Johann Georg Friedrich Hartmann Mayer


Johann Georg Friedrich Hartmann Mayer

Johann Friedrich Georg Hartmann Mayer (* 21. September 1719 in Herbsthausen; † 17. März 1798 in Kupferzell) war ein deutscher Pfarrer und reformierte als „Gipsapostel“ die Landwirtschaft in Hohenlohe.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Johann Friedrich Mayer wurde als Sohn eines Gastwirtes und Schultheißen in Herbsthausen geboren. Nach seiner theologischen Ausbildung hatte er von 1741 bis 1745 eine Pfarrstelle in Riedbach inne. Von 1745 bis zu seinem Tod 1798 war er evangelischer Pfarrer in Kupferzell.

Im Garten seines Pfarrhauses stellte Pfarrer Mayer über viele Jahre landwirtschaftliche Versuche an und beobachtete daneben die bäuerliche Arbeit auf den Höfen. In zahlreichen Schriften erklärte Mayer den Bauern natürliche Zusammenhänge in Feldbau und Viehhaltung. Neben der Verbreitung seiner Erkenntnisse durch Zeitschriften und Bücher beriet Mayer Fürsten und Bauern. Er machte die Hohenloher Bauern unter anderem mit dem Anbau der ihnen damals noch unbekannten Kartoffel vertraut. Anfangs empfahl er die Kartoffel nur zur Viehfütterung, später dann vor allem zum menschlichen Verzehr.

Zur besseren Nutzung der Äcker schlug Mayer den Bauern vor, ihre Brachflächen mit Klee zu bepflanzen. Dadurch gewannen sie zusätzliches Viehfutter für die von Mayer empfohlene Stallhaltung des Viehs. Erwünschter Nebeneffekt der Stallhaltung war der verstärkte Anfall von Mist, der als Dünger auf den Äckern dienen konnte. Auch dank Mayers Vorschlägen nahm die Viehzucht in Hohenlohe zu und wurde für die Bauern lohnend. Das Schlachtvieh wurde unter dem Namen bœuf de Hohenlohe bis nach Frankreich verkauft, vor allem nach Paris. Die verbesserte Dreifelderwirtschaft, die heute noch Grundlage für die landwirtschaftliche Bearbeitung ist, geht ebenfalls auf Pfarrer Mayer zurück. Er empfahl den Bauern, ihre Felder mit Gips (wegen dessen Kalkreichtum), Kompost, Stallmist, Gülle und Straßenschmutz zu düngen und so den teilweisen Nährstoffmangel der Böden zu beheben. Der Erfolg war erstaunlich, und Mayer wurde unter dem Namen Gipsapostel weit bekannt.

Zu den bedeutendsten Schriften Mayers gehörte das Lehrbuch für die Land- und Haußwirthe (1773). Darin legte er Pläne für einen Haustyp vor, in dem sich der bäuerliche Wohnbereich mit dem Stall unter einem Dach befindet; die Wärme des Stalls im Erdgeschoss heizte die darüberliegenden Wohnräume mit. Diese sogenannten Pfarrer-Mayer-Häuser sind noch heute vor allem im Kupferzeller Raum zu sehen.

Auch die Einführung der Futterrübe und der Mostobstanbau in der Region gehen auf Pfarrer Mayer zurück.

Der Historiker Alois Schmid bezeichnet Mayer als einen „Wegbereiter der deutschen Agraraufklärung“.[1]

Werke (Auswahl)

  • J. F. Mayer: Lehrbuch für die Land- und Haußwirthe in der pragmatischen Geschichte der gesamten Land- und Haußwirthschafft des Hohenlohe Schillingsfürstischen Amtes Kupferzell. Nürnberg 1773. Nachdruck mit einem Beitrag von K. Schumm. Schwäbisch Hall 1980.
  • J. F. Mayer: Kupferzell durch die Landwirthschaft im besten Wohlstand. Leipzig 1793.
  • J. F. Mayer: Lehre vom Gyps als vorzueglich guten Dung zu allen Erd-Gewaechsen auf Aeckern und Wiesen, Hopfen- und Weinbergen. Anspach 1768.

Literatur

  • Wolfram Fischer: Das Fürstentum Hohenlohe im Zeitalter der Aufklärung. Tübingen 1958.
  • Rudolf Schlauch: Bibliothek deutsche Landeskunde. Abteilung Südwestdeutschland. Hohenlohe Franken. Nürnberg 1964.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Uni München, Abteilung für Bayerische Geschichte

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