „der Gerechte“. Seinen ursprünglichen Namen behielt er bei und schrieb beispielsweise „wider Jodocum Koch, der sich nennet Justum Jonam“.

Die seit dem 12. Jahrhundert zunächst von Adligen verwendeten Wappen konnten durch die Ausprägung eines Bürgertums im 14. Jahrhundert auch Juristen und angesehenen Bürgern gewährt werden, die damit ihre Geschäfte besiegelten. Wappen sind somit das Zeichen einer Person und versinnbildlichen meist anhand des abgebildeten Inhalts eine Geschichte, die eine optische Zuordbarkeit desselben erleichtert. Wie wir gesehen haben, finden wir bei Justus Jonas unterschiedliche Namenszuordnungen von Vor- und Nachname, die zum endgültigen Namen Justus Jonas führten. Auffällig erscheint dabei die Konzentration auf den Nachnamen Jonas. In den Matrikeln der Universität Erfurt findet man erstmalig eine farbliche Abbildung des Wappens von Justus Jonas. Es stellt die Szene des Alten Testaments dar, die Jonas zeigt, als er aus dem Maul des großen Fisches entsteigt.

Während der Vorname „die Taube“ bedeutet, gewinnt der Nachname in der Anlehnung an das Alte Testament eine symbolische andere Bedeutung. Der Walfisch wird traditionell in der Symbolsprache als das Meeresungeheuer aufgefasst. In der griechischen Mythologie wird Keto von Perseus getötet, um die Königstochter Andromeda zu befreien. Das Alte Testament der Bibel beschreibt im Buch Jona, wie der „große Fisch“ diesen verschlang: „Jonas war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches, und er betete zum Herrn. Da befahl der dem Fisch, Jonas an Land zu speien“ (Jona 2). Im Sinne der „Vorahnung“ von Evangelien-Szenen im Alten Testament steht bei Matthäus 12,40 die Vorhersage Jesu, seine Auferstehung betreffend: „Gleichwie Jonas drei Tage im Bauch des Meeresfisches war, also wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte mitten in der Erde sein.“ Immer wieder wurde diese Textstelle als allgemeines Symbol der Auferstehung von den Toten aufgefasst und künstlerisch dargestellt. Auch von Jonas, dem Vertreter des reinen Evangeliums, den die Symbolik des Wappens als religiösen Eiferer, in den Wassern des Lebens schwimmend darstellen soll.

Ikonographie

Kupferstich von Justus Jonas aus dem 16. Jahrhundert von Theodor de Bry
Detail aus dem Epitaph für Michael Meyenburg von Lucas Cranach d. J.

Seit Beginn der Reformation haben bei der Verbreitung des neuen Glaubens nicht nur Predigten, Druckschriften und Streitgespräche, sondern auch anschauliche Bilder eine zentrale Rolle gespielt. Obwohl Andreas Bodenstein die Bilder als Götzendienst abschaffen wollte, sprach sich Luther gegen dieses Vorgehen aus. Er stellte sich zwar gegen die opulente Bilderkultur des Katholizismus, wusste jedoch, dass der Glaube aus Höherem kommt und nicht aus dem Sehen. Bilder haben einen pädagogischen Wert, weil durch die Veranschaulichung derselben die Vorstellung reift und kontextsensitive Zusammenhänge dadurch leichter erfahrbar werden. Nicht zuletzt sind Bilder bleibend, sie stellen seit Anbeginn der Menschheit eine Ausdrucksform dar, die das sinnliche Empfinden des Betrachters anspricht und im Gedächtnis haftet. Im Zeitalter der Konfessionalisierung hatten dann Bilder eine besondere religionspolitische und didaktische Bedeutung. „Fromm werden“ ist nach Luther ein ständiger Kommunikations- und Reflexionsprozess, der Glaubensvergewisserung hervorruft. Nicht zuletzt erlangen Bilder in der heutigen Mediengesellschaft ein Verhältnis zur Wortkultur.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert ist Justus Jonas durch Holzschnitte, Kupferstiche und Gemälde für die Nachwelt erfasst worden. Holzschnitte und Kupferstiche fanden in Büchern Verwendung. Damit wurden Abbildungen einer breiten Masse zur Verfügung gestellt und überregional verbreitet. Holzschnitte zeigen Justus Jonas als Professor und Doktor der Theologie in Wittenberg, während seiner Zeit in Halle und auch in seiner Coburger Zeit. In der Phase der Konfessionalisierung treten – neben einem Holzschnitt – in der Reformatorenbibel auch Kupferstiche auf. Diese bewirkten eine qualitative Verbesserung des Bildmotivs. So gab Theodor de Bry zusammen mit Jean Jacques Boissard 100 Gelehrtenviten mit Kupferstichporträts heraus, in denen auch ein Kupferstichportrait von Justus Jonas enthalten war. In der geschichtlichen Aufarbeitungsphase des 19. Jahrhunderts hat man Lithographien von Justus Jonas angefertigt, um den sonst nüchternen Text aufzuwerten. Die in der Reformationsliteratur bekannten Werke „“ (1859) und zu Justus Jonas (1869) enthalten die genannten Lithographien. Nach heutigem kunsthistorischem Ermessen stellen sie aber keine historische Realität dar. Sie sind zwar ansehnlich plastisch gestaltet; da die Künstler Jonas aber nicht gekannt haben können, erscheinen sie subjektiv verfälscht. Somit können sie im Kontext einer historischen Reformationszeitbetrachtung nicht als authentische Abbildungen gewertet werden.

Neben den Massenprodukten von Holzschnitten und Kupferstichen findet man im Cranachstammbuch eine Einzelabbildung von Justus Jonas, und eine Portraitabbildung ist auch auf einem bekannt, das Jonas als Prediger in Halle zeigt und dem der Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden ist, der Jonas in seiner Hallenser Zeit zeigt. Lucas Cranach der Ältere und Lucas Cranach der Jüngere waren die Maler der Reformationszeit, die auch Reformationsthemen bearbeiteten. So findet man in ihren Werken auch Justus Jonas, der häufiger in den Gruppenbildern der Reformatoren auftaucht. Erstmalig erfasste der ältere Cranach um 1532–39 die Reformatoren, gemeinsam mit dem Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen. Auf Abendmahls, auf dem Altar der Stadtkirche von Wittenberg. Hier glaubt man, hinter Martin Luther als Junker Jörg Jonas erkennen zu können. Die Thematik des Abendmahls erhält auf dem in Dessau-Mildensee eine wiederkehrende Bedeutung. Auf diesem Epitaph erkennt man Jonas hinter Caspar Cruciger dem Älteren und vor Johannes Bugenhagen, dem Betrachter zugewandt auf sich zeigend. Auch das Epitaph für seinen Freund Michael Meyenburg in Nordhausen zeigt die Reformatoren, wo Justus Jonas hinter Cruciger zu erkennen ist. In einem Epitaph für Paul Eber in der Stadtkirche Wittenberg behandelt der jüngere Cranach die Thematik der Reformatoren im . Hier erkennt man Jonas rechts neben Cruciger, einen Rebenstock setzend. Die gleiche Thematik griff der jüngere Cranach 1582 wiederum im Salzwedler Altar der Mönchskirche auf (heute im Johann-Friedrich-Danneil-Museum in Salzwedel). Hier wird Jonas wie auf dem Wittenberger Epitaph als Diener des Herrn einen Rebenstock setzend neben Cruciger dargestellt. Auch auf dem Gemälde von 1556 ist Jonas anscheinend in der Gruppe von Reformatoren als Teilportrait zu erkennen. Auch auf dem Reformationsaltar in der Stadtkirche von Kemberg befand sich auf Seitenflügel die Taufe Christi eine . Dieser aufgrund seiner komplexen Reformationsaussage besonders wichtige Reformationsaltar ist durch Unachtsamkeit verbrannt.

Sein Epitaph zeigt Jonas als vom Leben gezeichneten Mann, der in der tiefen Religiosität der damaligen Zeit verwurzelt war. Die nach dem Vorbild des Epitaphs Ende des 19. Jahrhunderts geschaffene Reformatorenstatue in der Wittenberger Schlosskirche weist diese Züge nicht mehr auf. Sie ist nach der pathetischen Auffassung der damaligen Zeit in einer glorifizierenden Verehrung für die Reformation geschaffen worden. Dadurch verfälscht sich auch ihre Aussage und stellt Jonas in einem heroischen Gesamtensemble der Schlosskirche dar.

Porträtmedaille

  • 1841 Zinnmedaille, 45 mm, Medailleur unbekannt. Vorderseite: Perlkreis, Umschrift: D. IUSTUS IONAS ERSTER VERKÜNDIGER DER REINEN LEHRE IN HALLE / unten: 1541. - Hüftbild mit Barett von vorn, in den Händen Buch mit Titel: Die / Heilige / Schrift // Rückseite: Perlkreis, neun Zeilen Text: ZUR / IUBELFEIER / DES / DREIHUNDERTIÄHRIGEN / FREIEN / EVANGELISCHEN / BEKENNTNISSES / IN HALLE / 1841.

Wirken

Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen mit den Reformatoren von Lucas Cranach d. Ä.

Jonas gehörte nicht zu den Reformatoren, die große kirchliche Schriften verfassten. An der Theologie Luthers orientierend, war er der kirchenrechtlich vertretende Part der Wittenberger Reformatoren. Daher hat er nie versucht einen eigenen theologischen Standpunkt zu entwickeln. Vielmehr hat er seine juristischen Kenntnisse, sowie seine Lebenserfahrung als praktische Tätigkeit bei der Gestaltung der Reformation einfließen lassen und war so ein besonders fähiger Verhandlungspartner. Gefragt war auch seine Tätigkeit als Übersetzer, durch die er die Schriften der großen Reformatoren einem breiten Publikum zugänglich machte.

Gregor Brück bezeichnete Jonas zwar im Rahmen der Auseinandersetzung über seine finanzielle Abfindung als einen „unfleißigen“ Professor der Theologie, doch sollte nicht verschwiegen werden, dass er trotz gesundheitlicher Einschränkungen und privater Rückschläge sich für die Sache der Reformation aus Überzeugung einsetzte. Von Luther in der Frage der Priesterehe beauftragt, erwarb sich Jonas seine erste Anerkennung. Auch als er entschieden gegen die drohende 'Türkengefahr' auftrat, fand seine Stimme Gehör. Obwohl er als Wittenberger Reformator hinter den großen Reformatoren in der zweiten Reihe steht, ist er als Anwalt, Übersetzer und Organisator einer derjenigen gewesen, die der Reformation zu ihrem dauerhaften Erfolg verhalfen.

Wenn die Überlieferungen ihn als rhetorisch ausgezeichneten Redner darstellen, so war Jonas unter den Wittenberger Reformatoren sicherlich kein dogmatisch starrer Theologe. In seiner Polemik unterscheidet er sich auch kaum von den Mitstreitern seiner Zeit, jedoch in seiner Auffassung der Partnerschaft. Entgegen der damals vorherrschenden Meinung des Mittelalters über Frauen, waren für ihn Frauen gleichberechtigte Partner. Somit ist er eine Person, die die Abkehr vom Kapitel des Mittelalters mitgestaltet hat und maßgebliche Impulse für die Gestaltung der evangelischen Gemeinschaft, auch aus der eigenen Eheerfahrung, gesetzt hat.

Jonas blieb durch die Anbindung an Luther immer auch im Schatten des großen Reformators stehen. Im Gedächtnis bewahrte man ihn als Mann an Luthers Seite, als vielfältig engagierten und durchaus erfolgreichen Praktiker, als Übersetzer von Schriften der Reformatoren sowie als Reformator von Halle. Wenn man eine Einordnung seiner Person vornehmen möchte, obwohl es nie einen Rangstreit unter jenen nicht gab, gehört er ohne Zweifel ins zweite Glied der Reformatoren. Als Wittenberger Reformator steht er so neben Johannes Bugenhagen, Casper Cruciger dem Älteren und anderen. Durch sein Wirken hat er jedoch einen unbestrittenen Platz in der Geschichte der lutherischen Reformation erworben.

Werke

Bisher ist das Schaffen des Justus Jonas noch nicht vollständig erschlossen worden. Jonas galt lange Zeit lediglich als Mitstreiter Martin Luthers, und er wurde in der Erwähnung seiner Werke immer vor allem als Übersetzer der Werke Luthers und Melanchthons betrachtet. So hatte er wesentlichen Anteil an der Übersetzung des alten Testaments der Lutherbibel. Es erscheint auffällig, dass von Jonas als theologischem Lehrkörper der Universität Wittenberg gerade in der bewegten Zeit der Reformation relativ wenige Schriften behandelt worden sind. Legt man hier die Anzahl der Schriften der großen Reformatoren zu Grunde, so erscheinen die bisher bekannten Schriften als unvollständig und lassen daher keine vollständige Bewertung zu. Daher sollen hier nur alle bekannten Werke aufgeführt werden.

Schriften

  • Praefatio in Epistolas divi Pauli Apostoli, 1520
  • Acta et res gestae D. Mi Lutheri in comitiis principium Wormaciae ,1521, in Luthers Werke Band 7, Seite 825
  • Adversus Joanem Fabrum, Cosntantiensem vicarium, scortationis patronum proconiugio sacerdotali J. J. defensio,, Tiguri, Wittenberg 1523
  • Ad Caput. 13. Matth(a)ei. Jonas, Sup(er) v(er)ba Isai(a)e. ca.6. 1524
  • Annotationes J. J. in Acta Apostolorum. Ad Jo. Fridericum Saxon. Ducem, Wittenberg 1524, Basel 1525, Deutsche Übersetzung 5. August 1525 bei Silvanus Otmar, Augsburg Online
  • Vom alten und newen Gott, glawben und lere, gecorrigirt und gebessert, Wittenberg 1526
  • Annotationes zu Act noch seine angesichts der Türkengefahr, 1529
  • Das siebend capitel Danielis von des Türken Gotteslästerung und schrecklicher Moderey mit unterricht J. J., Wittenberg 1529; Jena 1529
  • Contra tres pagellas Agri Phagi Georgii Witzel, quibus pene Lutheranismus prostratus et voratus esset, J. Joae responsio, Wittenberg, Georg Rhaw 1532
  • Responsio ad apologiam Croti Rubeani, Wittenberg 1532
  • Oratio de gradibus in Theologia, Wittenberg 1533
  • Wilch die rechte Kirche und dagegen wilch die falsche Kirch ist, christlich Antwort und tröstlicher Unterricht wieder das pharisäisch Gewäsch Georgii Witzel, Justus Jonas D., Wittenberg, Georg Rhaw 1534
  • Ludus Sylvani Hessi in defectionem Georgii Vuicelii ad Papistas cum Praefatione J. J. Respondo stulto iuxta stulticiam suam, ne videatur sibi sapiens, Wittenberg 1534
  • Oratio Justi Jonae Doctoris Theologiae de studiis theologicis Declamatio Scripta, Wittenberg 1539
  • Kirchenordnung zum Anfang, für die Pfarrherrn in Herzog Heinrichen zu Sachsen Fürstentum, 1539
  • Gebet und Danksagung bey Abschaffung der ehemals am Tage Corporis Christi gehaltenen abgottischen Päbstlichen Procression ..., (Gebet zur Erhaltung der halleschen Salzbrunnen) 1541
  • Christlicher und kurzer Unterricht von Vergebung der Sünden und Seligkeit durch D. J. Jonas, Wittenberg 1542
  • Ein Seremon von den Historien Judas Ischarioth und des Judas Kuß, gepredigt zu Halle in Sachsen, 1543
  • Der Neun und sybentzigste Psalm zu diesen gefährlichen Zeiten allen Christen zu Trost zu singen und zu bäthen im Reyme gestallt. Durch Doctor Just. Jonas, Supperatendenten zu Hall, 1546
  • Zwo tröstliche Predigt uber der Leich D. Doct. Martini Luther zu Eisleben den XIX. und XX. Februarii gethan durch D. Doct. Justum Jonam. M. Michaelem Celium, Wittenberg, Georg Rhau
  • Vom Christlichen abschied aus diesem tödlichen leben des Ehrwirdigen Herrn D. Martin Lutheri, Wittenberg 1546
  • Vorrede inn die gantz Bibel, wie die ware Kirche Gottes auff Erden jren anfang gehabt, aus dem Latin verdeutscht durch J. J., Erfurt 1548
  • Ein fast tröstliche Predigt und auslegung der Historien von der Wunderbaren XL tagen In Actis Aposto. Cap. I. Item von der Auferstehung der Todten zu Regenspurg Jnn Bayern gepredigt. Anno Dmn. 1553 erstlich jetz und Anno 1554 in Druck gegeben. Gedruck zu Erfurt 1554 durch Cervasium Stürmer anno 1554
  • Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts, Band 1, Leipzig 1902 und Band 2, Leipzig 1904

Übersetzungen Latein – Deutsch

Titelblatt der Lutherübersetzung Das der freie Wille nichts sey 1526
  • Luthers 95 Thesen, 1517
  • Von geistlichen und klostergelübden, Wittenberg 1522
  • Unterricht Melanchthons: Wider die lere der Widerteuffer, Wittenberg 1528
  • M. Luthers Urteil an Hans Luther, seinen lieben Vater, verdeutscht durch D. J. J., Propst zu Wittenberg, Wittenberg 1522
  • Das der freie Wille nichts sey, D. Mart. Luther an Erasmus Rot., verdeutscht von J. J., Wittenberg 1526
  • Melanchthons Auslegung des Colosserbriefes Epistel S. Paulizum Colossern durch Ph. Melanchthon, Wittenberg 1529
  • Apologia der Confessio Augustana, Wittenberg 1535
  • Auslegung D. M. Luthers über das Lied Mose am 32. Cap Deutero, Wittenberg 1532
  • Ecclesiates oder Prediger Salomo, Wittenberg 1533, 1538, 1560, 1563
  • Melanchthons Übersetzung der Loci Communes, 1536
  • Ursprung des Türkischen Reiches durch Paulum Jovium, 1538
  • Des durchl. Großm. Herrn, Herrn Heinrich VIII. Schrifft an Kaiserliche Majestät, Wittenberg 1539
  • Brandenburgisch-Nürnbergische Katechismus, Wittenberg 1539
  • Ein kleglich ansuchen des ausschus der V. Nider Osterreichischen lande belangend die große jetzige Fahr des Türken halben, Wittenberg 1539
  • Hymnus des Prudentius, 1539
  • Epistel an den Landgrafen zu Hessen … Phil. Melanchthon, Wittenberg 1540
  • Von der Kirchen und der alten Kirchen leren, Phil Melanchthon, Wittenberg 1540
  • Lazari Klage für des Reichen Thür …, Wittenberg 1540
  • Eine Schrift Ph. Melanchthon newlich lateinisch gestellet, wider den unreinen Bapst Celibat, Wittenberg 1541, Halle 1543
  • Eine kurtze Schrifft des Ph. Melanchthon. Von rechter Vergleichung und Friedehandlung …, Wittenberg 1541 Erfurt 1541, Wittenberg 1557
  • Verantwortung Ph. Melanchthons auff der Cölnischen unter Clerisey Schrifft wider Ern Martin Butzern ausgegangen, Wittenberg 1543
  • Ursachen, warumb die Kirchen, welche reine, Christliche lehr bekennen …, Wittenberg
  • Der Prophet Daniel, ausgelegt durch Ph. Melanchthon, Wittenberg 1546
  • Vorrede in die gantz Bibel. Wie die ware Kirche Gottes auff Erden jren anfang gehabt. Aus dem Latin verdeutschet Durch Justum Jonam MDXLVIII., Gedr. Zu Erfurdt durch Melchior Sachsen
  • Welchs die Einig. Recht, Kirche Christi sey, Regensburg 1553

Übersetzungen Deutsch – Latein

  • Praefatio methodica totius scripturae in epistolam Pauli ad Romanos e vernac. M. Luth. in lat. versa per J. J., Wittenberg 1523; Nachdrucke in Zürich und Hagenau
  • Libellus Mart. Lutheri Christum Jesum verum Judaeum et semen esse Abrahae e germ. vers. per J. J. cum epistola Jonae ad And. Remum, Wittenberg 1524
  • Libellus M. Lutheri de sacramento Eucharistae ad Valdenses fratres e germ. transl. per J. J., Wittenberg 1526
  • Enarrationes Novae D. M. Lutheri in Jonam propetam Hagenoae, 1530
  • In Psalm 82 de magistratibus, Wittenberg 1531
  • Summaria D. M. Lutheri in psalmos Davidis, Wittenberg 1534
  • De missa privata et nuctione sacerdotum libellus Mart. Luth. e germ. in lat. transl. per J. J., Wittenberg 1534
  • Liber Jesu Sirach, Wittenberg 1538, Frankfurt 1564, Leipzig 1582
  • Epistola D. M. Lutheri contra Sabbatarios, Wittenberg 1539
  • Catechismus pro pueris et iuventute in ecclesiam Marchionum, Wittenberg 1543
  • Libellus contra Judeos, 1543

Literatur

  • Siegfried Bräuer (Hrsg.): Justus Jonas. Beiträge zur 500. Wiederkehr seines Geburtstages. Stadtarchiv, Nordhausen 1993.
  • Otto Clemen: Georg Witzel und Justus Jonas. In: Archiv für Reformationsgeschichte. Mohn, Gütersloh 17.1920, Kraus, Nendeln 1974ff.(Repr.). ISSN 0003-9381
  • Walter Delius: Leben und Lehre. Justus Jonas 1493–1555. Bertelsmann, Gütersloh 1952.
  • Walter Friedensburg: Geschichte der Universität Wittenberg. Niemeyer, Halle/Saale 1917.
  • Gustav Kawerau: Der Briefwechsel des Justus Jonas. 2 Bde. Halle 1884, Olms, Hildesheim 1964 (Repr.).
  • Inge Mager: Das war viel ein anderer Mann. Justus Jonas, ein Leben mit und für Luther. In: Peter Freybe (Hrsg.): Luther und seine Freunde. Drei-Kastanien-Verlag, Wittenberg 1998, ISBN 3-933028-09-4.
  • Moritz Meurer: Philipp Melanchthons Leben. Für christliche Leser insgemein aus den Quellen nacherzählt. Naumann, Leipzig 1869.
  • Theodor Pressel: Justus Jonas. Nach gleichzeitigen Quellen. Friederichs, Elberfeld 1862.
  • Martin Schellbach: Justus Jonas. Lichtweg, Essen 1941.
  • Wolfgang Klose: Das Wittenberger Gelehrtenstammbuch: das Stammbuch von Abraham Ulrich (1549-1577) und David Ulrich (1580-1623), Halle: Mitteldt. Verl., 1999, ISBN 3-932776-76-3

Weblinks



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